1. Kino.de
  2. Filme
  3. Tango Lesson
  4. Fakten und Hintergründe zum Film "Tango-Fieber"

Fakten und Hintergründe zum Film "Tango-Fieber"

Kino.de Redaktion |

Tango Lesson Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Der Tanz

Der Ursprung des Tangos ist umstritten, fest steht aber, dass der Tanz in den Bars, Bordellen und Straßen der „barrios“ (Viertel) von Buenos Aires entstand, und dass er eine Mischung aus Elementen der verschiedenen ethnischen Ursprünge seiner Anhänger ist. Er ist eine Kombination aus den rhythmischen Mustern des afrikanischen Tanzes mit einer Beinarbeit, die Ähnlichkeit mit den Tritten und Stößen der reitenden Gauchos in der argentinischen Pampa hatte; sinnliche, sexuell anzügliche und kodierte Bewegungen, die in den Bordellen Wange an Wange getanzt wurden, sowie Grundschritte und -drehungen aus europäischen Volkstänzen. In der ersten Zeit übten die Männer miteinander, um ihre Bewegungen zu perfektionieren, bevor sie mit Frauen tanzten, und wechselten sich beim Führen ab.

Der Tango in den „salons“ (Tanzlokalen) in Argentinien wurde und wird eng getanzt, da er unter beengten Bedingungen stattfand. Das Paar scheint völlig ineinander und in die Musik vertieft zu sein. Es ist im Wesentlichen eine improvisierte Form, bei der die Schritte, Drehungen und Schwenks einer endlosen Vielfalt von Abwandlungen eines Grundvokabulars von Bewegungen entstammen. Als der Tango auf der Bühne für Publikum getanzt wurde, bewegte sich das Paar körperlich weiter auseinander, damit man es besser sehen konnte, und mit diesem größeren Spielraum wurde der Tanz auch choreographisch komplexer. Stark beeinflusst von dem bedeutenden Lehrer und Tänzer Todaro, entwickelte in den achtziger Jahren eine Generation von Tänzern einen spektakulären Stil, den das Publikum außerhalb von Argentinien für den Tango hält. Die Frauen haben gewöhnlich eine Ballettausbildung, und der Tanz ist schnell, raffiniert und athletisch. Für die Argentinier ist dies jedoch „Exporttango“, und sie finden ihn viel zu überladen und auffällig für die „salons“. Die in vier Choreographien für die Bühne offen dargestellte Sexualität, verbunden mit ihren klischeehaften, narrativen Elementen aus der Geschichte des Tangos, haben wenig gemein mit der verhaltenen Subtilität der besten „milongueros“ („Salon“-Tänzer).

Bilderstrecke starten(3 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu Tango Lesson

Heute gibt es noch eine dritte Form des Tangotanzens, hauptsächlich bei jüngeren Tänzern, die im „salon“ und manchmal auf der Bühne improvisieren und sich von beidem eklektisch beeinflussen lassen. Sie sind empfindungsreich und temperamentvoll wie die größten Improvisateure im Jazz. Pablo Veron und Gustavo Naveira gehören zu den Besten unter ihnen. Sie verbinden ein enzyklopädisches Wissen der Geschichte und Entwicklung des Tanzes mit einer respektlosen Bereitschaft, seine Grenzen zu erweitern. Vor zehn Jahren befürchteten die älteren „milongueros“, der Tango werde mit ihnen aussterben. Aber seither ist eine zweite Tango-Welle über die Welt geschwappt. In jeder europäischen Großstadt gibt es Tangosalons, und ständig strömen eifrige junge Tangostudenten nach Buenos Aires.

Die Musik

Die Quelle jedes Tanzes ist Musik. Selbst ein stiller Tanz folgt einer inneren Musik, dem Atemrhythmus. Im Falle des Tango ist der Tanz unteilbar mit der Musik verbunden, obwohl beide eine eigene Entwicklungsgeschichte haben. Die rhythmische Grundlage des Tangos entstammt dem Candombe (aus Afrika), sowie der Habanera ( aus Spanien) und europäischen Volkstänzen. Der beschwingte, synkopische Takt hat seine europäischen Gegenstücke, aber nur in Argentinien wurde er die Grundlage einer ganzen Musikkultur.

Die Geschichte des Tangos kann grob in verschiedene Epochen unterteilt werden. Die erste war die Epoche der kleinen Straßenkapellen und spontan sich bildenden Musikergruppen (im Wesentlichen Gitarre, Flöte und Geige), die um die Jahrhundertwende in Bars und Bordellen spielten. Dann, mit der allmählichen Akzeptanz des Tangos in der eleganteren Gesellschaft, kamen die frühen Sextette und Kapellen auf. Seinen einzigartigen Klang verdankt der Tango, wie wir ich heute kennen, dem Bandoneon, das ursprünglich aus Deutschland stammt. Berühmte Bandoneonspieler hatten und haben in Argentinien den Status von Volkshelden.

Als in den zwanziger Jahren die Tangobegeisterung ausbrach und die Tanzsäle in Europa und Amerika eroberte, wirkte der Einfluss der dortigen Orchestrierung auf Argentinien zurück. Damals eröffneten Musiker wie Juan de Caro dem Tango neue Bereiche musikalischer Raffinesse und Komplexität. In den dreißigern und vierzigern brachten Anibal Troilo und Juan D’Arienzo voll rhythmische Arrangements der Melodien wie „La Cumparista“ hervor, die internationale Verbreitung fanden. Damals, wie heute, waren die Orchesterleiter und Arrangeure ebenso bekannt wie die Komponisten. Ihre Interpretation alter und neuer Melodien wurde eine Form von Kompositionen. Diese Zeit gilt als die goldene Ära und war auch die Ära von Carlos Gardel, unbestritten der bedeutendste Sänger und in Argentinien heißer verehrt als Elvis Presley im Rest der Welt.

Einer der berühmtesten Komponisten und Bandleader der fünfziger Jahre war Osvaldo Pugliese, dessen musikalische Intelligenz und Subtilität eine Musik erschuf, die auf ihre Weise so radikal war wie moderne klassische Musik, dabei aber populär blieb. Astor Piazzola, der in Triolos Kapelle spielte, war der Komponist, der den so genannten „modernen“ Tango erschuf – Musik hauptsächlich zum Hören. Ihre musikalische Komplexität und Strenge wird von ihrem melodischen und harmonischen Reichtum gemildert. Seine emotionale, lyrische Intensität und sachliche, wahrhaft moderne Schlichtheit, unterscheidet den argentinischen Tango von allen anderen musikalischen Formen.

Um die Musik für TANGO LESSON auszuwählen, hörte sich Sally Potter hunderte Stunden Tango, Milongas, Walzer, und Lieder an. „Meine Suche wurde von meinen Tangolehrern, vor allem Gustavo Naveira, großzügig unterstützt. Ziemlich früh entschied ich, das Feld einzugrenzen, indem ich Tangolieder (fast vollständig) beiseite ließ. Die Auswahl der Tangos für den Film folgte einer objektiven und instinktiven Logik, war aber letzten Endes persönlich. Es ist eine Reise durch die Geschichte des Tangos, teilweise in alten Originalaufnahmen. Neben den Tangos und der jiddischen Musik ist eigens für den Film komponierte Musik zu hören. Dabei ging es darum, ein paralleles, vollkommen anderes Klanguniversum als das des Tangos zu erschaffen. Fred Friths charakteristischer Gitarrenton und seine sensiblen Improvisationen spielten dabei eine wichtige Rolle.“

Interview mit Sally Potter von Walter Donohue

Sally Potter beschreibt die Geschichte von TANGO LESSON folgendermaßen: „Der Film handelt vom Tango, aber auch vom Filmemachen. Er ist ein Austausch zwischen den beiden Hauptfiguren. Er ist Tänzer, sie ist Filmregisseurin, und das bewusste und unbewusste Abkommen, das sie treffen (dass er sie tanzen lehrt, dass sie einen Filmstar aus ihm macht), treibt die Geschichte voran. Die ersten zwei Drittel des Films handeln davon, dass sie tanzen lernt, sich von ihm führen lässt und tatsächlich in seine Welt eintaucht. Dann sagt sie zu ihm: „Ich habe mich von dir beim Tango führen lassen, aber wenn wir einen Film machen, musst du dich von mir führen lassen.“

Das letzte Drittel handelt davon, wie er seinen Widerstand überwindet, sich von ihr führen zu lassen, was es ihm als Mann auch ermöglicht, die Last männlicher Verantwortlichkeit abzuwerfen und sich zu öffnen, seine Verwundbarkeit zu zeigen. Sie dagegen gibt die weibliche Opferhaltung auf und übernimmt beim Filmen die Führung. Dadurch kann sich endlich eine echte Liebe zwischen ihnen entwickeln. Der Tango ist eine sehr verdichtete Metapher für den Prozess einer Auseinadersetzung zwischen zwei Individuen. Man trifft ein Abkommen, die eine oder andere Rolle zu übernehmen, zu führen oder sich führen zu lassen. Aber eigentlich ist es ein Zusammenwirken beider Rollen. Es ist ein Paartanz, ein Gesellschaftstanz, kein Solotanz. Beim Tango setzt man sich differenziert damit auseinander, was es bedeutet, zugleich ein Individuum und ein gesellschaftliches Wesen zu sein. Beide Tänzer bewegen sich in die gleiche Richtung, geben alles, was ihre Fähigkeiten ihnen erlauben, sie lauschen intensiv der Musik, um gemeinsam ein Ergebnis hervorzubringen: den Tanz.

Die sexuelle Wertigkeit von „führen“ und „sich führen lassen“ zwischen Männern und Frauen (insbesondere in West Europa und Nordamerika) scheint der Idee, sich als Frau beim Tango führen zu lassen, entgegenzustehen. Nach der großen Verantwortung und Isolation, als Filmregisseurin „zu führen“, trug die Erfahrung, mich beim Tango als Tänzerin führen zu lassen, im Gegenteil dazu bei, beim Regieführen ein flexibleres, weiterausgeprägtes Gefühl für Autorität zu entwickeln. Mein Interesse am Tango wurde geweckt, als ich eine Show namens Tango Argentino sah, die mich aus mehreren Gründen unglaublich beeindruckte. Einmal die choreographische Komplexität und Schönheit der Schritte, einfach der reine Tanzaspekt. Zum anderen, dass mindestens die Hälfte der Truppe über fünfzig Jahre alt und trotzdem phantastische Tänzer waren. Und schließlich die Musik: eine außergewöhnliche Mischung von volkstümlicher Einfachheit und klassischer Komplexität. Es war wie die Explosion von etwas Neuem, als ich diese Show sah. Ich suchte einen Lehrer für den echten Tango und fand schließlich einen in London lebenden Argentinier.

Nach und nach wurde aus dem Interesse eine Besessenheit, die mich dazu bewegte, nach Buenos Aires zu gehen und mich wirklich darauf einzulassen. Die übliche Definition von Recherchieren ist, dass man eine Menge Fakten sammelt, die man dann als Material benutzt. Meine Definition ist, dass man selbst in eine Erfahrung eintaucht, die dann von selbst ihre notwendige Form findet. So ging es auch mit diesem Film. Der Prozess des Tangolernens, nach Buenos Aires zu gehen und Beziehungen zu Leuten aufzubauen, eine Engländerin zu sein, die sich mit einem der höchstentwickelten Aspekte der argentinischen Kultur befasst: all diese Erfahrungen trugen dazu bei, die endgültige Form zu finden. Natürlich ging etwas verloren, sobald ich daran dachte, den Tango als Stoff für einen Film zu benutzen, nämlich die reine Freude am Tanzen, ohne die Last der Verantwortung, es in etwas anderes zu transformieren.

Der Gewinn war, dass ich eine authentische, persönliche Erfahrung von Freude mit dem ordnenden Prinzip des Schreibens verbinden konnte. Ich hatte das Gefühl, dass ich isolierte Teile meiner eigenen Geschichte und Erfahrung endlich in meine Arbeit integrieren konnte. Ich bin mit fünfzehn Jahren von der Schule abgegangen, um Filmemacherin zu werden, und das einzige, was ich kontinuierlich gelernt habe, war Tanzen. Aber als ich Mitte zwanzig war und zum Film zurückkehrte, endete meine Laufbahn als Tänzerin. Ich habe nie eine Möglichkeit gefunden, die gewichtige Rolle des Tanzens in meinen Filmen unterzubringen.

Ich spürte jedoch, dass im Tanz ein eng mit der Musik verbundener, geheimer Schlüssel vorhanden war und dass etwas sehr magisches passieren könnte, wenn er sich mit den anderen, kulturell offensichtlicher bedeutsamen Dingen verband. Und dieser Film würde das Vehikel für meinen Versuch eines Integrationsprozesses, in dem Philosophie und Pirouetten aufeinander treffen.“

Zu den Problemen, die daraus entstanden, dass Sally Potter in TANGO LESSON gleichzeitig tanzte und Regie führte: „Es hat etwas Ironisches, dass gerade der ursprüngliche Impuls, zu meinem eigenen Vergnügen zu tanzen, sich bei den Dreharbeiten natürlich völlig ins Gegenteil verkehrte. Die meisten Tanzszenen wurden unter körperlichen Schmerzen gedreht. Ich musste mich anstrengen, mich daran zu erinnern, wie es war, freudig und lustvoll zu tanzen.

Es gibt nur ein wirkliches Problem bei Dreharbeiten, und das ist zu wenig Schlaf. Alle anderen Probleme resultieren daraus. Wenn man im normalen Leben acht Stunden Schlaf hat, kann man Nacht für Nacht tanzen gehen und spät nach Hause kommen. Aber es ist etwas vollkommen anderes, nach vier oder fünf Stunden Schlaf morgens um halb fünf aufzustehen, und Übungen zu machen, damit die Muskeln stark genug bleiben, um bei einer Szene nicht verletzt zu werden, die im Winter draußen in der Kälte auf einem für hochhackige Schuhe gefährlichen Untergrund gedreht und zehn bis zwölf Stunden lang wiederholt werden muss. Um gut zu tanzen, muss man seinen Körper wie eine Maschine behandeln und ihn ständig gut ölen. Man muss ihn in einer bestimmten Weise ernähren, auf die Gelenke Acht geben usw., ein richtiger Fulltimejob. Es war also so, als hätte ich mehrere Fulltimejobs auf einmal. Folglich hatte ich nicht genügend Zeit zu schlafen und mich zu erholen.

Außerdem wurden die meisten Tanzszenen an nicht zum Tanzen geeigneten Sets gedreht, und jeder Tänzer weiß, dass man am besten auf einem federnden Holzboden in einem gut geheizten Raum tanzen kann, so dass die Muskeln schön warm sind und die Gelenke nicht zu sehr belastet werden. Fast nichts in dem Film wurde unter solchen Bedingungen gedreht: wir waren entweder draußen im Regen, oder auf einem Boden, der zu glatt oder zu schwierig war. Das alles führte zu Blasen. Die Herausforderung als Tänzerin bestand darin, trotz der Schmerzen gut zu tanzen.

Tatsächlich ist der Wechsel zwischen den verschiedenen Rollen als Regisseurin, Tänzerin, Drehbuchschreiberin die Substanz der Geschichte des Films. Das musste ich mir immer wieder klar machen: Wie viele Schwierigkeiten es während des Drehens auch geben mochte, sie waren Gold wert. Denn wie schmerzhaft, schwierig, melancholisch oder auch freudig die Erfahrung war – wenn ich sie mir genügend bewusst machen konnte, wurde sie mein Material. Ich musste also gleichzeitig im Film und außerhalb von ihm sein.“ Pablo Veron, Sally Potters Partner im Film, ist einer der bedeutendsten Tangotänzer der Welt.

Sally Potter sagte, einer der Gründe, warum sie Tänzer einsetzte, war die Absicht, mit der Präsenz zu arbeiten, die Tänzer im Laufe ihres Lebens entwickeln, eine Präsenz, die aus einer sehr starken inneren Welt entsteht. Es wird immer angenommen, Tänzer seien nur Körper und Muskeln, aber das stimmt nicht. Tanzen setzt eine meditative Konzentration voraus, sich in die Gegenwart zu begeben und darin zu sein, ein Zustand, der einen bis in die Finger- und Fußspitzen durchdringt.

Es ist reine physische Präsenz mit einem metaphysischen Kern. Genauso wie Musik mehr vermittelt als Töne, zeigt ein guter Tänzer viel mehr als sich bewegende Arme und Beine. Tänzer für eine Filmrolle zu besetzen kann gefährlich sein, denn sie neigen dazu, zu vergessen, was sie über Präsenz gelernt haben, und zu meinen, sie müssten die ganze Zeit schauspielern. Es gibt noch andere Probleme. Ein Tänzer oder Bühnenschauspieler kontrolliert hauptsächlich seinen Raum. Der Theaterregisseur kontrolliert die Inszenierung, aber sobald der Schauspieler auf der Bühne vor dem Publikum steht, ist er verantwortlich; der Schauspieler hat seinen eigenen Raum, kontrolliert aber nicht den ganzen Film und arbeitet nicht direkt vor Publikum. „

„Eine der Anweisungen, die ich Pablo gleich am Anfang gab, war, nicht für das Thema zu spielen, weil das sein Spiel unkonzentriert machen würde, Das einzige, worauf es beim Drehen ankommt, ist die Kamera, der man sich bewusst sein muss und die man gleichzeitig vergessen muss. Besonders interessierte mich die Idee von Menschen, die scheinbar sich selbst spielen. Aber in Wirklichkeit sind sie es natürlich nicht selbst. Wie kann man mit dem Namen und der Identität arbeiten, die wir im Leben haben, um etwas anderes zu erschaffen?

Dieser Prozess, aus einer unmittelbaren Erfahrung eine neue Form herauszuholen, wurde die formale Herausforderung des Films. Die Umsetzung gelebter Erfahrung musste allen Gesetzen der Fiktion gehorchen. Ich wollte keinen Dokumentarfilm drehen, der vorgibt, einen objektiven Blickwinkel einzunehmen. Ich wollte, dass der Film einen Schritt vom wirklichen Leben zurücktritt auf eine äußerst ungewöhnlichen, gefährlichen Grat, dass er schwankt zwischen dem Fiktionalen und dem Autobiographischen, aber einem in einer Weise transformierten und destillierten Autobiographischen, dass es letztlich eindeutig Fiktion wird.

Der fertige Film ist wahrscheinlich persönlicher, als ich es mir selbst eingestehen möchte. Aber das war ein notwendiger teil des Schreibens. Zweifellos bin ich ein Risiko eingegangen, so viel von meinen Wünschen, Sehnsüchten und meiner Verwundbarkeit zu zeigen. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, ob meine Figur ein überzeugendes Vehikel für die Gefühle und Gedanken und Erfahrungen der Geschichte ist. Zuschauern, die ORLANDO kennen, wird TANGO LESSON wahrscheinlich als etwas vollkommen anderes erscheinen.

Ich glaube, es ist eine Illusion zu denken, jedes neue Projekt sei eine Revolution, ein Bruch mit der Vergangenheit, etwas völlig Neues. Natürlich gibt es irgendwo im Kern einen Zusammenhang. Es wäre sehr deprimierend gewesen, Orlando 2 zu machen, einen weiteren historischen Film. Genau solche Drehbuchideen wurden mir nach ORLANDO angeboten. Die Form von TANGO LESSON und der ganze Film war absichtlich ein völliger Bruch mit ORLANDO. Ein Zusammenhang besteht aber in einigen der metaphysischen Themen: die Beziehung zwischen Körper und Seele, Fragen wie: gibt es eine Seele, woher kommen Ideen, werden sie erschaffen oder gefunden, das Wesen der Liebe und die Vergänglichkeit aller Dinge.“

Zu den Kommentaren

News und Stories

  • Fakten und Hintergründe zum Film "Tango-Fieber"

    Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

    Kino.de Redaktion  

Kommentare