Filmhandlung und Hintergrund

Stubbe ermittelt diesmal in einer Hamburger Jugendhaftanstalt, deren Sportbeamter ermordet wurde.

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Kritikerrezensionen

  • Stubbe - Von Fall zu Fall: Bittere Wahrheiten: Stubbe ermittelt diesmal in einer Hamburger Jugendhaftanstalt, deren Sportbeamter ermordet wurde.

    Das ist das Schöne am Fernsehen: Man ist zwar mittendrin, aber trotzdem bloß dabei. Der Krimi zum Beispiel ist als Genre ja nicht zuletzt deshalb so erfolgreich, weil man als Zuschauer in der Regel nicht zu den Opfern gehört; selbst Todesfälle aus lauter Langeweile sind bislang nicht dokumentiert. Wenn also Wilfried Stubbe (Wolfgang Stumph), der grundsympathische Sachse aus Hamburg, im Verlauf seines jüngsten Falls ins Gefängnis muss, lässt einen das im heimischen Wohnzimmer prompt wohlig erschauern.

    Aber nicht nur das, man lernt auch was: zum Beispiel, dass herrische Häftlinge einen „PR“ haben, der nicht etwa für Öffentlichkeitsarbeit, sondern als „Persönlicher Reiniger“ für das Säubern der Kloschüssel zuständig ist; und zwar mit der Zahnbürste. Jacob Fahrenson (verkörpert von Jacob Matschenz) ist der PR eines jungen Mannes mit Migrationshintergrund, der hier erfrischend politisch unkorrekt bloß „der Türke“ genannt wird; das passt ohnehin besser zur Filmografie von Oktay Özdemir („Wut“, „Knallhart“), der seinen Studien jugendlicher Kotzbrocken ein weiteres Kleinod hinzufügt. Als dieser Imran den fragilen Jacob wieder mal kraftvoll demütigt, schreitet ein Aufseher ein. Stunden später liegt er tot im Gartenteich.

    Und damit wären wir beim zweiten Lerneffekt dieses Films (Regie: Thomas Jacob): Man glaubt ja nicht, auf welch ausgefallene Weise man seine Mitmenschen um die Ecke bringen kann. Aber wenn man erst mal so viele Krimis geschrieben hat wie das versierte Autorenduo Michael Illner und Scarlett Kleint, unterliegt man vermutlich zwangsläufig dem Ehrgeiz, sich immer originellere Todesarten auszudenken: Dem Justizvollzugsbeamten ist ein Medikament für Diabetiker verabreicht worden; die Unterzuckerung führte zu einem Schwächeanfall. Dass er dabei justament in den Fischteich gefallen ist, war einfach Pech; tot ist er nun trotzdem. Und weil Imran, der Schläger, einen ebenso dumpfen wie willigen und außerdem an Diabetes leidenden Schergen hat, den eine in den Nacken tätowierte „88“ zudem als Nazi ausweist (88 für HH für „Heil Hitler“), ist der Fall fast schon klar; bis der Kommissar rausfindet, dass er die Redensart vom „Wahren Jakob“ beim Wort nehmen muss, um den Fall zu lösen.

    Wie stets bei „Stubbe“ absorbiert das Privatleben den wackeren Ordnungshüter nicht minder als die berufliche Herausforderung. Diesmal ist es Tante Charlotte (Margret Homeyer), die ihn auf Trab hält, weil sie sich nach einem Herzanfall partout keinen Schrittmacher einsetzen lassen will. Tochter Christiane (Stephanie Stumph) ist sauer, weil sich der Herr Papa immer dann, wenn’s brenzlig wird, von Freundin Claudia vertreten lässt, und die wiederum hat keine Lust mehr, dauernd als Stubbe-Double einzuspringen. Der Vorwurf ist berechtigt, denn Claudia kommt ohnehin viel zu kurz, und zwar in jeder Hinsicht; schließlich ist Joana Schümer das Schönste an „Stubbe“. tpg.

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