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Tango Lesson

Kinostart: 09.10.1997
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Filmhandlung und Hintergrund

Außergewöhnlicher Tanzfilm, der den Tango als Kampf der Geschlechter in den Mittelpunkt rückt.

Während einer Krise beschließt Regisseurin Sally, Tango zu lernen. Sie engagiert Tänzer Pablo. Eine leidenschaftliche Affäre beginnt. Als Sally Pablo zum Filmstar machen will, erfährt die Beziehung eine entscheidende Wende. Von nun an muß sich der Vollblut-Südamerikaner mit einer neuen Rolle auseinandersetzten: Jetzt führt die Frau.

Die Drehbuchautorin und Regisseurin Sally befindet sich gerade in einer schöpferischen Krise. Um auf andere Gedanken zu kommen, geht sie mit dem begnadeten Tänzer Pablo einen Handel ein: Schafft er es, sie in die Kunst des Tangos einzuweihen, macht sie ihn ihrerseits zum Film-Star. Doch der Pakt wird nur einseitig erfüllt. Am Ende beherrscht Sally selbst die diffizilsten Schritte. Der Vollblut-Südamerikaner aber kann sich nicht damit abfinden, daß nun eine Frau das Kommando übernommen hat. Somit scheint eine Kino-Karriere in weite Ferne gerückt.

Von der Aufführung des Tangotänzers Pablo fasziniert, beschließt Regisseurin Sally, den erotischen Tanz zu erlernen. Dadurch verspricht sie sich Inspiration für ihr neuestes Projekt. Die Tanzstunden bei Pablo führen zu einer leidenschaftlichen Affäre, und bald hat sie eine Idee: Sie will Pablo zum Filmstar machen. Sehr persönlicher Film von Sally Potter.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tango Lesson: Außergewöhnlicher Tanzfilm, der den Tango als Kampf der Geschlechter in den Mittelpunkt rückt.

    Tango, das ist der Inbegriff des erotischen Tanzes. In den zwanziger Jahren eroberte er die Tanzsäle Europas und Amerikas. Jetzt erobert dieser verführerische Rhythmus mit Sally Potter als Schauspielerin und Regisseurin und dem argentinischen Tango-Genie Pablo Veron die Leinwand. „Tango Lesson“ gilt als einer der Höhepunkte der Reihe „Mezzanotte“ in Vendedig.

    Wer Sally Potters Filme kennt, vor allem die preisgekrönte und mit zwei Oscar-Nominierungen ausgezeichnete Virginia-Woolf-Adaption „Orlando“, weiß, daß ihn kein 08/15-Tanzfilm erwartet, sondern etwas Besonders. Von den Bars und Bordellen der „barrios“ von Buenos Aires begann der Siegeszug des Tangos um die Welt, behaftet mit dem Signum von Sünde, Sinnlichkeit und Sexualität. Die Engländerin, die ihre Ausbildung als professionelle Tänzerin und Choreographin in den siebziger Jahren in London absolvierte und auch als Theaterregisseurin reüssierte, inszeniert ein komplexes Beziehungsgefüge zwischen einer Filmemacherin, die sie selbst spielt, und einem Tänzer (Pablo Veron gehört zu den bedeutendsten Tango-Tänzern der Welt). In einer Schaffenskrise nimmt Sally Tango-Unterricht bei Pablo, sie verlieben sich ineinander. Es kommt zu einer Quasi-Abmachung: Er soll sie Tango lehren, dafür macht sie einen Filmstar aus ihm. Der Rollentausch im Laufe der Handlung bereitet vor allem dem Mann mit südamerikanischer Macho-Mentalität Probleme. Der Tänzer und Star, der gewohnt ist zu führen, wird nun als Schauspieler geführt, dazu noch von einer Frau. Der Tango als lasziver Paartanz und seine innere Welt entwickeln sich zur Metapher für den Kampf der Geschlechter, aber auch für die Annäherung und Auseinandersetzung zweier Individuen aus verschiedenen Kulturen. Während zu Beginn die Rollen traditionell verteilt sind (die Frau begibt sich in die Welt des Partners und gibt sich dabei teilweise auf), beginnt im letzten Drittel des Films ein Umkehrprozeß des Machtspiels, der Mann gerät in eine vordergründig schwächere Position. Das dem erotischen Kräftemessen folgende Ausbalancieren der Geschlechterrollen ermöglicht erst wahres Verständnis und wahre Liebe. „Tango Lesson“ wirkt passagenweise wie semi-dokumentarisch, ist aber bis ins letzte Detail durchkomponiert. Dennoch hat die fiktionale Wirklichkeit viel mit der gelebten Realität zu tun: Sally Potter sammelte eigene Erfahrungen im Prozeß des Tangolernens und bei ihrem Aufenthalt in Argentinien. Trotz des Verlustes der Freude am Tanzen, wurde der Film Vehikel für den Versuch „eines Integrationsprozesses, in dem Philosophie und Pirouetten aufeinandertreffen“. Das Resultat ist ein sehr persönliches und faszinierendes Werk mit hypnotischen Bildern und fulminanter Farbdramaturgie, bei dem Intellekt und Intuition eine gelungene Allianz eingehen, und eine magische Reise durch die Geschichte des Tangos mit alten Originalaufnahmen, jiddischer Musik und eigens für den Film komponierten Stücken. Kurz: Eine Art Gesamtkunstwerk für Seele und Sinne, das nach dem Arthouse-Konzept an der Kinokasse funktionieren sollte. mk.

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    Kino.de Redaktion  

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