Filmhandlung und Hintergrund

Muskulöses Kino-Remake des legendären TV-Mehrteilers von Fritz Umgelter, der wiederum auf Josef Martin Bauers Tatsachenroman beruhte.

Unter abenteuerlichen Umständen gelingt dem ehemaligen Wehrmachtssoldaten Clemens Forell die Flucht aus einem ostsibirischen Arbeitslager. Während sich der russische Oberstleutnant Kamenev an seine Fersen heftet, beginnt für Forell ein brutaler Überlebenskampf, der ihn erst nach drei entbehrungsreichen Jahren wieder nach Deutschland führt.

Clemens Forell wird im Herbst 1945 zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und mit 3000 weiteren deutschen Kriegsgefangenen ins Arbeitslager nach Sibirien geschickt. Nur etwa ein Drittel der Gefangenen erreicht das Lager lebendig und muss von da an unter grausamen Bedingungen im Bergwerk schuften. Nach einem missglückten Ausbruchsversuch gelingt dem jungen Forell 1949 mit Hilfe des deutschen Lagerarztes Dr. Stauffer die Flucht. Doch erst drei Jahre später hat seine entbehrungsreiche Odyssee über den Kaukasus und Persien ein Ende…

Bilderstrecke starten(12 Bilder)
Alle Bilder und Videos zu So weit die Füße tragen

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

4,0
1 Bewertung
5Sterne
 
(0)
4Sterne
 
(1)
3Sterne
 
(0)
2Sterne
 
(0)
1Stern
 
(0)

Wie bewertest du den Film?

Kritikerrezensionen

  • So weit die Füße tragen: Muskulöses Kino-Remake des legendären TV-Mehrteilers von Fritz Umgelter, der wiederum auf Josef Martin Bauers Tatsachenroman beruhte.

    Josef Martin Bauers auf einer wahren Begebenheit beruhender Roman „So weit die Füße tragen“ war in den 50er Jahren ein Welterfolg, der TV-Mehrteiler 1959 unter der Regie von Fritz Umgelter ein „Straßenfeger“, wie man quotenstarke Sendungen damals nannte. „Cascadeur“ Hardy Martins verfilmt die Flucht des deutschen Soldaten Clemens Forell aus einem sibirischen Arbeitslager als abenteuerliches Heimkehrerdrama.

    Das Schicksal des Clemens Forell berührte damals die ganze Nation. Nicht zuletzt deshalb, weil der Wehrmachtssoldat exemplarisch für all die Soldaten stand, die nach dem Zweiten Weltkrieg als vermisst galten oder die man für tot erklären ließ, obwohl sie vielleicht in sowjetischen Straflagern ihr Leben fristeten. Er symbolisierte das Prinzip Hoffnung für diejenigen, die davon träumten, dass auch ihr Vater oder Mann irgendwann wiederkehren würde, so wie Filmheld Forell. Der wurde im Herbst 1945 mit 3000 anderen deutschen Kriegsgefangene nach Sibirien verschickt - für 25 Jahre Zwangsarbeit. Nur 1950 von ihnen erreichten mit dem Zug lebend den Ort Tschita, nach einem monatelangen Fußmarsch gelangten im Herbst 1946 nur noch 1236 Männer in ein Lager in Ost-Sibirien. Unter menschenunwürdigen Bedingungen schuften sie im Bleibergwerk, dürfen nur alle sechs Wochen mal etwas Luft schnappen. Forells erster dilettantischer Fluchtversuch 1947 scheitert, er ist dem russischen Oberleutnant Kamenev, der ihn auf dem Kieker hat, ausgeliefert. Zwei Jahre später gelingt ihm die Flucht mit Hilfe des deutschen Lagerarztes Dr. Stauffer, der aufgrund seines Krebsleidens die Fluchtidee aufgibt und dem jungen Mann mit Karte und notwendiger Kleidung ausgestattet auf den gefährlichen Weg schickt. Erst im Dezember 1952, zwei Tage vor Weihnachten, kommt Forell wieder nach Hause zu seiner Familie. Die dreijährige Odyssee durch Tundren und Wälder, durch die Mongolei bis zum Kaukasus, und von da aus nach Persien, wo Forell als sowjetischer Spion erst einmal verhaftet wird, wurde zu 75% von der CP Medien AG (früher KC Medien AG) finanziert, die das Epos in Cannes auf dem Markt präsentiert. Regisseur Hardy Martins zeichnet die Flucht als Kampf des Individuums gegen das Böse, sei es nun feindliche Natur oder feindlicher Mensch. Aber es gibt auch Begegnungen mit hilfsbereiten Seelen wie einem polnischen Juden, der den Gehetzten mit falschen Papieren versorgt, oder mit Nomaden, die ihn pflegen und vor seinen Häschern verstecken. Selbst eine kurze Liebe darf der Arme erleben, bevor es ihn weiter Richtung Heimat treibt. Obgleich das glückliche Ende der Geschichte bekannt sein sollte, baut der frühere Stuntman Martins geschickt Spannung auf und kann sie halten. Ein guter Griff gelang mit Bernhard Bettermann in der Hauptrolle. Der Theaterschauspieler, bisher nur wenig im Kino zu sehen, überzeugt durch Präsenz und Glaubwürdigkeit. Gedreht wurde in 123 Tagen unter schwierigsten Bedingungen an Originalschauplätzen in Weißrussland, Sibirien und Usbekistan bei Temperaturen von -32 bis +52 Grad. Mit neun Sprachen am Set kam sich das buntgewürfelte Team manchmal vor wie beim Turmbau von Babylon. Beeindruckend der Schauwert, die unendlichen Landschaften von Nikita Michalkovs Kameramann Pavel Lebeshev ausdrucksstark fotografiert. Und für Zuschauer mit Hang zu überbordenden Gefühlen ist der Moment, in dem der Mann seine Familie in der Kirche unter weihnachtlichen Klängen in die Arme schließt, sicherlich Auftakt zum gemeinschaftlichen Taschentücherzücken. mk.

News und Stories

  • Sebastian Koch als Kara Ben Nemsi

    Sebastian Koch als Kara Ben Nemsi

    In einem Kinofilm auf der Grundlage von Karl Mays Orient-Romanen möchte Koch unbedingt den deutschen Abenteurer Kara Ben Nemsi spielen.

    Ehemalige BEM-Accounts  
  • DVD-Editorial vom 12.07.2007

    Der Schutz vor Piraterie ist sicherlich wichtig. Dennoch führen die Maßnahmen immer wieder zu Verärgerung der ehrlichen Kunden. Kopierschutzverfahren, die das fehlerfreie Abspielen der DVDs teils verhindern und immer wieder für Probleme sorgen, gehören leider auch zum Alltag von DVD-Sammlern. Vor allem X-Protect, dass bei einigen deutschen Anbietern immer mal wieder Anwendung findet, sorgt bei vielen Usern für Unmut...

    Ehemalige BEM-Accounts  

Kommentare