Filmhandlung und Hintergrund

Claudia Michelsen und Jens Albinus in einem faszinierend rätselhaften romantischen Thriller aus Frankfurt.

Henk ist in Berlin in den falschen ICE gestiegen: Er will nach Wolfsburg, aber der „Sprinter“ fährt durch bis Frankfurt. Im Zug lernt er die rätselhafte Eva kennen. Sie fasziniert ihn derart, dass er sich auch in Frankfurt nicht abschütteln lässt. Als ihre Taschen gestohlen werden, stellt sich raus, dass Eva Kurierin ist und ein wertvolles Gemälde zustellen soll. Der Empfänger gibt ihr Zeit bis 0.00 Uhr, um das Kunstwerk wiederzubeschaffen, und Henk erlebt die turbulenteste Nacht seines Lebens.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Sprinter - Haltlos in die Nacht: Claudia Michelsen und Jens Albinus in einem faszinierend rätselhaften romantischen Thriller aus Frankfurt.

    Einmal falsch abgebogen, und man landet in der Hölle: Filme dieser Art bilden längst ein eigenes Genre. Vorbild für die Großstadtvariante solcher Handlungen ist „Die Zeit nach Mitternacht“ („After Hours“, 1985) von Martin Scorsese: Ein unbescholtener New Yorker Programmierer schafft es nicht rechtzeitig nach Hause und findet sich in einer bizarren subkulturellen Parallelwelt wieder.

    Petra K. Wagner (Buch und Regie) erzählt eine ganz ähnliche Geschichte. Physiker Henk Madsen (gespielt vom Dänen Jens Albinus) lebt in der Nähe von Wolfsburg, steigt am frühen Abend in Berlin aber in den falschen Zug: Der „Sprinter“ fährt durch bis nach Frankfurt. Im ICE lernt er Eva Waltz (Claudia Michelsen) kennen. Ihre Undurchschaubarkeit fasziniert ihn auf Anhieb. Fast ein wenig distanzlos hängt er sich an sie und lässt sich auch in Frankfurt nicht abschütteln; der nächste Zug nach Wolfsburg fährt ohnehin erst am Morgen. Und dann kommt der Film richtig ins Rollen: Motorisierte Diebe reißen Henk und Eva die Taschen vom Arm. Eva entpuppt sich als Kurierin, die ein wertvolles Gemälde überbringen soll. Der Empfänger, ein neureicher Russe (Aleksandar Jovanovic), gibt ihr Zeit bis Mitternacht, um das Kunstwerk wieder aufzutreiben. Kaum ist das gelungen, wird das unfreiwillige Paar entführt, und wer weiß, was aus den beiden geworden wäre, wenn nicht ein hilfsbereiter Taxifahrer (Johannes Allmayer) regelmäßig zur rechten Zeit am richtigen Ort auftauchen würde. Am Flughafen treffen sich sämtlichen handelnden Personen, darunter auch ein Kommissar (Martin Lindow), der sich als Evas Ex-Mann entpuppt, zum Finale, und Henk stellt fest, dass er noch längst nicht alles über die Frau an seiner Seite weiß, obwohl er ihr im Verlauf dieser Nacht ziemlich nahe gekommen ist.

    „Sprinter“ fesselt zunächst vor allem, weil es einem ähnlich geht wie dem unfreiwilligen Helden: Der Film ist genauso rätselhaft wie Eva. Aus den 15 Minuten im Zug könnte sich alles mögliche entwickeln, eine Romanze ebenso wie ein Drama oder ein Krimi. In Frankfurt nimmt die Handlung dann schon allein durch die permanenten Ortswechsel eine ganz eigene Dynamik an. Optisch wirkt der Film gar nicht spektakulär, aber logistisch dürften die Dreharbeiten nicht zuletzt wegen der Bahnhofsszenen und der vielen Handlungsorte recht aufwändig gewesen sein (Bildgestaltung: Dominik Schunk, Lothar Dahlke). Und während Henk sein ganzes Leben vor Eva ausbreitet, bleibt sie ihm ein Mysterium, so dass man wie er bis zum Schluss nicht schlau aus ihr wird; was zuweilen auch für die Geschichte gilt. Dem Hessischen Rundfunk (Redaktion: Lili Kobbe) ist jedenfalls erneut ein überraschender Mittwochsfilm gelungen. tpg.

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