Swinger Club

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   2005
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Filmhandlung und Hintergrund

Swinger Club: Improvisationsdrama in zwei Akten um Vertrauenskrisen in Partnerschaften, dem Ende der Liebe und die Entblößung von Lebenslügen.

Albert (Stephan Schad) und Birgit (Susanne Wolff) feiern ihren fünften Hochzeitstag und haben Freunde eingeladen. Doch von Feierstimmung ist wenig zu spüren, statt dessen macht Albert seiner Frau laute Vorwürfe wegen eines angeblichen Seitensprungs. Es kommt zu einigen heftigen Streitszenen. Wenige Monate später dasselbe Bild noch ungehemmter: Wieder ein Fest, beinahe eine Hochzeit, dazu jede Menge Krawall, offene Rechnungen und Beziehungsscherben.

Deutsches Beziehungsdrama, in der Tradition von Bergman und Dogma an zwei Drehnachmittagen in beinahe-Echtzeit improvisiert.

Albert und Birgit haben sich zum fünften Hochzeitstag drei enge Freunde eingeladen. Da erhebt Albert Vorwürfe gegen seine Frau und missbraucht die anderen als Jury – wird damit aber Opfer der eigenen Strategie. Was beim vermeintlichen Seitensprung beginnt, entwickelt sich zum offenen Schlagabtausch mit unaufhaltsamer Gruppendynamik über Affären, Vertrauensbrüche, die Verzweiflung der vorgezogenen Midlife-Crisis. Monate später beginnt anlässlich einer Hochzeitsfeier ein zweiter Krawallnachmittag. Heimlicher Partnertausch kommt ans Licht und entblößt zerrüttete Seelen, denen die Fähigkeit zur Treue abhanden gekommen ist.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit drei Kameras hat Jan Georg Schütte seine Schauspieler an zwei Nachmittagen gefilmt, wie sie die Geschichte des Films entwickeln. Jeder hatte nur Vorgaben zur eigenen Rolle, die er spielt, jeder wusste nur soviel wie seine Figur. Jeder der Protagonisten musste offen sein für die anderen, dafür, wohin die Handlung im weiteren Verlauf treiben würde.

    Offenheit und Aufnahmefähigkeit. Spiele, die man mit sich spielt und die den anderen involvieren. Gegenseitige Entblößung, gegenseitiges Aneinanderstoßen. Das ist das Übliche im Swingerclub, und es ist das, was den Kern dieses Filmes ausmacht. Entblößungen und Demütigungen fügen sich die Figuren zu, und sie verletzen sich am Ende nur selbst. Ein verborgener Liebesreigen wird aufgedeckt, jeder hat was mit jedem, und weniger die Tat selbst, der Seitensprung, schmerzt als die Enthüllung in der Öffentlichkeit der Freunde.

    Aus der Masse an Material wurde im Schnitt die Geschichte herausgeschält, durchaus stringent und mit oft treffender, pointierter Ironie. Allein die Blicke, die getauscht werden, erzählen alles über die Figuren.

    In zwei Teilen wird der Film erzählt, zweimal ein Freundestreffen am Nachmittag; der zweite Teil ist dabei eine nochmalige Steigerung des ersten Treffens, bei dem alles begann, das Zerbröckeln von Freundschaften und Ehen. Sechzehn Monate später ist eine neue Freundin dabei und ein russischer Ehemann, Vadim, der die Staatsbürgerschaft braucht und der Liebhaber des Ex seiner Braut ist. Und während um Vadim her die Fassaden der Figuren bröckeln, versteht er nichts, blickt stumm auf dem Tisch herum – und geht irgendwann. Außenstehende haben keine Chance im Insider-Swingerclub in diesem Haus hinterm Deich. Konsequent steht am Ende auch eine Idylle der Einsamkeit, ein Mann mit einem Kinderwagen, der auf einem Weg am Bach entlang in der Ferne entschwindet.

    So schön die Beziehungskonstellationen, ihre Veränderungen und ihr Verfall auch konstruiert sind: vermutlich der improvisierten Drehtechnik ist die schlechte Bild- und Tonqualität zu danken. Offenbar wurde mit Heimvideokameras gefilmt, die auf Automatik gestellt wurden, so dass die Belichtung sich recht plötzlich ändert. Und der scheppernde Ton scheint mit dem Kameramikrofon aufgenommen worden zu sein. Wäre doch nur dem filmischen Stil und der Aufnahmequalität soviel Aufmerksamkeit geschenkt worden wie dem Zuschnitt der Figuren!

    Fazit: Selbstentblößungen im Freundeskreis und Auflösungen von Beziehungen: Ein Reigen der Liebesverhältnisse. Punktabzug wegen schlechter Bild- und Tonqualität.
  • Improvisationsdrama in zwei Akten um Vertrauenskrisen in Partnerschaften, dem Ende der Liebe und die Entblößung von Lebenslügen. Das Regiedebüt glänzt mit authentischen Darstellerleistungen und wurde für den Max-Ophüls-Preis nominiert.

    Jan Georg Schütte – nicht zu verwechseln mit Jan Schütte („Abschied – Brechts letzter Sommer“) – arbeitete als Schauspieler unter anderem am Deutschen Theater Berlin. Für seinen vielversprechenden Regie-Erstling nahm er sich ein filmisches Experiment vor: sieben Schauspieler, zwei Nachmittage Drehzeit, drei Kameras. Nur die Grundsituation war festgelegt, Dialoge und Handlung völlig offen.

    Albert (Stephan Schad) und Birgit (Susanne Wolff) haben sich zum fünften Hochzeitstag drei enge Freunde eingeladen. Doch der Gastgeber zeigt sich in giftiger Laune, erhebt inquisitorisch Anklage gegen seine Frau und missbraucht die anderen als Jury – wird damit aber Opfer der eigenen Strategie. Was beim vermeintlichen Seitensprung beginnt, entwickelt sich zum offenen Schlagabtausch mit unaufhaltsamer Gruppendynamik, die über einen spontanen Schwangerschaftstest zum nächsten Unheil führt. Alles kommt auf den Tisch: Affären, Vertrauensbrüche, die Verzweiflung der vorgezogenen Midlife-Crisis. 16 Monate später beginnt anlässlich einer Hochzeitsfeier der zweite Krawallnachmittag, diesmal mit sieben Kombattanten. Das ist dogmanah und erinnert nicht von ungefähr an „Das Fest“. Auch hier wird emotionales Dynamit gezündet und sich in unberechenbaren Gefühlsknäueln verheddert.

    Der sich aufgeschlossen gebende, tatsächlich aber verklemmte Freundeskreis – kurz vor dem Eintritt ins Spießertum – wird von heimlichen Verhältnissen geradewegs unterminiert. Ein Partnertausch wie im Swinger-Club, der die bürgerliche moralische Integrität der Beteiligten nachhaltig ruiniert. Der Beziehungs-GAU nimmt seinen Spießrutenlauf und entblößt zerrüttete Seelen, denen die Fähigkeit zur Treue abhanden gekommen ist. Schütte entlarvt ohne zu moralisieren Lebenslügen der Mittdreißiger, Unbehagen, Ängste und die Einengung durch Verantwortung. Sein Direkt-Kino verwehrt jede Distanz und bietet starken Tobak: essenziell, tiefgehend, klug und so durchdringend wie ein Schauspieler-Film nur sein kann. Mit bravourösen Leistungen jenseits der Schmerzgrenze gelingt ein sehr zeitgenössisches, fabelhaftes Impromptu. Ein starkes Debüt, das jedes Ausrufezeichen verdient. tk.

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