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Fakten und Hintergründe zum Film "Super 8"

Kino.de Redaktion |

Super 8 Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Im Mittelpunkt von SUPER 8 stehen sechs Jugendliche in den 70er-Jahren – sie leben in einer Kleinstadt im Stahlrevier von Ohio. Für den Sommer haben sie sich vorgenommen, ihr erstes Horrorfilmmeisterwerk auf Super 8 zu drehen – doch ihre Träume werden jäh unterbrochen: Sie werden Zeugen eines grausigen Eisenbahnunglücks – die geheimnisvollen Auswirkungen der Katastrophe beeinflussen nicht nur ihre Freundschaft nachhaltig, sondern auch ihre Familien und ihre Lebenseinstellung.

Die Jugendlichen stehen im Zentrum von SUPER 8, doch die eigentliche Seele des Films sind zwei Filmemacher, die als junge Männer ebenfalls ihre ersten filmischen Versuche auf 8 mm drehten: J. J. Abrams und Steven Spielberg entdeckten das Filmemachen bereits im Kindesalter, filmten auf Super 8 beziehungsweise auf 8-mm-Material und legten damit das Fundament für ihre heutigen Leinwandabenteuer.

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Regisseur Abrams ist dafür bekannt, in seinen Filmen wie „Mission: Impossible III“ (MISSION: IMPOSSIBLE III, 2006) und „Star Trek“ (STAR TREK, 2009) die Entwicklung der Figuren mit Humor und Spannung zu kombinieren. Er produzierte nicht nur den Monsterthriller „Cloverfield“ (CLOVERFIELD, 2008), sondern auch TV-Serien wie „Felicity“ (FELICITY), „Alias“ (ALIAS – DIE AGENTIN), „Fringe“ (FRINGE – GRENZFÄLLE DES FBI) und die innovative ABC-Serie „Lost“ (LOST).

Spielberg verantwortet einige der erfolgreichsten und bedeutendsten Film aller Zeiten, darunter „E.T. – THE EXTRA-TERRESTRIAL“ (E.T. – DER AUSSERIRDISCHE, 1982), „Close Encounters of the Third Kind“ (UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART, 1977) und „Raiders of the Lost Ark“ (JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES, 1980). Er war für den jugendlichen Abrams immer ein Vorbild. Ihre gemeinsame Begeisterung für Super-8-Filme (und ein Wink des Schicksals) führten diese beiden Filmemacher immer wieder zusammen. Als Junge entdeckte Abrams, wie viel Spaß die Arbeit mit der Super-8-Kamera machen kann – dieses Format wurde 1965 von Eastman Kodak eingeführt. Schon mit acht Jahren begann Abrams seine eigenen Filme zu drehen – sie handelten von dem, was ihn als Junge am meisten interessierte: Verfolgungsjagden, Kämpfe und Monster.

Einige Jahre später stellten Abrams und sein Jugendfreund Matt Reeves (Regisseur von „Cloverfield“) ihre Filme auf einem Super-8-Filmfestival vor und wurden von der Los Angeles Times in dem Artikel „The Beardless Wonders“ (Bartlose Wunder) gewürdigt. Kurz darauf wurden sie von Spielbergs Assistentin Kathleen Kennedy angesprochen – sie fragte an, ob die beiden Spielbergs alte 8-mm-Filme restaurieren wollten, die der als Kind gedreht hatte. Abrams war erst 15 Jahre alt, als er zusammen mit Matt Reeves Spielbergs 8-mm-Filme zusammenstellte.

Was beide als Kinder begeisterte, führte sie viele Jahre später wieder zusammen. „Wir sprachen über die Filme, die uns am besten gefallen – aber auch über Filme, wie wir sie gerne einmal drehen würden. Sofort kamen wir auf unser gemeinsames Hobby, die 8-mm-Filme. Wir fanden die Idee interessant, einen Film über junge Leute zu drehen, die beim Filmen ein Abenteuer erleben“, erinnert sich Spielberg.

Abrams wollte SUPER 8 in die Tradition der Filme einreihen, die ihm besonders liegen: exemplarische Geschichten in einer Umgebung, in der der tägliche Lebenskampf um Arbeit, Liebe und Familie zunächst banal wirken mag – doch urplötzlich verändern außergewöhnliche, grausige und fantastische Vorfälle die Situation grundlegend. „Ich möchte den Zuschauern Action, Humor, Spannung und Explosionen bieten, wie sie zu einem echten Sommer-Popcorn-Film gehören, aber dennoch birgt SUPER 8 einen ernsten Kern, und für mich kommt es vor allem darauf an“, erklärt Abrams. „Trotz all der haarsträubenden Ereignisse in dieser Geschichte habe ich das Gefühl, dass dieser Film als Erster ganz direkt Teil meines eigenen Lebens ist.“

Bei der Entwicklung von SUPER 8 gefiel Abrams vor allem die Idee, Nachwuchsfilmemacher in den Mittelpunkt zu stellen. Dafür brauchte er aber eine dynamische Story. In dieser Phase entschloss er sich, das Konzept mit einer weiteren Idee zu kombinieren, die schon lange in seinem Hinterkopf reifte. „Ich stellte mir vor, dass ein Zug Gegenstände aus der Area 51 wegtransportiert“, sagt er und bezieht sich dabei auf das streng geheime Militärdepot in einer entlegenen Ecke von Nevada, in dem gerüchteweise ein Ufo-Wrack und andere außergewöhnliche Phänomene gelagert werden. „Für diese Idee hatte ich noch keine Hauptfiguren – andererseits hatte ich tolle Helden, die auf eine Story warteten. Die Kombination beider Konzepte stellte ich mir als mitreißenden Film vor.“

Spielberg stimmt ihm zu. „Als J. J. mir vorschlug, die Super-8-Filmer mit einem groß angelegten Science-Fiction-Event zu kombinieren, fand ich das richtig spannend, denn plötzlich taucht etwas in ihrem Film auf, das ein Geheimnis birgt und die Stadt in eine Krise stürzt“, sagt er. „Mir war klar, dass es dabei nicht nur um die Kultur des Filmemachens in den 70er-Jahren geht, sondern auch um die Folgen.“

Auch seinen Produzentenkollegen Bryan Burk lernte Abrams aufgrund seiner Begeisterung für Super 8 kennen. „Filme auf Super 8 haben mein Leben von Anfang an begleitet“, berichtet Burk. „J. J. lernte ich kennen, weil ich von dem Knaben gehört hatte, der Super-8-Filme drehte und Spielbergs 8-mm-Filme geschnitten hatte. Wir hatten dieselben Erfahrungen gemacht. Im Grunde machen wir das heute noch genauso: Wir denken uns etwas aus und gehen dann los, um daraus einen Film zu machen.“

Burk gefiel die Idee, die intime, gefühlvolle Geschichte über Kleinstadtjugendliche mit einer kreativen, epischen Fantasy-Story zu kombinieren. Im Drehbuch zu SUPER 8 kommt all das zum Ausdruck, was Abrams begeistert: Science-Fiction-Erfindungen, seine Neigung zu humorvollen Abenteuern und seine Faszination für schicksalhafte Situationen, in denen Alltägliches mit Unerklärlichem konfrontiert wird.

Als Abrams’ Ideen für SUPER 8 langsam Form annahmen, schälten sich zwei abstrakte Ideen als Dreh- und Angelpunkte für die Produktion heraus. Die erste Idee nennt Abrams die „Mystery-Box“: Gemeint ist damit, dass Menschen stets von unsichtbaren Geheimnissen fasziniert sind – der Film muss also so unvorhersehbar sein wie eine ungeöffnete Schachtel, aus der buchstäblich alles Mögliche hervorkommen kann.

Abrams stellt fest, dass es im Zeitalter der per Mausklick verbreiteten Informationen ein Fulltime-Job sein kann, die Zuschauer wirklich im Ungewissen zu lassen, bis der Film anläuft. Aber das hält ihn nicht davon ab, dem Publikum einen echten Thrill zu bieten. „Wenn es uns gelingt, etwas Originelles zu schaffen und vorab nichts davon zu verraten, ist das Filmerlebnis viel intensiver“, sagt er.

Das zweite Konzept war ihm ebenso wichtig: Er will in SUPER 8 zeigen, wie Super-8-Filme damals gemacht wurden – mit der Hand und mit viel Fantasie. „Ich erinnere mich nicht nur an meine eigene Jugend – auch die Macharten von damals und heute sind durchaus zu vergleichen“, sagt er. „Wir zeigen, wie Geschichten erzählt werden, wie man eine Illusion schafft, die echt wirkt, wie man die Zuschauer gruselt und zum Lachen bringt – sie sollen etwas empfinden. In dieser Hinsicht hat sich für uns seit damals gar nichts geändert.“

Spielberg war begeistert von Abrams’ Ideen: „J. J. gelingt es wirklich, die Kluft zwischen den Generationen zu überbrücken. Er schätzt die Filme der damaligen Machart, kombiniert das aber mit den technischen Möglichkeiten, mit denen die Filme heute gemacht werden und die beim jetzigen Publikum ankommen. Er weiß genau, was die Kids von heute interessiert, kann der jüngsten Generation ebenso etwas bieten wie meiner. Ich halte ihn ganz einfach für einen der besten Filmgeschichtenerzähler unserer Zeit – in all seinen Filmen zeigt er ein ungewöhnliches Gespür für Kamerabilder, Ausleuchtung, Bildkompositionen und Erzählstrukturen.“

Spielberg weiter: „Mit SUPER 8 stellt J. J. einen Film vor, der nostalgisch wirkt und doch völlig originell ist. Auf wunderbare Weise verbindet er die Science-Fiction-Story mit der mitreißenden Dynamik von Jugendlichen, die ganz im Heute zu Hause sind, sich aber dennoch wie die Kids aller früheren Epochen verhalten.“

Abrams war von Spielbergs engagierter Mitwirkung schwer beeindruckt: „Ich konnte es gar nicht fassen, wie viel Arbeit Steven in diesen Film investierte, denn er hat derart viel zu tun, dass er eigentlich doch gar keine Zeit dafür hatte. Dennoch hat er stundenlang mit der Überarbeitung des Skripts und später im Schneideraum verbracht“, erinnert er sich. „Ich erlebte das als ganz surreal. Denn ich empfand es nicht nur als Auszeichnung, mit ihm arbeiten zu dürfen – zusätzlich geht es auch noch um einen Film über eine Zeit, die für unsere beiden Biografien von entscheidender Bedeutung war.“

Produktion: Die Kids in Super 8

Für J. J. Abrams dreht sich in SUPER 8 alles um die Hauptfiguren. Selbst als ihre bisher verschlafene Heimatstadt in Ohio von völlig bizarren und unerklärlichen Ereignissen erschüttert wird, müssen sich die Helden mit sehr konkreten menschlichen Problemen auseinandersetzen, Verlust und Liebeskummer verarbeiten. Entsprechend wichtig war es, ein gut aufeinander abgestimmtes Ensemble zusammenzustellen. Also machten sich Abrams und sein Team intensiv auf die Suche.

Es ging darum, neue Gesichter zu entdecken, junge Darsteller, die den Zuschauern Spaß machen. Aber als Ensemble müssen sie eine märchenhafte, wenn auch sehr wechselhafte Chemie entwickeln, wie sie Jugendfreundschaften und Rivalitäten offenbar seit Anbeginn der Zeit prägen.

Dazu Bryan Burk: „Das Tolle an diesen Kids ist, dass sie alle so locker wirken: Wir bekommen nie das Gefühl, dass sie Rollen spielen. Das verdanken wir vor allem J. J., denn er hat nicht nur die richtigen Darsteller ausgewählt, sondern er weiß auch, wie man mit ihnen umgeht.“

In der endgültigen Besetzung kommen ausgesprochen unterschiedliche Teenager zusammen. Einige sind bereits erfahrene Profis – andere hatten noch nie professionell gearbeitet. Sie kamen aus allen Himmelsrichtungen: Elle Fanning (Alice Dainard) stammt ursprünglich aus Conyers/Georgia, Joel Courtney (Joe Lamb) kommt aus Moscow/Idaho, Gabriel Basso (Martin) aus St. Louis/Missouri, Riley Griffiths (Charles) aus Cedar City/Utah, Ryan Lee (Cary) aus Austin/Texas und Zach Mills (Preston) aus Lakewood/Ohio.

Die Alice besetzten die Filmemacher mit einer der gefragtesten Nachwuchsdarstellerinnen in Hollywood: Elle Fanning war zuletzt in den preisgekrönten Filmen „Babel“ (BABEL, 2006), „The Curious Case of Benjamin Button“ (DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON, 2008) und „Somewhere“ (SOMEWHERE, 2010) zu sehen. Fanning war ganz aus dem Häuschen, als sie die Rolle ergatterte.

„Das war echt irre“, erinnert sich Elle. „Ich war völlig überrascht, als J. J. mich persönlich anrief. Er sagte: ‚Hey, Elle, hier ist J. J. Abrams, und ich freue mich sehr auf die Arbeit mit dir.‘ Ich bin innerlich explodiert, wollte laut schreien, habe mich aber natürlich zusammengenommen, weil er am Apparat war – also habe ich schweigend einen kleinen Tanz vollführt. Erst als er aufhängte, habe ich losgebrüllt. Ich war so aufgeregt!“

Abrams erinnert sich, wie ihn Elles Vorsprechen überraschte. „Als Elle hereinkam, hielt ich sie zunächst für zu jung, den sie war zwölf und sollte eine 14-Jährige spielen“, sagt er. „Aber bald merkte ich, dass sie sogar abgeklärter ist als ich selbst! Sie hat ungeheures Selbstvertrauen und passt perfekt in die ausgeflippte Jungsclique.“

Elle begeisterte sich sofort für die komplexe Alice. „Sie ist hart im Nehmen, ein echter Wildfang, sie hat eine Menge durchgemacht“, erklärt Elle. „Ihre Mutter ist weg, ihr Vater trinkt ständig. Als die Jungs fragen, ob sie bei dem Film mitmachen will, sagt sie: ‚Warum nicht? Ich bin dabei.‘ Und dann nimmt es für alle eine unfassbare Wendung.“

Joel Courtney ist das genaue Gegenteil von Elle – er hat noch nie vor der Kamera gestanden. In SUPER 8 übernimmt er die Hauptrolle des Joe Lamb, der den kürzlichen Tod seiner Mutter verarbeiten muss.

„Mir ist klar, dass J. J. ein großes Risiko einging, als er mich besetzte – ich wollte ihn nicht enttäuschen. Ich wollte gute Arbeit abliefern, mich selbst und alle Mitwirkenden überzeugen“, erklärt Joel.

Abrams fügt hinzu: „Die Hauptfigur in SUPER 8 sollte nicht der Regisseur der Filme sein. Vielmehr ist unser Held der Junge, der sich an den Regisseur hängt. Er macht nur mit, weil er seine Mutter verloren hat und mit seinem Vater nicht zurande kommt – er muss sich seinen eigenen Weg erst suchen.“

Joel begriff sofort, warum Joe sich derart in die Arbeit am Super-8-Film seines Freundes verbeißt, denn sein eigenes Leben steht völlig Kopf. „Joes Mutter ist gestorben. Sein Vater ist der Deputy Sheriff und hat praktisch nie Zeit“, kommentiert Joel. „Trost findet Joe nur bei seinen Freunden. Sein Vater legt Wert darauf, dass Joe den üblichen Erwartungen entspricht und Baseball spielt, aber Joe will Filme drehen. Er ist für die Schminke, den Ton und die Spezialeffekte zuständig, und das macht ihm riesig Spaß.“

Vor allem war Joel hingerissen von der stetig steigenden Spannung der Story. „Ich mag das Geheimnisvolle daran – das ist ein totaler Adrenalinschub“, sagt er.

Der naive Martin wird von seinen Freunden oft auf den Arm genommen, spielt aber eine Hauptrolle in ihrem Monsterfilm. Diese Rolle übernimmt Gabriel Basso, der in der gefeierten Showtime-Serie „The Big C“ (THE BIG C) auftritt. Abrams berichtet, dass Gabriel das völlige Gegenteil von Martin ist: „Gabriel ist unglaublich intelligent – und das muss er auch sein, um einen Idioten überzeugend darzustellen.“

Als Abrams ihm die Grundzüge der Story erklärte, war Gabriel sofort Feuer und Flamme: „Ich finde es toll, dass es um Kids geht, die etwas erleben, was sie eigentlich nicht sehen dürften. Sie haben trotz Verbots in die Keksschachtel gegriffen.“

Auch Riley Griffiths ist ein Newcomer – er spielt in SUPER 8 seine erste Rolle: den Perfektionisten Charles, der die Clique mit seiner Vision inspiriert und ihren Film als Autor und Regisseur verantwortet. „Mir gefällt an meiner Rolle, dass Charles so hartnäckig und ernsthaft sein Ziel verfolgt – er will unbedingt Filme machen“, sagt Riley. „Zum Beispiel legt er größten Wert auf Aspekte wie ‚Schauwerte‘, aber seine Freunde können damit überhaupt nichts anfangen.“

Riley erinnert sich, dass J. J. Abrams ihm die Rolle anbot und gleichzeitig eine wichtige Frage stellte. „Er fragte mich: ‚Bist du dazu bereit?‘ Und ich antwortete: ‚Und ob ich bereit bin!‘“, lacht er.

Dazu Abrams: „Riley hat mich beim Vorsprechen voll überzeugt, aber er hatte keinerlei Erfahrung mit Dreharbeiten – für ihn war das eine große Herausforderung.“

Riley übertraf sich selbst und war so besessen von der Verkörperung seiner Rolle als Möchtegernregisseur, dass er Abrams am Set ständig auf den Fersen blieb und den Stil und die Eigenarten des Regisseurs übernahm. „Ich schaute einfach zu, wie J. J. Regie führt, und versuchte, das dann auf Charles zu übertragen“, sagt er. „J. J. hat mir alles über Super-8-Kameras erklärt – er hat als Kind dieselbe Kamera benutzt–, das ist echt cool.“

Ryan Lee spielt Cary, das boshafteste Mitglied der Gruppe. Er hat bereits etliche Film- und TV-Rollen gespielt und war von Abrams’ „Star Trek“ (STAR TREK, 2009) begeistert. „Im Fernsehen habe ich ‚Star Trek‘ nie gesehen, weil ich das in die Zeit meiner Eltern eingestuft habe. Aber wie J. J. das aufbereitet hat, war richtig cool“, sagt er. „Als ich herausfand, dass J. J. beim Vorsprechen dabei sein würde, bekam ich richtig Herzklopfen.“

Umgekehrt waren auch die Filmemacher von Ryan begeistert. „Er zeigte eine spektakuläre Leistung“, sagt Burk. „Er war zum Wiehern komisch – tatsächlich war er der erste Darsteller, auf den wir uns festgelegt haben.“

Als Ryan die Rolle des Cary ergattert hatte, freute er sich sehr auf die Arbeit. „Der Typ macht überall Stunk und findet das echt toll. Es bringt richtig Spaß, ihn zu spielen“, sagt er.

Zur Gruppe der Nachwuchsfilmemacher gehört auch der sehr von sich überzeugte Besserwisser Preston, der im Film der Jungs eine Hauptrolle übernimmt. Preston wird gespielt von Zach Mills, der bereits aus Film und Fernsehen bekannt ist – zu sehen war er in „Hollywoodland“ (DIE HOLLYWOOD-VERSCHWÖRUNG, 2006), „Mr. Magorium’s Wonder Emporium“ (MR. MAGORIUMS WUNDERLADEN, 2007) und Clint Eastwoods „Changeling“ (DER FREMDE SOHN, 2008).

Zach findet Preston richtig toll. „Seine altkluge Art wirkt oft unausstehlich“, gibt er zu. „Aber er hat wirklich Ahnung und textet seine Leute mit Fakten zu – was richtig interessant wird, als die merkwürdigsten Sachen passieren.“

„Wir haben uns wirklich gut angefreundet – fast wie eine Familie“, erklärt Joel. „Es war toll, gleichaltrige Kids am Set zu haben.“

Elle bringt es auf den Punkt: „Als wir mit den Proben begannen, haben wir uns sofort gut verstanden – jetzt sind wir beste Freunde. Wir hatten so viel Spaß, dass die Dreharbeiten allein durch dieses Gemeinschaftserlebnis richtig cool waren.“

Produktion: Die Erwachsenen in Super 8

Während die Kids in SUPER 8 verarbeiten müssen, was sie trotz Verbots entdeckt haben, geraten sie in Konflikt mit ihren Eltern und Lehrern sowie Behörden aller Art. Diese werden repräsentiert von erwachsenen Darstellern wie Kyle Chandler, Noah Emmerich und Ron Eldard.

Chandler ist aus den TV-Serien „Friday Night Lights“ (FRIDAY NIGHT LIGHTS) und „Early Edition“ (ALLEIN GEGEN DIE ZUKUNFT) bekannt. Er spielt Deputy Sheriff Jackson Lamb, Joes Vater, der Ermittlungen anstellt, als Menschen unter ungewöhnlichen Umständen verschwinden und andere seltsame Vorfälle die Stadtbewohner verunsichern. Der hart arbeitende Polizist kann sich mit dem Tod seiner Frau nicht abfinden – die aktuellen unerklärlichen Vorgänge belasten ihn in einer Situation, in der seine Nerven sowieso schon blank liegen und sein Sohn unbedingt seine Unterstützung braucht.

Abrams bezeichnet den Schlüssel zu Chandlers Darstellung als eine gewisse Herzschmerzhaltung, die durch seine harte Schale hindurchschimmert. „Kyle ist ein hervorragender Schauspieler“, sagt der Regisseur. „Er ist sehr liebenswürdig, ein echter Jedermann. Als Jack zeigt er Stärke und Durchhaltevermögen, doch wir spüren auch, dass sein Herz gebrochen ist – er ist nicht der beste aller Väter, aber trotzdem sympathisch.“

„Seine Frau ist gestorben, und jetzt möchte er für seinen Sohn sorgen, den er aber nicht richtig versteht“, erklärt Chandler. „Er will Joe beschützen, aber er begreift auch, dass Joe älter wird – er wird mit seinen Freunden in jedem Fall auf Abenteuertour gehen – ob Jack das nun gefällt oder nicht.“

Chandler ist fasziniert von dem, was Jackson Lamb in seiner Umgebung beobachtet, während die Stadt in Angst und Schrecken erstarrt. „Die Leute verhalten sich genauso, wie wir alle es tun, wenn wir ein Geheimnis nicht aufklären können: Sie geben sich gegenseitig die Schuld“, stellt er fest. „Über diese kleine Stadt in Ohio fällt ein Schatten, und die Jungs geraten mitten in einen richtigen Schlamassel, während die Polizei den Fall noch zu klären versucht.“

Ganz besonders schätzte Chandler die Arbeit mit dem unerfahrenen Joel Courtney, der Jacks Sohn spielt. „Ich kann mir kaum vorstellen, was es für ihn bedeutet, ohne jegliche Dreherfahrung an einem riesigen, überwältigenden und komplizierten Set wie diesem antreten zu müssen“, überlegt Chandler. „Joel hat sich wacker geschlagen und sich jeder Aufgabe gestellt.“

Noah Emmerich, dessen Kinorollen von „The Truman Show“ (DIE TRUMAN SHOW, 1998) bis zu „Little Children“ (LITTLE CHILDREN, 2006) reichen und der aktuell in dem TV-Hit „The Walking Dead“ (THE WALKING DEAD, 2010) aufgetreten ist, übernimmt die Rolle des hartgesottenen, geheimnisvollen Air Force Colonel, der in so geheimer Mission handelt, dass er niemandem anvertrauen darf, wonach er in der Kleinstadt sucht.

Emmerich ließ sich die Chance nicht entgehen, mit Abrams zu arbeiten: „J. J. gab für mich den Ausschlag. Einem derart meisterlichen Geschichtenerzähler begegnet man nur selten. In jedem Fall weiß man sich in seinen Händen gut aufgehoben. Er hat die Fähigkeit, für die Zuschauer eine geheimnisvolle Atmosphäre aufzubauen, ihre Neugier zu schüren, bis sie vor Spannung auf den Rand ihrer Sitze rutschen. J. J. hat genau wie ich als Kind Zauberkunststücke vorgeführt – und irgendwie hat er diese Fähigkeit, faszinierende Wunder zu beschwören, in seine Filmarbeit hinübergerettet.“

Über seinen sehr zurückhaltenden Colonel sagt Emmerich nur: „Er ist ein finsterer, gruseliger Typ – die Kids, die mich zu sehen bekommen, werden für die nächsten zehn Jahre Angst vor mir haben!“

Als Jackson Lambs Gegenpart vor Ort ist Ron Eldard zu sehen. Er begann seine Karriere in der erfolgreichen Krankenhausserie „E.R.“ (EMERGENCY ROOM – DIE NOTAUFNAHME). Zu seinen Kinofilmen zählen „Sleepers“ (SLEEPERS, 1996), „Black Hawk Down“ (BLACK HAWK DOWN, 2001) und „Freedomland“ (Das Gesicht der Wahrheit, 2006).

Eldard spielt Alices jähzornigen Vater Louis Dainard, der in großen Schwierigkeiten steckt. Eldard beschreibt ihn als echten Problemfall: „Er kommt mit seinem Job im Stahlwerk nicht zurecht, er leidet darunter, dass seine Frau ihn verlassen hat, und er legt sich mit seiner pubertierenden Tochter an. Es passt ihm gar nicht, dass sie mit dieser Jungenclique herumhängt. Aber sie will eben Mitglied dieser hoffnungsvollen Gruppe von Nachwuchsfilmern sein.“

Gerade als sich die Kids anfreunden, geraten die Väter Louis Dainard und Jackson Lamb aneinander. „Beide sind sehr ehrgeizig“, stellt Eldard fest. „Einst waren Jack und Louis Freunde, aber wie es so geht – heute können sie sich nicht ausstehen. Jack vertritt das Gesetz, Louis hat sich für die andere Seite entschieden. Doch als die Situation sich zuspitzt, merken sie, dass sie zusammenhalten müssen.“

Produktion: Der Film im Film

Innerhalb der Story von SUPER 8 entwickelt sich eine zweite Geschichte: J. J. Abrams entschloss sich schon früh, kein Drehbuch für den Film zu schreiben, den die Kids im Film drehen. Stattdessen wollte er ihn sich vor Ort organisch entwickeln lassen, indem die Darsteller ihre eigenen Ideen einbrachten.

Die Filmemacher staunten nicht schlecht: „Alle Beteiligten erwiesen sich als sehr begabt und haben das Filmemachen sehr schnell verinnerlicht“, berichtet Bryan Burk.

Und er fährt fort: „Was ich an SUPER 8 so spannend finde: Ich hoffe, dass unser Film die heutigen Kids dazu anregt, selbst loszugehen und Filme zu drehen. Es liegt ein Zauber über jener Zeit, als zum Filmemachen nichts weiter nötig war, als seine Freunde zu überzeugen, ihre Sommerferien in das Projekt zu investieren. Ich glaube, dass J. J. die Zuschauer mit diesem Bazillus anstecken wird, wenn sie begreifen, dass sie nicht mehr brauchen als eine Kamera, ein paar Freunde und eine Idee, aus der etwas Großartiges entstehen kann.“

Abrams weiß, dass hoffnungsvollen Nachwuchsfilmern heute ein gewaltiges Arsenal an digitaler Technik zur Verfügung steht, von der seine Generation nur träumen konnte. „Die Technologie ist wirklich demokratisiert worden: 1979 war es tatsächlich die Ausnahme, dass ein Junge eine Kamera besaß – heute findet man sie überall“, sagt er. „In jedem Handy steckt eine Videokamera. Filme zu drehen, wie es heute möglich ist – diese Möglichkeit gab es in meiner Jugend nicht. Gewünscht hätte ich es mir.“

Produktion: Die Welt der 70er-Jahre

Zwar bilden die Darsteller und Filmemacher den Mittelpunkt von SUPER 8, doch ebenso wichtig ist das Fundament, das die Ausstattung liefert. Mit den Augen der Jugendlichen erleben wir eine typische Arbeiterstadt im Mittelwesten der 70er-Jahre, bis wir in eine Serie fantastischer Vorfälle hineingesogen werden, die die sorgsam rekonstruierte Realität des Ortes total auf den Kopf stellt.

„J. J. legt größten Wert auf die Atmosphäre von 1979“, sagt Executive Producer Guy Riedel. „Gleichzeitig will er den Zuschauern jene Optik bieten, wie sie nur mit heutigen Effekten möglich ist. „Die Filme der 70er-Jahre wirken heute so nett und locker, und diese Atmosphäre beschwören wir durchaus, aber trotzdem besteht kein Zweifel daran, dass wir hier einen Abrams-Film des 21. Jahrhunderts sehen.“

Die Verschmelzung der Stilrichtungen begann mit der Arbeit des Kameramanns Larry Fong („300“ / 300, 2007; „Watchmen“ / WATCHMEN – DIE WÄCHTER, 2009), mit dem Abrams bereits in seinen Super-8-Tagen zusammengearbeitet hat – auch mehrere Fernsehserien wie „Lost“ haben sie zusammen gestaltet. Fong zählt nicht nur zu den besten Action-Kameraleuten in Hollywood, sondern ist auch ein hervorragender Zauberkünstler. Abrams wünschte sich, dass Fong gerade diesen Sinn für das Außergewöhnliche, für plötzliche Überraschungen in die Bilder zu SUPER 8 einbrachte.

Dazu Abrams: „Larry lernte ich in meiner Jugend kennen – er wohnte nebenan und drehte bereits Filme. Seitdem sind wir Freunde. Die Arbeit mit ihm an diesem Film hat riesig Spaß gemacht, weil wir immer wieder daran erinnert wurden, was uns als Kids damals begeistert hat.“

Fongs Optik wechselt spielerisch zwischen intimen Bildern und atemberaubenden Knalleffekten, mit denen er die Filmemacher immer wieder beeindruckt. Die jungen Darsteller waren vor allem von seiner Fingerfertigkeit beeindruckt. „Larry Fong ist ein umwerfender Zauberer“, stellt Joel Courtney fest. Manchmal erklärte er uns einen seiner coolen Tricks – aber noch toller ist es eigentlich, wenn man nicht weiß, wie er das hinbekommt.“

Ryan Lee fügt hinzu: „Larry hat genau verstanden, dass wir Spaß an der Sache haben mussten, damit uns die Dreharbeiten nicht zu sehr stressten. Mit seinen Kunststücken hat er uns immer wieder verblüfft.“

Gleichzeitig übernahm Produktionsdesigner Martin Whist die Aufgabe, die typisch amerikanische Industriestadt Lillian/Ohio zum Leben zu erwecken – Whist hatte mit Abrams bereits an „Cloverfield“ gearbeitet.

Whist freut sich auf jedes Drehbuch, das Abrams ihm schickt – dennoch war er von SUPER 8 völlig überrascht. „Es las sich wie ein echter Klassiker“, sagt der Designer. „Es enthält all die Elemente der Filme, die ich als Jugendlicher gern gesehen habe. Doch gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass das Geschichtenerzählen hiermit in einen neue Phase eingetreten ist.“

Schon beim ersten Lesen merkte er, dass er hier eine klar umrissene, detaillierte Welt für die Hauptfiguren aufbauen musste, um sie dann total auf den Kopf zu stellen. „In meinen Vorbesprechungen mit J. J. ging es darum, dass die Stadt die damalige Zeit in all ihren Strukturen absolut realistisch repräsentieren muss – zum Anfassen sozusagen“, erinnert sich Whist. „Wir wollten einen glaubwürdigen Alltag zeigen. Wenn die Fantasy-Elemente dazukommen, legt sich das Surreale wie ein gespenstischer Schatten über die sehr vertraute Umgebung.“

Whist und Abrams wollten den lebendigen Stil von Ende der 70er-Jahre möglichst überzeugend nachempfinden. „Wir wollten nicht allzu dick auftragen, aber die damalige Zeit beeinflusst den Film optisch in jeder Phase, vor allem durch die kräftigen Farben“, erklärt Whist. „Das fällt besonders auf, weil wir viele dieser Farben heute nicht mehr verwenden: Oliv, dunkles Orange und Ockergelb. Allein in diesem Film habe ich sicher mehr unterschiedliche Brauntöne verwendet als in meinem ganzen restlichen Leben!“

Whist fährt fort: „J. J. hat uns bei den Recherchen intensiv unterstützt. Er besitzt eine wunderbare Sammlung von Super-8-Zeitschriften von damals – darin gibt es jede Menge Anzeigen. Wir schauten uns das an, und die Erinnerungen kamen hoch. Beim Brainstorming überlegten wir, welches Umfeld jede Figur brauchte. Für mich liegt das Geheimnis darin, dass die Epoche umso authentischer wirkt, je subtiler man sie zeigt. Erst der Gesamteindruck aus vielen kleinen, instinktiv wahrgenommenen Momenten versetzt uns in die andere Zeit – genau das nahmen wir uns vor.“

Die Kostümdesignerin Ha Nguyen („Shooter“ / SHOOTER, 2007; „Mask“ / DIE MASKE, 1994) fand ebenfalls viel Anschauungsmaterial in Magazinen und Katalogen, vor allem in Bekleidungskatalogen der 70er-Jahre, die veranschaulichen, was normale Bewohner des Mittelwestens damals getragen haben.

„Ich habe mir einige Schuljahrbücher vom Ende der 70er angeschaut“, berichtet Nguyen. „Eines stammte aus Ohio, eines aus Texas, ein anderes aus Indiana. Ich verglich sie mit den Bekleidungskatalogen, und der Stil des Mittelwestens war überall zu finden. Uns ging es nicht um den ausgeflippten Stil der 70er-Jahre, wie man ihn in Modemagazinen findet. Unsere Figuren sollten realistisch aussehen.“

Weil für den zweiten Teil des Films jede Menge Militäruniformen benötigt wurden, bat Nguyen den Militär-Kostümbildner N. Edward Fincher um seine Mitarbeit. „Ed lieferte alle Uniformen, die wir brauchten – damit war sichergestellt, dass sie absolut authentisch sind“, sagt sie.

Für die Hauptfiguren entwarf Nguyen sechs klar unterscheidbare Persönlichkeiten. Jeder Jugendliche bekam einen besonderen Look mit eigenen Mustern und Farben. „Charles wirkt ein wenig skurril, Cary etwas knalliger und intensiver“, erklärt Nguyen. „Vor allem mit Joes Outfit hatten wir unseren Spaß, denn er verändert sich, als er seine Zurückhaltung aufgibt und selbstbewusster wird. Entsprechend trägt er immer kräftigere Farben – das steigert sich bis zum Höhepunkt.“

Auch Elle Fannings Alice-Garderobe war eine interessante Aufgabe. „Im Skript wird über Alice gesagt, dass sie zwar noch ein Kind, aber doch sehr schön ist“, sagt Nguyen. „Mit Elle ist das nicht schwer zu vermitteln, weil sie absolut umwerfend aussieht. J. J. wollte, dass sie ein wenig wie ein Wildfang wirkt. Ich suchte weiche Stoffe für ihre T-Shirts aus, die ihre Figur betonen. Dennoch wirkt sie jungenhaft, weil ich für ihre Oberbekleidung etwas gröbere Stoffe verwendete.“

Über die Reaktion der Schauspieler auf ihre Kostüme berichtet Fanning: „Sie haben uns völlig in die damalige Zeit zurückversetzt. Ich war wie hypnotisiert. Klassische Kleidung hat mich immer schon begeistert. Es ist einfach toll, so ganz andere Klamotten zu tragen, weil man sich dann wie ein völlig anderer Mensch fühlt.“

Jenseits des Looks bietet SUPER 8 aber noch eine andere wichtige Dimension: Michael Giacchinos Filmmusik, in der er die Fun-Sounds der 70er-Jahre mit den Achterbahn-Emotionen eines hochdramatischen Thrillers kombinieren musste. Giacchino hat mit seiner Originalmusik zu „Up“ (OBEN, 2009) den Oscar® gewonnen. Er war an allen Abrams-Filmen beteiligt.

„Genau wie wir alle hat auch Michael als Junge Super-8-Filme gedreht. Er sagte: ‚Diese Filmmusik muss ich einfach schreiben‘“, erinnert sich Burk. „Er hat sich dabei vollkommen in die Hauptfiguren versetzt. Mit J. J. sprach er ausführlich darüber, welche Emotionen im Drehbuch angesprochen werden. Musik ist immer ein entscheidendes Element in J. J.s Filmen, und Michael bringt sie genau auf den Punkt.“

Produktion: Dreharbeiten im Stahlrevier

Um das Stahlrevier der 70er-Jahre zu zeigen, reiste das Team nach Weirton/West Virginia, einem schmalen Landstreifen zwischen dem östlichen Ohio und Pennsylvania am Ohio River. Die Silhouette des Ortes wird von dem gewaltigen Stahlwerk dominiert und eignete sich daher perfekt für die verschlafene, raue Arbeiterstadt, die J. J. Abrams sich als Kulisse für seinen Film vorstellte.

Dazu Produktionsdesigner Martin Whist: „Weirton gehört zum amerikanischen Stahlrevier – genau wie der Ort in unserer Geschichte. Das Tolle: Die Atmosphäre der einst florierenden Stahlindustrie ist durchaus noch vorhanden – ebenso wie alle entscheidenden Elemente, die wir für den Look von 1979 brauchten.“

„Mir gefiel die Idee, den Film in einer Kleinstadt mit einem Hüttenwerk anzusiedeln“, sagt Abrams. „Mein Vater wuchs in Harrisburg/Pennsylvania auf – ich erinnere mich an meine Besuche dort als Kind, bevor es mit der Stahlindustrie abwärtsging. Diese Orte wirken typisch amerikanisch, absolut real, zum Anfassen.“

Dazu Bryan Burk: „Der Ort hat sich in den vergangenen 30 Jahren kaum verändert. ‚The Deer Hunter‘ (DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN, 1978) wurde in Weirton gedreht, und die Stadt sieht fast noch genauso aus wie damals.“

In dem kleinen Ort mit nicht einmal 20.000 Einwohnern wurden die Darsteller und das Team enthusiastisch willkommen geheißen. Kyle Chandler sagt: „Es kommt nicht oft vor, dass uns die Menschen vor Ort so zuvorkommend an ihrem Leben teilhaben lassen. Ich habe mich sofort mit dem örtlichen Polizisten zusammengetan, begleitete ihn einen Tag lang und lernte alle übrigen Deputys kennen. So bekam ich hautnah mit, was es heißt, in einer Kleinstadt zu leben.“

Ein wichtiger Schauplatz war die Main Street, wo Whist den Olson Camera Store einrichtete, den Traumpalast der örtlichen jungen Filmemacher. „Es hat Spaß gemacht, den Kameraladen auszustatten“, erinnert sich Whist. „Im Film spielt der Laden eine Schlüsselrolle – er muss also absolut echt wirken. Wir haben dort die gesamte Unterhaltungselektronik aufgebaut, wie sie damals typisch war: die Plattenspieler, die achtspurigen Tonbandgeräte und natürlich die Super-8-Kameras.“

Es gelang Whist, diese historische Ausstattung vor Ort zu besorgen. „Meine Requisiteurin Fainche MacCarthy machte einen Kameraladen ausfindig, dessen Besitzer die alten Geräte aus der Zeit noch aufbewahrt“, berichtet Whist. „Auch die Originalverpackung ist noch vorhanden. Wir konnten also die alten Kartons reinigen, damit sie wie neu aussehen. Ein völlig unerwarteter Fund!“

Der Kameraladen begeisterte auch Darsteller Noah Emmerich: „Als ich das Set betrat, fühlte ich mich plötzlich in die Zeit zurückversetzt, als ich acht Jahre alt war. Der Blick auf die Regale löste unglaubliche Erinnerungen aus – Kodachrome, Blitzbirnen, wow! Diese Technik wirkt heute wie aus der Steinzeit.“

Gedreht wurde auch in Weirton Heights, wo Whist die Elternhäuser von Joe und Charles einrichtete. „Joes und Charles’ Häuser sind typisch für solche Städtchen“, erklärt Whist. „Joes Zuhause ist ein kleines Arbeiterhaus aus den 40er-Jahren – es macht sehr deutlich, aus welchem Milieu er stammt. Charles wohnt eher in einem typischen Haus der 70er-Jahre.“

Zur Unterstützung der Heimatatmosphäre wurden Hunderte Bewohner des Ortes als Statisten engagiert. Die Kinder bevölkerten die Schulszenen, die Erwachsenen wirkten in den militärischen Action-Szenen mit. Alle verwandelten sich für einen Tag in Schauspieler, um einen der Schlüsselmomente des Films zu gestalten: eine höchst brisante Versammlung im Rathaus, in der Jackson Lamb den aufgebrachten und verwirrten Bürgern gegenübersteht. Die Einheimischen waren von den Dreharbeiten derart begeistert, dass einige Leute Abrams sogar anboten, er dürfte ihre Häuser in die Luft jagen, um möglichst authentische Effekte zu erzielen.

„Die Einwohner von Weirton waren einfach wunderbar“, kommentiert Abrams. „Sie hätten uns gar nicht besser unterstützen können. Sie waren sehr geduldig und erwiesen sich als erstklassige Darsteller. Die Menge im Rathaus war eine außergewöhnliche Gruppe – niemand hat zu dick aufgetragen. Sie haben sich traumhaft in die Situation hineinversetzt. Wir haben dort nicht nur gedreht, weil die Optik stimmte, sondern weil die Menschen uns dort so herzlich aufgenommen haben.“

Der elektrisierende Effekt der Filmarbeit auf die Einheimischen begeisterte alle, die dabei waren. „Immer wieder hörte ich: ‚Seit Jahren haben wir uns nicht so intensiv ausgetauscht und uns in Gruppen auf unseren Veranden zusammengesetzt.‘ Es hat ihnen Spaß gemacht, wieder ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln“, erinnert sich Abrams.

Für die große Schlachtsequenz des Films lieh sich das Team Panzer und Lastwagen aus einem Museum – die Szene wurde mit Unterstützung eines Militärexperten choreografiert. Als die Kameras liefen, erhellte sich der Nachthimmel mit Mündungsfeuer und Explosionen, Panzer ratterten durch das Viertel. Die Ankündigung hatte die gesamte Gegend mobilisiert – Zuschauer rückten mit Gartenstühlen und Picknickkörben an. Gleichzeitig wurde über die Medien bekannt gegeben, dass keine echte Invasion stattfinden würde – es bestand also kein Grund zur Panik!

Keiner der jungen Darsteller hatte jemals derartige Actionszenen erlebt, wie sie die hektische zweite Hälfte des Films prägen. „Es war einfach umwerfend“, sagt Riley Griffiths. „Und es hat unglaublich viel Spaß gemacht.“

Im Anschluss an die Aufnahmen in West Virginia kehrte das Team nach Los Angeles zurück, wo Whist das Innere der Elternhäuser von Joe und Charles nachgebaut hatte – damit spiegelte er auch ihr persönliches Schicksal.

„Die Einrichtung ist immens wichtig, weil wir auf diese Weise die Figuren mitgestalten“, erklärt Whist. „Hier entwirft J. J. die Vorgeschichte der beiden und ihrer Eltern, ohne sie je in Worte zu fassen – ihre wirtschaftliche Situation wird deutlich, auch die Werte, mit denen sie aufgewachsen sind. In Charles’ Fall wirkt alles lebendig und aktiv. Das Haus ist zwar sehr klein, aber die Stimmung ist sehr gut. Beide Eltern sind berufstätig, deshalb geht es zu Hause etwas chaotischer zu als anderswo. Dagegen ist Joe ein Einzelkind, und seine Mutter ist vor Kurzem gestorben – deshalb schaffen wir dort eine triste, verhaltene Atmosphäre. J. J. und ich haben intensiv darüber nachgedacht, wie die Zimmer der Jungen eingerichtet sein sollten: Was hängt an den Wänden, welche Zeichnungen, welche Modellbausätze basteln sie? Entscheidend war, dass alles so wirkt, als ob sie wirklich dort leben würden.“

Requisiteur Robert S. Kyker trieb sogar echte Modelle aus den 70er-Jahren auf, darunter ein Quasimodo-Modell, an das Abrams sich aus seinen Kindertagen erinnerte. Dadurch empfanden all jene Darsteller, die 1979 persönlich erlebt haben, das Set wie eine Zeitmaschine. Kyle Chandler sagt: „Ich brauchte nur einen Blick in Joes Zimmer zu werfen und schon fühlte ich mich wieder wie mit 14: Es ist praktisch das genaue Abbild meines Kinderzimmers, von den Modellbaufarben bis zu den Plastikmodellen an den Wänden.“

Auch Abrams reagierte ganz instinktiv auf das fertige Set. Zusammenfassend sagt er: „Die Ausstattung war irre überzeugend, sodass ich mich sofort in die damalige Zeit zurückversetzt fühlte, egal, was ich in die Hand nahm – von der Schachtel mit den Wacky-Pack-Sammelkarten bis zu den Zeitschriften, Modellen und Spielsachen.“

Produktion: Die Effekte

Große Teile des Films unterlagen einer strengen Geheimhaltung, damit die Zuschauer den Höhepunkt der Handlung als echte Überraschung erleben. Eine gewaltige, seltsam geformte Höhle wurde im Studio aufgebaut, Monstereffekte wurden kreiert, die Sets für das Eisenbahnunglück und die mit der Katastrophe verbundenen Szenen am Unfallort eingerichtet.

Um die atemberaubende Kettenreaktion des Unglücks zu filmen, konstruierte der für die Spezialeffekte verantwortliche Steve Riley einen etwa eine Tonne schweren Rammbock auf einem Schlitten, der wie das Vorderteil einer Lokomotive aussah. „Den Schlitten zog ein sieben Tonnen schwerer Kran durch das Studio, um diesen Effekt zu erreichen“, erklärt er. „Als der Zug durchkrachte, zündeten wir eine Reihe von Explosionen, um den Trümmerregen zu simulieren, den ein entgleisender Zug tatsächlich erzeugen würde. Wir verwendeten dabei etwa ein Kilogramm Schwarzpulver und eine hochexplosive Sprengschnur mit 100 Gramm pro Meter Ladungsgewicht. Sie zündet sehr schnell und verursacht bei der Explosion einen lauten Knall – ein sehr intensives Erlebnis.“

Der Unglücksort, der die sechs jugendlichen Filmemacher völlig schockiert, wurde von Whist mit originalgroßen Eisenbahnwaggons gestaltet, die auf fantasievolle Weise ineinander verkeilt wurden. „Das Manövrieren der sehr schweren Teile erwies sich als kompliziert, wir brauchten also Kräne, um sie in Position zu bringen. Anschließend zerfetzten wir sie mit schwerem Gerät, um die Auswirkungen der gewaltigen Kollision zu zeigen“, sagt er.

„Die Sets werden durch visuelle Effekte wesentlich ergänzt, sodass die Szenen derart real wirken, dass uns beim Zuschauen fast das Herz stehen bleibt“, berichtet Martin Whist. „Weil man heute reale Sets mit visuellen Effekten unbegrenzt erweitern kann, boten sich für unseren Film jede Menge Möglichkeiten. „J. J. und das Team haben auf diese Weise Einstellungen kreiert, die normalerweise niemals derart unmittelbar und mitreißend wirken würden.“

Doch vor allem die Spezialeffekte, die das Team für die Szenen nach dem Zugunglück gestalten musste, erwiesen sich als größte Herausforderung für die Filmemacher. Alle Beteiligten waren sich einig, dass niemand ein Wort darüber verlieren sollte, bis die Zuschauer die Chance bekommen, die Schockwirkung mit eigenen Augen zu erleben.

Diese Effekte wurden von den Digital-Gurus bei ILM gestaltet, wobei die Überraschungen auf dem Höhepunkt des Films in der Verantwortung des Monsterdesigners Neville Page lagen, der mit J. J. Abrams bereits an „Cloverfield“ gearbeitet hat, aber noch nie eine Aufgabe wie bei SUPER 8 zu bewältigen hatte.

Über die Spezialeffekte sagt Abrams derzeit nur so viel: „Wir haben sehr viel Arbeit investiert, um einzigartige und sehr realistische Bilder zu kreieren. Wir behandeln das Monster nie als visuellen Effekt, sondern als eine weitere Hauptfigur. ILM hat daran einen entscheidenden Anteil. Immer wenn ich mit den Jungs zusammenarbeite, denke ich: ‚Jetzt haben sie sich wieder selbst übertroffen.‘ Bei SUPER 8 ist das ganz eindeutig der Fall.“

Dazu Burk: „ILM war bei diesem Film der perfekte Partner. Sie übernahmen die Führung und lieferten viel spektakulärere Ergebnisse, als wir zu hoffen gewagt hatten.“

Steven Spielberg verpflichtete mehrere Branchenlegenden, darunter den mit sechs Oscars® ausgezeichneten Effekte-Experten Dennis Muren, der bereits an „E.T. – The Extra-Terrestrial“ (E.T. – DER AUSSERIRDISCHE, 1982), „Jurassic Park“ (JURASSIC PARK, 1993), „Indiana Jones and the Temple of Doom“ (INDIANA JONES UND DER TEMPEL DES TODES, 1984), „War of the Worlds“ (KRIEG DER WELTEN, 2005) und etlichen Episoden von George Lucas’ „Star Wars“-Epos (STAR WARS) beteiligt war. Hinzu kommen die Oscar®-preisgekrönten Sounddesigner Ben Burtt und Gary Rydstrom (zusätzliches Sounddesign), die oft mit Spielberg zusammengearbeitet haben.

Für Abrams und Burk schloss sich der Kreis, als sie mit so vielen Leuten arbeiten durften, deren Filme sie in ihrer Jugend bewundert haben. „Für mich als Jugendlichen war das Filmemachen die Rettung“, gesteht Abrams. Abschließend fügt Burk hinzu: „Ein Film über Kids, die einen Super-8-Film drehen, und die Arbeit mit Steven Spielberg, der das Epizentrum all dessen ist, was uns als Kids begeistert hat, übersteigt alles, was wir uns in unseren kühnsten Träumen vorstellen konnten.“

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