Filmhandlung und Hintergrund

Um einen Drogenring auszuheben begibt sich Sperling längerfristig auf Beobachtungsposten in einer Berliner Wohnung und entdeckt dabei mehr als ihm lieb ist...

Nach der Ermordung einer Informantin observieren Sperling und sein Team in einem Berliner Hinterhof die Wohnung eines Drogendealers. Wie in Hitchcocks Voyeurimus-Studie „Das Fenster zum Hof“ entdecken die Ermittler Hinweise auf ein Verbrechen: Islamisten planen offenbar, das Brandenburger Tor in die Luft zu sprengen. Allerdings begeht Sperling einen fatalen Irrtum, der ihn am Ende selbst in Lebensgefahr bringt.

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Kritikerrezensionen

  • Sperling und die kalte Angst: Um einen Drogenring auszuheben begibt sich Sperling längerfristig auf Beobachtungsposten in einer Berliner Wohnung und entdeckt dabei mehr als ihm lieb ist...

    Die ZDF-Krimis am Samstagabend sind grundsätzlich sehenswert; Ausreißer nach unten gibt es praktisch nie. Ausreißer nach oben durchaus: Gerade die Reihe „Sperling“ versucht sich immer wieder an sperrigen Geschichten.

    Selbst gemessen daran ist Uwe Janson (Buch und Regie) allerdings ein ganz besonderer Film gelungen. Die nervöse, fahrige Kamera (Philipp Sichler) nimmt gleich zu Beginn gezielt die Stimmung der Protagonisten auf: Eine Frau beobachtet Drogen-Dealer und macht Fotos, bleibt aber nicht unentdeckt; kurz drauf ist sie tot. Sie war Informantin für Hauptkommissar Sperling (Dieter Pfaff), dem die Ermordung der Mitarbeiterin sehr nahegeht. Mit seinem Team (unter anderem Carin C. Tietze, Philipp Moog) quartiert er sich in einem Hinterhof ein, um die Verbrecher zu observieren und an ihre Hintermänner zu kommen. Wie in Alfred Hitchcocks prototypischer Studie über den Voyeurismus, „Das Fenster zum Hof“, fallen Sperlings Blicke natürlich immer wieder auch in andere Wohnungen, und deshalb entdeckt er Hinweise auf eine bevorstehende Katastrophe: Islamisten planen offenbar, das Brandenburger Tor in die Luft zu sprengen.

    Obwohl Dieter Pfaff allein aufgrund seines Volumens die Inkarnation der Behäbigkeit sein könnte, kommt der Film optisch nicht zur Ruhe. Ständig duckt sich die Kamera hinter Mauervorsprüngen oder Vorhängen, weil natürlich niemand gesehen werden will: weder die Polizisten noch die Rauschgifthändler und erst recht nicht die vermeintlichen Terroristen. Doch obwohl sein rassistischer Mitarbeiter Konrad (Matthias Koeberlin) verschiedene Wohnungen verwanzt und mit kleinen Kameras bestückt hat, erhascht Sperling immer wieder bloß Details; deshalb kann er sich seiner Sache nie ganz sicher sein. Tatsächlich begeht er einen fatalen Fehler: Nicht jeder Moslem, der eine schusssichere Weste trägt, muss gleich ein Terrorist sein; und nicht jeder freundliche Nachbar ist automatisch auch ein guter Mensch.

    Weil man als Zuschauer kaum mehr weiß als die Ermittler, entwickelt „Sperling und die kalte Angst“ von Anfang eine Spannung, die Janson konsequent aufrechterhält und zum Finale sogar noch steigert: Sperling hat zwar endlich herausgefunden, wer die tatsächlichen Attentäter sind, doch nun befindet er sich in ihrer Gewalt. Erst recht sehenswert ist der Film wegen der ausgezeichneten Bildgestaltung. Das Spiel von Licht und Schatten hat mitunter impressionistische Züge. Sperling wiederum wirkt mit seinem Hütchen und dem langen Mantel wie eine Figur aus einem Werk von Fritz Lang, zumal auch das Berlinbild des Films weitaus näher an „M - Eine Stadt sucht einen Mörder“ als an den aktuellen Metrosex-Komödien ist. tpg.

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