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Fakten und Hintergründe zum Film "Sweet Mud - Im Himmel gefangen"

Kino.de Redaktion |

Sweet Mud Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Hintergrund: Der Kibuzz

Das hebräische Wort Kibbuz bedeutet gemeinschaftliche Siedlung. Der Kibbuz ist eine einzigartige ländliche Gemeinschaft: Sie hat sich der gegenseitigen Hilfe und sozialer Gerechtigkeit verschrieben. Als sozioökonomisches System basiert es auf dem Prinzip des gemeinschaftlichen Besitzes allen Eigentums, Gleichheit und Zusammenarbeit bei Produktion, Konsum und Erziehung und strebt das Ideal von „von jedem nach seinen Möglichkeiten, für jeden nach seinen Bedürfnissen“ an. Mit diesen Zielen bietet das Kibbuz denjenigen ein Heim, die sich für diese Prinzipien entschieden haben.

Die ersten Kibuzzim (Plural von ‚Kibbuz’) wurden vor dem 1. Weltkrieg, also etwa 40 Jahre vor der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 gegründet. Die Begründer waren jüdische Pioniere, zumeist aus Osteuropa: Sie kamen nicht nur, um das Land ihrer Vorfahren wieder in Besitz zu nehmen, sondern auch um eine neue Lebensweise zu finden. Nach schwierigen Zeiten gelang es ihnen zunehmend, blühende Gemeinschaften zu schaffen, die eine bestimmende Rolle in der Gründung und Etablierung des Staates Israel spielten. Heute gibt es etwa 270 Kibbuzim mit einer Bevölkerung von insgesamt ungefähr 120.000 Bewohnern, die über das ganze Land verstreut sind.

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Organisationsstruktur

Der Kibbuz ist basisdemokratisch organisiert: Die Vollversammlung aller Mitglieder formuliert Pläne und Regeln, wählt Führungskräfte, autorisiert das Budget des Kibbuz und stimmt der Aufnahme neuer Mitglieder zu. Alltägliche Aufgaben werden von gewählten Komitees erledigt, die sich um Bereiche wie Hausbau, Finanzen, Planung der Produktion, Gesundheit und Kultur kümmern. Die Vorstände einiger Komitees, zusammen mit dem Sekretär, der an der Spitze eines Kibbuz steht, bilden die Exekutive des Kibbuz. Den Mitgliedern werden für unterschiedliche Dauer Positionen zugeteilt, während Routinearbeiten wie Speisesaal- und Küchendienst auf Rotationsbasis ausgeübt werden.

Landwirtschaft

Für die Gründer war Teil ihrer Ideologie, ihr Land zu pflügen und Stadtbewohner in Bauern zu verwandeln. Über die Jahre haben die Kibbuz-Bauern unfruchtbares Land zum Blühen gebracht. Arbeit ist dabei ein Wert für sich und in sich selbst. In vielen Kibbuzim sind junge Freiwillige aus Israel und dem Ausland für Zeiträume von einem Monat oder mehr zu Gast, die während ihres Aufenthalts arbeiten und so zumindest teilweise das Problem des Bedarfs an zusätzlicher Arbeitskraft von außerhalb lösen.

Erziehungswesen

Bis in die späten 1980er Jahre wurden Kinder im Kibbuz in „Kinderhäusern“ aufgezogen, in denen sie ihre Mahlzeiten einnahmen, lernten und schliefen. Die Kibbuz-Mitglieder sollten von ihren Elternpflichten befreit werden, damit sie besser zur Gemeinschaft beitragen konnten. Auch heute noch verbringen die Kinder die meisten ihrer wachen Stunden mit Gleichaltrigen in Anlagen, die speziell für die unterschiedlichen Altersstufen gestaltet wurden.

In letzter Zeit sind mehr und mehr kritische Stimmen von Erwachsenen zu hören, die als Kind im Kibbuz aufwuchsen. Es werden Bücher über die psychologischen Schäden, die dieses System anrichtet, geschrieben; Künstler setzen sich mit diesem kontroversen Thema auseinander, und mit SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN gibt es den ersten abendfüllenden Spielfilm, der wagt, das auszusprechen, was Generationen unglücklicher Kinder verdängt haben. Kibbuz-Bewegung heute Die Kibbuz-Bewegung leidet heutzutage unter einem signifikanten Verfall der ideologischen Werte ebenso wie unter vielen ökonomischen Schwierigkeiten, die die Struktur und das Wesen der verbliebenen Kibbuzim drastisch verändern. Viele der erfolreicheren Kibbuzim setzen Grundbesitz-Ressourcen ein und stellen ihre Einkommensquellen auf Tourismus, Immobilien und Industrie um.

Über die Produktion

„SWEET MUD - Im Himmel gefangen“ entstand im Rahmen des ‚Sundance Directors and Screenwriters Labs’. Das Sundance Institute, von Robert Redford 1981 gegründet, hat sich durch sein jährliches Filmfestival und seine künstlerischen Entwicklungs-Programme zu einer international anerkannten Hilfsquelle für Tausende unabhängiger Künstler entwickelt. Die ursprünglichen Werte der Unabhängigkeit, der kreativen Vielseitigkeit und der Entdeckungen bestimmen weiterhin die Arbeit des Sundance Institutes sowohl mit Künstlern in den USA als auch zunehmend mit Künstlern aus anderen Regionen der Welt.

Joshua Marstons „Maria voll der Gnade“ (Maria Full of Grace), John Cameron Mitchells „Hedwig and the Angry Inch“, Kimberly Peirces „Boys Don‘t Cry“ und Walter Salles’ „Central Station“ (Central Do Brasil) gehören zu den Filmen, die junge, unabhängige Filmemacher mit der ganzjährigen Unterstützung des Feature Film-Programms des Instituts entwickelt haben. Das Herzstück des Programms bilden das Directors and Screenwriters Lab. Die kreative Unterstützung beinhaltet Rat und Anleitung durch führende Künstler auf ihren Gebieten wie etwa die Autoren Allison Anders und Frank Pierson, die Regisseure Alfonso Cuarón und Gurinder Chadha, die Schauspieler Ed Harris und Sally Field sowie die Produzenten Ted Hope und Christine Vachon. Während des ganzen Jahres bietet das Programm eine Vielzahl von Auszeichnungen und anderen Initiativen, um die individuellen Bedürfnisse und Herausforderungen spezieller Spielfilmprojekte zu bewältigen.

Das Feature Film-Programm dehnt seine Reichweite jenseits der USA aus, um die Unterstützung internationaler Filmemacher durch seine Labs, spezielle Auszeichnungen und das Pflegen der Beziehungen zu ähnlich gesinnten internationalen Film-Organisationen einzubeziehen. Andrea Arnolds Film „Red Road“ und „Paradise Now“ von Hany Abu-Assad, der gemeinsam mit Dror Shaul am selben Lab teilnahm, sind Beispiele internationaler Projekte, die von dem Programm unterstützt wurden. Im Moment sind die internationalen Initiativen des Programms auf den Nahen Osten, Afrika und Zentralasien fokussiert.

SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN profitierte von der Beratung durch zahlreiche Spitzen-Filmschaffende, darunter Christopher McQuarrie, Stephen Gaghan, Ed Harris, Sally Field, Howard Rodman, Zach Sklar und Malia Scotch Marmo.

Michelle Satter, Direktorin des Feature Film Programms des Sundance Institute: „Das Sundance Institute war begeistert, Dror Shaul bei SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN zu unterstützen. Dror bringt eine tiefe Menschlichkeit, Humor und emotionale Wahrheit in seine Arbeit ein und hat keine Angst, Geschichten zu erzählen, die herausfordernd und intensiv menschlich sind. SWEET MUD - IM HIMMEL GEFANGEN ist ein unvergesslicher, kraftvoller Film, der verspricht, Dror internationale Anerkennung und ein internationales Publikum zu bringen.“

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