Takeshi Kitanos Dolls

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   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

Takeshi Kitanos Dolls: Takeshi Kitano erzählt in einer explosiven Farbsymphonie drei Gegenwartsgeschichten über die ewige Liebe, Trauer und Schönheit.

Matsumoto (Hidetoshi Nishjima) und Sawako (Miho Kanno) sind ein Liebespaar. Doch den Eltern von Matsumoto wäre es lieber, wenn ihr Sohn mit Blick auf die Karriere die Tochter seines Chefs heiraten würde. Jetzt, im Alter, denkt Yakuza-Boß Hiro (Tatsuya Mihashi) häufig an die Zeit vor dreißig Jahren, als er seiner Geliebten zugunsten von Unterwelt und steilem Aufstieg den Laufpass gab. Vor noch nicht allzu langer Zeit war Haruna (Kyoko Fukada) ein bekannter Popstar, doch dann zerstörte ein Unfall ihr Gesicht. Ihr größter Fan Nukui (Tsutomu Takeshige) wird ihr nun beweisen, was wahre Liebe ist.

Wie hilflose Puppen in ihrem Dasein gefangen sind die Charaktere in Takeshi Kitanos („Hana-Bi„) gewohnt brillant bebildertem Episodendrama zum immergrünen Themenkreis Liebe, Leid und Leidenschaften.

Ein Geschäftsmann löst die Verlobung mit seiner großen Liebe, um die Tochter seines Chefs zu ehelichen, erfährt am Hochzeitstag vom Suizidversuch der Geliebten und gibt alles auf, um sich fortan nur noch an die dem Wahnsinn Verfallene zu binden. Ein alternder Yakuza erinnert sich die von ihm verlassene Freundin, und eine Popsängerin zieht sich aus dem Glamour-Business zurück, als bei einem Unfall ihr makelloses Aussehen zerstört wird.

Matsumoto verlässt seine Geliebte Sawako, die daraufhin einen Selbstmordversuch unternimmt. Da kehrt er zu der inzwischen unheilbar Kranken zurück und bindet sie mit einer roten Kordel an sich. Für immer vereint, streifen die beiden als Bettlerpaar durch die Straßen. Auch Yakuza-Boss Hiro ließ einst seine Geliebte zurück. 30 Jahre später wartet sie immer noch jeden Samstag mit seinem Mittagessen auf der Parkbank. Andernorts opfert Nukui seinem Idol Haruna freiwillig das Augenlicht, um seine unerschütterliche Liebe zu beweisen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Stilisierung der Bilder – Takeshi Kitano treibt sie in „Dolls“ auf die Spitze. In einer explosiven Farbsymphonie erzählt er drei Gegenwartsgeschichten von in Unglück erstarrten Menschen, durch die sich wie ein roter Faden die Verbindung von ewiger Liebe, Trauer und Schönheit zieht.

    Takeshi Kitano, Japans bekanntester Regisseur überrascht nach dem poetischen Drama „Hana-Bi“ (Goldener Löwe 1997 in Venedig), dem leichtfüßigen Roadmovie „Kikujiro“ und dem in USA gedrehten Yakuza-Movie „Brother“ überrascht er jetzt mit einer tragischen Liebesgeschichte. Vorbei der minimalistische Stil oder der pointiert schwarze Humor, „Dolls“ handelt von verletzten Gefühlen, tiefem Leid und tödlicher Leidenschaft, dreht sich um die endlose Einsamkeit des Menschen. Der Film beginnt als Hommage an das Bunraku-Puppenspiel aus dem 17. Jahrhundert und startet mit einer Bühnenszene aus einem Stück von Monzaemon Chikamatsu (der „Shakespeare“ Japans) über eine zum Scheitern verurteilte Liebe. Danach geht es nahtlos in die Gegenwart. Ein Geschäftsmann löst die Verlobung mit seiner großen Liebe, um ganz pragmatisch die Tochter des Chefs zu ehelichen. Als er am Hochzeitstag vom Suizidversuch der Geliebten erfährt, gibt er alles auf und wandert mit der dem Wahnsinn Verfallenen durch eine surreale Welt mit wechselnden Jahreszeiten, immer verbunden durch eine rote Kordel, um sie nicht zu verlieren. Lose verwebt mit dieser Tragödie sind zwei weitere unglückliche Lovestories, die eines alternden Yakuza, der sich wehmütig an die Vergangenheit und die von ihm verlassene Freundin erinnert und die einer Popsängerin, der ein Unfall das makellose Aussehen zerstört und die sich aus dem Glamour-Business zurückzieht. Alle Protagonisten wirken wie Puppen, wie fern gelenkte Marionetten, die abgeschottet in ihrer Imagination leben, sich dem Seelenschmerz hingeben oder der stillen Sehnsucht, der Trauer über nicht revidierbare Entscheidungen und der Vergeblichkeit ihres Tuns. Wie in einem Purgatorium leiden sie an sich selbst und den ihnen von anderen zugefügten, immer wieder aufbrechenden Wunden. Und doch kann Kitano nicht aus seiner Haut heraus, wieder wird der Tod zum beherrschenden Element. Nur ist er hier vielleicht stiller und subtiler, aber das leise Absterben der Seele, das dem des Körpers vorausgeht ist qualvoller und auf eine andere Weise gewaltvoller als in „Brother“. Für Kitano tötet eine Kugel sauberer, ehrlicher und schneller als ein Schicksalsschlag, dem der Mensch ohne Gegenwehr ausgeliefert ist. Viele der Anspielungen bleiben uns westlichen Zuschauern fremd. Doch bei diesem schwer zugänglichen, aber formal außergewöhnlichen Werk geht es weniger um Begreifen oder Erklären, als um das Eintauchen in eine fantastische Bilderwelt. Wenn das schweigsame Paar im Frühling in hellen Gewändern (Kostüme Yohji Yamamoto) unter weißen Blüten wandelt, den fahlen Schnee mit knallbunter traditioneller Kleidung kontrastiert oder vor der Kulisse des leuchtenden Herbstwald sich dem Fatum fügt, stockt einem ob dieser fulminanten Farbkompositionen der Atem. mk.

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