Filmhandlung und Hintergrund

Exzellent fotografiertes und gespieltes Kriegsdrama um zwei dänische Widerstandskämpfer im Kopenhagen des Jahres 1944.

Im von den Nazis besetzten Kopenhagen 1944: Die Widerstandskämpfer Flame (Thure Lindhardt) und Citron (Mads Mikkelsen) sind die meist gesuchten Männer Dänemarks. Kaltblütig ermorden sie Kollaborateure, weshalb sie Gestapo-Chef Hoffmann (Christian Berkel) zu Staatsfeinden Nr. 1 erklärt hat. Als ein Anschlag misslingt und sie Flames mysteriöse Geliebte, die Geheimagentin Ketty (Stine Stengade), liquidieren sollen, kommen ihnen ernsthafte Zweifel.

Im Zweiten Weltkrieg angesiedelter Widerstandsthriller, der Emotionen und Ambivalenzen ähnlich komplex beschreibt wie VerhoevensBlack Book„. Ole Christian Madsen („Kira„) widmet den dänischen Nationalhelden ein packendes Drama um zwei Kriegsgegner im moralischen Konflikt.

Die beiden Widerstandskämpfer Flame und Citron befreien kaltblütig und kompromisslos das Kopenhagen des Jahres 1944 von Kollaborateuren. Von der dänischen Bevölkerung bewundert und den deutschen Besatzern um Gestapo-Chef Hoffmann gejagt, zeigt das Duo Nerven, als das Attentat auf Gilbert , ein wichtiger Mann bei der deutschen Abwehr, schief läuft. Plötzlich beginnen die beiden alles und jeden in Frage zu stellen, sowohl an der Integrität ihres Auftraggebers als auch an Geheimagentin Ketty, zugleich Flames Geliebte, zu zweifeln.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Der Thriller „Flame & Citron“ von Ole Christian Madsen begibt sich auf die Spuren zweier Helden des dänischen Widerstands im Zweiten Weltkrieg. Bent Faurschou-Hviid und Jørgen Haagen Schmith gehörten 1944 zu den meistgesuchten Widerstandskämpfern in Dänemark. Beide starben noch im gleichen Jahr, nachdem sie von deutschen Truppen aufgespürt worden waren. Der erst 23-jährige Bent mit dem Decknamen Flame hatte sich auf kaltblütige Hinrichtungen von Kollaborateuren spezialisiert, bei deren Vorbereitung ihn der zehn Jahre ältere Jørgen alias Citron unterstützte.


      Regisseur Ole Christian Madsen geht in seinem Film der Frage nach, ob die kaltblütigen Morde durch die richtige politische Gesinnung legitimiert waren. Vor allem aber interessiert er sich dafür, wie Flame und Citron von ihren Taten geprägt wurden und im Untergrund in die innere Isolation gerieten. Die beiden Hauptdarsteller Mads Mikkelsen als Citron und Thure Lindhardt als Flame führen überzeugend durch einen sehr spannend inszenierten Besatzungskrimi.


      Im Mittelpunkt stehen die Auftragsmorde und ihre Ausführung. Zunächst ist Flame der eiskalte Killer, der seinen Opfern die Pistole an die Stirn hält und abdrückt, ohne mit der Wimper zu zucken. Doch als ihn ein vermeintlicher Nazi, gespielt von Hanns Zischler, in ein Gespräch verwickelt, verliert Flame die Nerven und kann den Mann nicht umbringen. Seine Unsicherheit wird noch genährt von seiner Liebe zur älteren, geheimnisvollen Ketty. Sie hat mehrere Auftraggeber und Flame gerät in einen Konflikt, weil ihre Aussagen den Behauptungen seines Auftraggebers Winther widersprechen.


      Citron hingegen macht eine gegenläufige Entwicklung: Zuerst kann er nicht schießen, aber das ändert sich bald. Für den Kampf verzichtet er auf ein Familienleben und muss hinnehmen, dass seine Frau eine neue Beziehung eingeht. Das Gefühl der Isolation verstärkt die Verwegenheit der beiden Männer. Stellenweise fühlt man sich dabei an einen amerikanischen Krimi erinnert, in dem die Killer freies Spiel haben. Die Optik setzt streng auf den Look der vierziger Jahre und taucht die Szenen in stilvolles Halbdunkel mit reduzierten Farben.


      Ole Christian Madsen versteht es geschickt, die wachsenden Zweifel von Flame und Citron an ihren Taten und an ihren Auftraggebern in die Handlung einzustreuen. Beide sehen sich nicht als Kriminelle, darauf legen sie viel Wert, und als sie aufgrund einer Falschinformation einen kleinen Jungen erschießen, ist ihr moralischer Tiefpunkt erreicht. Er kommt zu einer Zeit, als beiden klar ist, dass sie keine Zukunft haben und dass die meisten ihrer Kollegen sich irgendwie zu arrangieren versuchen. Interessanter realer Hintergrund der Desperado-Story: Die Rolle, die Flames große Liebe Ketty im Widerstand spielte, wurde nie aufgeklärt.

      Fazit: Spannender Thriller mit Mads Mikkelsen über zwei Widerstandskämpfer im besetzten Kopenhagen des Jahres 1944.
    2. Tage des Zorns: Exzellent fotografiertes und gespieltes Kriegsdrama um zwei dänische Widerstandskämpfer im Kopenhagen des Jahres 1944.

      Exzellent fotografiertes und gespieltes Kriegsdrama um zwei dänische Widerstandskämpfer im Kopenhagen des Jahres 1944.

      Paul Verhoeven hat mit seinem sehenswerten „Black Book“ vorgemacht, wie man Geschichten über den Widerstand im Dritten Reichs filmisch beikommen kann. Dass sich politische Stellungnahme und spannende Unterhaltung nicht ausschließen müssen, das beweist auch Ole Christian Madsen in „Tage des Zorns“, den man als dänische Variante von Verhoevens Drama bezeichnen könnte. Auch in produktionstechnischer Hinsicht, entstanden beide Filme doch mit Unterstützung von deutschen Kreativen sowohl vor als auch hinter der Kamera.

      Der Arbeitstitel „Flame & Citron“ zeigt, wer in „Tage des Zorns“ den Ton angibt, die beiden Widerstandskämpfer Flame (Thure Lindhardt) und Citron (Bond-Bösewicht Mads Mikkelsen), die äußerst kaltblütig und kompromisslos das Kopenhagen des Jahres 1944 von Kollaborateuren befreien. Von der dänischen Bevölkerung bewundert und den deutschen Besatzern um Gestapo-Chef Hoffmann (Christian Berkel) gejagt, zeigt das Duo erstmals Nerven, als das Attentat auf Gilbert (Hanns Zischler), ein wichtiger Mann bei der deutschen Abwehr, schief läuft. Plötzlich beginnen die beiden alles und jeden in Frage zu stellen, sowohl an der Integrität ihres Auftraggebers als auch an Geheimagentin Ketty, zugleich Flames Geliebte, zu zweifeln.

      Madsen, den man hierzulande am ehesten durch seinen Dogma-Film „Kira“ kennt, macht in seinem aufreibenden Drama die Tatsache, dass man sich im Krieg auf niemanden verlassen kann, für den Betrachter physisch wie psychisch erfahrbar. Vor der stimmig fotografierten Kulisse des aufwändig rekonstruierten historischen Kopenhagens entfaltet sich eine sehenswerte Hommage an zwei Volkshelden, die bei ihrer im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibenden Arbeit begleitet werden. Dabei erspart uns der Filmemacher weder das eintönige Warten auf den nächsten Auftrag und die endlosen Diskussionen im Untergrund noch die detailliert gefilmten, brutalen Tötungsmethoden per Kopfschuss. Bevor das Ganze jedoch in eine einzige Waffenschau ausartet, verschafft der Regisseur Flame und Citron ein würdiges, dem Finale von George Roy Hills „Zwei Banditen“ nachempfundenes Ende. In Dänemark faszinierte der Film allein in den ersten drei Wochen mehr als eine halbe Million Besucher. Mit diesen Zahlen könnten die deutschen Koproduzenten von Wüste-Film hierzulande sicherlich hervorragend leben. lasso.
    3. „Wertvoll”

        Selten wurde der dänische Widerstand im Film zum Thema gemacht. Hier gelingt es den Filmemachern auch dank der hervorragenden Verkörperung der historisch belegten Rebellen Flamme und Citron einen vielschichtigen und spannenden Thriller zu schaffen. Mit leisen Tönen beeindruckt die oft abstrakt wirkende Auseinandersetzung über Gut und Böse, Recht und Unrecht. Tragisch ist die schicksalhafte Verstrickung der beiden jungen Männer, die Gutes tun wollen und sich ungewollt immer wieder schuldig machen, indem sie zwangsweise auch Unschuldige treffen. Die Helden werden zu Zweiflern. Brillant gespielt und vorzüglich ausgestattet, mit einer bemerkenswerten Kamera, ist Tage des Zorns von herausragender und eigenwilliger Dramatik.

        Jurybegründung:

        Im Mittelpunkt des Films von Ole Christian Madsen steht ein dramatisches Kapitel dänisch-deutscher Geschichte, von der wir in Deutschland nur wenig wissen: Der dänische Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Es waren vor allem zwei Männer, die sich im Widerstand gegen die Nazis für ihr Land einsetzten und als „Auftragskiller“ für die gute Sache, „für’s Vaterland“, fungierten: Flamme, 23 Jahre alt, aus einer wohlhabenden Hotelierfamilie stammend, und Citron, ein 33jähriger ehemaliger Citroen-Arbeiter. Beide Männer kämpfen bis zuletzt gegen das Regime, das ihrem Land eigene Gesetze und Regeln aufgebürdet hat, und beide Männer machen sich auf diesem langen, blutigen Weg schuldig.

        Darin geht es in dem Film neben allen Actionszenen, die außer der Szene von Citrons letztem Gefecht, verhältnismäßig dezent und zurückhaltend vorkommen - vor allem, um die Frage: Was bedeutet Heldentum. Die beiden jungen Männer, der eine ungebunden, der andere Familienvater, sind gebrochene Figuren, erfüllt von Zweifel über ihr Tun, selbst wenn sie immer wieder die Rechtfertigung in den Übergriffen der Nazis gegen ihre Heimat finden. Gefährlich wird es für Flamme, als ihn der Hass treibt und er diesem Gefühl seine Ideale opfert.

        Obgleich Tage des Zorns sehr spannend ist und die beiden Hauptfiguren, herausragend verkörpert von Thure Lindhardt und Mads Mikkelsen, gelegentlich wie zwei einsame Westernhelden im Kampf gegen den Rest der Welt erscheinen, so beeindruckt an diesem Drama in erster Linie die oft abstrakt wirkende Auseinandersetzung über das Thema Gut und Böse, Recht und Unrecht. Es gibt keine Unschuld in Zeiten des Krieges, es gibt aber auch kaum andere Werte mehr wie Vertrauen und Ehrlichkeit. Der Krieg als zerstörerisches Monster von Illusionen, Gefühlen und Prinzipien bildet den Hintergrund für diese Geschichte. Als Gegenentwurf dazu wird die Freundschaft von Flamme und Citron geschildert, die bis zuletzt die beiden völlig verschiedenen Männer verbindet.

        Neben den hervorragenden darstellerischen Leistungen und der packenden Dramaturgie des bewegenden Stoffes, beeindruckten den Ausschuss auch die technischen und handwerklichen Qualitäten wie die sehr dichte Kamera, der Schnitt und die Auftaktbilder des Films, mit altem Archivmaterial, das die Atmosphäre und die politischen Umstände um 1944 in Dänemark innerhalb weniger Minuten beschwört ohne platt zu walzen.

        Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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