Tatort: Blutschrift

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   2006
Tatort: Blutschrift Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Blutschrift: Eine ermordete Sammlerin scheint dem alten Fluch eines gestohlenen Buches erlegen zu sein...

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Es war ja klar, dass der enorme Erfolg des Bestsellers „Sakrileg“ nicht ohne Folgen bleiben würde. Auch mit eher tollpatschigen Variationen des Themas war zu rechnen. Dass sich nun ausgerechnet ein „Tatort“ an einem vergleichbaren Mythos probiert und dabei auf allerlei Hokuspokus setzt, verwundert allerdings doch.

    Angeblich soll vor tausend Jahren ein Mönch mit dem eigenen Blut eine Schrift verfasst haben; jedem, in dessen Besitz sie gelangt, drohen Tod und Verderben. Deshalb fängt sogar ein Rechner an zu spinnen, als die Kommissare das Titelblatt der „Blutschrift“ rekonstruieren. Und als Kommissar Kain (Bernd Michael Lade) mit einem Foto des letzten Besitzers wedelt, platzt prompt die Leuchtstoffröhre. Derlei passt zwar nur bedingt zur eher braven Erzähltradition der Leipziger Beiträge zur ARD-Reihe, aber dafür um so besser zur Geschichte. Erst verblutet eine Sammlerin antiquarischer Bücher, dann verschwindet ein Restaurator. Und weil die Ermittler unter der Leiche der Frau eine Farbkopie der „Blutschrift“ gefunden haben, ist das seit dem Zweiten Weltkrieg verschollene Werk offenbar wieder aufgetaucht; prompt blicken sämtliche Zeugen ausnahmslos ganz erschreckt drein, wenn die Sprache auf das angeblich verfluchte Manuskript kommt.

    Obschon die Geschichte letztlich eher schlicht ist, kann man ihr nicht immer folgen, zumal Autor Holger Jancke auch noch eine Beziehungsebene hineingewerkelt hat, in der es gleich zwei Studentinnen (Bernadette Heerwagen, Mina Tander) auf den Restaurator (Julian Weigend) abgesehen haben. Bei diesem wiederum, man ahnt es früh, handelt es sich um jenen mumifizierten Leichnam, der in einem offenen Grab entdeckt wird. Letztlich bleiben Bruno Ehrlicher (Peter Sodann), der unverdrossen gut Miene zum okkulten Spiel macht, nur zwei Verdächtige, die es beide mit alten Büchern haben: Professor Berg (Hans-Werner Meyer), Chefbibliothekar der Deutschen Bücherei, in deren dunklen Winkeln so mancher Schatz verborgen ist; und ein Antiquar (Gerd Baltus), der die Bücherei schon zu DDR-Zeiten geplündert und so manchen Folianten in Richtung Westen verscherbelt hat – an just jene Sammlerin, die tot im eigenen Blute gefunden wurde.

    Dumpf dräuen aufs Stichwort die Choräle, jederzeit bereit, ein donnerndes musikalisches Ausrufezeichen zu setzen; fast ist man überrascht, dass die bedauernswerten Darsteller nicht erschreckt zusammenfahren. Aber vermutlich waren sie zu sehr damit beschäftigt, beim Aufsagen der inhaltsleeren Dialoge wenigstens ein intelligentes Gesicht zu machen. Regie führte übrigens Hajo Gies. tpg.

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