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Song für Mia

Filmhandlung und Hintergrund

Vor zehn Jahren hätte Kostja Ullmann die männliche Hauptrolle gespielt; der Film wäre fürs Kino entstanden und später bei ProSieben gelaufen. Aber die Zeiten haben sich geändert, und deshalb stellt sich die Frage, wer sich dieses romantische „DSDS“-Drama über zwei junge Leute im „Ersten“ wohl anschauen wird. Sebbe (Tim Oliver Schultz) träumt von einer Karriere als Popstar. Als ihm tatsächlich der Durchbruch...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Vor zehn Jahren hätte Kostja Ullmann die männliche Hauptrolle gespielt; der Film wäre fürs Kino entstanden und später bei ProSieben gelaufen. Aber die Zeiten haben sich geändert, und deshalb stellt sich die Frage, wer sich dieses romantische „DSDS“-Drama über zwei junge Leute im „Ersten“ wohl anschauen wird.

    Sebbe (Tim Oliver Schultz) träumt von einer Karriere als Popstar. Als ihm tatsächlich der Durchbruch winkt, schlägt das Schicksal unbarmherzig zu: Er verliert aufgrund einer Hirnblutung sein Augenlicht. Sebbes Lebensglück ist buchstäblich mit einem Schlag dahin, denn alles, was ihm bislang wichtig war, hatte mit Äußerlichkeiten zu tun. Doch dann bekommt er eine zweite Chance: Erst entdeckt der junge Mann mit Hilfe von Pflegerin Mia (Paula Kalenberg), dass es im Leben Wichtigeres gibt als Luxus, und dann beendet eine Operation seine Blindheit; prompt fällt er anschließend wieder in sein altes Leben zurück, in dem für jemanden wie Mia kein Platz ist.

    Das Drehbuch des Autorentrios Alexander Dydyna, Peer Klehmet und Friederich Oetker basiert auf dem schwedischen Kinofilm „Ego“ (2013) von Lisa James Larsson. Die Umsetzung besorgte Mira Thiel, die bislang vor allem mit „Gut zu Vögeln“ (2015) auf sich aufmerksam gemacht hat; die Kinokomödie trug ihren derben Titel nicht zu Unrecht, die Charaktere bewegten sich entlang der üblichen Klischees. Das ist bei „Song für Mia“ nicht viel anders, hat hier jedoch Methode, denn die Geschichte lebt natürlich vom Kontrast zwischen der herzensguten Mia und dem eitlen Sebbe. Die vermittelte „Kleiner Prinz“-Botschaft, laut der man nur mit dem Herzen gut sieht, ist ebenfalls alles andere als originell. Allerdings zieht Thiel ihr Ding fast schon bewundernswert konsequent durch. Tim Oliver Schultz ist durch die Vox-Serie „Club der roten Bänder“ zum Star geworden, und so zelebriert Thiel ihn auch.

    Auch sonst setzt der Film sehr viel auf Oberfläche, aber dieser Stil ist Teil der Geschichte wie auch der Botschaft. Nach dem Unfall ändern sich Tempo und Bildgestaltung deutlich. Entsprechend wichtig ist die Bildgestaltung: Das Licht in Sebbes Wohnung wirkt, als habe Kameramann Stephan Burchardt fünfzig verschiedene Grauschattierungen finden wollen. Mias Heim ist dagegen hell, freundlich und ein bisschen chaotisch. Weil Sebbe bislang nur der Anschein wichtig war, hat er nach dem Verlust des Sehvermögens gar nichts mehr; bis auf die Musik. Mia macht ihm klar, dass Texte von Herzen kommen müssen, wenn sie berühren sollen, aber selbstverständlich vergisst er das wieder.

    Es fiele also nicht schwer, Ansatzpunkte für Kritik zu finden, zumal der Film stellenweise kräftig kitschig ist. Mitunter hakt es auch mal: Sebbes Musikproduzent (Max von Thun) freut sich, dass endlich jemand auf Deutsch über seine Gefühle singt; als habe es die emotionalen Popschlager von Max Giesinger oder Mark Forster nie gegeben. Anlass für die Freude des Mannes ist ein von Mia heimlich gefilmtes Video, in dem Sebbe am Lagerfeuer zur Gitarre das Lied singt, bei dem sie als Muse mitgewirkt hat. Das Video entwickelt sich zum Internet-Hit, der junge Mann wird endlich Popstar, vergisst Mia und kommt erst wieder zur Besinnung, als ihm das Schicksal einen weiteren Denkzettel verpasst. Dass der Film trotz aller Einwände Spaß macht, liegt in erster Linie an den beiden Hauptdarstellern. Paula Kalenberg hat nicht viel Mühe, sich als sympathischer Gegenentwurf zum verbitterten Sebbe zu profilieren und setzt mit spielerischer Leichtigkeit die komischen Akzente. Schultz wiederum ist perfekt als Hedonist ohne Tiefgang. Sebbes Sinneswandel vom Lackaffen zum Romantiker vermittelt er ebenfalls glaubwürdig; und singen kann er auch. tpg.

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