Joseph Vilsmaier feiert 65. Geburtstag

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„Griaß Gott, I bin der Joseph Vilsmaier!“ So stellt sich der umtriebige Bayern gerne vor und wer ihn einmal kennenlernen durfte, wird ihn garantiert so schnell nicht vergessen. Der kantige Filmemacher feiert heute seinen 65. Geburtstag.

Der Jubilär: Joseph Vilsmaier Bild: Blickpunkt Film

Ob Bäuerinnen, Trümmerfrauen oder glamouröse Stars – Joseph Vilsmaier rückt in den Fokus seiner Filme stets den Mensch, das Individuum. Er wurde 1939 geborenen und wuchs in München und im niederbayerischen Pfarrkirchen auf. Vilsmaier ist seit 1986 mit der Schauspielerin Dana Vavrova verheiratet und hat drei Kinder.

Sein Durchbruch gelang im 1989 mit „Herbstmilch„, den Memoiren der Bäuerin Anna Wimschneider. Und auch im Trümmerfrauen-Drama „Rama Dama“ ein Jahr später konzentriert sich Vilsmaier auf die Geschichten der kleinen Menschen. Ihre Schicksale sind es, die er minutiös und mit Liebe zum Detail ausleuchtet und zelebriert.

Heimatfilmer im besten Sinne des Wortes

Vilsmaier durchbricht dabei Sehgewohnheiten, verstört durch ungewöhnlichen dramaturgischen Aufbau und schafft so etwas wie eine Revolution des Heimatfilmes.Auch bei seiner nächsten Regie-Arbeit, dem Kriegsfilm „Stalingrad“ verfuhr der gelernte Kameramann ähnlich. Die optische Wucht und das erstklassige Ensemble – ein weiteres Merkmal, das sich durch alle Vilsmaier-Filme zieht – lockte damals über 1,2 Millionen Zuschauer in die Kinos.

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Es folgten die Kästner-Adaption „Charlie & Louise – Das doppelte Lottchen“ und die Literaturverfilmung „Schlafes Bruder„. Mit dem vielfach ausgezeichneten „Comedian Harmonists“ feierte Vilsmaier 1997 seinen größten Erfolg. Knapp 2,8 Millionen Menschen wollten das Drama um die berühmte A-Capella-Formation im Kino sehen.

Weniger Erfolg war Vilsmaier mit seiner Hommage an „Marlene Dietrich“ beschieden, und auch seine in der NS-Diktatur angesiedelte Liebes-Romanze „Leo und Claire“ fiel bei den Kritikern durch. Typisch jedoch für den Urbayern, dass er auch nach diesen Fehlschlägen nicht aufsteckte:

„Viele Kritiker haben gar keine Kritiken geschrieben, sonder Kriegsberichte, gespickt mit persönlichen Attacken – gegen mich, meine Familie und alles, was ich bisher gemacht habe.“, klagte Vilsmaier nach dem Presse-Echo auf „Marlene“, um trotzig gleich die nächste Kampfansage anzufügen: „Ich fürchte sie haben ein Eigentor geschossen, es wird noch viele Vilsmaier-Filme geben!“

Wir hoffen es sehr und wünschen dem Geburtstagskind alles Gute.

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