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Fakten und Hintergründe zum Film "Stichtag"

Kino.de Redaktion |

Stichtag Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

„Die Idee ist simpel: Zwei Typen sehen sich gezwungen, gemeinsam durch die USA zu fahren, obwohl sie überhaupt nicht zusammenpassen“, erklärt Todd Phillips, der als Regisseur und Co-Autor an „Due Date“ (Stichtag) beteiligt ist. „Robert Downey Jr. ist der Architekt Peter Highman, der dienstlich in Atlanta zu tun hatte und nun nach L.A. zurückfliegen will. Er hat es eilig, denn seine Frau erwartet ihr erstes Baby – der Stichtag steht fest. Alles läuft planmäßig, bis er am Flughafen an einen Möchtegern-Schauspieler namens Ethan Tremblay gerät, der es fertigbringt, dass sie beide aus der Maschine gewiesen werden und auf absehbare Zeit kein Flugzeug mehr betreten dürfen.“

In diesem Moment ist von „simpel“ keine Rede mehr.

Peter ist gestrandet, weil er weder Bargeld, Kreditkarten noch Zeit hat. Er muss also in den sauren Apfel beißen und ausgerechnet jenen Typen um eine Mitfahrgelegenheit bitten, den er am liebsten verprügeln würde: Ethan. Denn der Mann, den Peter als Auslöser seiner Misere ansieht, sitzt inzwischen am Steuer eines Mietwagens und bietet ihm den Beifahrersitz an.

Das ist eindeutig nicht Peters erste Wahl – aber seine einzige.

Zunächst ist Ethan erfreut über die Gesellschaft, aber bald merkt er, dass sein Reisegefährte total verspannt ist – er lehnt es beharrlich ab, sich mit lustigen Fragespielen die Zeit zu vertreiben und will sich in keiner Weise der Situation anpassen. Gleichzeitig wird Peter klar, dass er mit einem Mann unterwegs ist, der sein Leben schneller ruinieren kann, als er es in seinen kühnsten Träumen für möglich gehalten hätte.

„Wenn es tatsächlich einen Menschen wie Ethan geben würde, hätte man ihn schon vor langer Zeit im Schlaf erdrosselt“, stellt Downey fest. „Wie ein Laserstrahl konzentriert er sich nur auf ein Ziel – nämlich seinen Gefährten zur Weißglut zu treiben. Er gehört zu den Typen, die einen ganzen Teller mit Waffeln verdrücken, bevor sie erwähnen, dass sie gegen Waffeln allergisch sind. Sicher kennen die meisten Zuschauer solche Leute, die allein darauf programmiert sind, allen anderen auf den Nerven herumzutrampeln.“

Zugegeben: Peter ist kein ausgesprochen geduldiger Mensch. „Er ist sehr nervös, reißt die Führung an sich, hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg – und er hat seine Aggressionen überhaupt nicht im Griff. Niemand könnte ihm diese Probleme deutlicher vor Augen führen als Ethan Tremblay. Peter ist schon unter normalen Umständen neurotisch, doch während er jetzt auf die Geburt seines ersten Kindes wartet, stolpert er in einen Albtraum, der seine explosive Stimmung nur noch steigert“, fügt Downey hinzu.

Im Vergleich dazu liefert Ethan eine ganz neue Definition von Gelassenheit. Zach Galifianakis spielt diesen Menschen, der Probleme wie ein Magnet anzieht. Er sagt: „Ethan lässt sich von überhaupt nichts beeindrucken – keine Beleidigung scheint zu ihm durchzudringen. Ethan lebt in seiner ganz eigenen Welt. Er hat keinerlei Talent, und daraus will er in Hollywood Kapital schlagen. Die beiden treffen sich unter unglücklichen Umständen, die alle Ethan zu verantworten hat – was ihm aber überhaupt nicht bewusst ist. Und auch an allem, was von diesem Zeitpunkt an passiert, ist Ethan Schuld. Ausnahmslos.“

Dazu Phillips: „Bei solchen Filmen ist immer von Chemie die Rede. Es heißt, dass sie funktionieren, weil die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt. Ich bin überzeugt, dass ‚Stichtag‘ durch Anti-Chemie funktioniert: Zwei Typen reden aneinander vorbei, sie verstehen sich überhaupt nicht, gehen ständig aufeinander los – so entsteht Spannung, das ist der Stoff, aus dem Komödien sind.“

Dan Goldberg hat seit „Road Trip“ (Road Trip nach Texas; 2000) alle Phillips-Filme produziert. Er sagt: „Die Dynamik ergibt sich aus den Hindernissen, die sich immer wieder auftürmen und sie von ihrer Reise abhalten.“

Der Trip durch die amerikanische Provinz führt Peter und Ethan aber auch auf eine noch weniger berechenbare Reise – nämlich die zur Selbsterkenntnis, die auch ein Kennenlernen ihres jeweiligen Gegenübers einschließt.

Falls sie noch so lange am Leben bleiben.

Scott Budnick ist als Executive Producer beteiligt – er sagt: „Die Story ist sehr emotional und wirft tatsächliche Probleme auf – Robert und Zach zeigen phänomenale Leistungen, mit denen sie nicht die komischen Situationen, sondern auch die Gefühle intensiv ausloten. Mir gefallen jene Komödien am besten, die auch zu Herzen gehen.“

Obwohl Ethan jedermann auf die Palme treibt, weil er mit seinem Geld nicht umgehen kann, Pinkelpausen ignoriert oder den Wagen von einer Brücke rutschen lässt, gibt Phillips dennoch zu, dass Ethan auch seine guten Seiten hat: „Er ist grundehrlich und unschuldig, er ist so menschlich, dass man trotz allem auf seiner Seite ist. Ethan ist eine komplexe Figur. Er hat kürzlich seinen Vater verloren, der sein bester Freund war – das macht ihm schwer zu schaffen. Alles, was er tut, wird von dieser unterschwelligen Verzweiflung geprägt, denn eigentlich möchte er es allen recht machen, aber schon beim Austausch von Höflichkeiten übertreibt er.“

„Oft ist sein Motiv die Angst vor der Einsamkeit“, sagt Galifianakis.

Dagegen wirkt Peter wie ein arroganter und aggressiver Kontrollfreak. Doch – mit den Worten von Phillips’ Drehbuchpartner Adam Sztykiel – „man spürt, dass sein Verhalten im Grunde sehr gefühlsbetont ist, weil er bestimmte Probleme nie verarbeitet hat, was im Laufe der Story allmählich klar wird. Denn gar nicht tief unter der rauen Alphatier-Schale ist er sehr verletzlich – er hat panische Angst vor seiner Verantwortung als Vater.“

„Ich bin selbst Vater“, berichtet Downey. „Auch ich habe mir die wichtige Frage gestellt, wie man mit einem Kind umgehen und es beschützen soll, wenn man damit überhaupt keine Erfahrung hat.“

Mit diesem Motiv spielen die Drehbuchautoren Alan R. Cohen und Alan Freedland, die die Originalstory zu „Stichtag“ beisteuerten. „Peter fühlt sich nur wohl, wenn er alles unter Kontrolle hat. Doch in diesem Film geht es ausschließlich um Kontrollverlust: Zunächst schafft er es nicht, nach Hause zu fliegen, und immer dräut über ihm seine Vaterschaft – ob er nun genügend vorbereitet ist oder nicht“, sagt Cohen.

„Wir versetzen ihn in eine Situation, in der er mit einem Mann das Land durchquert, der im Grunde ein Kind geblieben ist“, fügt Freedland hinzu.

Peter würde sich sicher kaum wohler fühlen, wenn er wüsste, dass all sein Leid, Stress und Frust einen Sinn haben. Und dennoch …

„Als ich das Skript las, hat es mich bewegt“, erinnert sich Executive Producer Susan Downey. „Obwohl es so komisch ist, wird es doch von einer tiefen Menschlichkeit geprägt. Jede Komödie soll letztlich solch eine Basis haben, denn Humor funktioniert nur auf einem dramatischen Fundament. In ‚Stichtag‘ entdeckt Peter durch die Erlebnisse mit Ethan seine eigene menschliche Seite – jetzt ist er auf die Geburt seines Kindes vorbereitet. Er muss erst ein Mensch werden, bevor er Vater werden kann.“

Trotz der „Anti-Chemie“, die Phillips sich für die Hauptfiguren wünschte, entwickelte sich zwischen Galifianakis und Downey von Anfang an eine ausgesprochen positive Chemie.

Downey erinnert sich lebhaft daran, wie sie sich kennen lernten: „In Venice/Kalifornien kommt plötzlich ein Typ auf mich zu und sagt: ‚Hi, ich glaube, wir machen einen Film zusammen.‘ Meine erste Reaktion war: ‚Dem Typ muss ich wohl eine reinhauen.‘ Doch dann erkannte ich ihn: ‚Mein Gott … das ist Zach!‘ Bald darauf kam er zum Essen, weil wir über das Drehbuch reden wollten. Vorher fragte ich an, ob er irgendetwas nicht essen darf, und er schickte mir eine Liste all der Dinge, die er brauchte – darunter Mineralwasser, das aus Barstow eingeflogen werden musste. Diese Liste ist umwerfend – ich lese sie gern auf Partys vor.“

„Wir haben uns am Set gegenseitig bemuttert – es war das genaue Gegenteil von dem, was vor der Kamera passierte. Jeden Morgen sprachen wir durch, wie wir die Szene anpacken wollten. Das war toll. Irre, wie die Zusammenarbeit mit einem Profi-Schauspieler mein Niveau anhebt“, ergänzt Galifianakis.

„Für mich ist meine Reaktion auf Projekte immer untrennbar mit der Besetzung verbunden“, sagt Phillips. „Sofort überlege ich, wie ich den Film besetzen würde. Bei ‚Stichtag‘ wusste ich sofort: Falls Robert und Zach mitmachen, ist die Sache schon gelaufen.“

„Stichtag“ ist bereits Phillips’ zweiter Film mit Galifianakis: Seinen Durchbruch schaffte der Comedian im vorigen Jahr mit seiner Hauptrolle im internationalen Blockbuster „The Hangover“ (Hangover), der umsatzstärksten nicht-jugendfreien Komödie aller Zeiten. Er sagt: „Zach und ich verstehen uns, weil er weiß, dass ich seinen Humor wirklich verstehe – und der kann reichlich abgefahren sein.“

In „Stichtag“ spielt Galifianakis allerdings eine Figur, bei der er äußerst subtil zu Werke gehen muss. Dazu Budnick: „Jede noch so kleine Nuance seiner Persönlichkeit, jedes Detail – seinen Gang, seine Sprechweise, seine Denkweise: Zach weiß genau, wie Ethan Tremblay tickt – das wird in jeder Szene deutlich, die Ethan auf der Leinwand zeigt.“

Dennoch bleibt Galifianakis’ Leistung im Grunde unberechenbar. „Zach ist spontan und gefährlich – ich finde, dass Comedy am besten funktioniert, wenn ein Hauch von Gefahr mitschwingt, denn dann weiß man nie genau, was als nächstes passiert, was er sagen oder tun wird. In diesem Sinne ist er der perfekte Komödiendarsteller“, sagt Phillips.

Und „Stichtag“ beschert ihm einen würdigen Gegner: Robert Downey Jr.

„Robert ist nicht nur ein Schauspieler von Weltklasse, er ist auch ein sehr komischer Typ. Ich käme nie auf die Idee, Robert Downey Jr. als Partner eines Comedians eine normale Rolle spielen zu lassen“, sagt Phillips. „In ‚Stichtag‘ gibt es keine normalen Rollen, weil beide auf ihre Art völlig ausgeflippt sind. Das Tolle daran ist: Wenn Zach und Robert sich die Bälle zuspielen, sind sie beide sehr lustig, aber ihr Humor entsteht auf völlig unterschiedliche Weise, ihr jeweiliger Stil ist so verschieden, dass sie sich das Territorium überhaupt nicht streitig machen.“

Downey, Galifianakis, Phillips und Sztykiel „nahmen das Drehbuch auseinander und setzten es wieder zusammen“, sagt Goldberg. „Jeden Tag entstanden neue Aspekte, die mich anrührten und zum Lachen brachten. Ganz sicher bekommen die Zuschauer in ‚Stichtag‘ Aspekte von Robert und Zach zu sehen, die sie noch nicht kennen – sie werden überrascht sein. Genau das wünsche ich mir als Filmemacher.“

Phillips weiß diese Philosophie und dieses Verfahren zu würdigen. „Comedy entsteht zu einem großen Teil am Drehtag selbst“, sagt er und führt als Beispiel die Szene mit dem Gepäckfach im Flugzeug an: „Das war, als wir uns die Sitze und das Gepäckfach darüber anschauten – uns wurde klar, dass sie sich auf engstem Raum sehr nahe kommen. Zach sagte: ‚Wie wäre es, wenn ich mich an ihm reibe, während ich nach oben in das Gepäckfach lange?‘ Und ich sagte: ‚Wie wäre es, wenn du erstmal dein Hemd hochziehst, um dir die Brille zu putzen, sodass du deinen Bauch entblößt?‘ Comedy ist keine mathematische Gleichung, sondern Jazz.“

Dazu Robert Downey Jr.: „Jeden Tag überlege ich: Wenn wir alles laut Drehbuch machen, läuft es so. Wenn wir uns aber ein Bein ausreißen und es wieder einsetzen und dem Zufall seinen Platz einräumen, könnte es ganz anders laufen. Das Set brachte wie ein Lebewesen seine eigene Energie hervor – es entwickelte sich ständig weiter. Das Tolle und Lustige an Todd: Manchmal liegt er derart falsch, dass es schon wieder goldrichtig ist.“

Diese Definition gefällt Galifianakis – er gibt zu, dass er wie der Regisseur gerade das „Unangemessene“ zu schätzen weiß: „Todd und ich haben denselben Humor. Wir finden es toll, Tabus zu verletzen – lustig wird es vor allem dann, wenn man eigentlich nicht darüber lachen darf. Als Standup-Komiker mag ich es besonders, wenn die Zuschauer schon loslachen, bevor sie merken, dass sich das eigentlich nicht schickt – dann stellen sie sich selbst infrage. Trotzdem darf man sich durch das, was Todd und ich in einem Film anstellen, natürlich auch beleidigt fühlen“, fügt er mit gespielter Besorgnis hinzu. „Oft bin ich selbst beleidigt von dem, was ich in Filmen aushecke.“

Produktion: Die Dreharbeiten

„An Roadmovies gefällt mir vor allem, dass die Helden praktisch ohne Netz arbeiten. Man setzt sie einfach den Elementen aus und sagt: ‚Seht zu, wie ihr damit fertig werdet“, berichtet Phillips. „Die Unterstützung durch Freunde und Familie fehlt. Die Begegnungen mit Fremden sind kurz, aber intensiv.“

Um diesen Umstand besonders eindrucksvoll zu gestalten, treten in „Stichtag“ hochkarätige Nebendarsteller auf, die Peter und Ethan unterwegs denkwürdige und oft auch zum Nachdenken anregende Begegnungen bieten.

Zunächst treffen sie die selbstständig arbeitende Arzneimittellieferantin Heidi, die Probleme mit ihrer Mutterrolle hat. Ethan treibt sie in ihrem Haus in Birmingham auf, um sich Nachschub für sein „Glaukom-Medikament“ zu besorgen – einer der vielen Abstecher, die die beiden kilometerweit von ihrer Reiseroute abbringen.

Die Heidi spielt Juliette Lewis in ihrem dritten Film mit Phillips. Lewis befand sich mit ihrer Band auf Tournee in London, als der Regisseur anrief. „Wir arrangierten es so, dass ich zwischen London und Helsinki einen Boxenstop in einem Kaff machte, von dem ich noch nie gehört hatte: Las Vegas/New Mexico. Dort habe ich zwei Tage lang eine Marihuana-Dealerin gespielt“, erinnert sie sich. „Wenn Todd anruft, läuft das völlig auf Vertrauensbasis. Ich kenne die Rolle nicht, ich habe keine Ahnung, was er von mir erwartet, aber ich weiß trotzdem ganz genau, dass es klappt und sehr lustig wird.“

Oscar-Preisträger Jamie Foxx, der mit Downey kürzlich in „The Soloist“ (Der Solist) aufgetreten ist, spielt diesmal Peters ehemaligen Kommilitonen Darryl, der inzwischen in Dallas lebt.

„Es war ein echter Coup, Jamie dazu zu bringen, Peters Freund zu spielen – laut Ethan ist er sogar der biologische Vater von Peters ungeborenem Kind“, sagt Robert Downey Jr., wobei er ein weiteres Thema anspricht, mit dem Ethan Peters Leben zur Hölle macht.

Als sie Darryls Haus betreten, entdeckt Ethan sofort bestimmte Fotos, stellt ein paar Fragen, zählt zwei und zwei zusammen: Für ihn ergibt das fünf. „Ethan erfährt, dass Darryl sehr eng mit Peters Frau befreundet ist, und zieht daraus alle möglichen Schlüsse. Dadurch beginnt allmählich auch in Peter ein Zweifel zu keimen“, sagt Phillips.

„Darryl taucht am Horizont auf, tut den Jungs einen Gefallen, und alles ist wunderbar – für einen sehr kurzen Moment. Denn dann wird es blitzartig völlig verrückt“, sagt Foxx über die folgende Szene. Das Resultat: Peter und Ethan landen wieder auf der Straße. „Bei der Arbeit mit Robert, Zach und Todd weiß ich nie, was mich erwartet – nur eins ist sicher: Es wird eine ausgeflippte, kreative und sehr gemeinschaftliche Erfahrung.“

Weitere Mitmenschen, mit denen die Reisenden aneinandergeraten: ein schlecht gelaunter Telegrammbote, den Danny McBride spielt; ein äußerst penibler Beamter der Airport Security, dargestellt vom Grammy-preisgekrönten HipHop-Produzenten/Musiker und Schauspieler Rza; und ein außergewöhnlich gleichgültiger Agent der Transportsicherheitsbehörde TSA, gespielt von Matt Walsh, dem Notarzt aus „Hangover“.

Zu Hause wartet unterdessen ungeduldig Peters Frau Sarah – diese Rolle übernimmt Michele Monaghan, die nach der Thriller-Komödie „Kiss Kiss Bang Bang“ (Kiss Kiss Bang Bang) erneut als Downeys Partnerin auftritt.

„Sarah ist seit acht Monaten und 29 Tagen schwanger und verständlicherweise sehr nervös, weil es ihr erstes Baby ist“, berichtet Monaghan. „Ihr Mann ist nicht nur auf der Rückreise verschollen, sondern reist jetzt mit einem Irren durchs Land, der sich nur dafür interessiert, ob ‚sie ihm einen Tipp geben kann, wer ihm eine Dauerwelle machen könnte!‘ Dass das Baby problemlos auf die Welt kommt, ist offenbar sehr viel wahrscheinlicher als die unbeschadete Rückkehr des Vaters.“

Bevor die Umstände Peter und Ethan zwingen, sich einen Leihwagen zu teilen, hat Ethan bereits einen Reisegefährten, eine Französische Bulldogge namens Sonny: Der Dritte im Bunde bildet im eskalierenden Chaos den ruhenden Pol.

Sonny ist zwar zweifellos männlichen Geschlechts, wird aber fast ausschließlich von einer weiblichen Dogge gespielt – ihr Trainer war Mark Harden von der Spezialistenfirma Boone’s Animals for Hollywood.

Der Hund tauchte im Drehbuch auf, als Phillips versuchte, die Spannungen zwischen den beiden Helden noch zu verschärfen. Also beschloss er, dass der eine ein Hundefreund sein sollte und der andere … eher weniger. Phillips informierte sich auf der Firmenwebsite des berühmten Tiertrainers Boone Narr und fand genau das Tier, das er suchte: die ausgewachsene Französische Bulldogge Bodie mit ihren großen Ohren und einem komischen Ausdruck in ihren weit auseinander stehenden Augen, wie er für diese Rasse typisch ist.

Leider wiegt Bodie zwölf Kilo und ist deshalb zu schwer, als dass man ihn ständig auf dem Arm tragen könnte. Also startete Harden nur Wochen vor Drehbeginn eine flächendeckende und ganz präzise Suche nach einer sechs bis zehn Monate alten weißen, eher schmächtigen Französischen Bulldogge. Zunächst versuchte er es bei Tierschutzverbänden, dann wandte er sich an ein landesweites Netzwerk von Züchtern, um schließlich jemanden aufzutreiben, der ein nur sieben Kilo wiegendes ausgewachsenes Weibchen besaß.

Galifianakis erzählt zwar gern, Sonny sei so trainiert, dass sie auf den Befehl ‚Action!‘ sofort einschläft, aber Harden fühlt sich für das entspannte Verhalten der Hündin nicht verantwortlich. Er gesteht: „Sie ist einfach nur sehr ausgeglichen und gut angepasst. Sie regt sie niemals auf. Wahrscheinlich hat sie sehr schnell kapiert, dass die meisten ihrer Szenen sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würden – da konnte sie doch gleich mal ein Nickerchen machen.“

Galifianakis hat zwar eine Hundeallergie, freundete sich aber doch mit seiner vierbeinigen Partnerin an. Er berichtet: „Ich habe sie sehr beneidet, weil sie während der Arbeit schlafen konnte. Und sie schnarcht genauso wie ich.“

Sonny ist zwar äußerst fotogen, aber einen speziellen Trick brachte sie nicht zustande – deshalb musste Bodie einen Drehtag lang eine Sondervorstellung geben.

Harden beschreibt ausführlich, wie dieser Trick durch Zufall ins Drehbuch gelangte: „Französische Bulldoggen können sich an bestimmten Körperpartien nicht selbst so ablecken, wie andere Hunde das tun. Ich weiß nicht, ob das an ihren kurzen Hälsen und den breiten Schultern liegt. Aber sie können ihren Kopf nicht nach hinten drehen. Stattdessen benutzen einige eben ihre Pfoten – ein ganz natürliches Verhalten, das Bodie spontan vorführte, als er Todd vorgestellt wurde, während wir uns noch unterhielten“, erinnert sich der Trainer. „Als Todd das sah, gab es für ihn kein Halten mehr. Er sagte: ‚Mein Gott, kannst du ihm das antrainieren?‘“

„Ich liebe Slapstick“, sagt Phillips, der die Definition dafür in „Stichtag“ begeistert erweitert: Es gibt auf der Autobahn eine Verfolgungsjagd mit zahlreichen Fahrzeugen, ein Auto, das sich über Bug und Heck überschlägt, und eine Schießerei mit etlichen deutlich alkoholisierten Grenzbeamten.

Dazu Phillipps: „Mir macht es immer wieder Spaß, Schockmomente einzufügen, bei denen sich die Zuschauer fragen: ‚Hoppla, was war denn das?!‘ Die Sequenz mit den Autos haben wir in Las Cruces/New Mexico gedreht. Dort erlaubte man uns, das Brückengeländer zu durchbrechen und auf der Straße darunter zu landen. Wir haben die Straße schon etliche Tage zuvor gesperrt, um die Szene vorzubereiten und dann zu drehen. Aber im Grunde weiß man nie genau, wie ein Stunt ablaufen wird. Also drehten wir gleichzeitig mit vier oder fünf Kameras und schauten einfach zu, was passierte. Das Auto landete dann wieder auf seinen Rädern, aber wir waren auf alles gefasst.“

Die Dreharbeiten zu „Stichtag“ bestanden selbst aus einer langen Reise. Die Außenaufnahmen begannen in und um Atlanta und bewegten sich wie die Geschichte langsam in Richtung Westen – über Dallas und Zentral-Texas bis zu verschiedenen Locations in New Mexico wie Las Vegas und Santa Fe, wobei die Filmemacher ihr Hauptquartier in Albuquerque einrichteten, bevor sie endlich Kalifornien erreichten.

„Das Skript sieht vor, dass die Helden den Kontinent innerhalb von wenigen Tagen durchqueren – sie müssen daher unbedingt die Südroute einschlagen, die kürzer ist als die Nordroute. Was die Fahrzeit angeht, ist das also sinnvoll“, sagt Produktionsdesigner Bill Brzeski.

Ein Extra-Drehteam filmte vom Helikopter aus den Grand Canyon für eine Schlüsselszene, in der Peter und Ethan am Rand des Abgrunds sitzen und auf den Colorado River hinabschauen, der sich tief unten durch die Schlucht windet. Zwischen den Einstellungen hielten Busladungen von Touristen aus aller Welt an der Stelle, und manche Teammitglieder machten sich Sorgen, dass die Besucher beim Klettern unvorsichtig werden würden, falls sie Downey und Galifianakis entdeckten.

Die Flughafensequenz am Anfang des Films setzt sich aus etlichen Elementen zusammen. Die Fahrgastkabine des Flugzeugs baute man in Halle 11 der Warner Bros. Studios nach. Der Kantstein, an dem Peters und Ethans Wagen hält, wurde am Ontario Airport in Kalifornien gefilmt. Die Sicherheitsschleusen und andere Innenräume des Terminals installierte man im Georgia World Congress Center in Atlanta.

Zu den weiteren Originalschauplätzen in Georgia zählten ein Baugelände im Viertel Buckhead in Atlanta; ein Waffelrestaurant und Teile des Highway 27 in Bremen; verschiedene Drehorte an den Autobahnen I-75 und I-675, an der Landstraße 20 in Georgia und am Metropolitan Parkway; das Gwinnett Medical Center in Lawrenceville; der Apartmentkomplex 1010 Condos an der historischen Peachtree Street in Atlanta; und eine vor Kurzem geschlossene Autobahnraststätte an der I-985.

Darryls Haus in Dallas setzte sich aus Außenaufnahmen in Buckland/Georgia und Innenszenen zusammen, die im kalifornischen Encino gedreht wurden. „Letztlich sind wir nie da, wo wir laut Drehbuch eigentlich sein sollen“, sagt Brzeski. „Las Vegas/New Mexico entstand um die Jahrhundertwende und sieht nicht so aus, wie man sich New Mexico vorstellt. Es gibt dort viele viktorianische Gebäude, die nicht zum typischen Look von Santa Fe passen – deshalb kann der Ort fast jede amerikanische Kleinstadt doubeln – von Texas bis Ohio. Dort haben wir Heidis Haus gefilmt, das eigentlich in Alabama stehen soll.“

Die Stadt im Südwesten bot auch eines der größeren Sets: einen Grenzübergang nach Mexico, der auf einer Brücke über der Landstraße 25 in Las Vegas eingerichtet wurde. Darunter stellten Brzeski und sein Team ein Lager aus Wohnwagen der Federali zusammen, wobei sie tatsächliche Fahrzeuge der mexikanischen Grenzbeamten verwendeten. Das Innere eines Büros und eines Wohnwagens sowie eine kardanische Aufhängung, die in der Szene benötigt wird, baute man im Studio auf, und eine weitere, rotierende Vorrichtung, die von einem Teammitglied als „Auto am Spieß“ bezeichnet wurde, konstruierte man, damit Peter und Ethan sich mit ihrem Miet-Subaru überschlagen konnten.

Diese Tour de Force hat unübersehbare Auswirkungen auf Peter, der ohne sein Gepäck auskommen und die gesamte Reise in seinem zunehmend zerknitterten, zerrissenen, verdreckten und auch nachts getragenen Anzug durchstehen muss. Für Kostümdesignerin Louise Mingenbach bedeutete das, 20 Versionen des Anzugs in fünf verschiedenen Stadien der Auflösung bereitzuhalten. „Die Entwicklung der Story ist eindeutig an Peters Kleidung ablesbar“, sagt sie.

Ethans Garderobe machte ihr mehr Spaß – sie ließ sich auch von Galifianakis inspirieren, der, wie sie sagt, „völlig uneitel ist. Manche Schauspieler wollen stets möglichst gut aussehen, aber Zach gehört nicht dazu. Er trägt immer genau das, was seiner Rolle entspricht, selbst gebleichte Jeans, die zwei Nummern zu klein sind.“

„Ich finde es toll, wenn ich in Filmen schlimm aussehe“, bestätigt Galifianakis. „Ursprünglich sollte Ethan wie ein Hippie wirken, aber ich fand, dass er eher wie ein Künstlertyp aussehen sollte – oder was er dafür hält. Er hat eine Dauerwelle, er trägt Tanzschuhe und ganz schlimme enge Jeans sowie einen Schal als Accessoire. Er will Schauspieler werden – und er glaubt, dass Schauspieler sich so kleiden.“

„Stichtag“ ist der fünfte Film, den Mingenbach und Phillips gemeinsam drehen. Er sagt dazu: „Ich habe ein tolles Team. Im Grunde arbeite ich schon seit meinen Anfängen immer mit denselben Leuten. Wir schreiben was Verrücktes, und dann frage ich meine Crew: ‚Kommen wir damit durch?‘“

Zu den schon lange bewährten Mitarbeitern gehören Kameramann Lawrence Sher, Cutterin Debra Neil-Fisher und Filmkomponist Christophe Beck.

Scott Budnick berichtet: „‚Stichtag‘ entstand genau zehn Jahre nach ‚Road Trip‘, Todds erstem Film und meinem ersten Job nach dem College. Wir drehten ‚Road Trip‘ von September bis Dezember 1999 und ‚Stichtag‘ von September bis Dezember 2009.“

Für Phillips ist dies das Genre der unbegrenzten Möglichkeiten.

„Ich habe unterwegs die merkwürdigsten Situationen erlebt“, gesteht Drehbuchautor Sztykiel, der aus Los Angeles stammt und sich in mancher Hinsicht in Peter wiedererkennt. „Dieser Typ lebt reichlich behütet und weiß wenig von dem Land, das sich 5000 km weit nach Osten erstreckt. Das Reisen ist sicher nicht immer bequem, aber man lernt dadurch sich und seinen Platz in der Welt besser kennen. Was ich Reisenden raten würde? Gehen Sie auf die Toilette. Achten Sie darauf, dass auch ihr Reisegefährte auf der Toilette war. Geben Sie nicht ihren gesamten Etat für illegale Substanzen aus. Vermeiden Sie das Wort ‚Bombe‘ an Bord eines Flugzeugs. Öffnen Sie nie die Autotür, während Sie fahren. Eigentlich doch ganz einfach.“

Stimmt. Hinterher ist man immer klüger.

„Autoreisen haben etwas an sich, das extreme menschliche Reaktionen und Gefühle provoziert“, sagt Phillips. „Es gibt immer wieder Überraschungen, und manche Menschen lernen sich selbst und einander besser kennen – so wie sie es nie erleben würden, wenn sie nicht bis zum Äußersten gefordert oder gezwungen wären, schnelle, instinktive Entscheidungen zu treffen, wie man sie unterwegs eben treffen muss.“

Andererseits wird die Route irgendwann fast zur Nebensache. Phillips sagt abschließend: „Egal wo wir uns in ‚Stichtag‘ befinden, egal in welches Chaos die beiden geraten – letztlich geht es immer nur darum, dass sie irgendwie ihre Probleme lösen.“

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