Tatort: 1000 Tode

  1. Ø 0
   2002
Tatort: 1000 Tode Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: 1000 Tode: Klara Blum soll den angeblichen Selbstmord eines Teenagers im Bodensee aufklären, doch statt der Leiche findet sie Spuren, die zu den abgründigsten Seiten des Internets führen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schlimmer als der erste Film konnte der nächste Auftritt der Konstanzer Kommissarin Klara Blum kaum werden. Im Gegensatz zur unnötig komplizierten, erstaunlich langatmig umgesetzten ersten Geschichte wird die einfühlsame Ermittlerin nun mit einem Thema konfrontiert, das keinen kalt lässt: lebensmüde Jugendliche.

    Düster beginnt der zweite „Tatort“ vom Bodensee, düster geht es weiter: Ein Mädchen ist ins Wasser gegangen. Doch warum hat sie sich zuvor eine Stirnlampe aufgesetzt? Klara Blum kommt einem Fall von unerhörtem Sadismus auf die Spur: In Suizidforen im Internet ködert ein Mann junge lebensmüde Frauen mit der Aussicht auf Doppelselbstmord im See, lockt sie in die Falle und verschleppt sie in ein feuchtes Verlies, um sich an ihrem Leiden zu weiden und ihr qualvolles Sterben mit Hilfe einer Webcam live im Internet vorzuführen.

    Eine derart abgrundtief grausame Geschichte (das Drehbuch schrieb die „Tatort“-routinierte Dorothee Schön) hatte ein „Tatort“ selten zu bieten. Entsprechend wenig angebracht ist „1000 Tode“ für ein jüngeres Publikum: Die brutalen Aufnahmen aus dem Kerker, in dem die vermeintlich tote Manu (Alexandra Schalaudeck) vor sich hin vegetiert, können selbst sensible Erwachsene bis in den Schlaf verfolgen.

    Trotzdem gelingt es Regisseur Jobst Oetzmann, im Frühjahr für seine intensiv erzählte „Tatort“-Folge „Im freien Fall“ (BR) noch mit einem Adolf Grimme Preis ausgezeichnet, nur selten, den Zuschauer mit den Bildern auch zur berühren. Erst zum Finale, als sich Klara Blum auf ein gefährliches Spiel einlässt, sich selbst zum Lockvogel macht und Oetzmann den Krimi im dramatischen Wettlauf um Manus Leben zum packenden Höhepunkt führt, kann man sich der Spannung nicht länger entziehen.

    Trotzdem bleiben zwei Einwände. Auch Schön und Oetzmann gelingt es nicht, für die Internet-Plauderei eine angemessene optische Umsetzung zu finden: Es wirkt einfach unglaubwürdig und aufgesetzt, wenn Menschen laut vor sich hin sagen, was sie gerade in ihren Computer eingeben. Und Eva Mattes muss als Klara Blum diesmal vor Verständnis geradezu triefen. Das mag zwar seine Berechtigung haben, schließlich ist erst kürzlich ihr Mann gestorben, doch auf die Dauer kann einem die gute Seele durchaus etwas auf die Nerven gehen, zumal ihre gutgemeinten Ratschläge zu oft auf dem Niveau von Kalenderweisheiten verharren („Schmerz kann auch stark machen“).

    Eindrucksvoll sind hingegen die Novemberbilder vom Bodensee. Die Landschaftsaufnahmen von Kameramann Jürgen Carle fangen perfekt jene herbstliche Melancholie ein, die für die Region in dieser Jahreszeit so typisch ist und die in der Tat zu einer gewissen Lebensmüdigkeit führen kann. tpg.

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