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Stoned

Kinostart: 15.06.2006

Filmhandlung und Hintergrund

Das kurze, zwischen den Koordinaten Sex, Drugs and Rock platzierte Leben von "Rolling-Stones"-Gründer Brian Jones.

Cool Britannia in den späten 60ern. Die Rolling Stones sind schwer in Mode, doch hinter den Kulissen hängt der Haussegen schief. Brian Jones (Leo Gregory), exzentrischer Kopf der Truppe, hat sich seinen Mitstreitern entfremdet und hängt lieber mit Anita Pallenberg im LSD-Rausch auf dem fürstlichen Landsitz ab. Da schickt ihm der Manager den mit beiden Beinen fest der Arbeiterwirklichkeit verwurzelten Frank Thorogood (Paddy Considine) als neuen Handlanger, Putzmann und irgendwie auch Aufpasser. Eine brisante Beziehung bahnt sich an.

Backbeat„-Produzent Stephen Woolley liefert sein Regiedebüt und arbeitet in diesem liebevoll ausgestatteten Popgeschichtsdrama Verschwörungstheorien ab.

Durch seine Eskapaden hat sich Brian Jones aus der Band manövriert, die er 1962 mitgründete: die Rolling Stones. 1969 ist er apathisch in ein Leben mit Sex und Drogen geflüchtet. In dieses destruktive Milieu führt Jones den biederen Frank ein. Frank wird Brians letztes Experiment, darf in der Starwelt schnuppern, aber nie zugreifen. Eine Zeitbombe, die eines Nachts explodiert - mit fatalen Konsequenzen.

1969: Der Mitbegründer der „Rolling Stones“, Brian Jones, hat es zu weit getrieben und ist von seiner Band geschasst worden. Sein ausufernder Lebensstil zwischen Sex, Drogen und zuviel Geld, um es sinnvoll ausgeben zu können, hat ihn den Job gekostet. Nun führt Jones den zurückhaltenden Bauunternehmer Frank in seine Welt ein, und experimentiert so mit ihm herum. Doch die schillernde, egozentrische Persönlichkeit des Musikers verträgt keine langen Bindungen, und diese Freundschaft steuert auf die endgültige Katastrophe zu.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. In der Pressemitteilung heißt es, „Stoned“ sei „ein Film über Aufstieg und Fall des legendären ‚Rolling Stones’-Gründers Brian Jones“, der „Ikone einer ganzen Generation“. Das Dumme an Stephen Woolleys Film ist nur, dass man davon kaum etwas mitbekommt. Tatsächlich ist von Jones Aufstieg und Erfolgen wie überhaupt von den „Stones“ bis auf kurze, hingeworfene Momente wenig zu sehen.

      Und was von der erfolgreichsten Live-Band der Welt inszeniert wird, besteht aus den sattsam bekannten Bildern, die in Filmen für ein wüstes Musikerleben reserviert sind. Krach mit den Eltern, einige wenige und kurze Konzertszene. Natürlich die Sex- und Drogenexzesse, hier mal aufgepeppt mit Sadomaso-Einlagen. Und viel nackter Haut: soviel gezielt entblößte Brüste und ab und an ein blanker Penis – hui, wie verwegen! Kontrastreiche „Doku“-Aufnahmen, gekonnt angefertigt vom Oscar-Kameramann John Mathieson („Gladiator“), verwackelt, verwaschen, die haben schon etwas von Authentizität.

      Aber weil die Rückblenden so zerfahren und beliebig daherkommen, muss man schon wissen, wer und wie und was die „Rolling Stones“ und ihr Brian Jones war, samt dem ganzen Szene-Personal drumherum. Der Film erklärt es einem nämlich nicht. Bestenfalls behauptet er die Bedeutung, mit der er herumspielt.

      Immerhin wird von vornherein alles Coole und Aufregende ziemlich übersprungen und gleich zum Niedergang übergegangen. Eine herrliche Dekonstruktion nicht nur der schönen Scheinwelt des Rock-Lebens sondern auch von dessen „Geschichtsschreibung“, den entsprechenden, legendenbefördernden Verfilmungen wie Oliver Stones „The Doors“ scheint darin angelegt zu sein. Jack Arnold hat dafür die passende Musik geschrieben. Neben den zeitgenössischen Songs, die hier schon fast klischeehafte Verwendung finden („White Rabbit“ zu Brians LSD-Versuchen), verhehlt sein schöner wehmütiger Score nie, dass es hier um ein reine „Erzählung“ handelt, und einen Abgesang dazu. Damit hat er dem Film als Gesamtwerk allerdings schon viel voraus.

      Wie Arnold waren auch die Drehbuchautoren von „Stoned“, Robert Wade und Neil Purvis, in letzter Zeit vor allem für die James-Bond-Reihe tätig. Mögen Wade und Purvis vielleicht das enge Korsett des Genres fehlen – oder womöglich ist Regisseur Woolley, der hier sein Regiedebüt gibt, zu sehr Fan der Stones gewesen: „Stoned“ jedenfalls weiß nicht so recht, was er will oder wohin er will. Genauer gesagt scheint er zuviel auf einmal zu wollen und verzettelt sich dabei.

      Dabei ist seine Stärke eindeutig das kleine Drama, das sich zwischen dem Architekten Frank und Brian entspinnt. Der bodenständige Frank wird vom zynischen „Stones“-Manager Tom Keylock (David Morrissey) für Brian verpflichtet, nachdem er schon Keith Richards Bude hergerichtet hat. Dass Brian im ehemaligen Domizil von A.A. Milne, Autoren von „Pu der Bär“, lebt und seinen Hund entsprechend „Heffalump“ nennt, hat da seinen Reiz: das englische Landhäuschen mit dem verwachsenen Garten ist eine verwunschene Kulisse, in der aufs Faszinierendste die Zauberwelt des berühmten Brians mit der prosaischen des Handwerkes Frank kollidieren. Welche davon die „richtige“ ist, mag man gar nichts sagen.

      Doch aus diesem Zusammenstoß, dem zuletzt Frank wie Brian zum Opfer fallen, weiß Woolley kein rechtes Kapital zu schlagen. Wer von den beiden den nun wirklich die Hauptfigur ist, bleibt unklar und damit beide blass. Zu blass, um wirklich Anteil zu nehmen.

      So verpufft der Film irgendwo zwischen Mythos und Drama, Kammerspiel und Zeitkolorit, Laut und Leise, und erstaunt immerhin damit, dass ein Film über die „Stones“ (oder zumindest einen Teil von ihnen) sowenig „Stones“ beinhalten kann.

      Fazit: Stephen Woolleys Film über die letzten Monate im Leben des legendären „Rolling Stones“-Gitaristen Brian Jones treibt orientierungslos zwischen Rock’n’Roll-Abgesang und Psychodrama, sowie seinen beiden Protaginisten herum, weshalb er farblos bleibt und bestenfalls die Faszination weckt, die man als Zuschauer und Fan selbst mitgebracht hat.
    2. Stoned: Das kurze, zwischen den Koordinaten Sex, Drugs and Rock platzierte Leben von "Rolling-Stones"-Gründer Brian Jones.

      Nach „Backbeat“ und einem vergessenen Beatle bekommt nun ein geschasster, im Pool versunkener Stone ein Denkmal gesetzt.

      Das Leben des Brian Jones erfüllt alle Klischees, die man mit Rockstars verbindet. Mit 16 hatte er seine 14-jährige Freundin, mit 17 eine verheiratete Frau geschwängert. Auch die nächsten 10 Jahre bis zu seinem frühen Tod mit 27, in denen die Begleiterinnen ständig wechselten, die Drogen aber eine Konstante blieben, waren eine Kriegserklärung an das kalte konservative Elternhaus und das gesellschaftliche Milieu, das es förderte. Was den kreativen Musiker und Multiinstrumentalisten Jones ausmachte, der vor Jagger & Richards Kopf der Rolling Stones war, kann „Stoned“ nicht vermitteln. Die chamäleonhafte Persönlichkeit des Gitarristen aber - das sanft Verführerische, provokativ Herausfordernde und destruktiv Erniedrigende - wird selbst in den Verkürzungen des Films deutlich. In seinem Regiedebüt konzentriert sich Stephen Woolley, Hausproduzent von Neil Jordan, auf die letzten Monate dieses selbstzerstörerischen Lebens. Von den anderen Stones wegen seiner Eskapaden und Ausfälle aus der Band gedrängt, verkriecht sich Jones (Leo Gregory, schon in „Hooligans“ eine gescheiterte Existenz) mit seiner aktuellen Eroberung Anna in seinem Landhaus. Der für Renovierungsarbeiten angeheuerte Bauunternehmer Frank (Paddy Considine) erfährt stellvertretend, was bereits andere flüchtige Bezugspersonen vor ihm erleben mussten. Es ist die Geschichte einer Verführung, die Annäherung an einen unerreichbaren Lebensstil mit attraktiven Frauen, Drogen und Geld, die schließlich in Demütigung, Abweisung und Gewalt mündet. Während Jones‘ zwischenmenschliches Experiment auf die Katastrophe, auf seinen von Verschwörungstheorien umrankten Tod im Pool zusteuert, surft „Stoned“ etwas zerfahren an biografische Eckpunkte, vor allem zu seiner ruinösen Beziehung zur Sixties-Ikone Anita Pallenberg zurück. Die anderen Stones sind nur Randnotiz - wie auch ihre Songs, von denen keiner originaleingespielt zu hören ist. Woolley bekam die Rechte nicht, behilft sich mit Coverversionen der Songs, die die Einflüsse von Jones zeigen. Deutet man diesen Verlust positiv, wird damit musikalisch betont, dass „Stoned“ eben nicht die Geschichte einer Band, sondern ihres Gründers erzählt. Stark verkürzt, nicht frei von Klischees und inszenatorischen Mätzchen, aber gerade durch den Dualismus zweier Persönlichkeiten psychologisch durchaus spannend. kob.

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