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Filmhandlung und Hintergrund

Spanglish: Zynisch angehauchte Sozialkomödie, in der Adam Sandler als gestresster Familienvater dem Charme seiner mexikanischen Haushälterin erliegt.

Flor (Paz Vega), die junge Mutter und Wirtschaftsemigrantin aus Mexiko, lebt zwar schon seit zwei Jahren in den Barrios von South Central LA, doch ein Wort Englisch hat sie dort bisher nicht lernen müssen. Nun ziehen sie und ihre Tochter in den Haushalt der wohlhabenden Claskys und lernen die oberen Sprossen der amerikanischen Gesellschaftsleiter aus näherer Ansicht kennen. Familienvater John (Adam Sandler), ein netter, von der frustrierten Ehefrau (Tea Leoni) sträflich vernachlässigter Vier-Sterne-Koch, erliegt Flors naivem Charme auf Anhieb …

James L. Brooks

Nach Jahren im Barrio von Los Angeles, wo sie kein Wort Englisch gelernt hat, findet die junge Mutter Flor einen Job bei der reichen Clasky-Famlie – bei der hochgradig neurotischen Deborah, dem sympathischen Vier-Sterne-Koch John und deren zwei Kindern. Insbesondere John – von seiner hysterischen Frau sträflich vernachlässigt – wird von Flor hoffnungslos in den Bann gezogen.

John Clasky ist gerade zum “Besten Koch Amerikas” gekürt worden, ein vorbildlicher Vater für seine zwei Kinder und eigentlich ein perfekter Ehemann für seine Frau Deborah.. Die steuert ob ihrer Neurosen und ihrer eigenen fehlenden Karriere jedoch geradewegs auf eine frühe Midlife-Krise zu. Da stößt die Mexikanerin Flor, die kein einziges Wort Englisch spricht, als Hausmädchen zur Familie. Kulturen und Temperamente prallen aufeinander, Sprachbarrieren sorgen für Missverständnisse und auch die Hormone spielen bald verrückt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Entdeckung des Filmes ist definitiv Paz Vega, die die Rolle der jungen Mutter Flor mit einer Passion spielt, die das Publikum sofort in ihren Bann zieht. Obwohl sie die meiste Zeit des Filmes nur für das spanisch sprechende Publikum zu verstehen ist, ist es ihre Ausstrahlung, die sämtliche Sprachbarrieren überwindet und sie auf eine ganz andere Art und Weise verständlich erscheinen lässt. Dieser Wesenszug ist es, der sie für die Familie Clasky so unersetzbar macht. Sie sind kaum fähig sich der Anziehung der temperamentvollen Mexikanerin zu entziehen. Besonders Deborah scheint sich geradezu in Flor zu verlieben. Doch Flor ist keineswegs einfach zu beeindrucken, schnell durchblickt sie die äußere Hülle der Familie und sieht ihre Probleme, gerade die Neurosen von Deborah scheinen ihr kaum Verständnis abzuringen. Umso verständlicher ist es, dass sie ihr Privatleben komplett aus ihrem Job heraushalten möchte. Wie Evelyn so schön anmerkt, hat sie einen sehr ausgeprägten Sinn ihr Privates privat zu halten.

    Deborah hingegen ist Feuer und Flamme, als sie Cristina kennen lernt. Wie Flor hat sie eine hinreißende Ausstrahlung, doch im Gegensatz zu ihrer Mutter ist sie für Deborah zu erreichen. Weder Sprachbarrieren noch das Gefühl, dass Deborah ein tiefes emotionales Problem hat, stellen sich zwischen sie und ihre neue Pflegetochter, Cristina ist noch nicht lebenserfahren genug um zu sehen, was ihre neu gewonnene Mentorin für Fehler hat. Die Liebe und anerkennende Bewunderung, die Deborah Cristina entgegenbringt, lässt sie bei ihrer eigenen Tochter missen. Es ihr, die so ganz anders als Flor ist, aber ein leichtes Cristina zu ihren Gunsten zu beeinflussen, zu weltgewandt und schillernd wirkt sie auf sie. So wird die Beziehung zwischen Mutter und Tochter auf eine harte Probe gestellt und letztendlich ist dies auch die entscheidende Frage des Filmes – will Cristina sich von ihrer Mutter und ihren Wurzeln loslösen und alles ganz anders machen als sie oder ist ihre Mutter nicht doch ihr größtes Vorbild. Eine Frage, die sich wohl jeder Mensch irgendwann einmal stellt oder gestellt hat. Der Film findet eine Antwort, die wohl auf die meisten Menschen nicht zutreffen wird. Kaum jemand, der sich nicht irgendwann vorgenommen hat, sein Leben auf eine andere Art und Weise zu gestalten als seine Eltern. Und kaum jemand, der nicht irgendwann dasteht und erkennen muss, dass der Apfel doch nicht weit vom Stamm fällt. Wahrscheinlich ist es ehrlicher wie Cristina zu denken und irgendwann selbst reflexiv einzugestehen, dass Blut doch dicker als Wasser ist und die eigene Mutter das größte Vorbild. Aber solch eine selbstkritische Erkenntnis wird man wohl kaum bei irgendjemand unter 50 finden.

    Während Paz Vega mehr als nur überzeugen konnte und Téa Leoni eine ihrer besten Darstellungen zeigt, kommt man bei Adam Sandler nicht über ein Stirnrunzeln hinaus. Obwohl er zuletzt bei PUNCH DRUNK LOVE zeigte, dass er tatsächlich auch schauspielern kann, fragt man sich über die Dauer von zwei Stunden, was genau Sandler eigentlich spielt. Zunächst darf man noch annehmen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die mit einem solchen Minimum an Mimik auskommen, doch im Verlauf wird klar, dass es an irgendetwas fehlt. Sandler kommt schauspielerisch einfach nicht auf den Punkt, das Timing stimmt nicht. Und schließlich und letztendlich kommt man dann an die Stelle, an dem er einem einfach nur noch auf die Nerven geht.

    Von diesem Dilemma einmal abgesehen, ist SPANGLISH ein äußerst unterhaltsamer Film, der gerade durch die Problematik der Sprachbarriere einfache Tatsachen klar wie noch nie ausdrückt.

    Fazit: Unterhaltsamer Film, der einem die Augen öffnet über darüber, wie schwierig der einfache Alltag ist.
  • Man spricht Spanisch und Englisch in der neuen Beziehungs-Dramedy von Regisseur und Skripter James L. Brook, seinem ersten Film seit “Besser geht’s nicht” vor sieben Jahren. Sprachbarrieren inbegriffen prallen zwei Kulturen und Klassen mit viel Humor und Emotion aufeinander, als eine illegale mexikanische Einwanderin eine Stelle als Haushaltsgehilfin bei einer problembeladenen Familie in Los Angeles übernimmt. Den gutmütigen Herr im Haus in dieser von Frauen dominierten Family spielt passiv-gedrosselt Komiker Adam Sandler, der nach “Punch Drunk Love” im ernsthaftesten Part seiner Karriere zu sehen ist.

    Ein Voiceover der jungen Christina klammert die Story ein. Sie erinnert sich in ihrem Bewerbungsschreiben an die Princeton-Univerisität bewundernd an den Werdegang ihrer Mutter: Von ihrem Ehemann verlassen, hatte Flor (die hinreißende Paz Vega aus “Lucia und der Sex”) die Flucht nach Kalifornien angetreten, um ihrer kleinen Tochter eine bessere Zukunft zu bieten. Nach mehreren Jahren im Barrio von Los Angeles, wo sie kein Wort Englisch gelernt hat, findet Flor Anstellung bei der wohlhabenden Klasky-Famlie. Flors neue Chefin ist die hochgradig neurotische Deborah (Tea Leoni wirft sich mit Elan in die Darstellung der enervierenden Hysterikerin), die weder mit ihrem sympathischen Mann, dem Vier-Sterne-Koch John, noch ihren beiden Kindern oder ihrer im Haus lebenden Mutter Evelyn (Chris Leachman als drollig-liebenswerte Alkoholikerin) ein besonders gutes Verhältnis hat. Denn Deborah ist ein sehniges Nervenbündel, das vollkommen auf sich selbst bezogen ist und ständig mit emotionalem Desaster flirtet. So sind ihr peinliche Übergriffe (wie Christina ein Stipendium an einer Privatschule zu verschaffen, ohne sie vorher gefragt zu haben, oder ihrer übergewichtigen Tochter Kleidung eine Nummer zu klein zu kaufen) unbewusst. Ihre bevorzugte Antwort in Konfliktsituationen ist es, den anderen zu versichern, dass sie nicht sauer auf sie wäre. Im Kontrast zu Deborah ist Flor eine mexikanische Madonna, zu deren Warmherzigkeit und natürlichem Charme sich die ganze Familie, inklusive des Haushunds, hingezogen fühlt. Insbesondere John, der von seiner Frau sträflich vernachlässigt wird, ist von der attraktiven und mittlerweile Englisch sprechenden Flor hoffnungslos in den Bann gezogen. Wie zwischen Bill Murray und Scarlett Johansson in “Lost in Translation” bilden sich zart-bittersüße Gefühlsbande zwischen ihnen. Dabei geht ihre Zuneigungsäußerung ebenfalls nicht über einen Kuss hinaus. Allerdings fallen hier die Dialoge etwas weniger gewitzt und fließend als in Sofia Coppolas Kleinod aus.

    Wie in seinen anderen Filmen interessiert sich Brooks für die verschiedenen zwischenmenschlichen Töne, ohne sich auf einen Protagonisten per se festzulegen. Noch aus “Zeit der Zärtlichkeit”-Tagen geübt, legt Brooks Augenmerk auf den dreifachen Mutter-Tochter-Konflikt. Insgesamt werden die verschiedenen Figuren jedoch vergleichsweise oberflächlich skizziert, sodass auch manche Frage unbeantwortet bleibt. Weshalb beispielsweise ist Deborah so unzufrieden oder warum lässt sich John von ihr emotional (und einer bizarren Szene zufolge sexuell) benutzen? Überhaupt ist die Rolle von Leoni im Gegensatz zu der von Jack Nicholsons Ekelpaket in “Besser geht’s nicht” charmefrei und weist keine sympathischen Merkmale auf. Zweifellos wäre es in Brooks’ neuem Film in vielerlei Hinsicht auch besser gegangen: Die zynisch angehauchte Sozialkomödie mit unterschwelligem Sitcom-Flair ist in einer Saison der großen Knüller eher als Geheimtipp zu werten. ara.

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