Filmhandlung und Hintergrund

Kommissarin Klara Blum versucht eine nicht nur zum Schein entführte Braut zu retten.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Bluthochzeit: Kommissarin Klara Blum versucht eine nicht nur zum Schein entführte Braut zu retten.

    „Verbrecher sind einfach doof“, sagt ein Vollzugsbeamter in diesem Bodensee-„Tatort“. Die Kriminalstatistiken scheinen das zu bestätigen, und für Fernsehkrimis stimmt der Satz auf jeden Fall, schließlich werden die TV-Ganoven fast immer gefasst. Allerdings dürfen sie nicht zu doof sein, sonst macht der Krimi keinen Spaß: Wenn man gleich weiß, wer der Mörder war, ist die Luft raus.

    Deshalb hat sich Autor Stefan Dähnert für den Film „Bluthochzeit“ etwas Besonderes einfallen lassen. Seine Idee gehorcht Alfred Hitchcocks Definition von Spannung („Suspense“): Wenn unter einem Tisch mit mehreren Leuten plötzlich eine Bombe explodiert, erschreckt man sich bloß. Wenn man aber weiß, dass jederzeit eine Bombe hochgehen kann, während die Menschen nichts ahnend miteinander plaudern, wächst die Spannung von Sekunde zu Sekunde. Dähnert überträgt das Beispiel auf eine Gruppe ausgelassener junger Männer, die nach altem Brauch während der Hochzeitsfeier die Braut entführt haben. Einer der vier ist ein Mörder; aber welcher? Und was ist sein Motiv?

    Zweites Merkmal dieses Films ist ein radikaler Wechsel des Handlungsorts: Die Konstanzer Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) muss die beschauliche Bodenseeregion verlassen und dem Mörder ins Allgäu folgen. Die Männer haben die Braut (Petra Schmidt-Schaller) auf eine einsame Berghütte verschleppt, wo die Ausgelassenheit nach und nach einer gewissen Gereiztheit weicht.

    All das klingt zwar mehr nach Psycho-Thriller als nach klassischem „Tatort“-Muster, aber dennoch nach einer guten Geschichte, zumal Klara Blum bei ihrem Wettlauf gegen die Zeit immer wieder neue Hindernisse überwinden muss: mal versagen mobile Telefone ihren Dienst, dann gibt es gar keinen Empfang mehr, und schließlich scheint die Verfolgung aussichtslos, weil der Sessellift, mit dem die jungen Leute auf den Berg gefahren sind, nicht mehr funktioniert. Der nicht mehr ganz junge Bräutigam (Peter Krämer) fährt zwar einen Geländewagen, aber der bleibt prompt im Schlamm stecken.

    Trotzdem ist „Bluthochzeit“ gerade gemessen am „Tatort“-Anspruch nur ein Krimi von durchschnittlicher Qualität, selbst wenn die beiden Klammern des Films dramaturgisch durchaus reizvoll sind: Nach einer Schießerei zu Beginn hat Blum den maskierten Mörder praktisch gefasst, als er eine Geisel nimmt; am Ende wiederholt sich die Szene. Und so interessant Dähnert die Geschichte auch eingefädelt hat, in der Umsetzung durch Patrick Winczewski wirkt die Konstruktion viel zu kompliziert: Die Braut ist vor Jahren schon mal entführt worden, der Täter saß bis vor kurzem im Gefängnis, aber das Lösegeld ist nie aufgetaucht; und der neue Stiefsohn war mal ihr Geliebter. Wenn die Handlung mit dem Erreichen der Hütte schließlich auf ihrem vermeintlichen Höhepunkt anlangt, sackt die Spannung in sich zusammen, weil erst mal nichts Aufregendes mehr passiert. Das liegt allerdings auch an den Schauspielern: Die jungen Männer geben zwar alles, doch außer bei Hannes Wegener („Résiste - Aufstand der Praktikanten“) wirkt ihr darstellerischer Aufwand sehr bemüht. tpg.

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