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Tasogare seibei (2002) Film merken

Tasogare seibei Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Tasogare seibei: Gesellschaftskritisches Drama um einen verarmten Samurai am Ende des 19. Jahrhunderts, der sich lieber um Haus und Hof kümmert, als sich in den Kampf zu stürzen.

Ein Samurai niederen Ranges lebt nach dem Tode seiner Frau verarmt mit zwei kleinen Töchtern und seiner senilen Mutter ein Leben in verzweifelter Demut – bis ihn die Liebe zu der Schwester seines Jugendfreundes vor neue Herausforderungen und neue Kämpfe stellt.

Im Japan des Spätmittelalters dient der verarmte und verwitwete Samurai Seibei als Bürokraft bei Hofe des Provinzfürsten, schmachtet aus der Ferne der unglücklich verheirateten Tomoe hinterher und widmet sich ansonsten klaglos der Fürsorge für zwei kleine Töchter und die alte, senile Mutter. Bewegung kommt in die Angelegenheiten, als Tomoe sich scheiden lässt und Seibei sich als ausgezeichneter Schwertkämpfer entpuppt, während zur selben Zeit der Tod des Fürsten die Provinz in einen Krieg stürzt.

Im spätmittelalterlichen Nippon sieht sich ein den familiären Frieden suchender Samurai gezwungen, noch einmal zu den Waffen zu greifen. Stimmungsvolles, an Knalleffekten weniger interessiertes Kriegerdrama.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit dem einzigen japanischen Beitrag im Wettbewerb der Berlinale 2003 erzählt Altmeister Yoji Yamada, der nicht zuletzt dank seiner mittlerweile 48 Kinokomödien um den unbeholfenen Helden Tora zu den populärsten und innovativsten Filmemachern seines Heimatlands gehört, in seinem ersten Samurai-Film “Samurai in der Dämmerung” von einem eher tragischen männlichen Helden – und dies mit der humanistisch geprägten Ernsthaftigkeit und stillen Melancholie eines Yasuhiro Ozu, dem das Festival gleichzeitig eine Retrospektive widmete. In einem historischen Drama um einen verarmten und verwitweten Samurai, der sich lieber um Haus und Hof kümmert, als sich in den Kampf zu stürzen, spiegelt der 71-jährige Regisseur in ruhigen Bildern die Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs zu Beginn der japanischen Aufklärung gegen Ende des 19. Jahrhunderts wider.

    Dieser Seibei Iguchi wird von seinen Kollegen gerne auch “Dämmerlicht-Samurai” genannt – denn während jene noch gemeinsam auf ihren “Feierabend” anstoßen, zieht es diesen zurück zu Haus und Hof, wo auf den Alleinerzieher bis tief in die Nacht nach dem Tod der Frau zwei kleine Töchter, eine senile Mutter, die Hausarbeit und nicht zu vergessen eine Heimarbeitstätigkeit für den lebensnotwendigen Nebenverdienst warten. Mit unaufdringlicher Ironie setzt Yamada hier seine Pointen, wenn der verzweifelt arme Seibei von einem Kampf heimkehrt und seine erste Frage lautet: “Ist die Wäsche drin?”, als es gerade zu regnen beginnt. Nicht nur mit der zermürbenden Leidensfähigkeit des “Dämmerlings”, die der traditionellen Rolle der Frau in der japanischen Gesellschaft wenig nachsteht, lässt Yamada seine Figuren mit den geschlechtsspezifischen Reglementierungen ihrer Zeit kämpfen: Als Seibei Besuch von Tomoe erhält, der Schwester eines Jugendfreundes, die sich von ihrem trinkenden und schlagenden Mann getrennt hat, bringt sie Licht in das trübe Dasein der Familie und in Seibeis Herz und zeigt sich gleichzeitig als Frau, die den Mut fasst, auf ein eigenes Leben zu insistieren. Tomoes aufrichtige Zuneigung muss jedoch zunächst durch Seibeis unermessliche Demut ob seines niederen Stands unerfüllt bleiben. Erst im unausweichlichen Duell mit Tomoes Ex-Mann beweist der widerwillige Kämpfer sich selbst und seine Liebe, als es ihm erstaunlicherweise gelingt, mit seinem Holzschwert (welches jenes ersetzt, das er zu versetzen gezwungen war) den Gegner niederzustrecken. Was dazu führt, dass der Clan Seibei auffordert, einen abtrünnigen Samurai zu töten – und der Familienvater in einen weiteren Konflikt gestürzt wird: Könnte der Auftrag doch seine finanzielle Not lindern, seinen Status verbessern, doch stehen auch seine uneingestandenen Gefühle und sein Leben auf dem Spiel. In der schönsten und stärksten Sequenz und einer der besten, die er je gedreht hat, konfrontiert Yamada im letzten Akt seinen tragischen Helden, dessen Ordnung wie die des sterbenden Feudalsystems zu zerbrechen droht, mit seiner größten Herausforderung und einem ebenso schwachen und armen Gegner, dessen Tod in Seibeis Augen so wenig Sinn macht, wie der Verzicht auf die Liebe. Der folgende so elegant wie kraftvoll inszenierte Todestanz zwischen Tradition und Aufbruch vermag allein alle Themen des Films, Verzweiflung und Mut zu einem neuen Leben in den Bewegungen des Schwerts und des Samurais auszudrücken. Am Ende steht der aus der Dämmerung Erwachte im sanften Licht der aufgehenden Morgensonne – und Regisseur Yoji Yamada nach langer und in Japan gefeierter Schaffenszeit auch einen Schritt weiter im Licht internationaler Anerkennung.cm.

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