Filmhandlung und Hintergrund

Gesellschaftsdramödie um drei befreundete Ehepaare und ihre Lebenslügen von Matti Geschonneck Matti Geschonneck, viel geschätzter und beschäftigter Regisseur vornehmlich preiswürdiger TV-Movies, beschäftigt sich in dieser streckenweise unterhaltsam bissigen, letztlich jedoch deprimierend entlarvenden Gesellschaftsdramödie mit den geplatzten Träumen und verpatzten Karrierechancen gutbürgerlicher Mittvierziger...

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,7
3 Bewertungen
5Sterne
 
(2)
4Sterne
 
(1)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • Gesellschaftsdramödie um drei befreundete Ehepaare und ihre Lebenslügen von Matti Geschonneck

    Matti Geschonneck, viel geschätzter und beschäftigter Regisseur vornehmlich preiswürdiger TV-Movies, beschäftigt sich in dieser streckenweise unterhaltsam bissigen, letztlich jedoch deprimierend entlarvenden Gesellschaftsdramödie mit den geplatzten Träumen und verpatzten Karrierechancen gutbürgerlicher Mittvierziger. Das Drehbuch stammt von seinem mindestens so geschätzten und ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Mitstreiter Magnus Vattrodt, mit dem er hier schon zum zehnten Mal zusammen arbeitet. „Südstadt“ erzählt von drei Ehepaaren, die eng befreundet im selben Haus wohnen und mit immer vergeblicherer Mühe das Bild, das sie von sich haben, für ihre Partner und Freunde aufrecht zu erhalten versuchen. Anke Engelke und Matthias Matsche schenken sich nichts als die Lehmanns, die der Ehealltag längst mürbe gemacht hat und die von der Scheidung nur absehen, weil die wirtschaftliche Situation sich verschlechtert, und Herr Lehmann seinen Job an der Uni verloren hat. Bettina Lamprecht und Alexander Hörbe als die Fröhlichs versuchen auf beiderseitige Kosten Karriere zu machen, schließlich muss sich der Verlierer um das gemeinsame Kind kümmern. Und Andrea Sawatzki gerät als beziehungshungrige Ärztin aus dem Penthouse an Dominic Raacke als Personalberater, der sich von seiner Familie noch nicht ganz frei gemacht hat. Alle lügen sie einander nach Kräften etwas vor, um die eigene Fassade oder ihre Vorteile in der Beziehung zu wahren. Lakonische Menschensicht, feine Beobachtungsgabe, ein zum Teil Sitcom-erfahrenes und gut geführtes Darstellerensemble zeichnen diesen „Gegenwartsfilm“, wie Geschonneck sein Genre nennt, aus. Es ist ein bitteres Vergnügen, diesen verfahrenen Leben und Ehen zu folgen, die in bester „Die Unverbesserlichen“-Tradition scheitern. Ein wenig erinnert das Geschehen in der Kölner „Südstadt“ an die Dramolette der „Lindenstraße“ aber eben intellektueller und bildungsbürgerlicher. Allerbestes Fernsehen ohne große formale Ambitionen. uh.

Kommentare