Spider-Man Poster

„Spider-Man“ und Co. werden jetzt in stark gekürzten Fassungen veröffentlicht

Ronny Zimmermann  

In Deutschland gibt es die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, kurz FSK, die mit ihren bunten Stickern und Bildern auf DVD, Blu-rays und Online dafür sorgt, dass Eltern einen Richtwert haben, welche Filme sie ihren Kindern zumuten können. Sony, einer der größten Film produzierenden Konzerne der Welt, will diese Kontrolle jetzt scheinbar selbst in die Hand nehmen und veröffentlicht ab sofort ausgewählte Filme aus eigenem Haus in stark zensierten Fassungen.

Der Entertainment-Riese Sony hat Pläne für eine hauseigene Initiative bekanntgegeben, in deren Rahmen ausgewählte Filme des Studios in „bereinigten“ Versionen Online und auf DVD sowie Blu-ray veröffentlicht werden sollen. Die Säuberungsaktion bezieht sich dabei auf bestimmte Erwachseneninhalte, die auch in Versionen entfernt oder entschärft werden, die man zum Beispiel im Fernsehen oder während eines Fluges präsentiert bekommt.

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Diese Filme hat Sony schon beschnitten

Den Startschuss für die Initiative „Clean Version“ hat Sony schon mit 24 Filmen abgefeuert. So werden unter anderem die beiden ersten „Ghostbusters“-Filme, alle fünf bisherigen „Spider-Man“-Filme sowie „Hancock“ in den USA bereits zum Kauf bei iTunes, VUDU und FandangoNOW angeboten. Eine Liste mit allen bereinigten Filmen und ein Werbevideo der Initiative findet ihr auf der Homepage von „Clean Version“.

Den geneigten Käufern bleibt dabei erspart, sich zwischen den Kinofassungen und der gesäuberten Version zu entscheiden. Letztere werden beim dateiträgerlosen Online-Kauf sowie beim Kauf der regulären DVD und Blu-ray als Extra ohne Aufpreis mit angeboten.

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Es gibt schon erste Proteste aus Hollywood

Seth Rogen, bekannt aus Filmen wie „Beim ersten Mal“, „Ananas Express“ und „Bad Neighbors“, war einer der ersten, der sich zu Sonys Vorhaben äußerte. Via Twitter fand der Star eindeutige Worte für Sony und schrieb, dass man das den Filme doch um Himmels willen nicht antun solle.

Ob Sony auf Rogen hören wird, ist fraglich. Vermutlich hat der Konzern nämlich einen kleinen, aber profitablen Markt im Auge, der sich aus einem Publikum zusammensetzt, das „saubere“ Unterhaltung zu schätzen weiß. So gibt es speziell in den USA viele Glaubensvereinigungen und Werte-gesteuerte Gruppen, die sich von dem Angebot angesprochen fühlen könnten.

Informationen darüber, ob wir auch in Deutschland in den Genuss von Sonys „sauberer“ Heimkino-Unterhaltung kommen, sind noch nicht bekannt.

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