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Filmhandlung und Hintergrund

Sommer: Dritter Teil des Jahreszeiten-Zyklus von Eric Rohmer.

Gaspard macht im beliebten Badeort Dinard in der Bretagne Urlaub. Ohne seine Freundin gibt er sich dem süßen Nichtstun und dem Schreiben von Liedern hin und lernt dabei Margot kennen, die in dem Badeort als Bedienung jobbt. Als er in der Disco die rassige Solone kennenlernt, weiß er nicht mehr ein noch aus: Welcher Schönen soll er sein neustes Lied widmen?

Gaspard Beziehung zu Frauen ist leider nicht von derselben Intensität geprägt wie seine Liebe zur Musik. Da wundert es nicht, daß seine Freundin Lina ohne ihn Urlaub in Spanien macht. Während Gaspard an der sehnsüchtig auf ihre Rückkehr wartet, macht er die Bekanntschaft der Kellnerin Margot. Lina treu ergeben, weist er die Avancen des Mädchens brüsk zurück. Wenig später trifft er die verführerische Solene. Diesmal allerdings ist Gaspard einem kleinen Seitensprung nicht abgeneigt…

Gaspard macht Urlaub in der Bretagne. Gleich drei Mädchen interessieren sich für ihn – und er kann sich nicht entscheiden. Dritter Teil von Eric Rohmers Jahreszeiten-Zyklus. Sommerlich leicht mit lebensnahen Figuren.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Das Meer, der Strand und die erste Liebe: Weil das die Zutaten von „Sommer“, sind, kann in dem Jugendfilm nicht mehr viel schief gehen, zumal die Hauptrolle von Teenieschwarm Jimi Blue Ochsenknecht gespielt wird. Als Außenseiter Tim mit der schwarzen Jacke und dem Skateboard passt er so gar nicht auf die Insel, die der selbstsicheren Jeunesse dorée mit ihren Quads zu gehören scheint. Aber der jugendliche Freiheitsdrang lässt sich ebenso wenig zähmen wie das wilde Meer. In den Dünen mit Blick auf die Wellen und den grauen Himmel ist viel Platz zum Träumen, und die blonde Vic hat endlich einen Freund, mit dem sie reden kann.

    Regisseur Mike Marzuk inszeniert die flotte Jugendromanze mit viel Gespür für die Gefühlslage in der Pubertät. Gleich die erste Begegnung von Tim und Vic auf dem Reiterhof findet das Mädchen total peinlich. Vic tanzt nämlich gedankenverloren zu Musik aus ihren Kopfhörern und weiß nicht, dass sie einen gleichaltrigen, männlichen Zuschauer hat. So direkt beginnt die Romanze, die auch weiter aus dem Vollen schöpft: Auf der Insel gibt es gemischten Sportunterricht am Strand für die zehnte Klasse. Da spielen Jungs und Mädchen zusammen Beachvolley, surfen, quatschen über Sex und Aussehen.

    Die Nordseeinsel mit ihrem wolkenverhangenen Himmel, den weiten Stränden und dem Wind ist das ideale Ambiente für einen Film über die Aufbruchstimmung, die Sehnsucht nach dem Neuen, Unbekannten und die Neugier auf alles, wem man vor dem Leben steht. Sehr schön kontrastiert der Film die Welt der Tonangebenden, der Neureichen die sich gerne an der Nordsee tummeln mit der hungrigen Sehnsucht der Außenseiter. Hier ähnelt „Sommer“ dem amerikanischen „Superbad“, dessen Hauptfiguren auch nicht gerade vom Erfolg verwöhnt waren, die sich aber ihren größten Träumen zum Greifen nah fühlten.

    Speziell der korpulente Eric, der von Lars’ Clique gehänselt wird, erinnert an seinen komödiantischen dicken Vetter aus „Superbad“, denn auch er ergeht sich in sexuellen Fantasien und anzüglichen Sprüchen. Für Spaß sorgen auch Inselfeste mit Karaoke-Einlagen, Vics Freude am plötzlich einsetzenden Sommerregen, ein reicher Soundtrack und optisch ansprechende Einfälle. So wird das Bild hochgestellt, wenn Tim in seinem Bett liegt, Eric schreitet in Tagträumen im schwarzen Anzug auf seine Julia zu, Vic und Tim halten ihr Glück auf Schnappschüssen fest.

    Bei so viel atmosphärischen Pluspunkten rücken leichte Durchhänger in der Spannung ziemlich in den Hintergrund. Nicht nur wegen des Reiterhofs, der bei Vic und ihrer Freundin so beliebt ist, hat die Geschichte einen Hang zum Kinderabenteuer in einer heilen Welt. Dass Tim einen Ruf als übler Bursche hat, davon zeigt sich in seinem harmlosen Verhalten nichts. Jimi Blue Ochsenknechts Schauspielkünste mussten sich mit dieser Rolle über ein attraktives Lächeln hinaus nicht groß beweisen. Trotzdem aber ist „Sommer“ ein inspirierter und stimmungsvoller Jugendfilm geworden.

    Fazit: Ein Sommer der ersten Liebe mit Jimi Blue Ochsenknecht auf einer Nordseeinsel: Da darf der Himmel ruhig grau sein!
  • Eric Rohmer, der Film-Händler der Vier Jahreszeiten, stellt nach “Frühlingserzählung” (1989) und “Wintermärchen” (1991) seinen dritten Beitrag in seinem gleichnamigen aktuellen Zyklus vor. “Sommer” ist ein leichtfüßiger, redseliger Film über die Liebe, der die gewohnte Programmkino-Klientel des 76jährigen Nouvelle-Vague-Veteranen nicht enttäuschen wird.

    In Schauplatz und Figurenkonstellation repliziert Rohmer im Grunde seinen 1982er-Erfolg “Pauline am Strand”, den ebenfalls dritten Beitrag in seinem damaligen Zyklus “Komödien und Sprichwörter”. Da ist es nur konsequent, daß auch die Darstellerin der Pauline, Amanda Langlet, in “Sommer” ein Rohmer-Comeback feiert. Als in Dinard als Bedienung jobbende, warmherzige und heitere Margot ist sie der emotionale Anker für den leicht schüchternen, aber schwer unentschlossenen Gaspard (der französische Jungstar Melvil Poupaud, hierzulande zuletzt in einer kleinen Gastrolle in “Elisa” zu sehen). Gaspard ist in den kleinen Badeort in der Bretagne gekommen, um dort auf seine Freundin Lina (Gwenaelle Simon) zu warten und anschließend mit ihr ein paar Tage nach Quessant zu fahren. Der geplante Urlaubstrip gestaltet sich aber zu einer strategisch-logistischen Herausforderung, als der Jungmusiker von einer brünetten Schönheit (eine junge Barbara Auer: Aurelia Nolin) aufgegabelt wird und auch ihr, sowie später auch seiner Seelentherapeutin Margot, die Fahrt nach Quessant verspricht. Dieses Dilemma nutzt Rohmer zu einer seiner typischen rhetorischen Spielereien über das Wesen der Liebe und was seine Figuren dafür halten. Überraschend schweigsam eröffnet er seinen Film, um dann in seiner gewohnt beiläufigen, entspannten Art seine Charaktere in einen nahezu permanenten Gedankenaustausch zu verstricken. Und wie in fast allen Filmen des Altmeisters ist man anfangs etwas gelangweilt von der Alltäglichkeit des Erzählten und enttäuscht über Rohmers bekanntes visuelles Desinteresse, bis man unmerklich dem zarten Charme dieses Sommers erliegt. Wesentlichen Anteil daran trägt die sich im Kino rar machende Schauspielerin Amanda Langlet, die mit ihrem unbeschwerten Wesen diesem überlangen Film den Zauber verleiht, der uns optisch bedauerlicherweise versagt bleibt. kob.

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