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Small Town Murder Songs (2010) Film merken

Small Town Murder Songs Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Small Town Murder Songs: Thriller-Drama-Mix um einen alternden Polizist in einer kanadischen Kleinstadt, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird.

Bislang verteilte Chief Walter Ruden lediglich Strafzettel an die wenigen Bewohner des Kleinstadtkaffs mitten im Nirgendwo der kanadischen Provinz Ontario. Bis er und seine Mitarbeiter vor einer nackten Frauenleiche stehen und behördliche Hilfe anfordern, weil es so etwas in ihrem Ort noch nie gab. Die Ermittlungen deuten rasch in Richtung Walters Exfreundin Rita und deren Hillbilly-Lover Steve. Mit ihnen verbindet Walter jedoch eine gewalttätige Episode, die ihm das Misstrauen der Anwohner einbringt und schwer auf seinem Gewissen lastet.

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der einsame Polizist in der Provinz, dessen Ermittlungen ihn in die Tiefen seiner eigenen Seele führen. Das ist kein neues Thema, Filme wie "Insomnia" oder "Der Gejagte" kommen einem spontan in den Sinn. Der Beruf des Polizisten scheint wie gemacht für die gebrochenen starken Männerseelen, von denen das heutige Kino so gerne erzählt.

    Auch der kanadische Thriller "Small Town Murder Songs" von Ed Gass-Donnelly ("This Beautiful City") ist ein Film, bei dem die Krimihandlung in den Hintergrund gerät. Es gibt nur einen einzigen Verdächtigen, und das bereits seit der zehnten Filmminute. Spannung ist etwas anderes. Stattdessen konzentriert sich der Regisseur auf das Innenleben des Protagonisten. Untermalt durch epische Bilder und langsame, von Musik untermalte Einstellungen, wird ein möglichst facettenreiches Bild von Walters (gespielt von Peter Stormare) Gemütszustand gemalt. Der Arbeit des Kameramannes Brendan Steacy und des Komponisten Bruce Peninsula ist es hierbei zu verdanken, dass der Film nicht auch visuell in der Belanglosigkeit versinkt.

    Doch das ist keinesfalls ausreichend. Die biblisch anmutenden Zwischentitel und die fast schon alttestamentarische Erkenntnis des Filmes, sind weitere Versuche, die etwas maue Handlung auf ein künstlerisches Niveau zu hieven. Hier wird krampfhaft den Brüdern Ethan und Joel Coen ("Fargo", "The Big Lebowski") nachgeeifert, die Geschichte wird zu sehr von der hochtrabenden Regie gepeitscht, als dass sie anständig erzählt wird.

    Peter Stormare ist ein guter Schauspieler und dass es selbst er nicht vermag der Rolle mehr als klischeehafte Züge zu verleihen, spricht nicht unbedingt für das Drehbuch. Die weiblichen Rollen sind komplett unterentwickelt. Weder Jill Hennessy (Serie "Crossing Jordan") noch Martha Plimpton ("Remember Me") können ihr eigentliches Niveau zeigen. Die einzige Rolle, die überraschenderweise heraussticht, ist die Mutter der Verstorbenen, die von Heather Alllin gespielt wird. Folgerichtig bekommt sie dann nur 3 Minuten im Gesamtwerk zugestanden.

    "Small Town Murder Songs" ist der Beweis dafür, dass ein bloßes Versprechen auf einen düsteren Einblick in die menschliche Seele nicht reicht, um gutes Kino zu machen. Man braucht auch ein innovatives und psychologisch verifiziertes Drehbuch dafür. Das gab es hier scheinbar nicht. Und so bleibt es bei einem durchaus ansehnlichen und milde interessanten Independent Film Versuch, der beim Vergleich mit seinen Vorbildern jedoch nur verlieren kann.

    Fazit: Der Thriller "Small Town Murder Songs" mit Peter Stormare ist eine düstere Aufarbeitung eines zu Gewalttätigkeit neigenden Polizisten, der mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.
  • Peter Stormare brilliert abermals in einem Independent-Thriller-Drama um die Reise eines kanadischen Kleinstadtpolizisten zu seiner dunklen Seele.

    Der schwedische “Fargo”-Darsteller Stormare hat schon so viele abgrundtiefe Finsterlinge porträtiert, dass allein das Spiel mit seinem gewalttätigen Image diesen lakonischen Arthouse-Noir prägt. Und gerade dieses Stereotyp als alternder, bräsig-linkischer Kleinstadtchief inmitten der kanadischen Provinzprärie Ontario zu unterlaufen, demonstriert mit Understatement, wie gut der 59-jährige agieren kann, wenn man ihn nur lässt und nicht auf den Schurken reduziert.

    Das Cop-Movie zentriert zwar um Stormares hinter schwarzem Schnauzer und klobiger Brille versteckte Figur, ist aber ohne Abstriche auch das Gemälde eines drögen Kirchgängerkaffs im Nirgendwo. Eins, das fast dokumentarisch echt den Menschen beim Leben zuschaut und keine einzige der vielen Falten glättet; das im gleichen Atemzug aber auch eine Gospel-Ballade anstimmt von stimmungsvollen, perfekt fotografierten Bildertableaus und mitsamt dem Soul-Rock der kanadischen Indie-Musiker Bruce Pensinula die Gefühlslagen einer Region erkundet.

    Die an Handlung minimale Murder History ist unverkennbar aus dem prägnanten Holz der Coens geschnitzt, setzt aber andere Akzente, wenn man einem Cop folgt, den ein Frauenmord mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, für die er immer noch büßt und seine Gewissenslast in der Kirche erleichtert – woran die aus Bibelzitaten bestehenden Kapitelüberschriften gemahnen. Gewaltausbrüche spart sich Ed Gass-Donnelly bei seinem ersten abendfüllenden, fast im Alleingang gestemmten Soloprojekt. Er folgt lieber äußerlich unspektakulär, aber nachdenklich und gefährlich brütend einem Bußbereiten auf seinem Weg zur Rehabilitation im “Winter’s Bone”-Land. Das mit dem Independent-Star Martha Plimpton in einer einprägsamen Rolle als Stormares unterbelichtete, aber liebe Freundin und “Crossing Jordan”-Pathologin Jill Hennessy als verquere Ex beachtlich gut aufgestellte Stück bereichert jede Filmkunstleinwand.

    tk.
  • Visuell und musikalisch sehr schöner Film mit einem großartigen Peter Stormare, der jedoch an der langatmigen Inszenierung und der substanzschwachen Geschichte leidet.
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