Filmhandlung und Hintergrund

Zwei junge Frauen in einem kleinen, hessischen Dorf, Freundinnen seit Kindertagen, versuchen ihre unterschiedlichen Träume zu verwirklichen und schaffen es am Ende doch, sich auf die Realität eines ganz normalen Lebens einzulassen.

Die Freundinnen Stefanie (Fanny Staffa) und Gabi (Paula Paul) arbeiten als Supermarkt-Kassiererinnen und möchten ihrem kleinen hessischen Heimatdorf Hassenhausen am liebsten den Rücken kehren, da dort außer dem Trachtenverein und den Festen der Feuerwehr nichts geboten ist. Während Gabi vom Neuanfang in Amerika träumt - mit oder ohne ihren spießigen Ehemann Frank (Cornelius Schwalm) -, hofft Stefanie, dass Thomas (Simon Schwarz), der Vater ihres mittlerweile 4-jährigen Sohnes, zu ihr zurückkehrt.

Debütfilm der wirklich aus Hassenhausen stammenden Elke Weber-Moore, die in präzisen, feinfühligen Bildern ein Stück Landleben im Umbruch zeigt.

Stefanie und Gabi arbeiten als Kassiererinnen. Sie wollen raus aus ihrem Heimatdorf Hassenhausen, in dem für Abwechslung nur die Feste der Feuerwehr sorgen. Gabis Traum ist Amerika. Dort will sie - mit oder ohne ihren spießigen Ehemann Frank - ein neues Leben beginnen. Stefanie hofft, dass Thomas, Vater ihres mittlerweile 4-jährigen Sohnes, zu ihr zurückkehrt.

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Kritikerrezensionen

  • Storno: Zwei junge Frauen in einem kleinen, hessischen Dorf, Freundinnen seit Kindertagen, versuchen ihre unterschiedlichen Träume zu verwirklichen und schaffen es am Ende doch, sich auf die Realität eines ganz normalen Lebens einzulassen.

    Die Sehnsüchte zweier Supermarktkassiererinnen in einer hessischen 370-Seelengemeinde mit dem bezeichnenden Namen Hassenhausen - eigentlich der Stoff für eine bitterböse White Trash-Comedy. Doch Elke Weber-Moores Erstling „Storno“ treibt keine herablassenden Scherze mit seinen Figuren und deren Lebenslügen. Fernab der Schwermut von Jobst Oetzmanns „Die Einsamkeit der Krokodile“ entsteht in präzisen, feinfühligen Bildern ein Stück Landleben im Umbruch, das mit Lust von einem Arthouse-Publikum entdeckt werden darf.

    Gleich in den ersten Minuten wird deutlich, dass Stefanie (Fanny Staffa in ihrer allerersten Filmrolle) und Gabi (Paula Paul, zuletzt in „Was tun wenn’s brennt“) lieber heute als morgen ihrem beschaulichem Heimatdörfchen den Rücken kehren wollen. Regisseurin und Drehbuchautorin Weber-Moore hat diesen Schritt bereits hinter sich. Auch sie wuchs in Hassenhausen auf. Einen Grund zu bleiben gab es für sie nicht. Hassenhausen ist kein Ort zum Altwerden. Die Landwirtschaft hat keine Zukunft mehr. Die meisten Bauern haben sich einen Job in der Großstadt gesucht. Auch der Hof von Stefanies Eltern ist hoch verschuldet. Was Hassenhausen ihr und ihrer eigensinnigen Freundin Gabi zu bieten hat, ist schnell zusammengefasst: Der Trachtenverein und die gelegentlichen Feste der Freiwilligen Feuerwehr. Keine Frage, hier lässt es sich nur aushalten, wenn man sich einen geradezu kindlichen Glauben ans ganz, ganz grosse Glück bewahrt hat! Gabis Traum hat einen Namen: Amerika. Dort will sie - mit oder ohne ihren spießigen Ehemann Frank (Cornelius Schwalm) - ein neues Leben beginnen. Stefanies Sehnsucht ist da schon prosaischer. Sie hofft, dass Thomas (Simon Schwarz), der Vater ihres mittlerweile 4-jährigen Sohnes, zu ihr zurückkehrt. Dabei hätte sie schon seit Jahren die Frau des herzensguten Bauern Martin (Andreas Patton) sein können. Doch eines Tages wird ihre Geduld belohnt und Thomas als neuer Security-Berater im Supermarkt eingestellt.

    Befänden wir uns in einem klassischen deutschen Heimatfilm, würden nach Ablauf von anderthalb Stunden die Hochzeitsglocken - inklusive Kuss in Nahaufnahme -läuten. Auch wüsste man, wem die gefallene „Unschuld vom Lande“, die Fanny Staffa so wunderbar sanft und naiv spielen kann, letztendlich ihr Jawort geben würde. Und obwohl sich „Storno“ mit Anspielungen auf das dominante Genre der Adenauerära kaum zurückhalten kann, emanzipiert er sich spätestens in der Schluss-Szene von den Herz-Schmerz-Ergüssen der 50s: Kameramann Michael Ammon (kürzlich ausgezeichnet mit dem Kamerapreis für Andreas Dresens „Die Polizistin“) krönt seine grundsolide Leistung mit einer Panoramaaufnahme aus der Vogelperspektive. Es ist einer der wenigen Momente, in dem der Film sich offen der (Tragi-)komik bedient. Martin schleppt mit seinem Traktor das liegen gebliebene Auto der beiden Freundinnen ab. Und wollten die nicht eigentlich bereits seit Stunden mit dem Inhalt des geknackten Supermarktsafes auf dem Weg nach Amerika sein? Über soviel Pech können Stefanie und Gabi nur noch lachen. Der Blues des Landlebens hat sie wieder. „Happy-Ends sind kein Muß in Hassenhausen“, sagt die Regisseurin über ihren liebenswerten, kleinen Film. Leider, denn den beiden Hauptfiguren hat man eigentlich mehr gegönnt. flex.

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