Fakten und Hintergründe zum Film "Stellungswechsel"

Kino.de Redaktion |

Stellungswechsel Poster

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Zur Produktion

„Bis auf meine Person ist STELLUNGSWECHSEL 100% made in Bavaria“, schmunzelt Produzent Jakob Claussen – gebürtiger Hesse. In 29 Drehtagen erweckten Stab und Besetzung aus Wahl- und Geburtsbayern von Januar bis Februar 2007 das Projekt zum Leben. Selbstverständlich, dass dabei ausschließlich an Münchner Locations gedreht wurde. „Wir wollten München einmal anders zeigen als man es sonst aus den typischen München-Filmen kennt, also nicht den klassischen Blick über die Leopoldstraße und den Englischen Garten.“ Stattdessen lag das optische Vorbild eher bei einem München à la Helmut Dietls „Münchener Geschichten“. Gedreht wurde vor allem in der Gegend um den Hauptbahnhof, in der Schwanthaler- und Landwehrstraße, nicht gerade die Vorzeigegegend der Isarmetropole. Ollis verlustträchtiger Feinkostladen entstand direkt neben der Stadtautobahn in Giesing, „wo solch ein Geschäft vermeintlich von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Etliche Anwohner freuten sich dennoch bereits über die neue Einkaufsmöglichkeit, die dort an der Ecke eröffnet hatte“, so Claussen. Zu den weiteren Drehorten zählte ein stillgelegtes Firmengebäude, das alte Patentamt und der 1879 gegründete MTV, Münchens ältester Männerturnverein. Dem Junggesellenappartement von Gy alias Sebastian Bezzel wurde noch eine Extraportion Authentizität verpasst: „Das haben wir der Wohnung meines ehemaligen Studienkollegen aus HFF-Tagen nach empfunden“, lacht Claussen. „Bei ihm fragte ich mich damals immer: Wie kommt der an all die Mädels ran mit so einer versifften Bude? So etwas tolerieren Frauen?“ Mittlerweile lebt der solchermaßen Gelobte allerdings aufgeräumt in Kalifornien.

„Als erfahrene Autorin, die Maggie Peren ist, legte sie viel Wert auf eine sorgfältige Charackterzeichung. So zeigt sich natürlich auch in ihrer Regiearbeit, dass sie ihre Figuren sehr, sehr ernst nimmt“, so Claussen über die Erstlingsregisseurin. Schon bei der Arbeit an Maggie Perens Kurzfilm HYPOCHONDER erkannten die Produzenten ihre Regiebegabung: „Das war der ‚Testballon’, bei dem Maggie Vertrauen zu uns entwickeln konnte. Wir bewundern Maggie für ihren Mut, als Erstling eine Komödie gewählt zu haben, bei der sie sich ohne wenn und aber an den Zuschauerreaktionen messen lassen muss. Wenn nicht gelacht wird, dann ist sie mit ihrer selbstgewählten Aufgabe gescheitert. Zum Glück amüsiert sich das Publikum bei STELLUNGSWECHSEL aus vollem Herzen.“ In Teamarbeit mit den Produzenten von Claussen+Wöbke+Putz entstand so eine Komödie, die zwar mit komödiantischen Übertreibungen und Spitzen aufwartet, aber dennoch nicht platt auf den ersten, sich anbietenden Gag setzt. Stattdessen pendelt STELLUNGSWECHSEL in einem Gesamtrhythmus, in dem sich humorvolle und emotionale Momente abwechseln und die Dinge nicht auf den ersten Blick durchschaubar sind. „Die Darsteller unterstützten Maggie beim Dreh sehr und bemühten sich stets um die Integrität ihrer Figuren.“

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Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung als Autorin waren das ZDF und arte bereit, Maggie Perens Spielfilmdebüt im Rahmen einer Kino-Koproduktion zu unterstützen. Gefördert wurde STELLUNGSWECHSEL durch den FilmFernsehFonds Bayern FFF und die Filmförderungsanstalt FFA. Der Film ist außerdem das erste Spielfilmprojekt, das vom Deutschen FilmFörderFonds DFFF profitieren konnte.

Interview mit Maggie Peren

Wie kamen Sie auf die Idee zu einem Film über Männer, die Callboys werden?

Die Grundidee stammt von meinem Koautor Christian Bayer. Er hatte zu einem ähnlichen Thema bereits ein Drehbuch verfasst, in dem auch eine ähnliche Figur wie jetzt die von Florian Lukas vorkam, das aber dann in keinen Film mündete. Aus diesem Buch haben wir Elemente übernommen.

Und hatten Sie dabei gleich bestimmte Darsteller vor Augen?

Für die Rolle des Gy haben wir beim Casting festgestellt, dass es kaum gut aussehende Schauspieler gibt, die wirklich witzig sind. Sebastian Bezzel aber sieht sehr knuffig aus und ist außerdem noch unglaublich witzig. Ich hatte eine Castingszene geschrieben, in der er etliche Frauen abtelefoniert und sie bittet, ihm etwas zu essen zu kochen. Wir haben uns totgelacht als er das spielte.

Herbert Knaup bewundere ich für seine Rolle in STELLUNGSWECHSEL. Das Problem ist ja grundsätzlich, dass 50jährige Männer nicht gerne 50jährige Männer spielen. Sie wollen lieber 40jährige verkörpern, die mit einer 22jährigen ins Bett gehen. Herbert Knaup hat sich da sehr liebevoll rein geworfen in die Rolle des Giselher. Das war für ihn bestimmt nicht einfach. Er ist fast gleichaltrig mit Gustav Peter Wöhler und musste aber den „Alten“ in der Runde spielen. Ja und seit ABSOLUTE GIGANTEN bin ich ein Riesenfan von Florian Lukas, er war der perfekte Frank.

Gustav Peter Wöhler und Kostja Ullmann waren Vorschläge von Produzent und Redakteur. Gustav Peter war sofort gekauft, Kostja kam zum Casting und spielte eine Telefon-Szene, die ich geschrieben hatte, in der er seine Mutter belügt. Das hat er so lustig gemacht, dass klar war: Das ist Lasse.

Verraten Sie uns ein Geheimnis: Musste sich Florian Lukas tatsächlich vor laufender Kamera die Beine mit Wachs enthaaren lassen?

(Lacht) Ich gestehe, da haben wir geschummelt. Die Maskenbildnerin hat die Hautstelle vorher rasiert. Männer sind ja auch nicht so leidensfähig wie Frauen.

Worin liegt der Reiz des Inszenierens gegenüber dem Schreiben?

Der liegt einfach in allem! Wenn man schreibt, ist man auf sich allein gestellt. Als Regisseur umgeben einen dagegen so unglaublich viele Kreative, mit denen man sich austauschen kann. Ich habe das sehr genossen.

Warum haben Sie Ihre Karriere nicht gleich auf dem Regiestuhl gestartet?

Regie zu führen hat auch etwas mit Reife und Alter zu tun. Ich weiß nicht ob ich mit 23 Jahren einen Film hätte inszenieren können. Man muss dabei auch dankbar sein können für das, was die Leute im Team einem mit ihrer Arbeit an Lebenszeit geben. Ich glaube, vor zehn Jahren hätte ich das noch viel mehr konsumiert und mir dabei selbst Leid getan, weil das Inszenieren so anstrengend ist. Der Wunsch Regie zu führen kam schleichend. Ich fing an, Schauspielkollegen anders zu betrachten, mir zu überlegen: Wo haben die ihre Schokoladenseiten? Was sind Stärken und Schwächen? Ich habe die Kollegen plötzlich mit den liebevollen Augen eines Regisseurs betrachtet. Als ich Uli Putz davon erzählte, war deren Antwort: „Dann probier doch mal einen Kurzfilm.“ Das war dann „Hypochonder“ mit Matthias Schweighöfer und Liane Forestieri.

Stehen bereits neue Projekte in Aussicht?

Mit Claussen+Wöbke+Putz suchen wir noch nach einem Nachfolgeprojekt. Aber ich habe aktuell bereits ein anderes Projekt in Arbeit. Es ist ein Drama, weil sich das bei mir immer abwechselt, vor STELLUNGSWECHSEL kam ja auch NAPOLA und davor MÄDCHEN, MÄDCHEN. Das aktuelle Drehbuch ist ein kleines Projekt, das ich vermutlich auf HD und in französisch drehen möchte. Es heißt PAS DE CHOIX und es geht darin um die vielen afrikanischen Flüchtlinge, die zwischen Afrika und Gran Canaria im Meer ertrinken. Ich möchte aber auch sehr gerne mal Regie führen bei etwas, das ich nicht geschrieben habe, weil man dann mehr Abstand dazu hat.

Wie lange basteln Sie denn durchschnittlich an einem Drehbuch?

Das ist sehr unterschiedlich. Grundsätzlich sind aber Komödien viel, viel schwerer als Dramen, weil man lustig und gleichzeitig authentisch sein muss. Beim Drama braucht man eigentlich nur einen starken Konflikt und muss dann gucken, dass man den Ball flach hält und den Konflikt nicht künstlich aufbauscht. Bei dem Buch, das ich jetzt geschrieben habe, bin ich bei der dritten Fassung und könnte mir vorstellen, dass es so schon verfilmbar ist. Bei STELLUNGSWECHSEL war die dritte Fassung noch ein schreckliches Desaster. Gedreht haben wir dann mit Fassung Nr. 17.

„Zuviel zu wollen“ ist ja ein Generalvorwurf an viele deutsche Filme…

Na ja, eigentlich haben die Franzosen das erfunden. Bei denen fragt man sich oft: Was will der Film denn eigentlich? Es gibt diesen Ausdruck: „Keep it simple…“ Das trifft eigentlich auf jeden guten Film zu. Jeder wirklich gute Film lässt sich unglaublich leicht zusammenfassen und das liegt nicht daran, dass er dumm ist.

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