Spreewaldkrimi: Die Tränen der Fische

  1. Ø 3.5
   2011
Spreewaldkrimi: Die Tränen der Fische Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Spreewaldkrimi: Die Tränen der Fische: Dritter Spreewaldkrimi des Autors Thomas Kirchner.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Großstädte sind in der Regel austauschbar. Bei Provinzgeschichten aber spielt der Handlungsort meist eine unverwechselbare Rolle. Im besten Fall kommt es zu Wechselwirkungen: weil der Handlungsort nicht bloß Einfluss auf die erzählten Ereignisse, sondern auch auf die Erzählweise nimmt.

    Die „Spreewaldkrimis“, die Thomas Kirchner für das ZDF geschrieben hat, entwickeln sich inhaltlich zunächst ähnlich träge wie die vielen Flüsschen und Kanäle in diesem einzigartigen Sumpfgebiet im Südosten Brandenburgs; und die Geschichten bieten sich Außenstehenden zunächst genauso verzweigt und unüberschaubar dar. Dabei ist die Handlung, auf ihren Kern reduziert, durchaus überschaubar: Ein Vater kämpft um die Liebe und Anerkennung seines Sohnes. Aber schon die kunstvolle Konstruktion macht den vom Österreicher Thomas Roth inszenierten Krimi, dessen mitunter dynamische Bildgestaltung einen reizvollen Kontrast zum Inhalt bietet, zu einem besonderen Film; wobei die verschachtelte Erzählweise jedoch kein Selbstzweck ist. Wie die Gegend, so gibt auch die Geschichte ihre Geheimnisse beinahe widerwillig erst nach und nach preis; auf diese Weise hat man auch als Zuschauer Gelegenheit zu entdecken, in welcher Beziehung die handelnden Personen zueinander stehen.

    Hauptfigur ist Harry Ritter, ein Ganove alter Schule, der 15 Jahre wegen Raubmords im Gefängnis saß. Er hat nie verraten, wer seine beiden Komplizen waren oder wo die Beute versteckt ist. Nun kehrt er zurück in seine Heimat; Roth lässt die 15 Jahre in einer Einstellung mit zwei kühnen kurzen Schwenks verstreichen. Im Spreewald warten nicht bloß die gestohlenen Diamanten auf Harry, sondern auch sein einstiger Kumpan. Schon allein wegen der Kombination der beiden wunderbaren Schauspieler Uwe Kockisch und Henry Hübchen ist dieser Film mit dem rätselhaft poetischen Titel „Die Tränen der Fische“ sehenswert: der eine als guter Gauner, der die Vergangenheit endlich hinter sich lassen will, der andere als skrupelloser Verbrecher, der ohne mit der Wimper zu zucken über Leichen geht. Gegenspieler dieses Duos ist der junge Staatsanwalt Panasch (Matthias Koeberlin), dessen Wurzeln ebenfalls im Spreewald liegen; und der stärker in den Fall involviert ist, als es der ermittelnde Kommissar Krüger (Christian Redl) gutheißen kann.

    Der angenehm entspannte Krüger ist die Konstante in den Spreewaldkrimis; er hat auch schon in „Das Geheimnis im Moor“ (2006) und „Der Tote im Spreewald“ (2009) die Ermittlungen geleitet. Interessanter ist jedoch die Verstrickung des Staatsanwalts und seiner Familie. Als Ritters finsterer Ex-Komplize rausfindet, welche Beziehung zwischen Harry und Panaschs kleinem Sohn besteht, schwebt das Kind in großer Gefahr, und der Krimi endet aller Poesie zum Trotz als Thriller. tpg.

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