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Sylvie's Love

Kinostart: 23.12.2020

Filmhandlung und Hintergrund

Schwärmerisch-elegante Liebesgeschichte im Look and Feel des klassischen Cool Jazz der Fünfzigerjahre.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sylvie's Love: Schwärmerisch-elegante Liebesgeschichte im Look and Feel des klassischen Cool Jazz der Fünfzigerjahre.

    Schwärmerisch-elegante Liebesgeschichte im Look and Feel des klassischen Cool Jazz der Fünfzigerjahre.

    Schön, wenn eine Liebesgeschichte offenbar auch eine Arbeit aus Liebe ist. Es ist evident, dass Eugene Ashe, der das Drehbuch schrieb und Regie führte, nicht nur seine Figuren mit jeder Faser seines Körpers liebt, sondern auch die Zeit, in der „Sylvie’s Love“ spielt: die späten Fünfziger- und Sechzigerjahre, die Mode, den Stil, den Jazz, die Art, wie man miteinander kommunizierte. So ist ihm mit seiner zweiten Regiearbeit (nach seinem wenig beachteten Debüt von 2012, „Homecoming“) nicht einfach nur ein Film gelungen, der eine Zeitreise unternimmt. Es ist ein Film, der aus den Fünfzigerjahren sein könnte, damals aber niemals hätte gemacht werden können. Weil er eine schwarze Liebesgeschichte erzählt, zwischen der Tochter des Besitzers eines Plattenladens in einem schwarzen Viertel von New York und einem aufstrebenden Jazz-Saxophonisten, dem eine große Karriere prophezeit wird. Man mag den Film sofort. Er ist so unaufgeregt, so reif und überlegt, so elegant und geschmackvoll, so souverän im Umgang mit seinen Stilmitteln, hat ein so gutes Auge und Ohr für die Art und Weise, wie Menschen miteinander umgehen. Da wirkt nichts forciert oder bemüht, wenn man sich mit den Figuren durch eine Welt bewegt, wie sie damals, im klassischen Hollywood, wohl von Douglas Sirk oder Vincente Minnelli evoziert worden wäre.

    Natürlich weiß man vor den beiden, vor Sylvie und Robert, dass sie füreinander geschaffen sind. Wie man auch vor den beiden weiß, nachdem sie sich gefunden haben, dass ihre Liebe nicht von Dauer sein wird. Weil er sich die Chance nicht entgehen lassen kann, in Paris in den besten Jazzclubs zu musizieren. Und sie zwar alles hinter sich lassen und mitkommen will, ihm dann aber einen Korb gibt, weil sie schwanger ist, wovon er nichts wissen soll. Als sich die beiden fünf Jahre später zufällig auf der Straße wiedertreffen, Sylvie mittlerweile verheiratet und mit einem guten Job bei einer Fernsehproduktion, Robert als Musiker auf dem absteigenden Ast, weil Jazz mehr und mehr von Rhythm and Blues und Soul der Rang abgelaufen wird. Wieder ergibt sich eine Chance, wieder sieht es so aus, als stünde ihre Liebe unter einem schlechten Stern. Wenn nicht der Regisseur von seinem Anrecht Gebrauch machen würde, als Gott Zünglein an der Waage zu spielen. Tessa Thompson, bekannt als Valkyrie in den „Avengers“-Filmen und lange schon für Größeres gehandelt, und Nnamdi Asomugha, einstmaliger Footballstar und im Filmgeschäft bisher vor allem als Produzent (u.a. von „Sylvie’s Love“, und auch von „One Night in Miami“) ein Pfund, sind wie gemacht füreinander: Ihr Zusammenspiel ist ein lässiger, cooler Tanz in einem Film, der die Souveränität der großen Jazzalben von Prestige und Blue Note besitzt. A Love Supreme, die sich ihrer Identität so sicher ist, dass es ausreicht, wenn das Thema Rasse fast nur nebenbei gestreift wird: Diese Liebe transzendiert Hautfarbe. Weil sie eine Himmelsmacht ist.

    Thomas Schultze.
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