Filmhandlung und Hintergrund

Eindringliche Leinwand-Adaption von Leon de Winters Bestseller über einen Vater-Sohn-Konflikt in einem jüdischen Familienunternehmen.

Max (Stephen Mangan), Sohn des übermächtigen Textil-Imperators Simon (Jan Decleir), ist unentschlossen, ob er das Familienerbe antreten soll. Vater fällt ihm nicht nur mit dem ständigen Pochen auf überholte Traditionen auf den Wecker, sondern betrügt offensichtlich auch noch die Mutter mit einer wesentlich jüngeren Frau, auf die zu allem Überfluss auch Max ein Auge geworfen hat. Als Vater erkrankt und der Bruder nach Nordafrika entschwindet, steht Max vor einer schweren Entscheidung.

Jan Schütte

Weil es Max im Schatten seines übermächtigen Vaters Simon und dessen familiärer Traditionsbesessenheit nicht mehr aushält, verlässt er das väterliche Textilimperium. Als er zudem entdeckt, dass Simon Max‘ Mutter bereits seit Jahren mit einer jüngeren Frau betrügt, gestaltet sich die Ablehnung des Erbes schwieriger als erwartet.

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Kritikerrezensionen

  • Supertex - Eine Stunde im Paradies: Eindringliche Leinwand-Adaption von Leon de Winters Bestseller über einen Vater-Sohn-Konflikt in einem jüdischen Familienunternehmen.

    Während man in Deutschland immer noch auf den Kinostart der ersten Leinwand-Adaption eines Leon-de-Winter-Romans - Sönke Wortmanns „Der Himmel von Hollywood“ liegt seit drei Jahren auf Eis - wartet, läuft nun zunächst Jan Schüttes Verfilmung des 1991 entstandenen Romans SuperTex an. An Schauplätzen in Düsseldorf, Amsterdam und Marokko sowie mit einem internationalen Darstellerensemble entstanden, wird anhand eines Vater-Sohn-Konflikts die Geschichte einer jüdischen Familie und deren Textil-Imperium aufgerollt.

    Bei Wortmanns mit Hollywood-Altstars wie Burt Reynolds, Rod Steiger oder Tom Berenger gespickten Komödie fungierte Leon de Winter noch als Produzent und Drehbuchautor seiner eigenen Vorlage. Bei dieser Adaption allerdings lieferte der niederländische Bestseller-Autor lediglich die Vorlage für Wortmanns Landsmann Jan Schütte. Dieser drehte nach diversen Budgetschwierigkeiten und Problemen mit dem Skript zwischendurch „Abschied - Brechts letzter Sommer“, um sich schließlich Ende 2002 „Supertex - Eine Stunde im Paradies“ zu widmen. Darin erzählt der Filmemacher, dem 1987 mit seinem Spielfilmdebüt „Drachenfutter“ ein hinreißender Beitrag zur Problematik „Asylanten in Deutschland“ gelang, folgende Geschichte: Der alte Simon Breslauer (der Belgier Jan Decleir aus Marleen Gorris‘ Auslands-Oscar-Sieger „Antonias Welt“) hat es in der holländischen Textilindustrie zu etwas gebracht. Trotz Ruhm und Reichtum bekennt er sich weiterhin zu seinen jüdischen Wurzeln. Obwohl er nun längst in Rente gehen und seinen Lebensabend zwischen „Bilderbuch“-Frau Dora (die Britin Maureen Lipman) und der heimlichen Geliebten Maria (die Tschechin Ana Geislerová) genießen könnte, will er das Ruder in der Firma SuperTex nicht aus der Hand geben. Da fällt der Vater nach einem Unfall ins Koma und so werden seine Söhne zwangsläufig in die Pflicht gerufen. Während sich der jüngere Boy (Elliot Levey) allerdings vor der Verantwortung drückt und auf einer Geschäftsreise im fernen Casablanca untertaucht, greift der ältere Bruder Max (der Brite Stephen Mangan) die Gelegenheit beim Schopf. Endlich kann er, der sich mehr als Holländer denn als Jude fühlt, aus dem Schatten des übermächtigen Vaters treten, mit alten Traditionen brechen und den maroden Familienbetrieb nach seinen Vorstellungen modernisieren.

    Jan Schütte, spätestens seit seinem dritten Spielfilm „Auf Wiedersehen, Amerika“, einer Odyssee um zwei amerikanische Juden in Polen, mit dem Thema vertraut, liefert eine kritische Bestandsaufnahme jüdischen Lebens im 21. Jahrhundert, die sich etwas in den Nebenhandlungen verliert. Neben den Generationenstreit webt Schütte einen Exkurs nach Israel ein, bleibt dem anderen Sohn in Marokko auf den Fersen und misst der Figur der Maria, die auch Max‘ Geliebte wird, viel Gewicht bei. Ansprechende Darstellerleistungen, ein treffend melancholischer Soundtrack von Kieslowski-Komponist Zbigniew Preisner und ein paar nette Gags wie Boys Geschäftsidee mit Mobiltoiletten in Casablanca bilden die Highlights in der Familiensaga. lasso.

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