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Stubbe - Von Fall zu Fall: Sonnenwende

Filmhandlung und Hintergrund

Ein junger Vietnamese scheint das Opfer von Neonazis zu sein...

In Hamburg wird ein toter Vietnamese aus dem Wasser gefischt. Die Verletzungen legen einen Mord durch die Mafia nahe. Der Mann ist vor zehn Wochen in einem Städtchen die Elbe aufwärts als vermisst gemeldet worden. Dort trifft Stubbe auf einen Ex-Kollegen. Der ist überzeugt, dass der ganze Ort von Neonazis unterwandert ist. Stubbe hält ihn zunächst für paranoid, aber als er beginnt, unbequeme Fragen zu stellen, stößt er auf eine Mauer des Schweigens.

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Kritikerrezensionen

  • Stubbe - Von Fall zu Fall: Sonnenwende: Ein junger Vietnamese scheint das Opfer von Neonazis zu sein...

    Es ist schon erstaunlich, welchen Wandel die Krimireihe „Stubbe - Von Fall zu Fall“ im Lauf der Jahre durchgemacht hat. Die erste Folgen Mitte der Neunziger boten kurzweilige, aber doch überwiegend harmlose Familienunterhaltung; der Kommissar war mindestens so sehr Ehemann und Vater wie Ermittler. Vater ist der mittlerweile verwitwete Wilfried Stubbe immer noch, aber die Geschichten sind deutlich realitätsnäher; und das nicht nur, weil Tochter Christiane (Stephanie Stumph) nach abgeschlossenem Studium reihenweise vergebliche Bewerbungen schreibt. Auf der kriminalistischen Ebene werden immer öfter auch heikle, brisante Themen behandelt.

    Im 36. Film, der Titel „Sonnenwende“ deutet es an, geht es um Rechtsradikalismus: In Hamburg wird ein toter Vietnamese aus dem Wasser gefischt. Seine Verletzungen legen einen Mord durch die Mafia nahe; möglicherweise war der Mann in Zigarettenschmuggel verwickelt. Tatsächlich aber hat er in Elbermünde, einem Städtchen die Elbe aufwärts, ganz unbescholten eine Vereinsgaststätte betrieben; dort ist er vor zehn Wochen als vermisst gemeldet worden. Stubbe, angesichts der bevorstehenden Einheitsfeier, bei der er eine Rede halten soll, ohnehin in deutsch-deutscher Stimmung, nutzt die Gelegenheit für eine Stippvisite in der alten Heimat. In Elbermünde trifft er auf den Ex-Kollegen Karsten May (Alexander Radszun), einst ein guter Freund Stubbes, der überzeugt ist, die Tat habe fremdenfeindliche Hintergründe. Zunächst wirkt May, mittlerweile Alkoholiker und verbittert, mit seiner fixen Idee, die ganze Stadt sei von Neonazis unterwandert, beinahe paranoid. Aber als Stubbe beginnt, unbequeme Fragen zu stellen, stößt er auf eine Mauer des Schweigens.

    Die Darstellung des fiktiven Städtchens ist ein finsteres Szenario: Polizisten schauen weg, wenn Neonazis linke Demonstranten anpöbeln; und als May der nachgereisten Stephanie, die sich prompt auf die Seite der Antifaschisten schlägt, zu Hilfe eilt, müssen nicht etwa die Schläger mit aufs Revier, sondern die beiden Opfer. Aussichtsreicher Kandidat auf den Posten des Bürgermeisters ist ein mehrfach vorbestrafter Rechtsextremist, der mittlerweile Kreide gefressen hat und fremdenfeindliche Töne bei seinen Ansprachen tunlichst vermeidet; Thomas Arnold versieht den Kommunalpolitiker mit einer gruseligen Mischung aus provinziellem Charisma und Klischeeparolen. Es wird einen weiteren Toten geben in Elbermünde, und am Ende ist der Fall geklärt; die bedrückende Atmosphäre aber bleibt.

    Peter Kahane, vor 15 Jahren gemeinsam mit Wolfgang Stumph Erfinder von „Stubbe“, hat auch diese Episode geschrieben und inszeniert. Er nutzt die Popularität der Figur wie auch ihres Hauptdarstellers für einen Film, der im Rahmen dieser Reihe kaum weiter entfernt vom puren Zeitvertreib sein könnte: „Sonnenwende“ ist ein Film gegen rechts, der sich nicht mit der guten Absicht aufhält, sondern in der Krimiverpackung unverhohlen zu Zivilcourage und Widerstand auffordert. Und selbstredend bietet Kahane auch einen grimmigen Kommentar zum Jubiläum des Mauerfalls: Richtig vollzogen haben die Wiedervereinigung, das legt die Geschichte nahe, in ihrem Schulterschluss allein die Neonazis in Ost und West. tpg.

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