Spy Kids

   Kinostart: 04.10.2001
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Filmhandlung und Hintergrund

Kommerzielles Turbo-Actionpäckchen über Agentenkinder, die im Crashkurs das Agentenleben lernen, um selbst die Welt zu retten.

Einst waren Gregorio und Ingrid Cortez die besten Agenten der Welt, jetzt widmen sie sich der Erziehung ihrer beiden Sprösslinge. Als sie einem Kollegen aushelfen wollen, fallen sie prompt dem größenwahnsinnigen Fegan Floop in die Hände. Im Crashkurs müssen jetzt die Kids der Agenten fit gemacht werden und zur Weltrettung schreiten.

Die Geschwister Carmen und Juni Cortez führen als Kinder ihrer wohlsituierten Eltern Gregorio und Ingrid ein angenehmes Leben. Eines Tages werden Mama und Papa, die früher einmal als Superagenten gearbeitet haben, vom bösen Superhirn Fegan Floop gekidnappt. Der schlimme Finger plant nichts Geringeres als die Unterwerfung der Welt. Bis ins letzte Detail hat er seinen finsteren Plan, bei dem auch ultrastarke Roboter-Gören zum Einsatz kommen, ausgeheckt, nur mit superschlauen Dreikäsehochs als Gegner hat er nicht gerechnet…

Eines Tages werden die Eltern von Carmen und Juni Cortez vom bösen Superhirn Fegan Floop gekidnappt, der die gesamte Welt unterwerfen will. Floop hat aber nicht mit den superschlauen Dreikäsehochs gerechnet. Ein fast gewaltfreies Family Entertainment auf höchstem Niveau, in dem Latino-Star Antonio Banderas als Daddy für Starmitwirkung sorgt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Spy Kids: Kommerzielles Turbo-Actionpäckchen über Agentenkinder, die im Crashkurs das Agentenleben lernen, um selbst die Welt zu retten.

    Neue Filme braucht das Kind. Denkt sich zumindest der texanische Tausendsassa Robert Rodriguez, bislang eher abonniert auf ebenso groteske wie unverkennbare Turbo-Action mit Comic-Touch („Desperado“, „From Dusk Till Dawn“, „Faculty“). Bei seiner fünften abendfüllenden Regiearbeit hat er nicht nur sein Herz für Grundschüler, sondern auch für High Concept entdeckt: James Bond für Kids ist die Vorgabe für eine hyperaktive Spionage-Action-Suppe über zwei Kinder, die zur Tat und Weltrettung schreiten müssen, als ihre Agenten-Eltern bei deren erster Mission seit Jahren gekidnappt werden. 007-artige Gadgets, knallbunte Sets (Ken Adam im Kreativ-Kindergarten?), Plastikgewalt und Familienbotschaft à la Disney ergeben eine sehr kommerzielle Mischung, müssen sich aber auch den Vorwurf der Überproduziertheit gefallen lassen.

    Dass Rodriguez mit Kindern besser umgehen kann, als mit erwachsenen Schauspielern, bewies er bereits bei seinem hinreißenden Segment der ansonsten vergessenswerten Kurzfilm-Anthologie „Four Rooms“ aus dem Jahr 1995: „The Misbehavers“ über die Sprösslinge von Gangstereltern, die bei deren Abwesenheit trotz ausdrücklichen Verbots das Hotelzimmer auf den Kopf stellen und in der Matratze eine verweste Leiche finden, ist das Juwel seiner bisherigen Filmografie. Rasend geschnitten, mit schrägen Kamerawinkeln und bestechend überzogener Comic-Sensibilität rastlos gefilmt, erwies sich der 25-Minuten-Zeitrahmen als ideale Spielweise für Hollywoods König des infantil verspielten Full-Impact-Movies.

    „Spy Kids“ übernimmt nicht nur den damaligen Hauptdarsteller, Antonio Banderas (ebenso attraktiv wie wild grimassierend), sondern auch die konzeptionelle Grundlage. Das erweist sich als seine Stärke, aber auch als Schwäche: Dank Rodriguez‘ ungemindertem Spieltrieb ist jede Einstellung so prall vollgestopft mit Farben, Details und Bewegung, dass Rodriguez beim nächsten Mal auf Cinemascope umsteigen muss, will er noch mehr Information auf der Leinwand unterbringen. Das hat Charme und wird der angestrebten Zielgruppe gefallen. Aber das ist auch so aufdringlich lärmend und nährstoff- und inhaltsarm, dass sich auf Spielfilmlänge in Ermangelung an Kontinuität eine gewisse Monotonie breit macht. Selten war ein Film, der mit augenscheinlich so viel Herz gemacht wurde, im Ergebnis so freudlos und auch berechnend: ein aus allen Nähten berstender „Last Action Hero“ für Kids an der Altersschnittstelle von „König der Löwen“ zu „Krieg der Sterne“.

    Gleichzeitig aber ist „Spy Kids“ ein cleveres, nach allen Regeln der Kunst geschnürtes Kommerz-Päckchen; ein kunterbuntes Knallbonbon, das Dimension/Miramax in den USA mit derart vielen Product Placements, Tie-Ins und Crossover-Promotion-Partnern bestückt hat, dass man mit der Arbeit an einer Fortsetzung bereits vor dem US-Kinostart begonnen hat. Die Marketing-Abteilung hat hier wenigstens ebenso hart gearbeitet wie Robert Rodriguez, der nicht nur - wie gewohnt - Regie, Kamera und Schnitt übernahm, sondern auch die Story der zehnjährigen Carmen und des sechsjährigen Wonneproppens Juni (so muss Ain’t-It-Cool-Dickerchen Harry Knowles im Vorschulalter ausgesehen haben) erdachte. Zwei ganz normale Kids eigentlich, die mit ihren Eltern Gregorio und Ingrid Cortez wohlbehütet aufwachsen. Nur Hänseleien in der Schule machen der Idylle zu schaffen, und manchmal wünschten sie sich, dass Papa und Mama Superhelden sind, die Probleme im Handumdrehen lösen. Sie wissen nicht, dass die Eltern genau das vor der Geburt der Kids waren: Spitzenagenten, denen das Ausschalten von größenwahnsinnigen Bösewichten leichter fiel als die Verantwortung des Aufziehens von Kindern. Das ändert sich schlagartig, als die beiden von dem durchgedrehten Fegan Floop auf seine Fantasyinsel entführt werden, wo er Spione versklavt und mit Roboterkindern nach der Weltherrschaft trachtet. Jetzt sind Carmen und Juni gefragt. Nach einem Crashkurs in Sachen Geheimagent, diversen wilden Verfolgungsjagden zu Lande, Wasser und in der Luft und eine Konfrontation mit ihren maschinellen Alter egos ist zum Showdown bei der Familienvereinigung ihre kindliche Fantasie gefragt.

    Klar, das wird Kids gefallen, die sich liebend gerne mit den beiden kickboxenden Hosenmatz-Helden identifizieren werden. Man hätte ihnen nur einen weniger hektischen Film für die Erfüllung ihrer Tagträume gewünscht, in dem Rodriguez ähnlich übers Ziel hinausschießt wie die Kiddies bei ihren ersten Flugversuchen mit ihren Raketenrucksäcken oder Alan Cumming bei seiner schrill-überkandidelten Performance als Bad-Guy-Clown mit grundsätzlich guter Seele. Letztlich sind das geschmäcklerische Einwände. Was für Kinobesitzer zählen sollte, ist das, was für Miramax zählte: ein hochkommerzielles Produkt, das sich als Alternative zum gegenwärtigen brav-altbackenen Kinderangebots tatsächlich ganz prächtig macht. In diesem Sinne: „Spy Kids“ in der Nachmittagsvorführung; am Abend dann Arnold und Bruce als Weltretter. ts.

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