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Filmhandlung und Hintergrund

Tatil kitabi: Drama über den Alltag einer türkischen Familie in einer anatolischen Kleinstadt, die unerwartet den Vater verliert.

Ein Sommer in einer anatolischen Kleinstadt. Die Kinder strömen an ihrem letzten Schultag vergnügt in die Freiheit, nur einen Jungen scheint die Euphorie nicht gepackt zu haben. Sein Schulbuch wurde ihm gestohlen, so dass er seine Schulaufgaben nicht erledigen kann. Doch ihn ereilt bald ein noch viel schlimmeres Ereignis. Sein Vater stirbt ganz unerwartet, was einen dunklen Schatten auf das Leben der ganzen Familie wirft. Ein Sommer der Trauer, aber auch der Aufarbeitung verdrängter Vorwürfe und Ängste beginnt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit Laien besetztes, minimalistisches Drama um eine Familie, die während eines Sommers unerwartet den Vater verliert.

    In der Tradition des türkischen Autorenkinos porträtiert Regisseur Seyfi Teoman eine südanatolische Kleinstadt am Mittelmeer und eine in einfachen Verhältnissen lebende Familie, der ein schwerer Verlust widerfährt. Als Handlungsklammer dienen die Sommerferien des jüngsten Sohns Ali, mehr aber noch als eine geschlossene Handlung interessiert sich Teoman für seinen Stil, der minimalistische, naturalistische und undramatische Konzepte zu einem kontemplativen Arthausfilm vermengt, der mit Laien besetzt ist.

    Wenn sich Tableaus in die Kulturlandschaft versenken und lange dialoglose Passagen aneinanderreihen, tritt der Alltag der Menschen ein gutes Stück zurück. Still beobachtet die Kamera Ali, wie ihm am letzten Schultag ein älterer Schüler sein Sommerübungsbuch entreißt, der Vorbote eines größeren Verlusts. Vater Mustafa, der Familienpatriarch, hat ihm ohnedies eine andere Aufgabe zugedacht: Ali soll als Straßenverkäufer das Arbeiten lernen. Sein großer Bruder Veysel kehrt indes vom Militärdienst zurück mit dem Vorhaben, fortan zu studieren – sehr zum Missfallen Mustafas, der ihm eine Offizierskarriere zugedacht hat und es nicht verwinden kann, dass sein Sohn nicht seinem unbedingten Willen gehorcht.

    Als der Vater anderntags mit einem Gehirnschlag im Krankenhaus notoperiert werden muss und danach im Koma liegt, kommen die Vorwürfe seiner Frau, die ihn ehebrüchig wähnt, zum tragen. Mustafas Bruder, ein vernunftbegabter Geschäftsmann, forscht derweil nach, was den Patriarch der Familie so entfremdet hat und schüttelt nur selbst den Kopf über einen Erbsenzähler, dem Geld wichtiger war als seine Vertrauten. Wenn der Vater am Ende plötzlich stirbt, endet der Konflikt zwischen Tradition und Moderne. Das Leben geht einfach weiter seinen gewohnten Gang, was Teoman mit lakonischer, von Auslassungen geprägter Erzählform jeder Dramatik enthebt. In seinem Naturalismus verstecken sich Sorgen, Sehnsüchte und Trauer, auch wenn sie, wie die politischen Untertöne, für Aufmerksame leicht wahrzunehmen sind, die das neue türkische Kunstkino für sich entdeckt haben. tk.

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