Tatort: Brandmal

  1. Ø 0
   2008
Tatort: Brandmal Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Bei einem Hausbrand ist eine Mieterin gestorben. Der Verdacht fällt auf die jungen Bewohner eines Heims für Sinti und Roma, denn die hatten immer wieder Krach mit dem Besitzer des Hauses. Das Wort „Nazisau“ an der Kellerwand und ein gefundenes Amulett bestätigen die Vermutungen. Der krankhaft eifersüchtige Verlobte der Toten hätte allerdings gleichfalls ein Motiv. Als auch der Hausbesitzer stirbt, stehen Ballauf und Schenk vor einem Rätsel.

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Kritikerrezensionen

  • Der Protest war praktisch programmiert. Wann immer sich „Tatort“-Autoren mit einer ethnischen Minderheit befassen, fühlt sich die entsprechende Gruppierung prompt diskriminiert. Diesmal hat sich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zu Wort gemeldet: In dem Kölner Krimi „Brandmal“ enthalte die Darstellung einer Roma-Familie aus dem Kosovo „die ganze Palette an diskriminierenden Stereotypen über Roma“.

    Das stimmt sogar, ist aber trotzdem nur dann korrekt, wenn man den Dialogen bloß mit halbem Ohr lauscht. Karl-Heinz Käfer („Mein Vater“), ohnehin ganz gewiss kein Autor, der zu leichtfertigen Diskriminierungen neigt, befleißigt sich einer Tugend, die Krimis mit dem Anspruch einer gewissen gesellschaftlichen Relevanz immer wieder etwas schwerfällig werden lässt: Stets gibt es eine Figur, die all die dumpfen Vorurteile repräsentiert, und meistens handelt es sich dabei um einen Antagonisten. Die Sympathieträger aber rücken all die schlimmen Äußerungen eilends zurecht. Allerdings hat Käfer das übliche Muster in einem ganz entscheidenden Punkt verlassen, und das macht den Reiz dieses Films aus: Er lässt beide Seiten von ein und derselben Figur verkörpern.

    Kriminalistisch gesehen ist die Geschichte eher schlicht: Bei einem Hausbrand ist eine Mieterin gestorben. Der Verdacht fällt auf die jüngsten Bewohner eines gegenüber liegenden Heims für Sinti und Roma, denn die hatten immer wieder Krach mit dem Besitzer des Hauses. Das Wort „Nazisau“ an der Kellerwand und ein gefundenes Amulett bestätigen die Vermutungen. Natürlich weiß man, dass dem nicht so ist, und man ahnt auch bald, dass Kriminalkommissar Klemper (Christoph Bach), der seinen Kollegen von der Mordkommission (Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär) unter die Arme greifen soll, irgendwie in die Sache verwickelt ist. Trotzdem entspinnt sich ein interessanter Film (Regie: Maris Pfeiffer), weil Klemper so offenkundig hin und hergerissen ist: Einerseits hält er die als „Klaukinder“ stigmatisierten jungen Heimbewohner für notorische Kleinkriminelle, andererseits hat er immer wieder Erklärungen für ihre Notlage; etwa weil die Familien über viele Jahre hinweg in dem völlig unsicheren Zustand der Duldung leben. Die Ursache dieses Zwiespalts macht die Figur erst Recht interessant: Klemper ist selbst ein „Rom“.

    Die Gegenspieler sind weniger differenziert und verkörpern mit ihren simplen Parolen die dumpfe Variante der Fremdenfeindlichkeit. Den Hausbesitzer, in dessen Geschäft die Kinder angeblich immer wieder klauen, spielt übrigens Bernd Michael Lade, der dank Zottelhaar und Schnauzbart aber praktisch nur an der Stimme zu erkennen ist; offenbar befürchtete man beim WDR, die Zuschauer würden sich fragen, was denn den früheren Leipziger „Tatort“-Kommissar Kain nach Köln verschlagen habe. Aber am schönsten ist die Szene, in der Freddy Schenk (Bär) regelrecht eifersüchtig reagiert, als ausgerechnet Kollegin Franziska (Tessa Mittelstaedt) einem Verdächtigen das Alibi liefert: Sie hat die Nacht mit ihm verbracht. tpg.

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