Sunshine Barry und die Discowürmer

  1. Ø 5
   2008
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Sunshine Barry und die Discowürmer Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Sunshine Barry und die Discowürmer: Dänisch-deutscher Animationsfilm über einen Regenwurm, der das Disco-Tanzbein schwingen möchte.

Regenwurm Barry hat es satt, ständig nur herumzukriechen und Dreck zu fressen. Deshalb gründet er mit einem abgehalfterten Rockgitarristen, einer talentlosen Leadsängerin und seinem dickstem Kumpel Tito eine Band. Dabei gilt es zunächst, mit den vorherrschenden Vorurteilen der übrigen Insektenwelt, dass Regenwürmer nicht besonders musikalisch sind, aufzuräumen. Schließlich schaffen es die Disco-Würmer bis zum Musikwettbewerb eines TV-Senders, den sie zwar nicht gewinnen, wohl aber die Herzen der Zuhörer.

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

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  • „Wertvoll”

    Ein Hoch auf den aktuellen europäischen Animationsfilm! In diesem farbenfrohen, mit viel Spaß und Disco-Musik aufgeladenem Werk entfliehen der Regenwurm Barry und seine Freunde ihrem grauen Alltag und beweisen der gesamten Insektenwelt, dass auch Würmer auf der Showbühne eine gute Figur abgeben und bestens unterhalten können. Ansprechend sind die Geschichte um Glanz, Glitzer und Selbstbehauptung wie auch die sympathischen und originell animierten Figuren für Klein und Groß, mit fetzigen Gute-Laune-Songs zum (Wieder-)Entdecken und Mitgehen. Play that funky movie!

    Jurybegründung:

    Wer mag schon Würmer? Sie stehen am Ende der Nahrungskette, sie sind nicht schön und auch nicht sexy, sie werden nicht geliebt oder respektiert - 'and they can't boogie'. Es ist also nicht leicht ein Wurm zu sein, und Barry kann ein Lied davon singen. Er ist ein junger Wurm und hat einen öden Job in der Kompostieranlage - die einzige Karriere, die Würmern offen steht. Neu ist allerdings, dass sie jetzt ins Mittlere Management aufsteigen können. Zusammen mit seinem übergewichtigen Freund Tito will sich Barry in einem Intensivkurs auf die Prüfung vorbereiten. Seine Mutter ist stolz auf ihn.

    Da entdeckt Barry durch Zufall eine alte Disco-Platte seines Vaters und sein Leben nimmt eine komplett andere Wendung. Barry gründet eine Disco-Band und nimmt an einem angesagten Musikwettbewerb teil. Er hat kein Rhythmusgefühl und keine Instrumente, kann aber seine Freunde überzeugen mitzumachen, selbst die wunderbare Gloria, die zwar toll aussieht, aber leider gar nicht singen kann. Trotz aller Widrigkeiten und Gefahren, die ihnen auf dem Weg zum Ruhm begegnen, hält Barry unbeirrt an seinem Ziel fest. Unterstützung erfährt er schließlich auch von seinem Vater, in dem ein lang verschüttetes musikalisches Talent schlummert. Auch wenn die Wettbewerbs-Jury bestochen wurde und 'Sunshine Barry and the Disco Worms' den Talent-Wettbewerb nicht gewinnt, so singt sich die Band dennoch in die Herzen des Publikums.

    Würmer haben keine Arme und Beine und es gehört schon Courage dazu, sie zu Protagonisten eines Films zu machen, in dem es um Disco-Musik geht. Aber wenn sie sich dann rhythmisch zu klassischen Disco-Hits krümmen und winden, widerlegen die bunt gestalteten Figuren durch ihre ungeheure Beweglichkeit alle Zweifel. Hier erweist sich Sunshine Barry and the Disco Worms als wahrer Familienfilm, der das kindliche Interesse an Zeichentrickspaß, schöner Musik und Bewegung mit nostalgischen Erinnerungen an die Disco-Zeit der erwachsenen Generation vereint.

    Erzählt wird die klassische Außenseitergeschichte vom armen Wurm, der zum Star wird, weil er unerschütterlich an seine Idee glaubt, sich über alle Widrigkeiten hinwegsetzt und im richtigen Moment Unterstützung von seinen Freunden erhält. Obwohl der in dänisch-deutscher Koproduktion realisierte Animationsfilm mit einem Bruchteil der Budgets anderer internationaler Produktionen auskommen musste und in relativ kurzer Zeit realisiert wurde, überzeugt er durch liebevoll gestaltete und ansprechend animierte Charaktere. Die Geschichte ist einfach und gradlinig erzählt, in einigen Details gibt es deutliche Anleihen an klassische Zeichentrickfilme, dennoch hat dieser Film seinen eigenen sehr sympathischen Stil. Er hat viele originelle Ideen - wie die umwerfend komische 'Village-People'-Parodie - und wunderbar choreographierte Szenen - wie die Entdeckung der Disco-Platte - die durch mitreißende Musikeinlagen (in neuen Arrangements) miteinander verbunden sind. Alles in allem ein Film zum Mit-Swingen für Groß und Klein.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • „Würmer können keinen Boogie“, lautet ein weit verbreitetes Vorurteil im Tierreich, doch Underdog Barry lässt der Rhythmus nicht mehr los. Mit dieser originellen Prämisse erzählt der dänisch-deutsche 3D-Computeranimationsfilm die bewährte Story über einen allseits verlachten Verlierer, der über sich hinaus wächst, seine Traumfrau gewinnt und allen Vorurteilen Lügen straft. Die alte Moral von der Selbstverwirklichung und dem Appell, seine Zukunft sorgsam selbst zu bestimmen, zählt zu den vertrauten Elementen seit dem Beginn des spielfilmlangen Zeichentrickfilms. Disco-Musik dient hier als Mittel zur Selbst- und Traumverwirklichung, als Synonym von Spaß, Lebensfreude und Toleranz.

    Dagegen steht der triste Arbeitsalltag, bei dem Barry in Anzug und Krawatte fade Routinearbeiten verrichten muss. Insgeheim besitzt der geschmähte, von seiner heimlichen Liebe unbeachtete Wurm ganz andere Ambitionen, von denen nicht nur das intolerante Wettbewerbsauditorium, sondern ebenso seine restliche Umwelt nichts wissen will. Lediglich Ausbilderin Donna entpuppt sich als Geistesverwandte. Schließlich wuchs sie im Hinterhof einer Diskothek auf.

    Bei "Sunshine Barry" handelt es sich keineswegs nur um eine Produktion für die Jüngsten, die viele Anspielungen ("Hard Root Café") nicht verstehen und denen der Wiedererkennungswert der Popklassiker fehlt. Eingesetzt werden Titel aus dem Repertoire von Jackson 5 ("Blame it on the Boogie"), Baccara oder Donna Summer. Gegenspieler Tony Dean, genannt "The Man", ein arroganter Frauenheld und Aufschneider mit Goldzahn, vertritt eher die Soul-Fraktion, doch seine Auftritte und Ausstrahlung fußen nur auf Lügen. Dagegen stehen Barry und seine Freunde für Ehrlichkeit und wahre Musikbegeisterung.

    Trotz klarer Botschaft unterhält Boch Nielsens Tierfabel durch Witz, schräge Typen und Tempo. Schade allerdings, dass die 3D-Grafik wenig ausgereift wirkt. Gerade die Totalen wirken, als befände sich das Computerprogramm erst in einer Vorstufe, wodurch die Figuren flach und Hintergründe zu leer erscheinen. Ein höheres Budget hätte hier sicherlich einiges herausreißen können.

    Hervorragend und liebevoll produziert fällt die englische Version des dänischen Originals aus. Etwa verlieh man Hardrocker Jimmy, der heimlich von den "Village People" träumt und daher befürchtet, für schwul gehalten zu werden, einen britischen Akzent. Ohnehin macht der Wechsel aus gesprochenen und gesungenen Dialogen im Englischen am meisten Sinn, obwohl man diese Version hier höchstens auf DVD zu Gesicht bekommt. Allem Anschein nach ließ man bei der deutschen Fassung mit zahlreichen Comedians wie Hella von Sinnen (Donna), Herbert Feuerstein (Vater) oder Dirk Bach (Tito) ähnliche Sorgfalt walten. Den schleimigen Käfer mit Roberto Blanco zu besetzen, erweist sich als witziger Einfall, obgleich dies den Figurencharakter etwas verändert.

    Fazit: Eine pointierte, schwungvolle Tierfabel als Hommage an die Disco-Ära, die an einer schwachen Computergrafik krankt.
  • Schlicht animierte, aber umso origineller erzählte und mit einem eingängigen Disco-Soundtrack unterlegte Außenseiter-Story um einen Regenwurm, der musikalisch ganz nach oben will.

    Nachdem wir von den großen US-Studios mit animierten Insekten aller Art – ob in „Antz“, „Das große Krabbeln“ oder „Bee Movie – Das Honigkomplott“ – verwöhnt wurden, zieht nun das europäische Kino nach. Dabei tritt der frühere Special-Effects-Supervisor und aus Kopenhagen stammende Thomas Borch Nielsen in seiner deutsch-dänischen Koproduktion den Beweis an, dass es nicht unbedingt eine Frage des Budgets ist, will man eine originelle Geschichte erzählen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen fasziniert. Zwar kann die Animation in Sachen Detailverliebtheit, Farbvielfalt und Mehrdimensionalität keinesfalls mit Pixar und Co. mithalten, dafür ist der Plot von „Sunshine Barry und die Discowürmer“ – der Titel lässt es schon erahnen – so abstrus, dass er schon wieder neugierig macht. Im Zentrum des Geschehens: Barry, ein todunglücklicher Regenwurm, der sich nicht damit abfinden will, als letztes Glied in der Nahrungskette lediglich herumkriechen und Dreck fressen zu können. Deshalb schlägt er eine Karriere im mittleren Kompostier-Management in den Wind und gründet stattdessen eine Band – ein bunt zusammengewürfelter Haufen aus einem abgehalfterten Rockgitarristen, der heimlich auf Village People steht, einer talentlosen Leadsängerin, die wie einst Oskar Matzerath Glas zum Bersten bringen kann, und Barrys dickstem (in beiderlei Hinsicht) Kumpel Tito, der immer nur ans Fressen denkt. Allen in der übrigen Insektenwelt gehegten Vorurteilen, dass Regenwürmer nicht besonders musikalisch und schon gar nicht funky sind, zum Trotz schaffen sie es bis zum Musik-Wettbewerb eines TV-Senders, den sie zwar nicht gewinnen, wohl aber die Herzen der Zuhörer.

    Die anrührende Story um einen Außenseiter, der sich nach Anerkennung und Respekt sehnt und dafür auch zu kämpfen bereit ist, wird von einem großartigen Soundtrack mit Gloria Gaynors „I Will Survive“, „Blame it on the Boogie“ von den Jackson 5 oder „Upside Down“ von Diana Ross begleitet, womit der Begriff „Ohrwurm“ eine völlig neue Bedeutung bekommt. Während sich zudem die Älteren über Anspielungen wie „Schlammloch 54“ oder kafkaesk anmutende Kompostier-Büroeinheiten und eine Himbeere, die auf Barrys Regenwurm-Kopf zur Afrolook-Perücke wird, amüsieren, lachen und staunen die Jüngeren über Wortverdreher oder die abenteuerliche Flucht vor einem Angler, der die kleinen Kriecher als lebende Köder den Fischen zum Fraß vorwerfen will. Ein Sonderlob hat die deutsche Synchronisation verdient. Alle Schlüsselfiguren sind stimmlich treffend besetzt, allen voran der unverwüstliche Roberto Blanco als arroganter Schlager-Star-Käfer Tony Dean, der ohne Playback aufgeschmissen ist, und Hella von Sinnen als gestrenge Kompost-Bauleiterin Donna, die sich als passionierte Disco-Queen entpuppt. So verlässt man am Ende sehr beschwingt und positiv überrascht den Kinosaal und fragt sich verwundert, wie es die Animationskünstler geschafft haben, Regenwürmer auf der Leinwand derart spektakulär zum Grooven zu bringen. lasso.

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