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Kommentar des Regisseurs

In den vergangenen fünf oder sechs Jahren habe ich beide Elternteile verloren. Als undankbarer ältester Sohn, der seine langen Absenzen von zu Hause mit seinem Eingespanntsein im Beruf rechtfertigte, empfinde ich heute Bedauern: „Wenn ich mich nur mehr um sie gekümmert hätte … , Warum habe ich denn dies oder das gesagt …?“ Still Walking ist motiviert ist durch diese Erfahrung der Reue, die wohl viele früher oder später erleben.

Die Figuren sind ganz gewöhnliche Leute und der Film spielt sich während eines einzigen Sommertags ab. Im Unterschied zu amerikanischen TV-Dramas passiert nichts Folgenschweres im Laufe dieses Wochenend-Familientreffens. Und doch kommt im Laufe des Tages, der so trügerisch friedlich scheint wie die ruhige See, eine leise Strömung auf und lässt ein permanentes Kräuseln auf der Oberfläche entstehen. Nehmen wir zum Beispiel die Sorge der Hauptfigur über das Altern seiner Eltern, es ist kaum wahrnehmbar und doch da. Oder die Diskussionen über ein Grosskind zwischen Schwiegertocher und Schwiegermutter, sie bleiben deren Geheimnis. In diesem Film habe ich die scheinbar unwichtige und doch bedeutende Minute betrachtet und porträtiert, die dieses Kräuseln verursacht, das sich durch unser ganzes Leben zieht.

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Es gibt keine Taifune in Still Walking, es wird nur das Vorher und Nachher eines dramatischen Moments betrachtet. Mit andern Worten habe ich auf die Ankündigung und den Nachhall, auf die Vorahnungen und den Nachklang von Ereignissen fokussiert. Ich denke, dass genau dort die Essenz des Lebens gefunden werden kann.

Und weil am Anfang von Still Walking ein Gefühl des Bedauerns steht, war es meine Idee, einen Film zu machen, der voller Leben ist. Anstatt den Schritt meiner Eltern vom Leben zum Tod hin zu porträtieren, wollte ich vielmehr einen Moment des Lebens selbst einfangen. Und in diesen Moment alle zwiespältigen Gefühle packen, die zu einer Familienerinnerung gehören, wie wenn man ein altes Familienalbum anschaut …

Der Film ist zwar eine Fiktion, ich habe mich aber auf die Persönlichkeit und den Wortschatz meiner Mutter abgestützt, als ich die Figur der Mutter entwarf. Ich wollte einen Film gestalten, in dem ich meine Mutter sofort würde erkennen können. Nicht, um über ihren schmerzlichen Verlust zu trauern, sondern um wieder mit ihr zu lachen. So ist er Film entstanden.

In diesem Film habe ich es geschafft, mehr als in allen anderen, ein Bild des menschlichen Wesens und seines Verhaltens in einer speziellen und nuancierten Art zu zeichnen. Wenn das so ist, dann habe ich dies meinem Vater und, allen voran, meiner Mutter zu verdanken.

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  • Fakten und Hintergründe zum Film "Still Walking"

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    Kino.de Redaktion  

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