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Fakten und Hintergründe zum Film "Spritztour"

Fakten und Hintergründe zum Film "Spritztour"

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Produktion: Über die Geschichte

Produzent Bob Levy musste sich nicht sehr lange nach dem Stoff für sein jüngstes Spielfilm-Projekt umschauen: Levy leitet die Film- und TV-Abteilung von Alloy Entertainment – jener Firma, die den Jugendroman „All the Way“ von Andy Behrens veröffentlich hat. Und dieser Roman ist die Vorlage von SPRITZTOUR. Alloy wurde von Leslie Morgenstein gegründet, der ebenfalls als Produzent von SPRITZTOUR fungiert. Das Unternehmen hat seine ganz eigene Nische in der Unterhaltungsindustrie gefunden und vorher unter anderem die populäre Serie „Gossip Girl“ sowie den Spielfilm The Sisterhood of the Travelling Pants (Eine für 4, 2005) veröffentlicht, die ebenfalls nach Büchern, die Alloy veröffentlicht hat, entwickelt wurden.

Mit der Romanvorlage in der Hand mussten die Produzenten nun Drehbuchautoren finden, die in der Lage waren die Geschichte von den gedruckten Seiten für die große Leinwand aufzubereiten. Levy und Morgenstein trafen sich mit etlichen Autoren, bevor sie sich für Sean Anders und John Morris entschieden, die den Roman in ein unverschämt komisches, turbulentes Drehbuch adaptierten, das nun den Titel SPRITZTOUR bekam.

„Nachdem wir Sean und John getroffen und ihre Vision von diesem Film präsentiert bekommen hatten, war für uns die Sache klar“, sagt Levy. „Sie kamen herein und pusteten uns förmlich aus dem Raum mit ihrem Zugang zu dem Stoff, der tausend Mal smarter, witziger und realistischer war als alles, was wir bis dahin gehört hatten. Sie hatten von Anfang an verstanden, wie man das Buch in einen Film übersetzen musste.“

Morris und Anders hatten vorher an der Teenager-Komödie Never Been Thawed (2005) zusammen gearbeitet, die sich auf den College-Campus in ganz Amerika zu einem Kulthit entwickelt hat. Von Beginn an waren sie entschlossen, diesem Projekt ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. „Der Film unterscheidet sich deutlich von dem Buch, das Bob uns geschickt hat“, gibt Anders zu Protokoll, der SPRITZTOUR auch inszeniert hat. „Aber es hat die gleiche Prämisse: Ein Junge fährt durchs Land, um seine Jungfräulichkeit zu verlieren. John und ich waren begeistert und haben gleich angefangen, darüber nachzudenken, wie man dieses Buch kinogerecht, komischer und verrückter machen kann.“

Das Duo ließ sich von den Filmen von John Hughes zu SPRITZTOUR inspirieren, dem Autor und Regisseur von Jugend-Abenteuern wie Pretty in Pink (Pretty in Pink, 1986) oder Sixteen Candles (Das darf man nur als Erwachsener, 1984). „Ebenso wie Hughes haben wir erstmal an der Geschichte und an den Figuren gearbeitet“, sagt Anders. „Erst als wir das Gefühl hatten, diese beiden Komponenten im Griff zu haben, haben wir überlegt, auf welche Art das nun komisch sein könne. Und wir wollten es wirklich komisch machen.“

Diese Formulierung ist eine gepflegte Untertreibung, wenn man Levy glauben will: „Es ist schön und gut, wenn man komisch sein kann – aber es gibt jede Menge komischer Autoren in Hollywood“, bringt er es auf den Punkt. „Aber diese beiden Jungs sind auch noch smart. Sie haben viele tolle, einzigartige Witze geschaffen, aber sie haben auch eine fantastische Geschichte mit sehr tiefgründigen, reichhaltigen Charakteren erzählt. Die Begabung, beides zu vereinen, ist sehr selten.“

„Es gibt Menschen in unserer Branche, die jahrelang Türklinken putzen müssen“, sagt der Produzent. „Diese Jungs sind erst seit kurzer Zeit dabei. Hollywood ist die letzte wirkliche Leistungsgesellschaft, und ihr Aufstieg war kometenhaft, wie man so schön sagt. John und Sean haben es einfach drauf.“

Levy beschreibt den Plot von SPRITZTOUR als archetypisch menschliche Geschichte: „Es geht darum, am falschen Ort nach der Liebe zu suchen. Es geht darum, dass man glaubt, man wolle Sex – und am Ende feststellt, dass man Liebe braucht.“

Dieses unterschwellige Thema lässt den Film auf verschiedenen Ebenen funktionieren, sagt Levy. „Er ist smart. Er ist albern. Er ist emotional. Er ist physisch. Er ist witzig. Er ist anzüglich. Es geht um Mut und Angst. All diese Dinge zusammen ergeben eine reichhaltigere Geschichte, macht die Witze komischer und führt uns dazu, die Charaktere noch lieber zu mögen.“

Vom ersten Meeting an schlug Anders – neben seiner Tätigkeit als Autor – sich selbst als Regisseur vor. Obwohl er vorher erst einen einzigen anderen Film inszeniert hatte, ging er mit der sicheren Hand eines Veteranen an das Projekt, erinnert sich Levy. „Er brachte sofort auf den Punkt, wie die Stimmung des Films aussehen müsse – nämlich eine Art erhöhte Comedy-Realität. Damit das funktioniert, braucht der Humor die Balance zwischen den drei Jugendlichen, die sehr stark in der Realität verankert sind, und den leicht überhöhten Figuren und Situationen, denen sie auf ihrer Reise begegnen. Aber das Herz dieser Reise sind diese wahrhaftigen und liebenswerten Charaktere.“

„Natürlich hat der Film auch seinen Teil an schrägem, aber auch smartem Humor“, bemerkt Clark Duke, der den jungen Schürzenjäger Lance spielt. „Ich würde SPRITZTOUR nicht unbedingt mit American Pie (American Pie, 1999) vergleichen – er ist eher mit den Komödien der 80er Jahre vergleichbar. Er ist schon eine Art Screwball-Komödie, aber Josh, Amanda und ich sind von einem sehr naturalistischen Ausgangspunkt an unsere Figuren heran gegangen. Einiges was in diesem Film geschieht, ist auf lustige Art schlichtweg lächerlich, aber die drei Hauptfiguren erleben alles von einer sehr realistischen Perspektive aus.“

Seth Green, der mit seiner kleinen, feinen Nebenrolle als sardonischer Amish-Automechaniker unvergesslich bleiben wird, bemerkt, dass die Alchemie einer guten Komödie mehr Kunst als Wissenschaft ist. „Es ist immer wie ein Glücksspiel, ob man die richtige Gruppe von Menschen mit dem richtigen Regisseur und dem richtigen Material zusammen bekommt. Man weiß nie, ob das geklappt hat, bis das Ergebnis vorliegt. Ich war sehr glücklich, als ich gesehen habe, dass in diesem Fall genau das geschehen ist.“

„Man hat in keinem Moment bemerkt, dass Sean noch ein relativ unerfahrener Regisseur ist“, sagt der viel beschäftigte junge Schauspieler, zu dessen bekanntesten Parts der von Scott Evil in der Austin Powers-Trilogie und die Sprecherrolle von Chris Griffin in „Family Guy“ zählen. „Er kennt sich hervorragend aus und hat sehr klare Vorstellungen von dem, was er will. Außerdem hat er einen großartigen Geschmack was Comedy betrifft – und eine sehr gute Vorstellung davon, wie sie am Ende aussehen wird. Aber er ist auch offen für Spontaneität, und das ist eine sehr wichtige Eigenschaft, denn wir hatten jede Menge Leute am Set, die spontan sehr brillant sein können, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt. Sean war sehr gut darin, die richtigen Momente zu nutzen und sie dann ausspielen zu lassen.“

Und Produzent Bob Levy schließt: „Es war eine helle Freude, am Set zu sein und diesen brillanten, komischen Menschen bei dem zuzuschauen, was sie am besten können. Sean sorgte dafür, dass sie sich gut und sicher fühlen. Er gab ihnen die Lizenz, sie selbst zu sein, komisch zu sein und Comedians zu sein. Und das war unglaublich inspirierend.“

Produktion: Die Besetzung

Ein Teil der Vision der SPRITZTOUR-Filmemacher bestand darin, die witzigsten Menschen, die sie finden konnten, zusammen zu bringen und sie auf die Menschheit los zu lassen, schmunzelt Bob Levy. „Wir haben die talentiertesten Komiker besetzt und ihnen einen Drehbuchentwurf gegeben. Sean hat ihnen dann erlaubt, ihre eigene Sensibilität und ihre Vision auf dieser Reise einzubringen.“

Anders und Levy waren gleichermaßen überrascht und amüsiert als sie bemerkten, wie sehr ihre drei Hauptdarsteller ihren Figuren ähneln. „Manchmal haben wir die Kamera angeschaltet und gesagt: ‚Seid einfach ihr selbst‘“, grinst der Regisseur. „Josh ist ein sehr netter Kerl, aber auch ein bisschen unbeholfen. Clark ist ein echter Mädchenmagnet – er kriegt alle Mädels rum. Also haben wir sie einfach vor eine Kamera gesetzt und sie ihr Ding machen lassen.“

Josh Zuckerman, der, seit er zehn Jahre alt ist, beständig im Fernsehen und fürs Kino arbeitet, war für die Rolle des Ian die erste Wahl der Filmemacher, weil er sehr verletzlich wirken kann und gleichzeitig das Comedy-Handwerk aus dem Effeff beherrscht. „Seine vordringlichste Aufgabe ist es, das Publikum dazu zu bringen, sich in ihn zu verlieben“, sagt Levy. „Die Zuschauer müssen sich Sorgen darüber machen, ob er am Ende der Geschichte das Mädchen bekommt oder nicht. Josh ist sehr emotional und sensibel, fürsorglich, smart und intelligent – und all diese Dinge vereinen sich in Josh Zuckerman, dem Schauspieler, und Ian Lafferty, der Figur. Darum werden die Zuschauer hoffentlich mitfiebern, ob er die richtigen Entscheidungen trifft.“

„In meinen Augen ist Josh die perfekte Besetzung für Ian“, ist sich Anders sicher. „Er ist definitiv ein attraktiver Junge und sehr liebenswerter Kerl. Als Mensch ist er sehr süß, höflich und anständig. Und gleichzeitig ist er so wie jeder in seinem Alter: Er ist unsicher und hat diese spätpubertierende Verrücktheit, die hervorragend zu der Figur passt. Nachdem wir Josh engagiert und besser kennen gelernt hatten, sagten wir uns: ‚Mein Gott, dieser Typ ist wirklich Ian.‘“

Zuckerman seinerseits war sehr glücklich darüber, dass diese Teenager-Sexkomödie auf eine so vielschichtige Art funktioniert und die Charaktere im Verlauf der Geschichte wachsen. „Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, dachte ich schon, dass es sehr witzig ist“, erinnert sich der Schauspieler. „Es hatte jede Menge tolle Gags, aber mich reizte darüber hinaus die Art der Charakterentwicklung von Ian, Felicia und Lance. Oberflächlich betrachtet geht es nur um Sex, aber dabei bleibt es nicht – es geht um viel mehr. Es entwickelt sich zu einer Geschichte über Freundschaft und Veränderungen, wenn die Figuren sich am Ende des Films zu neuen Menschen entwickelt haben.“

Einer der angesprochenen „tollen Gags“ führte dazu, dass Zuckermans Co-Star James Marsden ihn „einen der tollkühnsten Schauspieler, mit denen ich je gearbeitet habe“, nannte. „Man braucht eine Menge Mut, wenn man sich als Donut verkleiden muss und dann bierernst seinen Text abliefert.“

Das Kostüm, das Ian bei seinem Ferienjob bei „Señor Donut“ tragen muss, verwandelt den Teenager in ein gewaltiges, wandelndes Gebäckstück und macht ihn zur Zielscheibe von hämischen Witzen, wenn er durch das Einkaufszentrum schlendert, um das Geschäft anzukurbeln. „Ich musste jedes Mal lachen“, sagt Zuckermans Kollege Clark Duke. „Ich bin ein Riesen-Fan des Donut-Kostüms. Ich wollte Josh unbedingt eines dieser großen Werbeschilder für den Film schenken, die überall in L.A. hingen und unter denen sich die Leute kringelten.“

Für die Rolle von Felicia veranstalteten die Filmemacher eine ganze Reihe von Vorsprech-Terminen in Los Angeles. Ursprünglich wollten sie die Figur für die Schauspielerin, die ausgewählt werden sollte, maßschneidern. „Dann haben wir ein Video von Amanda Crew bekommen“, sagt Anders. „Und plötzlich stellte sich gar nicht mehr die Frage, wer Felicia spielen sollte. Amanda war genau die Felicia, die ich in meinem Kopf hatte.“

„Sie ist sehr hübsch, hat aber auch Ecken und Kanten, und sie wirkt sehr authentisch und cool“, fährt der Regisseur fort. „Sie erscheint wie diese Art von Mädchen, die man in seiner eigenen Nachbarschaft hat und die mit allen Jungs gut befreundet ist. Aber sie ist außerdem noch total sexy. Sie ist ziemlich zwanglos, und man muss aufpassen, wenn sie in der Nähe ist, denn sie hat eine sehr scharfe Zunge.“

„Amanda verkörpert Felicia auf eine Art, die niemand von uns kannte, bevor wir sie am Set trafen“, stimmt Bob Levy zu. „Amanda ist ehrlich und furchtlos – die Art von Mensch, die sich selbst nicht zensiert. Und genau so ist auch Felicia.“

Die Gelegenheit, keine stereotypische „Tussi“ in einem Teenager-Film zu spielen – das war es, was Amanda Crew an ihrem Part reizte. „Normalerweise müssen junge Schauspielerinnen das heiße, sexy Mädchen von nebenan spielen, auf das alle Jungs scharf sind“, sagt sie. „Felicia ist ein Wildfang mit einer sehr rauen Schale, aber in Wirklichkeit ist sie in ihrem Inneren wie jedes andere Mädchen: Sie hat einen weichen Kern, den sie zu schützen versucht. Als ich das Skript las, dachte ich mir: ,Ich muss diese Figur unbedingt spielen.‘ Ich glaube, ich bin ihr sehr ähnlich.“

„Ich habe es sehr genossen, an einem Projekt mitzuwirken, in das jeder so viel Herzblut steckte“, fährt sie fort. „Vom ersten Tag an hat uns Sean gezeigt, wie viel ihm an diesem Film liegt. Wenn sich die Filmemacher so sehr engagieren, möchte man selbst auch sein Bestes geben. Man will sie nicht enttäuschen.“

Clark Duke, der Ians Kumpel Lance Nesbit spielt, ist einer der Stars aus der TV-Serie „Greek“ und trat auch in dem Comedy-Megahit Superbad (Superbad, 2007) auf. Bekannt wurde er allerdings mit der Internet-Comedy-Show „Clark and Michael“, die er zusammen mit seinem Schauspiel-Kollegen Michael Cera geschaffen hat. Die Filmemacher mussten zugeben, dass Duke auf den ersten Blick eine recht ungewöhnliche Wahl für die Rolle des Lance war – die Figur eines supercoolen Mädchenmagneten und Machertypen. Die Figur war als klassisch gut aussehender, kantiger und blauäugig-hübscher Junge beschrieben.

Levy lobt die Entscheidung von Anders und Morris, für diese Figur Duke besetzt zu haben. „Sie haben sich ständig gefragt: ,Wie können wir diesen Film noch überraschender machen? Wie machen wir ihn gehaltvoller, interessanter und weniger klischeehaft?‘“

Ursprünglich wurde Duke zum Vorsprechen für den Part von Ian gebeten. „Aber der wahre Grund, warum sie mich angerufen haben ist, dass sie in einer Episode von ,Clark und Michael‘ gesehen haben, wie ich einem Mädchen einen Karatetritt in die Brust verpasse“, grinst der Schauspieler. „Sie mochten wohl diesen irren Sinn für Selbstbewusstsein, die diese Clark-Figur hatte.“

„Es geht eher um Persönlichkeit, Stil und Selbstbewusstsein als um das klassische amerikanische gute Aussehen“, bemerkt Levy. „Man liebt Clark, und man nimmt ihm ab, dass er alle Mädchen kriegt, weil er so ein Aufschneider ist.“

Dukes Co-Star Zuckerman bestätigt, dass sein Partner nicht die Pin-up-Version des klassischen „populären Typen“ ist. „Ich würde sagen, dass Clark eher die Live-Version dessen ist – der Typ, der einfach liebenswert ist. Er hat mehr Selbstbewusstsein und Charme als die meisten Menschen, die ich kenne. Und das hat sehr viel mit seinem Humor und seiner Intelligenz zu tun.“

„Als ich zum ersten Mal das Drehbuch gelesen habe, dachte ich, dass es einfach urkomisch ist“, sagt Duke. „Aber mich reizte besonders die Rolle von Lance. Komplett gegen das Klischee zu spielen machte die Figur gleich interessanter und wahrhaftiger für mich. Das zeigt, dass dein Selbstvertrauen und dein Auftreten eher für eine starke Persönlichkeit sorgen als gutes Aussehen. In meinen Augen ist das so wie im wahren Leben.“

Ein echter Besetzungscoup gelang den Filmemachern, als James Marsden, ein wahrer Herzensbrecher, der für romantische Rollen in Filmen wie Enchanted (Verwünscht, 2007) und Hairspray (Hairspray, 2007) bekannt ist, für die Rolle von Rex unterschrieb – Ians lächerlich eingebildeten älteren Bruder. „Wenn man mit jemandem von James Marsdens Gestalt arbeitet, muss man sich schon fragen, ob er es als Schauspieler über sich bringt, einen so ungeschminkten Charakter zu verkörpern“, erläutert Levy. „Aber von seiner ersten Aufnahme an fühlte er sich in Rex hinein. Er war furchtlos und unfassbar komisch. Er nutzte die Gelegenheit, mal gegen seinen Typ zu spielen. Und er liebte es, diesen Trottel zu spielen, der Rex nun mal ist.“

Marsden gibt zu Protokoll, dass das SPRITZTOUR-Skript eines der komischsten war, die er je gelesen hatte: „Aber wenn man ein Drehbuch liest, muss man auch an die Umsetzung denken. Wer ist der Regisseur? Wer sind die anderen Schauspieler? Werden sie es in eine blöde Version verwandeln oder machen sie einen richtig smarten Film daraus?“

„Comedy ist deutlich schwerer als ernste, dramatische Arbeit“, fährt Marsden fort. „Man muss daran glauben, dass die Charaktere in diesem Moment echt sind. Und wenn man das authentisch und wahrhaftig spielt, dann fangen die komischen Momente an zu atmen und erwachen zum Leben.“

Marsden hatte eine klare Vorstellung davon, wie seine Figur aussehen sollte. „Ich bin in Oklahoma aufgewachsen, und ich weiß, was Rex für ein Typ ist“, sagt er. „Er ist 34 oder 35 Jahre alt und lebt immer noch bei seinen Eltern. Er mattiert seine Fingerspitzen und trägt einen Ohrring, den er irgendwann mal in einem Einkaufszentrum gekauft hat. Der steckt in seinem linken Ohr, nicht in dem rechten – sonst wäre das ja schwul. Und er will sicher gehen, dass jeder weiß: Er ist nicht schwul.“

An seinem ersten Tag kam Marsden an das Set und trug ein Kostüm, das er sich selbst für Rex vorstellte – komplett mit Kung-Fu-Hose und ärmellosem Sweatshirt. „Wir haben gleich gesagt: ,Alter, geh rüber zum Garderobenwagen!‘“, erinnert sich Anders. „Er sagte: ,Nein, ich trage das hier.‘ Und ich sagte: ,Quatsch, wir haben viel bessere Klamotten für dich. Du siehst aus wie ein Volltrottel‘ Er antwortete: ,Hiermit will ich auftreten!‘ Was soll ich sagen? Er hatte Recht!“

Weil die drei Hauptfiguren die meiste Zeit des Films damit verbringen, durchs Land zu fahren, waren die Autoren in der Lage, jede Menge dankbarer Nebenfiguren zu erschaffen. „Jedes Mal, wenn sie irgendwo für ein paar Minuten anhalten, treffen wir auf neue Charaktere“, erläutert Levy. „Wir konnten so einige großartige Comedy-Darsteller einfliegen und sie in ihren Szenen richtig loslegen lassen.“

Einer dieser Spezialisten ist Seth Green, der Ezekial spielt, einen Amish, der sich offensichtlich in seiner Jugend ein bisschen zu weit von seiner elterlichen Farm entfernt hat und einige sehr weltliche Handgriffe beherrscht – die Reparatur von Sportwagen zum Beispiel. „Ezekial entstammt einzig und allein aus der Vorstellung von Sean und John“, sagt Bob Levy. „Und die Figur ist anders als all das, was wir von Seth Green erwartet hätten.“

Von Anfang an hatte Anders Green für diese Rolle im Kopf, bekennt der Autor und Regisseur. „Wir wollten diesen weltlichen Amish-Typen sehr sarkastisch darstellen“, sagt er. „Und niemand auf der Welt ist so wunderbar sarkastisch wie Seth Green.“

„Seth war überglücklich über seine Garderobe und seinen Amish-Bart, obwohl es so heiß und unbequem darin war“, ergänzt Levy. „Unsere Haar-, Make-up- und Kostümmitarbeiter haben sehr genau in der Umgebung der Amish recherchiert, damit ihre Arbeit so authentisch wie möglich wird. Seth nutzte den Look der Figur als Ausgangspunkt für seine Charakterentwicklung und die großartige Darstellung, die sich daraus für ihn ergab.“

Green bezeichnet sich selbst – nicht ganz ohne Ironie – als „Sprachrohr der modernen Amish-Jugend.“ Der Schauspieler erläutert: „Die typische Darstellung der Amish im Kino ist entweder hoch dramatisch oder absolut lächerlich. Es gibt einfach keine akkurate Schilderung von Amish-Teenagern. Entweder ist man wie Lukas Haas in Witness (Der einzige Zeuge, 1985) oder wie Randy Quaid in Kingpin (Kingpin, 1996). Also dachte ich, dies sei eine großartige Gelegenheit.“

Die Reise der Protagonisten gab den Filmemachern darüber hinaus die Chance, den Film mit witzigen Gastauftritten von einigen sehr bekannten Gesichtern anzureichern. „Dave Koechner, der mit Will Farrell in einigen von dessen Filmen gespielt hat, ist in seiner Szene als Anhalter einfach zum Brüllen“, sagt Levy. „Kyle Gass, der zusammen mit Jack Black in Tenacious D in The Pick of Destiny (Tenacious D – Kings of Rock, 2006) zu sehen war, ist als Trucker schreikomisch. Und Brian Posehn aus ,The Sarah Silverman Program‘ spielt einen Schausteller, der eine Art heftiges verbales Sparring-Match mit Ian und Lance austrägt.“

„Darüber hinaus haben wir auch etliche unverbrauchte Kinder gefunden, die wirklich witzig sind“, erklärt er weiter. „Charlie McDermott und Mark Young spielen Andy und Randy, die beiden Beavis- und Butthead-artigen linkischen Anbagger-Experten der High School. Diese beiden Jungs sind die geborenen Comedians.“

Die Dreharbeiten in Florida gaben den Filmemachern die Gelegenheit, aus dem übergroßen Angebot an Schauspielern zu profitieren, die in der pulsierenden Unterhaltungsindustrie von Miami arbeiten. Einer dieser glücklichen Darstellerinnen war Caley Hayes, die als Mandy, eine provozierend blonde Cheerleaderin, die leider Abstinenz predigt, ihr Schauspieldebüt gibt.

„Mandy verführt Ian mehr oder weniger dazu, ihr beim Tanzen zuzuschauen, aber er weiß nicht, dass es nur eine Prüfung ihrer Enthaltsamkeit ist“, gibt Levy zu Protokoll. „Er wird von diesen jungen, sexy Tänzerinnen, die nun ihre Hip-Hop-Nummer tanzen, in ein Zelt gezogen.“

Hayes hatte schon hinter den Kulissen Erfahrungen in der Unterhaltungsbranche gesammelt, stand aber noch nie vor einer Kamera. „Es war mein allererstes Vorsprechen“, sagt sie. „Überhaupt. Ich habe nie in einem Werbespot gespielt, geschweige denn in einem Film. Ich war noch nicht mal irgendwo Statistin.“

Und sie hatte nach eigener Aussage keine Vorstellung davon, worauf sie sich eingelassen hatte. „Am ersten Tag fragte mich jeder: ,Bist du nervös? Sag mal: bist du nervös?‘“, erinnert sie sich. „Aber dann stand ich vor der Kamera und dachte: ,Wow, das ist einfach fantastisch!‘ Es war wahrscheinlich der beste Tag meines Lebens.“

Die Schauspieler und die Crew leisteten tatkräftige Unterstützung, sagt sie: „Es waren so großartige Schauspielerinnen und Schauspieler mit dabei, und das hat es mir um so vieles einfacher gemacht. Ich glaube, die Gelegenheit, mit Leuten in meinem Alter zu arbeiten, die genau wissen, woher ich komme, war bei meinem ersten Mal ebenfalls extrem hilfreich.“

Und schließlich war da noch die Darstellerin, die den Part von Ms. Tasty spielen sollte, Ians heißer Internet-Bekanntschaft. Die sollte wunderschön und sexy sein, aber nicht einschüchternd wirken. „Katrina Bowden, die aus ,30 Rock‘ bekannt ist, spielt die ultimative Verlockung – das Mädchen, für das jeder von Chicago nach Knoxville fahren würde, um es kennen zu lernen“, sagt Anders. „Das Interessante an ihr ist, dass sie überhaupt nicht zickig oder eingebildet ist. Es war echt witzig, diese total liebe Katrina zu beobachten, wie sie hart daran arbeitete, eine Zicke zu spielen.“

Produktion: Unterwegs

Die Reise unserer Helden von Chicago nach Knoxville führt durch Illinois, Indiana, Ohio und Kentucky, bevor sie nach ungefähr 500 Meilen in Tennessee endet. Auf diesem Weg kommen sie durch Metropolen wie Indianapolis, kleine verträumte Städtchen und Bauerndörfer. Und die Filmemacher verarbeiteten die tiefgehenden Erfahrungen, die sie auf der Straße machten, zu einem authentischen, unkonventionellen Abenteuer.

„Der Film dreht sich um die Fahrt und all die verrückten Dinge, die Ian und seinen beiden Freunden auf dem Weg passieren“, bringt es Levy auf den Punkt. „Road-Movies repräsentieren in unserer Kultur Freiheit und Unabhängigkeit. Jedes Kind will doch seine eigenen Entscheidungen fällen. Oder seine eigene Wahl treffen. Dieser Film ist physisch und emotional die Reise unseres Helden, und am Ende ist er eine neue Person.“

Anders und Morris reizte die Idee, ein klassisches Road-Movie zu drehen, besonders eines mit dem Update des 21. Jahrhunderts, das SPRITZTOUR bot. „Das Buch hatte mit dem Kniff, dass die Handlung durch das Internet losgetreten wurde, ein sehr zeitgemäßes Konzept“, erläutert der Regisseur. „Und dennoch ist es für jeden absolut nachvollziehbar, denn das ist etwas, mit dem jeder etwas anfangen kann oder mal anfangen können wird.“

Clark Duke ist ebenfalls der Meinung, dass die Geschichte über jemanden, der die High School verlässt und auf eine Autofahrt geht, das Publikum ansprechen wird. „Die meisten Zuschauer können sich damit identifizieren, dass man seinen Schulabschluss macht und entweder aufs College geht oder einen richtigen Job annimmt“, sagt er. „Und die Situation in dem Sommer vor dem College ist eine verstörende Periode des Wandels in unserem Leben. Und das ist ein hervorragender Ausgangspunkt für einen Film.“

Jede gute Reise braucht das entsprechende Transportmittel, und das Auto, mit dem Ian, Lance und Felicia auf die Straße gehen, ist unter Autokennern eine Legende: „The Jugde“, ein hell orangefarbener Pontiac GTO. Der Judge wird als eines der ersten „muscle cars“ angesehen und herrschte zwischen 1969 und 1971 über die Straßen. „Das Auto ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie Sean und John das Buch auf ein neues Niveau gehoben haben“, sagt Levy. „In dem Roman wird das Auto ,The Monster‘ genannt und ist eine alte Karre aus den Achtzigern. Sean und John sagten sich: ,Wir drehen hier einen Film. Das ist ein visuelles Erlebnis. Man muss es lieben, sich dieses Fahrzeug anzuschauen.‘“

Es ist eine schnelle, sexy, maskuline Maschine, und sie spielt eine wichtige Hauptrolle im Film“, ergänzt Anders. „Das Auto verkörpert auf perfekte Weise die Reise, der sich Ian unterzieht. Es ist ein überwältigend kraftvolles Ding, das Ian kaum kontrollieren kann. Am Anfang der Geschichte hat er Angst davor, aber am Ende der Geschichte ist Ian der Herrscher über den Judge.“

Zu den vielen Orten, die Ian, Lance und Felicia im Lauf ihrer Reise besuchen, zählt auch eine kleine Amish-Gemeinde, die unter all ihren Rastplätzen wohl der erinnerungswürdigste bleiben wird. Als Anders und Morris erfuhren, dass die Gemeinden der Amish in Indiana und Ohio sehr präsent sind, wurden sie dazu inspiriert, den weitgehend unbekannten Amish-Ort Rumspringa in das Drehbuch einzubauen. Rumspringa kann aus dem Pennsylvania-Niederländisch als „herum rennen“ übersetzt werden, und die Stadt erlaubt es jungen Menschen, die Welt außerhalb ihrer Amish-Gemeinden kennen zu lernen, bevor sie sich an die Regeln ihrer Kirche binden. Wenn ein Amish 16 Jahre alt wird, ist es ihm oder ihr gestattet, mit von der Kirche verbotenen Verhaltensweisen zu experimentieren. Für einige bedeutet dies, simple Dinge – wie beispielsweise die erste Fahrt in einem Auto – zu unternehmen. Für andere fallen diese Experimente extremer aus, wenn sie zum Beispiel Erfahrungen mit harten Drogen machen wollen.

„Es ist eine Zeit, in der es den Amish-Teenagern erlaubt ist, Dinge außerhalb ihrer Gemeinde zu erforschen, so dass sie sich danach freiwillig dem Leben und der Art der Amish widmen können“, erläutert Seth Green. „Manchmal geschehen dabei natürlich bizarre Dinge, denn es handelt sich um sehr konzentrierte Erfahrungen: ,Ich habe nur ganz wenig Zeit, und in der muss ich unbedingt sehen, was mir die Welt zu bieten hat!‘“

Die Filmemacher inszenierten in Anlehnung an Rumspringa eine wahre Orgie. „In dem Film glauben unsere Helden fest, dass sie im Land der Langeweile gestrandet sind“, grinst Levy. „Aber dann gehen sie in diese Scheune in Rumspringa – und diese international bekannte Stadion-Band tritt bei dieser verrückten Party auf, die wir ,Amish Hash Bash‘ genannt haben.“

Die Pop-Superstars Fall Out Boy sind es, die bei dieser wüsten Party die Hütte rocken. „Wir machten eine Wunschliste von Bands, die sofort erkennbar sein sollten, wenn die Türen der Scheune sich öffnen“, sagt Levy. „Ganz oben auf der Liste stand Fall Out Boy. Wir schickten ihnen das Skript und drückten die Daumen. Und wir waren begeistert, dass sie den Film unbedingt machen wollten. Ehrlich gesagt, waren wir genauso aufgeregt wie die Teenager, als wir zur Rumspringa-Party gingen und zuschauten.“

Die Filmemacher geben freimütig zu, dass sie sich gerade bei der Darstellung der Kultur der Amish einige Freiheiten heraus genommen haben. „Wenn sich jemand mit den Amish auskennt, wird er immer wieder sagen: ,Wow, das dort stimmt aber nicht!‘“, sagt Anders. „Aber wir folgten unserem Gefühl, dass, wenn Sie Amish sein sollten und wenn Sie gern ins Kino gehen… na, Sie wissen schon.“

Für den Produzenten Bob Levy kam einer der interessantesten Momente durch eine Entdeckung zustande, die der Produzent und Co-Autor John Morris ganz zufällig machte. „Auch wenn es prätentiös klingt: Wir haben versucht, in diesem Film ein wenig von allem unterzubringen: Comedy, Sex, Drama, Gefühl – und die kleinste, winzigste Menge Poesie in Form des Schuh-Baums“, sagt er. „John fand einen, als er gerade außerhalb von Reno, Nevada, war und baute ihn in das Drehbuch ein. Tim Orr, unser Kameramann nutzte diesen poetischen Moment in unserem Drehbuchentwurf und verwandelte ihn in wahre filmische Poesie.“

„Für mich ist es schlichtweg das schönste Bild des Films“, fährt er fort. „Der Schuh-Baum ist bedeckt mit Schuhen, die aneinander gebunden und auf ihn geschleudert wurden. Das sieht verrückt und traumhaft aus. In diesem Baum hängen 480 Paar Schuhe. Die künstlerische Abteilung musste die Schuhe per Pfund kaufen – und sie musste alle Slipper wieder wegwerfen, weil man sie nicht aneinander binden konnte. Wir brauchten für die Aufnahmen drei oder vier Stunden, und in der folgenden Woche mussten wir wieder zurück fahren, alle Schuhe abnehmen und die Schnürsenkel wieder auseinander knoten. Es hat mir fast das Herz gebrochen – wir haben für unseren Film dieses wunderschöne Motiv geschaffen, und jetzt ist der Schuh-Baum für immer verschwunden.“