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Die Stuttgarter Kommissare müssen eine scheinbare Beziehungstat aufklären...

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Blutgeld: Die Stuttgarter Kommissare müssen eine scheinbare Beziehungstat aufklären...

    Im Fußball würde man von zwei völlig verschiedenen Halbzeiten sprechen: Dieser „Tatort“ aus Stuttgart beginnt wie eine Familientragödie und wandelt sich fast unmerklich zu einem Thriller, in dem es um Leben und Tod geht. Das spiegelt sich auch in der Inszenierung wider: In der ersten Hälfte, die die Züge eines Dramas trägt, ist die Bildgestaltung (Christoph Schmitz) eher zurückhaltend. Das ändert sich, als Martin Eigler (Buch und Regie) den wahren Kern der Handlung offenbart, die schließlich in eine Geiselnahme mündet: Hier sorgt eine agile Handkamera dafür, dass man auch als Zuschauer beinahe buchstäblich die Distanz zum vermeintlichen Täter verliert.

    Nicht minder reizvoll ist Eiglers Spiel mit Konventionen und Erwartungen, zumal seine Geschichte dank diverser überraschender Handlungswendungen immer wieder völlig neue Wege einschlägt. Als zu Beginn Mutter und Tochter erschossen in ihrem Wohnzimmer gefunden werden, liegt die Vermutung eines erweiterten Suizids nahe. Doch der traumatisierte Gatte und Vater ist keineswegs lebensmüde, zumal er ein zweites Leben führte: Er hatte zwei Familien. Beide Frauen wussten voneinander, aber er konnte von keiner lassen. Stephan Kampwirth spielt diesen hin und hergerissenen Marc Simon mit genau der richtigen Mischung aus Zorn und Verzweiflung, um lange offen zu lassen, ob er nicht doch einen Doppelmord begangen hat. Dann aber kommt die Wahrheit ans Licht: Mit dem üblichen Gehalt eines Bankangestellten ließen sich zwei Familien nicht versorgen. Das nötige Geld hat sich Simon mit gewagten Finanzgeschäften besorgt; bis er sich verzockt hat. Und schlimmer noch: Das verlorene Geld stammte – natürlich ohne dessen Wissen – von einem Kunden, mit dem man sich besser nicht anlegt; der Mann ist gewissermaßen der Deutschlandrepräsentant der kalabrischen Mafia. Er will seine 1,3 Millionen Euro zurück. Und er weiß genau, dass Simon eine Freundin (Lisa Martinek) hat.

    Dank Eiglers Erzählweise, die immer nur eingeschränkte Blicke auf das Gesamtbild zulässt, wirkt die Geschichte weitaus komplexer, als sie in Wirklichkeit ist. Aufgrund der geschickten Dramaturgie spitzt sich die Spannung allerdings immer weiter zu, bis sich Simon schließlich für die Entführung seines Sohnes revanchiert und die Verwandten des Gangsters bedroht. Und selbst wenn Eigler mit seinem Finale fast schon frech den Klassiker „Der Clou“ zitiert: Die Auflösung der scheinbar ausweglosen Situation, in die sich der brave Familienvater manövriert hat, ist ziemlich verblüffend. tpg.

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