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Fakten und Hintergründe zum Film "Step Up: Miami Heat"

Fakten und Hintergründe zum Film "Step Up: Miami Heat"

Das bringt der Serienherbst auf Disney+

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Mit STEP UP legten die Produzenten Jennifer Gibgot und Adam Shankman im Jahr 2006 den Grundstein für eine Serie ultra-angesagter Hip-Hop-Märchen, die auf geniale Weise die neuesten Streetdance-Moves mit der Romantik von „Romeo und Julia“ verbinden. Jedes neue Kapitel der Serie eroberte die Leinwand mit noch erstaunlicheren Choreographien und einfallsreicheren Szenarien als die Vorgänger.

STEP UP: MIAMI HEAT ist der nunmehr vierte Film der Reihe. Es ist der bislang größte und aufwändigste Film, den Gibgot und Shankman in Angriff genommen haben, vollgepackt mit Tanznummern, die der Schwerkraft zu spotten scheinen, und talentierten, brandheißen jungen Tänzern. Die Produzenten haben sich selbst übertroffen mit ihrer Geschichte einer wagemutigen und innovativen Gruppe von Performance-Künstlern, die sich „The Mob“ nennt. Die Jungs und Mädels von „The Mob“ nutzen die Straßen von Miami als ihre Bühne und vermischen Musik, Tanz, visuelle Künste und hochmoderne Technologie in extravaganten Flashmob-Auftritten, die wie aus dem Nichts auftauchen und sich ebenso plötzlich auch wieder auflösen und verschwinden.

„Wir alle fühlten uns von dem Gedanken angesprochen etwas mit Flashmobs zu machen“, sagt der ausführende Produzent Matt Smith. „Dabei handelt es sich um eine akribisch geplante, bestens organisierte Form von Tanz, die öffentlich aufgeführt wird und so aussieht, als würde sie ganz spontan stattfinden. Es wird live gemacht, im Vorübergehen, daher kommt diese ,Alles kann passieren’-Atmosphäre, von der auch wir profitieren wollten. Flashmobs sind im Moment wahnsinnig angesagt in unserer Kultur. Man sieht die Menschen in den Straßen, die sich zu Flashmobs versammeln. Aber ich glaube nicht, dass jemals jemand Flashmobs mit diesem Aufwand inszeniert hat, wie wir es getan haben, mit erstklassigen Tänzern und perfekter Choreographie.“

Die Größe und Ambition der Flashmob-Tanznummern in dem Film sind ohne Beispiel. „Sie sind mit nichts, was man jemals auf der Leinwand gesehen hat, noch nicht einmal in den vorhergehenden STEP UP-Filmen, zu vergleichen“, sagt Gibgot. „Es geht jetzt nicht mehr um zwei Lager, die gegeneinander antreten. Wir haben etwas vollkommen Aufregendes aus dem heutigen Zeitgeist genommen und haben es total aufgemotzt und mit einem neuen Dreh versehen.“

Den Tanz in die Straßen einer der aufregendsten amerikanischen Metropolen zu verlegen, öffnet den Film auf eine Weise, die ihn ganz anders sein lässt als die bisherigen Filme der Reihe, meint Smith. „Wir gehen nach draußen, vor gewaltige Mengen von Menschen, anstatt Zweikämpfe in den Clubs stattfinden zu lassen, wie wir das bisher gezeigt haben. Das hebt den Film auf eine ganz neue Ebene. Und anders als die Choreographien landläufiger Flashmobs, die immer eher rudimentär sind, zeigen wir ein paar der besten Tänzer der Welt, die unheimlich ausgefeilt choreographierte und inszenierte Tanznummern in ein paar höchst ungewöhnlichen Kulissen abziehen.“

Smith merkt an, dass die Auftritte sich schließlich zu mehr zusammenfügen als ein paar unfassbar anzusehende Tanzmoves. „Emily, eine unserer Figuren, sagt im Film: Es ist Zeit, dass aus Performance Art endlich Protest Art wird. Das ist ein Wendepunkt für alle beteiligten Figuren. Die Kunstform kann für etwas größeres und wichtigeres genutzt werden, als einfach nur zu sagen: ,Hey, schaut uns mal zu.’ Sie kann Medium für eine Botschaft sein. Und unsere Kids nehmen diese Botschaft und präsentieren sie uns überall in der Stadt auf eine wirklich unterhaltsame und unerwartete Weise.“

Das STEP UP-Franchise hat sich bereits für zwei erfolgreiche Filmregisseure als Karrieresprungbrett erwiesen: Anne Fletcher, die das Original STEP UP inszeniert hatte, drehte danach die Filmhits 27 DRESSES und SELBST IST DIE BRAUT, und Jon M. Chu, Regisseur von STEP UP TO THE STREETS und STEP UP 3D – MAKE YOUR MOVE, hat seither den für Anfang 2013 terminierten Actionfilm G.I. JOE: DIE ABRECHNUNG und die Webserie „The Legion of Extraordinary Dancers“ – auch bekannt als „The LXD“ – realisiert. Um den innovativen, hoch energetischen und kreativen Standard der Reihe zu halten, sicherten sich die Produzenten von STEP UP: MIAMI HEAT die Beteiligung von Scott Speer, ein preisgekrönter Regisseur, der mit Chu an „The LXD“ gearbeitet und Videoclips für Blake Shelton, Ashley Tisdale, Jordin Sparks und die mexikanische Popsensation Belinda inszeniert hat.

„Scott verstand sofort, was dieser Film sein sollte“, erzählt Gibgot. „Er hat ständig daran gefeilt, jede Nummer immer noch aufwändiger als die vorangegangene zu machen und den Film ganz grundsätzlich auf einer größeren Leinwand zu erzählen, als es die STEP UP-Filme davor gemacht haben. Er hat immer versucht, sich selbst zu übertreffen. Für die Schauspieler und die Crew war er mit seiner Haltung eine große Inspiration.“

Die Energie und der Wagemut, einen Flashmob zu erschaffen, trieb seine Vision an, meint Speer: „,The Mob’ steht für einen Moment im Mittelpunkt des Weltgeschehens. Es ist eine aggressive und befreiende Ausdrucksform, was viele junge Menschen nachvollziehen können. Man geht an einen Ort, und während alle Menschen dort ihren Geschäften nachgehen, beim Essen sitzen oder auf dem Weg zur Arbeit sind, erinnert man sie daran, dass sie auch jederzeit zu Tanzen beginnen könnten. Tanz ist Ausdruck von Lebensfreude. Und im Leben geht es um Spaß und Freude.“

Die Leidenschaft des Filmemachers für das Tanzen war ein weiterer Faktor, der ihn zum idealen Regisseur für STEP UP: MIAMI HEAT machte, sagen die Produzenten: „Wie Jon M. Chu vor ihm liebt Scott die Welt des Tanzes“, erklärt Gibgot. „Er ist Jons Protegé, aber als wir uns mit ihm zusammensetzten, war sofort klar, dass er eigene Vorstellungen für den Film mitbrachte, während er sich gleichzeitig vor den vorangegangenen Teilen verbeugen wollte. Das war uns sehr wichtig.“

Speer inszeniert jede der mitreißenden Tanznummern des Films mit der Präzision und dem Aufwand einer packenden Schlachtenszene. „Er hat das Potenzial dazu, ein großartiger Actionregisseur zu werden“, sagt Smith. „Er stellte sich seine Tanznummern als große Actionszenen vor. Es fühlte sich jeden Tag am Set an, als wäre er gekommen, um etwas unter Beweis zu stellen.“

Auch als es darum ging, die zwischenmenschlichen Aspekte und Romantik der Geschichte einzufangen, die zu den Markenzeichen der STEP UP-Reihe zählen, wuchs Speer über sich selbst hinaus. „Scott war ungemein bemüht um die Schauspieler und die Figuren, die sie spielten“, erklärt Gibgot. „Er sagte von Anfang an, dass er unbedingt bewahren wollte, was die ersten drei Filme so besonders gemacht hatte. Und das waren neben den Tanzsequenzen die Liebesgeschichte und die Chemie zwischen den Figuren.“

Um die Kameradschaft unter den Darstellern zu fördern, ermutigte der Regisseur sie, vor und hinter der Kamera so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. „Das Besondere an einem Tanzfilm ist unter anderem, dass man sich nicht an einem Tisch trifft, wo man gemeinsam das Drehbuch durchgeht, und danach wieder getrennte Wege geht, bis man sich zum Dreh wieder trifft“, erläutert er, „Wir hatten einen langen Probenprozess. Die Besetzung hing nach der Arbeit noch miteinander ab, jeden Tag gingen wir gemeinsam essen. Als schließlich die erste Klappe fiel, waren die Darsteller nach den monatelangen Proben und Vorbereitungen eine eingeschworene Gemeinschaft. Und das hatte damals mit der Aufforderung begonnen, dass sie Zeit miteinander verbringen sollten. Das nahm mit der Zeit ein Eigenleben an. Sie waren wie eine kleine Familie.“

Die Art, wie die Gruppe zusammenfand, war für Produzent Smith eine völlig neue Erfahrung. „Das ist mein erster STEP UP-Film“, erzählt er. „Ich hätte mir nicht mehr wünschen können. Es gab keine Egos. Alle Beteiligten, wollten einfach nur den besten STEP UP-Film machen, den man machen konnten.“

Selbst Produzent Adam Shankman meldete sich freiwillig und bot Regisseur Speer an, für ihn die Aufnahmen des zweiten Drehteams abzuwickeln. „Adam hat ein ganz unverkennbares Temperament“, meint Smith. „Ob er nun selbst als Regisseur Filme dreht wie ROCK OF AGES oder HAIRSPRAY oder als Produzent bei STEP UP dabei ist, seine Energie ist immer voll aufgedreht. Und das ist ansteckend. Jemanden mit seiner Erfahrung als Regisseur des zweiten Drehteams dabei zu haben, war unbezahlbar.“

Der fertige Film zeigt die Welt der Flashmobs auf eine Weise, wie man es noch nie gesehen hat, meint der Produzent: „Man wird auf einen Ritt mitgenommen, in dessen Verlauf man einige der besten Tänzer auf der Höhe ihres Könnens und die wunderbarsten Tanzsequenzen der Welt erlebt. Dazu kommt noch eine großartige junge Liebesgeschichte in bester STEP UP-Tradition. Das Publikum wird eine super Zeit haben.“

Produktion: Die Besetzung

STEP UP: MIAMI HEAT bringt wie seine Vorgänger einen jungen Mann und eine junge Frau zusammen, die auf den ersten Blick scheinbar wenig miteinander gemein haben. Aber ihre gemeinsame Begeisterung fürs Tanzen erblüht zu einer Leidenschaft, die beider Leben nachhaltig verändert. Sean Asa (Ryan Guzman) ist der rebellische Sohn kubanischer Immigranten aus der Arbeiterklasse, der den Streetdance als seine Form des Selbstausdrucks für sich entdeckt. Emily Anderson (Kathryn McCormick) ist eine aufstrebende Schülerin des modernen Tanzes, die hin und her gerissen ist zwischen dem privilegierten Leben, das ihr der Reichtum ihres Vaters garantiert, und ihren eigenen künstlerischen Träumen.

„Bei diesen Filmen kommt es immer auf die richtige Besetzung an“, sagt Jennifer Gibgot. „Wir hatten unglaubliches Glück mit unseren Hauptdarstellern. Sie sind Herz und Seele des Films. Als wir sie gefunden hatten, konnten wir ihnen die Tanzsequenzen gemäß ihrer besonderen Talente auf den Leib schneidern.“

Wie Sean und Emily sind auch Guzman und McCormick zusammen mehr als die Summe ihrer Einzelteile, sagt Smith. „Die Chemie zwischen Kathryn und Ryan ist unglaublich. Sie sind auch gute Freunde, wenn die Kameras nicht laufen, und das sieht man auch auf der Leinwand. Die Film war eine Herausforderung für sie, aber sie haben sich ihr gestellt, haben jeden Tag ihr Bestes gegeben.“

Guzman, der aus der Welt der Martial Arts kommt, hatte nie zuvor professionell getanzt. Die Filmemacher waren bei seinem Vorsprechen zwar beeindruckt von ihm, waren sich aber nicht sicher, ob er der anspruchsvollen Choreographie gewachsen war. „Er kam in den Raum und haute uns alle um mit seiner Ausstrahlung“, meint Smith. „Er war ein sehr starker Schauspieler, aber er hatte keinerlei Tanzausbildung. Andere Leute kamen eingeflogen von Tourneen mit Rihanna und Britney Spears, um sich vorzustellen. Und da stand also dieser Martial-Arts-Kämpfer, der noch nie getanzt hatte.“

Aber Guzman setzte sich durch, mit einer Mischung aus Mumm, Entschlossenheit und angeborenen Fähigkeiten. „Alle Choreographen, die mit ihm arbeiteten, sagten entweder, dass er in einem vorherigen Leben Tänzer gewesen sein musste oder dass er alle an der Nase herumgeführt haben musste, weil er so blitzschnell dazulernte“, sagt Gibgot. „Ryan erwies sich als geborener Tänzer. Es gab nichts, was er nicht hinbekommen hätte – Hip Hop, Salsa, alles, was wir ihm vorsetzen, meisterte er.“

Guzman war sich der Bedenken der Produzenten bewusst, deshalb antwortete er auf seine ihm eigene Weise – indem er sich Hals über Kopf ins Tanzen stürzte. Er sagt, dass ihre Zweifel ihn viel härter daran arbeiten ließen, sich zu beweisen. „Ich war zutiefst beeindruckt von all dem, was um mich herum passierte. Das Vorsprechen machte mir richtig Angst, speziell die Freestyle-Nummern vor einer Gruppe von Leuten, aber gleichzeitig motivierte mich das umso mehr. Ich probte bis halb eins in der Nacht, und dann kreuzte ich in aller Herrgottsfrühe auf, um mein Ding zu machen. Ich war ein bisschen wacklig, als ich all die professionellen Tänzer beobachtete, die sich in ihrem Element befanden, aber ich habe die Angst überwunden. Als sie ein Tanzdouble engagieren wollten, das man bei den Tanzszenen für mich hätte einsetzen können, sagte ich: Auf keinen Fall! Das ist mein Film, ich will alles selbst machen.“

Er rechnet es dem Team ausgezeichneter Choreographen, die an dem Film arbeiteten, hoch an, dass es ihnen gelang, in Rekordzeit einen versierten Tänzer aus ihm zu machen. „Ich trainiere seit Jahren Kampfsportarten, aber das Tanztraining war anstrengender als alles andere, das ich jemals gemacht habe“, erinnert sich Guzman. „Es ist körperlich, geistig und emotional erschöpfend. Aber dann blickt man sich um, und man sieht, wie viel Spaß die Tänzer haben, immer mit einem wonnigen Lächeln auf den Lippen. Ich konnte völlig frustriert sein, aber wenn ich das sah, dann hob sich meine Stimmung im Nu.“

Der Schauspieler empfindet es als riesige Ehre, Teil der STEP UP-Tradition sein zu dürfen. „Alle diese Filme waren Filme, bei denen sich das Publikum wohl fühlen konnte, man konnte sie sich mit seiner Liebsten ansehen“, erklärt er. „Aber ich glaube, dass das Konzept dieses neuen Teils absolut einzigartig ist. Es gibt keine Tanzbattles mehr, und außerdem kommt das einzigartige Feeling der unterschiedlichen Viertel Miamis perfekt rüber. Die Figur, die ich spiele, hatte keine einfache Kindheit. Er musste quasi unterwegs lernen, was es bedeutet, ein Anführer zu sein. Jetzt will er seine Crew mit allen Mitteln künstlerisch und finanziell auf die nächste Stufe bringen, damit alle ein besseres Leben führen können. Aber sein Chef will sein Viertel zerstören, und er will es retten – mit Tanzen! Das ist ein inspirierendes Konzept.“

Guzman sagt, dass er das Glück hatte, mit einem talentierten Regisseur zu arbeiten, der ihn unterstützte und durch sein Spielfilmdebüt leitete: „Scott Speer ist ein unglaublicher Regisseur. Wenn er ernst sein muss, ist er ernst, aber die meiste Zeit war er entspannt und locker. Er ist detailversessen. Und er weiß, wie man mit Schauspielern reden muss.“

Für die Produzenten bestand kein Zweifel, dass Kathryn McCormick, die den Fans der Fernsehshow „So You Think You Can Dance“ bestens bekannt ist, in der Lage sein würde, die Tanznummern mit Bravour zu meistern. „Wir wussten, dass ihr die Choreographie keine Probleme bereiten würde“, meint Gibgot. „Immer wenn ich sie in der Show sah, war ich wie elektrisiert. Und sie sieht auch noch aus wie ein Filmstar. Wir ließen es darauf ankommen und arbeiteten hart an ihren schauspielerischen Fähigkeiten. Sie meisterte die Herausforderung hervorragend.“

Und Smith fügt hinzu: „Es kommt letztendlich darauf an, ob man es einem Schauspieler abnimmt, was er sagt. Kathryn ist ein Naturtalent, sie besitzt das einfach, obwohl sie über keinerlei Erfahrung als Schauspielerin verfügt. Und wie die Figur, die sie zu spielen hatte, lebt und atmet sie Tanz. Diese Leidenschaft ist nicht gespielt. Sie ist echt.“

Als Emily sich von ihrem privilegierten Leben abwendet, um „The Mob“ beizutreten, beginnt sie alles zu hinterfragen, was sie ihr Leben lang als selbstverständlich empfunden hat. „Ihre Welt wird auf den Kopf gestellt“, sagt McCormick. „Alles, woran sie glaubt, sieht sie auf einmal mit anderen Augen, und sie hatte keine Vorstellung, dass das jemals würde passieren können. Sie will ihren Vater nicht verletzen oder bloßstellen, aber sie steht zwischen ihm und Sean.“

McCormick findet, dass sie durch das Schauspielern gezwungen war zu lernen, auf eine ganz andere Weise Vertrauen zu schenken. Bisher musste sie sich als Tänzerin immer ausschließlich auf sich selbst verlassen. „Als Schauspieler muss man sein Ego ganz sicher einfach außer Acht lassen“, erzählt sie. „Man muss sich in den einen Moment hineinstürzen und der Person zuhören, die gerade mit einem spricht. Scott erwies sich als unglaublicher Regisseur. Ich habe ihm immer absolut vertraut, dass er mir die Wahrheit sagt. Ich war wirklich dankbar, dass ich jemanden an meiner Seite wusste, der sich so sehr um mich bemühte.“

Sie fährt fort: „Wir hatten jede Menge Tanzproben, und nebenher kamen dann auch noch die Schauspielproben dazu. Zunächst ging es mir so, dass ich mich während der Tanzproben nicht auch noch auf meine Texte konzentrieren konnte – und umgekehrt. Aber schließlich gelang es mir, während der Tanzproben zu überlegen: Was würde Emily jetzt machen? Das half mir, die Dinge von einer anderen Warte zu betrachten.“

Tatsächlich stellte sich heraus, dass sich McCormick und Guzman durch ihre jeweiligen Talente gegenseitig befruchteten, sagt Smith: „Es war tatsächlich ein großer Vorteil, dass wir als Hauptdarsteller nicht zwei Schauspieler hatten, die über keine große Tanzerfahrung verfügen, oder umgekehrt zwei großartige Tänzer, die keine Ahnung von der Schauspielerei haben. Kathryn und Ryan brachten jeweils komplett andere Fähigkeiten mit. Sie haben sich damit selbst zu Höchstleistungen angestachelt.“

Eine Karriere als Schauspielerin war tatsächlich gar nicht auf McCormicks Radar, als sie die Anfrage erhielt, ob sie nicht die weibliche Hauptrolle in STEP UP: MIAMI HEAT übernehmen wollte. „In einer Million Jahre hätte ich es mir nicht erträumen lassen, so etwas jemals zu machen“, gesteht sie. „Es ist definitiv eine neue Stufe für mich – eine der größten Herausforderungen, die ich jemals meistern musste.“

Aber beide fühlten sich zunehmend wohl in ihren Rollen als aufstrebende Jungstars, weiß Regisseur Scott Speer: „Ihnen sind keine Grenzen gesetzt. Ich hoffe, dass es für sie eine tolle Erfahrung war. Für mich war es ein absolutes Vergnügen, mit ihnen zu arbeiten.“

Seans Romanze mit Emily sorgt für Spannungen in „The Mob“, oder genauer gesagt: mit Seans langjährigem besten Freund Eddy. Eddy misstraut der Newcomerin von Anfang an und ist bestürzt, als er erfährt, dass Seans neue Freundin die Tochter jenes mächtigen Immobilienmagnaten ist, der sein Zuhause bedroht. Eddy wird von Misha Gabriel gespielt und ist der Mitschöpfer von „The Mob“, ein ausgewiesenes Computergenie, der aber auch als Tänzer keine schlechte Figur abgibt.

„Eddy ist ein Heißsporn, der richtig stinkig ist“, sagt Gabriel. „Er ist leidenschaftlich, er ist loyal, und er ist Seans bester Freund. Gemeinsam haben sie ,The Mob’ aus der Taufe gehoben, um den anderen Kids eine Stimme, eine Identität zu geben. Es ist eine Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren und vielleicht zu zeigen, dass man wirklich jemand ist und eine Stimme besitzt. Es entwickelt sich zunehmend zu einem Ventil für künstlerischen Protest, eine Möglichkeit, wirklich hinter den Dingen zu stehen, an die man glaubt. Aber als dieses Mädchen in Seans Leben tritt, gerät Eddy aus dem Tritt, und die Hölle bricht los.“

Gabriel ist der Sohn einer russischen Ballett-Tänzerin und wurde klassisch ausgebildet, aber verliebte sich als Teenager Hals über Kopf in Hip-Hop. Im Alter von 17 Jahren zog er von Colorado nach Los Angeles und begann in Werbespots und Musikvideos aufzutreten. Schließlich ging er mit führenden Musikern wie Janet Jackson, Beyoncé, Justin Timberlake, Christina Aguilera und – was er selbst den „Höhepunkt“ für einen Tänzer nennt – Michael Jackson auf Tour.

„Misha ist ein außergewöhnlich talentierter Tänzer“, meint Gibgot. „Er war beim Vorsprechen absolut perfekt und entsprach der Beschreibung von Eddy aufs I-Tüpfelchen. Als wir ihn und Ryan zusammen sahen, war ihre Chemie so perfekt, dass wir wussten, dass wir unsere Jungs beisammen hatten.“

STEP UP: MIAMI HEAT ist Gabriels erste große Filmrolle. „Bis jetzt war ich in erster Linie Tänzer, aber die Schauspielerei begeistert mich“, erklärt er. „Und ich wollte unbedingt mit Adam Shankman arbeiten, seitdem ich ihn in „So You Think You Can Dance“ gesehen habe. Er ist ein brillanter Produzent und Regisseur, und ich bin wirklich dankbar, diesen Film mit ihm gemacht haben zu dürfen.“

Emilys Vater Bill Anderson wird von Peter Gallagher gespielt, den man aktuell in der Serie „Covert Affairs“ sehen kann. „Tief in seinem Herzen ist Peter ein Song-and-Dance-Man“, sagt Gibgot. „Sein erster Film war ,The Idolmaker’, und er ist ein großer Fan des Genres. Er liebt diese Kids aufrichtig und glaubt fest an sie. Weil er so ein wunderbarer Schauspieler ist, machte er aus der Figur viel mehr als den Schnurrbart zwirbelnden Bösewicht, der er noch im Drehbuch gewesen war. Das war unser großes Glück, denn er verwandelte Bill Anderson in eine viel sympathischere Figur, was es einem erlaubt, sich mit seinen Sorgen um seine Tochter zu identifizieren.“

Gallagher ist mit einer Tänzerin verheiratet und ist voller Bewunderung für die harte Arbeit, die Tänzer in ihr Handwerk investieren. „Tänzer sind außergewöhnlich kreative Künstler“, findet er. „Ich kenne niemanden, der so hart arbeitet wie sie. Bei ihnen dreht sich alles nur um Arbeit. Sie erwarten nie, dass es beim ersten Versuch klappt und können es nicht erwarten, immer weiter an ihrem Können zu feilen. Das trifft auf Kathryn hundertprozentig zu. Und mehr.“

Er fügt noch hinzu, dass er das Konzept kreativen Protests vorbehaltlos unterstützt. „Diese Kids kommen zusammen und drücken sich auf eine sehr wirkungsvolle und kraftvolle Weise aus.“

„Was den Film zusätzlich einzigartig macht, ist der Einsatz von 3D“, meint er überdies. „Der Spezialeffekt sind die Tänzer, und die Tänze rauben einem den Atem. Scott geht souverän mit visueller Sprache um, und wie er die zusätzliche Ebene mit dem 3D einsetzte, ist wirklich beeindruckend. Ich denke, dass die Fans der Filmserie begeistert sein werden. Das Tanzen und die Leute sind bemerkenswert.“

Zur Komplettierung der Besetzung ließen die Filmemacher eine beliebte Figur aus dem dritten Teil in einer diesmal größeren Rolle zurückkehren. Stephen „tWitch“ Boss ist wieder da als Jason, der Spezialeffektspezialist von „The Mob“. „Jeder hat tWitch im dritten Film geliebt“, sagt Smith. „Diesmal wollten wir ihm eine größere Rolle geben. Die Geschichte dahinter ist, dass er mit Sean und Eddy groß geworden ist. Er zog nach New York und schloss sich in STEP UP 3D – MAKE YOUR MOVE den Pirates an, aber jetzt ist er zu seiner alten Gang zurückgekehrt.“

Die Intensität und seine Wucht als Tänzer machen ihn zu einer unvergesslichen Figur, sagt Gibgot. „Man kann die Augen unmöglich von ihm nehmen. Und er ist ein wunderbares Bindeglied zwischen dem letzten und diesem Film.“

Der Schauspieler sagt, dass die Figur im Grunde eine aufgemotzte Version seiner selbst ist. „Ich habe überall ein bisschen meine Finger drin“, meint Boss. „Ich finde gerne heraus, wie die Dinge funktionieren. Ich glaube, dass ich im Grunde einfach der neugierige Typ bin, und Jason ist genauso. So habe ich mich in STEP UP 3D – MAKE YOUR MOVE breit gemacht, und ich bin begeistert, dass sie mir diesmal eine noch größere Rolle geschrieben haben.“

Die Filmemacher sorgten auch dafür, dass eine Reihe weiterer Lieblinge der vorangegangenen Filme in Gastauftritten mit von der Partie waren. Dazu gehören Mari Koda, die man als Jenny Kido sieht, Madd Chad Smith (Vladd) und Adam G. Savani (Moose). Die drei treten im spektakulären Finale des Films mit auf. „Moose, Vladd und Jenny sind sehr beliebte Figuren. Ich denke, dass die Fans sich riesig freuen werden, wenn wir sie nach und nach auftreten lassen. Jeder von ihnen hat einen ganz besonderen Moment.“

Selbst die Stars des Film waren begeistert, dass ihre Vorgänger wieder mit von der Partie waren. „Es war klasse, dass vergangene Mitglieder der Besetzung bei der Tanznummer mit an Bord waren“, meint McCormick. „Sie sind unfassbar talentiert, und es gibt einem einen Riesenkick, wenn man ihnen zusieht. Und weil sie soviel Geschichte mit sich trugen, wirkte sich das auch auf meine Erfahrung positiv aus.“

Produktion: Die Dreharbeiten

Mit jedem neuen Film der STEP UP-Reihe haben es sich die Produzenten Jennifer Gibgot und Adam Shankman zur Aufgabe gemacht, die Energie, Vielfalt und Komplexität der Tanzeinlagen des vorangegangenen Films zu übertreffen. Aber mit STEP UP: MIAMI HEAT haben sie sich selbst übertroffen: Die Produktionswerte sind deutlich größer, die Tanznummern sind stilistisch vielfältiger als jemals zuvor.

„Von Anfang an war es mir wichtig, das volle Spektrum der Welt des Tanzes in meinem Film zu repräsentieren“, erklärt Regisseur Scott Speer. „Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder von Geburt an das Zeug zum Tänzer hat. Und in all den verschiedenen Tanzstilen geht es im Grunde um dasselbe: Kommunikation. ,The Mob’ vermischt viele verschiedene Stile von Bewegung in seinen Flashmobs, darunter auch Stile, die eigentlich gar nichts mit Tanzen zu tun haben, wie Parkour, bei dem Überspringen, Rollen, Laufen, Klettern und Springen eine Rolle spielen. Ich glaube nicht, dass es zuvor schon mal jemandem gelungen ist, so viele verschiedene Arten von Ästhetik in einem Film unterzubringen.

STEP UP: MIAMI HEAT wurde komplett in den Städten Miami und Miami Beach gedreht. Entsprechend nutzte der Film die einzigartigen und visuell beeindruckenden Kulissen von South Florida, von der ultramodernen Stadtsilhouette und den ikonischen Palmen hin zu den bunten ethnischen Stadtvierteln und den ruhigen Stränden. „Unsere Geschichte in Miami erzählen zu wollen, war eine der ersten Entscheidungen, die wir trafen“, sagt Smith. „Es ist eine amerikanische Stadt, aber auch wirklich sexy und mit einer über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Tanzkultur. Es war der perfekte Drehort.“

Die Kulissen, die jeder sofort wieder erkennen wird, strahlen Glamour, Jugend und die Gegensätze aus, die im Herzen der Geschichte stecken. „STEP UP: MIAMI HEAT ist eine Liebesgeschichte, die in der Welt der Reichen und der Armen spielt“, erklärt Gibgot. „Miami verfügt über eine ausgesprochen wohlhabende Einwohnerschaft sowie einige der exklusivsten Luxushotels der Welt. Es ist der Traum einer amerikanischen Stadt, ein Ort, an dem die Menschen Reichtum und Glanz und Aufregung erleben. In unserem Film zeigen wir den Kontrast zwischen den Menschen, die in den Hotels absteigen, und den Menschen, die tatsächlich in Miami leben und ihnen dienen.“

Das milde Klima der Stadt und das soziale Leben, das vornehmlich auf der Straße stattfindet, bietet sich an für raumgreifende Ansichten, die die Produzenten für perfekt geeignet für die geplanten Flashmob-Szenen hielten. „Wir versuchten so viel Miami in unserem Film unterzubringen, wie uns möglich war“, sagt Smith. „Wir bauten große, große Kulissen und bevölkerten sie mit vielen Menschen. Ob es sich um einen Platz im Geschäftsviertel handelte oder die Deckel riesiger Container oder den Ocean Drive, wir erweiterten die Welt des Films auf eine Weise, wie wir es noch nie zuvor getan hatten.“

Szenenbildner Carlos A. Menéndez wurde in Miami geboren. Er kennt seine Heimatstadt in- und auswendig und liebt sie über alles. Ihm bereitete es einen Höllenspaß, sie in STEP UP: MIAMI HEAT so gut aussehen zu lassen, wie es nur möglich ist. „Miami ist eine magische Stadt“, schwärmt er. „Geographisch ist sie atemberaubend. Sie ist von Wasser umgeben. Es gibt ein interessantes Massentransit-System und viele Brücken. Im Hafen von Miami werden Container aus der ganzen Welt gestapelt, und Kreuzfahrtschiffe kommen und gehen. Und nirgendwo kann man einen Himmel erleben, der sich mit dem von Miami vergleichen lässt. Die Wolkenformationen sind spektakulär.“

Jederzeit spürbar ist der Einfluss der Latino-Kultur, meint Menéndez: „Offenkundig gibt es einen großen kubanischen Einfluss in Miami, aber man spürt auch die Einflüsse aus dem Rest der Karibik und Südamerika. Es ist ein riesiger Schmelztiegel für all diese Kulturen mit einer beeindruckenden lokalen Musikszene. An jeder Ecke kann man jeden Abend großartige Musik und tanzende Menschen erleben.“

An keinem Ort trifft das mehr zu als für die Kulisse von Ricky’s Club Habanero, ein Old-School-Miami-Club, der von Sean und Eddy frequentiert wird, seitdem sie Kinder waren. „Das ist nicht die Art von Laden, die man am Ocean Drive finden würde“, erklärt Smith. „Er strahlt eine gewisse Historie aus, ein Gefühl für Kultur. Hier sind diese Kids groß geworden und haben ihren eklektischen Musikgeschmack geschult. Hier findet man Familien, alte Männer, die Domino spielen, Jungs, die nachts auf ihren Instrumenten spielen. Das ist nicht South Beach. Das ist Old Miami.“

Menéndez brachte in seinen Kulissen des Clubs die typischen Farben der Stadt unter. „Die Wände sind voll gehängt mit Fotos, und überall haben wir Texturen und Farben in Lagen aufgetragen. Hinter der Bar hängt sogar ein plastisch wirkendes Schaubild von Havanna.“

Das fiktionale Miami Museum of International Art and Culture wurde in einer Bühnenhalle errichtet, als Kulisse für die ambitionierte und vielschichtige Tanznummer, bei der Emilys Interesse an „The Mob“ geweckt wird. „Die Bühne war ziemlich irre“, meint Smith. „Wir hatten eine riesige, leuchtende Qualle, die in der Mitte des Museums herabgelassen wird. Als sie ihren Schwanz hebt, sieht man, wie sich die Tutus unserer elektrischen Ballerinas erheben. Wir haben lebende Skulpturen, Menschen, die aus Gemälden steigen, und eine ganze Menge weiterer überraschender künstlerischer Einlagen.“

Um sich auf den Dreh des Finales einzustimmen, fabrizierte Menéndez ein Modell der Schiffswerft, so dass er die Szene gemeinsam mit Scott Speer, Jamal Sims und Kameramann Karsten „Crash“ Gopinath koordinieren konnte, bevor einer von ihnen den Drehort überhaupt betreten hatte. „Es war schwierig, all die verschiedenen Disziplinen unter einen Hut zu bekommen – Choreographie, Kameraarbeit, Regie, Stunts, Parkour“, erinnert sich Menéndez. „Ich drückte Jamal Sims Klebepunkte in die Hand, damit er im Modell markieren konnte, wo sich die Tänzer aufhalten sollten. Er hat sie so ziemlich überall hin geklebt.“

Auf jedem Container wurde eine Plattform angebracht und für die Tänze abgesichert. „Wir haben sogar ein Trampolin in einem der Container versteckt“, erklärt Menéndez. „Was letzten Endes am wichtigsten war, war die Sicherheit und der Tanz. Diese beiden Dinge standen auf meiner Checkliste immer an oberster Stelle. An dritter Stelle stand dann stets, wie man am besten die besten Ansichten von Miami unterbringen könnte. Die Anordnung der Container war entscheidend. Sie wurden so hingestellt, dass sie wie ein Rahmen für die Innenstadt von Miami und Miami Beach im Hintergrund wirkten.“

Der Designer durfte außerdem niemals vergessen, dass die 3D-Kameras zusätzliches Equipment benötigten, das man verbergen musste. „Crash hat einen ganz eigenen Ausleuchtungsstil – ich finde das fantastisch“, sagt er. „Ich habe einen ganz eigenen Designstil. Wir haben alles gemeinsam ausgearbeitet. Wir hatten drei 3D-Kameras, an denen ziemlich viel Anlage hing, weshalb der Dreh völlig anders war als bei anderen Filmen. Ich war die ganze Zeit damit beschäftigt, all diese Sachen zu verstecken.“

Speer hatte zuvor noch nie in 3D gedreht. Er lobt Karsten und den Stereographen des Films, Nick Brown, dafür, dass sie ihm halfen, den Prozess zu begreifen und optimal zu nutzen. „Ich musste lernen, auf eine ganz andere Weise zu drehen, als ich es bei konventionellem 2D tun würde“, sagt er. „Aber ich hatte großes Glück, von einer wirklich großartigen Crew umgeben gewesen zu sein.“

Tanz bietet sich wie von selbst für 3D an, findet Brown, und die Filmemacher holten mit einfallsreicher Kameraarbeit ein Maximum aus dem Effekt heraus. „Scott und Crash waren sehr offen, neue Dinge auszuprobieren und auf unkonventionelle Weise zu drehen. Wir waren in der Lage, eine Tiefe und Fülle in die Bilder zu bekommen, die sich sehr angenehm ansehen lassen.“

Er fährt fort: „Wir arrangierten gewisse Einstellungen bewusst so, um das meiste aus dem 3D-Medium herauszuholen. Wir setzen es nicht als Gimmick ein, wie eine Hand, die aus der Leinwand herausragt. Wir haben Momente erschaffen, die wirklich, wirklich gut aussehen. Den Choreographen musste bewusst sein, Tänze auszudenken, die in Schichten angeordnet waren. Nur so konnten wir die gewünschte Tiefe des Bildes herausholen. Meistens war es jedoch so, dass sie die Nummern choreographierten und wir uns dann den besten Weg ausdachten, wie man 3D bei ihnen am idealsten nutzen konnte.“

Gibgot war begeistert, wie erfolgreich sich die Tänze auf die Leinwand übersetzen ließen. „Ich hätte mir nie ausmalen lassen, dass Tanz in 3D so toll aussieht“, gesteht sie. „Wir waren in der Lage, gewisse Momente aus der Choreographie zu isolieren und dann 3D einzusetzen, um den Effekt zu erhöhen. Der Genuss für das Kinopublikum wird damit gewaltig gesteigert, das steht fest.“

Obwohl sie nunmehr vier STEP UP-Filme mitgemacht hat, ist Gibgot immer noch erstaunt über die Ausdauer und den Einsatz der Darsteller, die sie möglich machten. „Tänzer sind die am härtesten arbeitenden Leute im Geschäft“, sagt sie. „Sie sind einer der Gründe, warum ich es liebe, diese Filme zu machen. Sie verdienen nicht sehr viel Geld; sie machen es, weil es ihre Leidenschaft ist. Nichts kann diese Kids aufhalten. Sie lieben das, was sie machen, so sehr, dass sie jeden Tag aufkreuzen und sich auf die Arbeit freuen. Es ist völlig egal, welche Hindernisse man ihnen in den Weg legt. Und wir haben es ihnen weiß Gott nicht leicht gemacht. Tatsächlich ist es so, dass sie sogar dann noch tanzen, wenn die Kameras gar nicht mehr laufen. Sie können einfach nicht anders!“

Durch das Gegenüberstellen der verschiedenen Stile kann Speer, wie er glaubt, nicht nur zeigen, wie gut sie zusammenpassen, sondern auch die individuellen Stärken der einzelnen Disziplinen betonen. „Sie sind eigentlich immer dann am Besten, wenn man sie alle gegeneinander schneidet“, sagt er. „Man weiß harten Hip-Hop erst dann richtig zu schätzen, wenn man ihn im direkten Vergleich mit der Eleganz von modernem Tanz sieht. Da beginnt man von ganz allein zu verstehen, was für eine universelle Sprache Tanz tatsächlich ist. Das ist eine der entscheidenden Botschaften des Films.“

Um die verschiedenen Elemente unter einen Hut zu bekommen, holten die Produzenten Jamal Sims zurück an Bord, den umtriebigen Schauspieler, Tänzer und Choreographen, der schon in den ersten drei Filmen für die Tanzsequenzen verantwortlich zeichnete, als Choreograph aber auch in dem Remake von FOOTLOOSE, Madonnas „Sticky & Sweet“-Tour und HANNAH MONTANA – DER FILM seine Visitenkarte hinterlassen hatte. „Er hat für uns immer unglaubliche Arbeit abgeliefert“, sagt Gibgot. „Wir sind stolz, dass wir hautnah miterleben durften, wie er professionell immer weiter gewachsen ist.“

Sims wurde ermutigt, seine kreativen Einfälle auf die Spitze zu treiben – und darüber hinaus zu gehen. „Ein großer Teil unserer Entwicklung besteht darin, dass wir in jedem Teil neue Tanzstile vorgestellt haben“, sagt Sims. „Scotts Ansatz war, dass er sein Bestes geben würde, jeden Einfall, den ich mir erträumen könnte, in die Realität umzusetzen. Er wollte so viele Arten von Tanz wie nur möglich unterbringen und sie gemeinsam funktionieren lassen.“

Sims brachte ein kreatives Team von Choreographen mit an Bord, darunter Chuck Maldonado, Chris Scott und Travis Wall, die ihm dabei helfen sollten, Speers ambitionierte Vision umzusetzen. „Die Arbeit mit weiteren Choreographen ist eine Garantie, dass sich jede neue Tanznummer anders und frisch anfühlt“, erklärt Sims. Chuck zum Beispiel ist ein Stepper, er hat an STOMP THE YARD 2 gearbeitet. Er half uns beim Finale, bei dem auf unglaubliche Weise ganz viele verschiedene Tanzstile unter einen Hut gebracht werden. Chris verfügt über große Erfahrung beim Stepptanz und hat mit ,The LDX’ gearbeitet. Travis wiederum hat seine Finger am Puls des modernen Tanzes. Seine Arbeit ist sehr emotional und so etwas wie das Herz des Films.“

Wall wurde von Hand ausgewählt, um Emilys Vortanztermin für eine Moderner-Tanz-Gruppe zu choreographieren. „Wir wussten, dass wir einfach jemand Anderen für diese Szene haben wollten“, meint Gibgot. „Der Stil ist völlig anders als beim Rest des Films, und Travis hatte das auf dem Kasten.“

„Er hat eine andere Sensibilität“, erklärt Smith. „Kathryn McCormick ist als moderne Tänzerin ausgebildet worden. Ihre Schule ist nicht Hip-Hop, der eine wichtige Rolle in den bisherigen Filmen gespielt hat. Keine Sorge, Hip-Hop ist auch diesmal wieder nicht zu knapp vertreten, aber wir trafen mit der Besetzung von Kathryn eine bewusste Entscheidung, etwas Neues ausprobieren zu wollen. Travis spielte eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung.“

Ein Duett zwischen Sean und Emily unterstreicht die „Romeo und Julia“-artige Romanze des Films. „Sie kommen nicht nur aus verschiedenen Welten und gesellschaftlichen Sphären, ihre Art zu tanzen ist auch grundlegend verschieden“, erzählt Smith. „Ryan strahlt eher ein urbanes Feeling aus, Kathryn ist mehr der lyrische Typ.“

Die Choreographen arbeiteten hart daran, dass die aufwändigen Tanznummern jeweils einen eigenständigen Look & Feel hatten. „Die Flashmob-Szenen sind so entworfen, dass jede für sich völlig eigenständig und in sich abgeschlossen wirkt“, sagt Sims. „Jede der Szenen hat eine völlig eigene Palette, eine eigene Kulisse, ein eigenes Thema und eine eigene Musik. Sie unterscheiden sich alle sehr stark voneinander.“

Der pulsierende Flashmob am Ocean Drive, der den Film eröffnet, ist so gestaltet, dass er das Publikum sofort packt und es nicht mehr losgelassen wird, bis der Abspann über die Leinwand läuft. „Es ist das allererste Mal, dass wir ,The Mob’ in Aktion erleben“, sagt Speer. „Und dann ist das gleich eine der größten Sequenzen des ganzen Films. Es soll einem sofort klar werden, was anders ist an STEP UP: MIAMI HEAT. Wir wollen rüberbringen, dass diese Flashmobs immer und überall in der Stadt über die Bühne gehen können, dass mit ihnen jederzeit zu rechnen ist. Das ist ein großartiger Anfang für den Film.“

Sims bestätigt, dass er zu Beginn eines Films immer gleich gern richtig auf den Putz haut. „Die Sequenz geht voll nach vorne los. Es war vermutlich der heißeste Tag während unserer Zeit in Miami. Die Kids tanzten auf den Dächern der Autos und auf der Straße. Jede Oberfläche war glühend heiß. Wir brachten tiefer gelegte Autos, echte Lowrider, in der Szene unter: Die Tänzer legen voll los, während die Autos im Rhythmus der Musik auf und ab federn. Wir hatten unendlich viele bewegliche Elemente in dieser Szene, die man erst einmal miteinander koordinieren und kontrollieren musste.“

Bei Flashmobs kommen eigentlich immer Choreographien zum Einsatz, die so simpel sind, dass jeder sie lernen kann, aber Sims schöpfte aus dem Vollen und holte alles aus seinen talentierten Tänzern raus. „Ein ganz normaler Zeitgenosse, ach was, selbst ein normaler Tänzer würde sich wohl schwer tun, das Gezeigte umzusetzen“, meint Gibgot. „Da waren 60 Leute am Werk, unter ihnen Parkour-Künstler, die der Sache eine besondere Würze verliehen.“

Die Kulissen erwiesen sich für die Choreographen als mindestens ebenso große Inspiration wie die Musik und unterstützten sie bei der sorgfältigen Planung der ungewöhnlichen Tanznummern. „Jamal, Travis und ich machten uns gemeinsam daran, die Sequenz im Museum zu choreographieren“, sagt Chris Scott. „Das war wild. Wir hatten Leute, die aus Wänden auftauchten, ein faseroptisches Ballett und einige verschiedene Stile, die man ineinander integrieren musste. Manchmal bestimmt die Choreographie das Konzept, aber in diesem Fall bestimmte das Konzept unsere Arbeit. Wir wollten Tanz als feine Kunst darstellen, wie man sie in einem Museum sehen würde. Wir machten aus den Tänzern ein lebendes, atmendes Kunstwerk. Das ist magisch!“

Für den Flashmob, der die Geschäftswelt thematisierte und den ersten Protestakt von „The Mob“ darstellt, erschuf Scott ein bis ins letzte Detail synchronisiertes Ballett, das von identischen Drohnen in Anzug und Krawatte getanzt wurde. Dutzende von Tänzern kamen zum Einsatz, also musste alles bis in die letzte Kleinigkeit koordiniert werden. „Sie verschmelzen nahtlos mit den Geschäftsleuten“, sagt Smith. „Sie sind Teil derselben gesichtslosen Masse – bis die Performance beginnt. Sie sehen alle gleich aus und bewegen sich simultan.“

STEP UP: MIAMI HEAT endet mit einem atemberaubenden Finale vor der Kulisse einer Schiffswerft, eine Location, die deutlich größer war als alles, wo er bisher gearbeitet hatte. „Dieses Finale ist bombastisch“, sagt er. „Der Raum ließ einem so viele Möglichkeiten, und das wollten wir bis zur Neige ausschöpfen. Wir lassen die Kids ihre Version von ,Die Warriors’ tanzen, wirklich aggressiv, mit vielen Requisiten. Wir haben eine Popping-Nummer, dann kommen einige der angesagtesten B-Boys und Trickers dazu. Und schließlich löst sich alles in einem wunderbaren, sinnlichen Duett auf, und all die verschiedenen Stile verschmelzen zu einem großen Ganzen. Am Ende hängt alles zusammen und spiegelt die Geschichte unserer beiden Hauptfiguren wider.“

Es war die ambitionierteste Nummer des Films, wie der Regisseur berichtet: „Wir haben fünf Tage gebraucht, bis wir sie im Kasten hatten. Eine Reihe von Konzepten floss ineinander, und es war visuell wirklich eine Menge los mit Kostümen, Effekten und ein paar richtigen Überraschungen. Mit dem Erreichten war ich mehr als zufrieden, ich könnte nicht glücklicher sein.“