Filmhandlung und Hintergrund

Episodenhaftes Drama über den New Yorker Sommer, in dem eine ganze Stadt von den Morden des Son of Sam in Atem gehalten wird.

Während der Hitzewelle des Sommers von 1977 wird New York von dem Serienkiller Son of Sam in Atem gehalten. Blonde Frauen haben Angst, auf die Straßen zu gehen. Vigilante Bürgergruppen patrouillieren die Straßen und halten Ausschau nach Verdächtigen. Aber es ist auch der Sommer, in dem Disco und Punk explodieren und die New Yorker polarisieren.

New York im Sommer 1977: Während die größte Hitzewelle seit Menschengedenken und das allgemeine Disco-Fieber die Stadt zum Glühen bringt, treibt ein mysteriöser Serienkiller, der sich selbst „Son of Sam“ nennt, sein Unwesen. Hysterie greift um sich und bald wird jeder verdächtigt, der „anders“ ist. Wie Ritchie, der als einer der ersten Punks in seinem italienischen Viertel Misstrauen erregt. Deswegen soll ihn sein Kumpel Vinny ans Messer liefern. Der aber hat ganz andere Probleme. Der Frauenheld steckt nämlich mitten in einer tiefen Ehekrise.

Nach einem authentischen Fall präsentiert Spike Lee episodenhaft den heißen Sommer 1977 in New York: Während der Frauenmörder Son of Sam die Stadt in Atem hält, erreichen auch die Modewellen Disco und Punk einen ersten Höhepunkt.

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Kritikerrezensionen

  • Summer of Sam: Episodenhaftes Drama über den New Yorker Sommer, in dem eine ganze Stadt von den Morden des Son of Sam in Atem gehalten wird.

    Der kontroverse schwarze Filmemacher Spike Lee macht wieder von sich reden. Und sei es vor allem durch den Umstand, daß er für sein atmosphärisches Drama „Summer of Sam“erstmals mit einer fast ausschließlich weißen Besetzung arbeitet und eifrig typisches Martin-Scorsese-Terrain beackert. Detailverliebt zeichnet er die beklemmende Studie eines italo-amerikanischen Nachbarschaftskosmos in der Bronx, der während der Mordserie des „Son of Sam“ genannten Killers David Berkowitz im Sommer von 1977 aus der Bahn geworfen wird.

    Dabei wird die tatsächliche Story des berüchtigten Pärchenschlächters lediglich am Rande erzählt, vielmehr konzentriert sich Lee, nicht unähnlich seinem Meisterwerk „Do The Right Thing“, auf die Steigerung von schwelender Intoleranz, die sich in brutaler Gewalteskaltion entlädt. Wieder ist es ein heißer Sommer, in dem sich die Gemüter erhitzen und ein Unschuldiger den Preis für die fanatische Mobmentalität seiner angeblichen Freunde und Nachbarn bezahlen muß. Im Mittelpunkt von Lees vielschichtiger Sozialcollage, die gleichzeitig auch eine unverhohlene Liebeserklärung an New York City ist, steht diesmal das Ehepaar Vinny (John Leguizamo orientiert sich nicht unwesentlich an Harvey Keitels Figur in „Hexenkessel“ und wirkt im Vergleich freilich grotesk überzogen) und Dionne (Mira Sorvino), die zwar in der Disco ein schönes Tanzpaar abgeben, aber beim Schlafzimmer-Tango kaum harmonieren. Vinny geht dauernd fremd, da er sich mit seiner frustrierten Frau nicht sexuell auszuleben traut. Vinnys alter Freund Ritchie (Adrien Brody) hingegen durchlebt als frischgebackener Punkrocker eine Revolution in allen Lebenslagen und zieht wegen seines unkonventionellen Äußeren den Unmut der trefflicherweise vor einem „Dead End“-Schild herumhängender Machotypen der Nachbarschaft auf sich. Die Morde des .44-Kaliber-Killers versetzen alle in gesteigerte Hysterie, und Ritchie findet sich plötzlich ganz oben auf Verdächtigenliste seiner ehemaligen Kumpel. Vinny versucht zu intervenieren, doch es gelingt ihm nicht, das sich zusammenbrauende Gewaltgewitter aufzuhalten.

    Killer Berkowitz wird als übergeschnappter Maniac skizziert, der in einer großartigen Szene von einem sprechenden Hund seine Anleitung zum Töten erhält. Seine sexuelle Schizophrenie und Frustation wird unterschwellig von den sexuellen Doppelidentitäten und Problemen der Protagonisten reflektiert. Die Ära der späten siebziger Jahre, in der die Dekadenz von Disco mit dem Pessimismus von Punk kollidierte, wird mit vielen Nuancen - beispielsweise der Auflauf vorm Studio 54, eine Orgie im berüchtigten Sexclub Plato’s Retreat (wo die Begebenheiten dezent aber unmißverständlich auf den Punkt gebracht werden) oder dem Punkclub CBGB’s - wenn auch nicht immer hundertprozentig authentisch - rekonstruiert. Ein sorgfältig zusammengestellter Retro-Soundtrack tut sein übriges, das Nostalgieflair zur Entfaltung zu bringen. Lee ließ sich zudem einen Cameo-Auftritt als Fernsehreporter nicht nehmen, wobei er die schwarzen Bewohner in Brooklyn zu ihrer Meinung über die Morde interviewt und sie spannend als eigenes Sprachrohr zum Einsatz bringt. ara.

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