Stichtag

  1. Ø 3.4
   2010
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Filmhandlung und Hintergrund

Stichtag: Ein irrwitziger Roadtrip von "Hangover"-Regisseur Todd Phillips, der zwei ungleiche Typen auf eine unvergessliche Reise durch den amerikanischen Südwesten führt.

Es ist Verachtung auf den ersten Blick, als Peter Highmans Weg sich mit dem von Möchtegernschauspieler Ethan Tremblay kreuzt. Ethan, ein Spinner mit Herz, stiftet von Beginn an Chaos, sabotiert Peters Flug in Atlanta, bietet dem entnervten Architekten dann aber an, ihn im Auto nach L.A. mitzunehmen. Die Zeit drängt, denn Peters Frau erwartet in wenigen Tagen ein Kind, doch Ethan bringt nichts aus der Ruhe. Auch eine beispiellose Katastrophenkette nicht, bei der er der Auslöser und Peter das Opfer ist.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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    Am Anfang war der Plan: Peter will nach Hause zu seiner Frau, die kurz vor der Geburt des gemeinsamen Kindes steht. Alles, was Peter dafür tun muss, ist einen Flug von Atlanta nach L.A. zu nehmen. Doch dann, am Flughafen, trifft er auf Ethan, einen hoffnungsvollen und ziemlich exzentrischen Schauspieler, der in Hollywood sein Glück versuchen will. Und aufgrund dieser folgenreichen Zufallsbekanntschaft hat Peter plötzlich ganz andere Probleme am Hals. Das erfolgreiche Team um Regisseur Todd Phillips landet hier nach HANGOVER einen erneuten Kinostreich. Alles ist laut, schräg, ein bisschen zuviel des Guten und macht doch einen enormen Spaß beim Zuschauen. Robert Downey Jr. als reservierter und leicht cholerischer Spießer ist der neue König der minimalistischen Mimik und Zach Galifianakis liefert eine hinreißende Vorstellung als liebevoller Chaot, der nur Gutes im Sinn hat - auch wenn das nicht immer funktioniert. In einer solchen Komödie ist alles erlaubt: Vom obszönen Witz bis hin zu tragikomischen Momenten mit überraschendem Tiefgang. Ein typisches Buddy- und Road-Movie, das einfach Spaß macht. Abgedreht, chaotisch und mit ganz hoher Gagdichte. Jurybegründung: Das Thema ist uns vertraut. Zwei Männer sind gezwungen, eine gemeinsame Reise zu überstehen und weil es eine Komödie werden soll, sind Situationskomik und auch Actioneinlagen angesagt. Man nehme dafür zwei unterschiedliche Charaktere, der eine, Robert Downey als Peter Highman, ist eher ein Managertyp. In seinem Sozialverhalten der Mensch, der von sich überzeugt ist, alles im Griff zu haben und entsprechend arrogant wirkt. Der andere ist Ethan Trembley, gespielt von Zach Galifianakis, der freakige Chaot mit anarchistischen Grundzügen, leicht überdreht und ein Loser, der Schauspieler werden will. Zu ihm gehören ein Mops und eine Kaffeedose, darin die Asche seines Vaters als Urnenersatz. Beide Typen wollen nach Los Angeles. In fünf Tagen bekommt Peters Frau ein Baby und Ethan hat einen Vorstellungstermin. Statt wie geplant zu fliegen sind sie gezwungen den weiten Weg quer durch die USA mit dem Wagen anzutreten. Mit vielen Verwicklungen und den notwendigen Wendepunkten, wird aus einer anfänglichen Unverträglichkeit ein Arrangement einer Männerfreundschaft. Am Ende steht ein etwas lockerer, familientauglicherer Peter als vorher. Mit Frau und Kind gemeinsam im Bett liegend folgen sie einer Fernsehshow. Der ?Kumpel' von der Reise hat es wohl auch geschafft, sein Ziel zu erreichen. Doch er bleibt ein Loser, ihm wird in der Familie noch nicht einmal ein Platz zugestanden. Zwischen Start und Ziel liegen viele Einzelepisoden, von witzig bis nachdenklich. Der Film wird zwar als durchgängig amüsant angesehen, doch es wird zu viel mit Versatzstücken und Klischees gearbeitet. Die Mexikaner an der Grenze sind einfältig und gut zu übertölpeln, die traditionellen Werte der Familie dürfen nicht angetastet werden, Behinderte, die den Krieg im Irak mitgemacht haben, darf man nicht anschreien, sondern sind stets zu achten, die political correctness führt letztlich zu einer Oberflächlichkeit. Zu häufig wird mit Zitaten aus anderen Filmen gearbeitet. Zwischendurch entsteht Langeweile und die Figuren lassen einen kalt. Ein Grundkonflikt als Motiv des Verhaltens der unterschiedlichen Protagonisten ist die Prägung durch das jeweilige Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Der arrogante Peter, dessen Vater recht früh das Kind verließ und nie wieder auftauchte, steht für die abweisende Arroganz. Auf der anderen Seite ein Vater, als liebenswert und fürsorglich von Trembley geschildert, was aber auf diesen chaotischen Typ und seinem Verhalten nicht direkt beziehbar ist. Im Film ist es lediglich der formale Bezug, die Asche des Vaters dorthin zu bringen, wie er es wollte. Störend die Vorhersehbarkeit am Ende des Films, die Macher des Films haben zu wenig gewagt, sind die kritischen Kommentare zum Film. Trotz der Einschränkungen vergibt der Ausschuss das Prädikat wertvoll, da die Grundstärke dieser Komödie als eine Mischung aus Buddymovie und Roadmovie amüsant und gut unterhaltend ist mit witzigen Dialogen. Vielleicht, so wird vermutet, liegt es an der Übersetzung, dass bei dem Humor der Biss allzu oft verloren geht. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Zu den beliebtesten Komödienplots gehört es, zwei grundverschiedene Charaktere mit ihren Macken und Eigenheiten aufeinander prallen zu lassen, was für reichlich brenzlige Situationen und Chaos sorgt. Bei Todd Phillips jüngster Variante des Buddy-Prinzips handelt es sich im Grunde um eine Neuauflage von John Hughes „Ein Ticket für zwei“ mit Steve Martin als genervter Werbemanager und John Candy als ungehobelter Vertreter für Duschvorhänge. Der Originaltitel des im Winter angesiedelten Road Movies „Planes, Trains and Automobiles“ sagte schon alles über die verwendeten Fortbewegungsmittel aus. In der (inoffiziellen) Neuversion beschränkt sich die missliche Reise von Robert Downey jr. und Zach Galifianakis nach ihrem Flugverbot auf wechselnde Automobile.

    Das Konzept von Buddy-Movies beruht auf dem Prinzip, zwei verfeindete Individuen in Notlage zunächst gnadenlos anzufeinden, um sie später sympathische Züge aneinander entdecken zu lassen. Die „Stichtag“-Ausgangssituation nutzt die weiterhin schwellende Terrorangst auf Flughäfen, um die unfreiwilligen Zufallsbekanntschaften durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auf die „No-Fly-Liste“ zu hieven und damit ihre gemeinsame Fahrt gegen Westen in Gang zu setzen. Während der leicht erregbare Architekt Peter Highman um jeden Preis die Geburt seines Babys in Los Angeles erleben will, plant der großspurige Nachwuchsakteur Ethan Tremblay, die in einer Kaffeedose aufbewahrte Asche seines Vaters im Grand Canyon zu verstreuen.

    Natürlich will der mit relativ geringer Toleranzgrenze ausgestattete Peter den naiven Gelegenheitskiffer, der eine schwache Don Corleone-Imitation zum Besten gibt und schon 90 Freunde auf Facebook vorweisen kann, so schnell wie möglich los werden, was sich keinesfalls als einfach erweist. Auf ihrer Odyssee begegnen Downey jr. und Galifianakis samt Bulldogge weiteren Stars wie Juliette Lewis als Gelegenheitsdealerin mit zwei ungezogenen Gören, Danny McBride als prügelnder Kriegsveteran oder Jamie Foxx als Peters alter Kumpan und vermeintlicher Nebenbuhler. Da der selbst ernannte Mister „Hollywood“ nicht viel von Sicherheit beim Autofahren hält und schon einmal Texaco mit Mexiko verwechselt, gerät die Irrfahrt bald zum Spießrutenlauf.

    Einen überragenden Erfolg feierte Klamaukspezialist Todd Phillips zuletzt mit dem überschätzten „Hangover“, der für Komiker Zach Galifianakis ebenfalls den Durchbruch bedeutete. Doch „Stichtag“ erweist sich, auch dank Robert Downeys trockenem Humor, als weitaus geglückter als der Vorgänger oder der derbe „Old School“. Erneut verwechselt Phillips mitunter Sentimentalitäten mit Tiefgang und verzichtet nicht auf „Gross-Out“-Humor wie Masturbations- oder Kotzeinlagen. Die anfängliche Pointendichte hält die Komödie auf Dauer zwar nicht durch. Dennoch stimmen insgesamt Tempo und Timing, so dass dem Zuschauer trotz Hang zur Karikatur die Charaktere bald ans Herz wachsen. Für Fans von US-Comedy-Produktionen sollte „Stichtag“ durchaus einen Blick wert sein. Zudem erfolgen im Finale noch Gastauftritte der „Two and a half Men“-Darsteller Jon Cryer und Charlie Sheen, denen wie Robert Downey jr. zumindest auf dem Bildschirm ein Anknüpfen an den einstigen „Rat Pack“-Ruhm gelang. Damit schließt sich der Kreis zum verstorbenen John Hughes.

    Fazit: Weitgehend gelungene Road-Movie-Komödie mit spielfreudiger Besetzung, aber einigen geschmacklichen Ausrutschern.
  • Nach seinem Welthit „Hangover“ schickt Komödienspezialist Todd Phillips zwei absolut inkompatible Persönlichkeiten auf einen absurd-komischen Roadtrip.

    Die Kunst dieses Nachfolgers auf einen der größten Komödienhits der letzten Jahre besteht darin, mit minimaler Variation eines Erfolgsrezepts maximales Vergnügen zu produzieren. Die Versuchsanordnung von „Stichtag“ ähnelt unzähligen Roadtrips, nicht zuletzt auch Phillips‘ eigenen. Besonders John Hughes‘ Hit „Ein Ticket für Zwei“ ist eine auffällige Folie für die Geschichte eines überarbeiteten und gereizten Architekten (Robert Downey Jr.), der in Atlanta in den Flieger steigen will, um bei seiner Frau sein zu können, die in fünf Tagen ihr erstes Kind erwartet. Schon vor dem Abflug macht Peter Highman verhängnisvoll Bekanntschaft mit dem naiven Spinner und Chaoten Ethan („Hangover“-Entdeckung Zach Galifianakis), der in Los Angeles seine schauspielerischen Ambitionen mit einem Casting krönen und darüber hinaus die Asche seines geliebten Vaters, die ihn in einer Kaffeedose begleitet, an einem angemessenen Ort der ewigen Ruhe übergeben will. Weil aber Ethans Marihuanapfeife, die er aus rein medizinischen Gründen mit sich führt, bei Peter landet und Ethans fahrlässiger Umgang mit dem Wort „Terrorist“ im Flugzeug zusätzlich Chaos stiftet, bekommen beide Männer Flugverbot. Die Umstände und das spurlose Verschwinden von Peters Geld und Ausweisen machen den schnell aggressiv werdenden Architekten und den exzentrischen, aber sanften Möchtegernschauspieler zu unfreiwilligen Reisegefährten.

    Was folgt, ist eine komische Katastrophenkette, in der Galifianakis der Auslöser und Downey Jr. der Leidtragende mit Schäden an Leib und Seele ist. Dieser Nerventest für Downey ist zwangsläufig auch einer für den Zuschauer, der Galifianakis das eine oder andere Mal durchaus tasern möchte. Doch Phillips überreizt das Ganze nicht und balanciert die Sympathiewerte aus, gibt Downey eine gewalttätige Note, die ihn nicht nur als Opfer durchgehen lässt, und Galifianakis ein großes Herz und ein Gemüt, das ihn fast unter Kinderschutz stellt. Ekelhumor hält „Stichtag“ weitgehend auf Sparflamme, setzt auf Situationskomik, die auch vor Tabubruch (Kinderschlagen) nicht zurückschreckt und auf absurd-komische Dialoge, in denen sich Stoiker Galifianakis profilieren kann („Dad, du warst wie ein Vater zu mir“). Neu ist nichts, doch vergnüglich vieles an diesem „Stichtag“, der darüber hinaus wieder einmal beweist, dass Downey Jr. derzeit das Beste ist, was Hollywood zu bieten hat. kob.
  • Lahmarschige Road-Movie-Komödie mit Tempo 30 und einer kilometerlangen Gag-Dürre, die sich maximal für Hardcore-Fans von Hangover und Co. eignet.
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