Simon - Jede Familie hat ihr Geheimnis (2011)

Originaltitel: Simon och ekarna
Simon - Jede Familie hat ihr Geheimnis Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Simon - Jede Familie hat ihr Geheimnis: Episches Familiendrama nach dem Bestseller von Marianne Fredriksson um die Suche nach den eigenen Wurzeln.

Der verträumte Simon lebt bei seinen Eltern an der Schärenküste nahe Göteborg, als 1939 der Krieg über Europa hereinbricht. Kaum hat ihm seine fürsorgliche Mutter gegen den Willen des Vaters die Ausbildung an einer städtischen Schule ermöglicht, marschieren die Nazis ein. Sein neuer Freund Isak, Sohn eines betuchten jüdischen Buchhändlers, kommt bei ihnen unter, um dem grassierenden Antisemitismus zu entgehen. Daraus erwächst eine Schicksalsgemeinschaft der beiden Familien, die noch andauert, als Simon nach dem Krieg seine jüdische Herkunft erfährt.

Als die Nazis in Schweden einmarschieren, sucht der Sohn eines jüdischen Buchhändlers Zuflucht bei einer ganz normalen Familie. Episches Familiendrama nach dem Bestseller von Marianne Fredriksson um Kindheit, Adoleszenz und die Suche nach den eigenen Wurzeln.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit "Simon" verfilmt Regisseurin Lisa Ohlin den gleichnamigen Roman von Marianne Frederikkson, der zum Bestseller wurde. Die Handlung umfasst mehr als ein Jahrzehnt in Simons Leben und ist komplex und vielschichtig, nicht gerade leicht zu verfilmen. Aber Ohlin schafft es, diese Aufgabe gekonnt zu meistern und "Simon" wurde zu einem Film, der durch und durch zu überzeugen weiß.

    Gleich zu Beginn fällt der kleine Hauptdarsteller (Jonatan S. Wächter) auf, dessen Darstellung des feinfühligen Jungen mehr als nur authentisch wirkt. Zu keinem Zeitpunkt wirkt der Junge überfordert mit seiner doch nicht einfachen Rolle und ihm zu zu sehen ist ein Genuß. Auch Bill Skarsgard, der den jugendlichen und jungen erwachsenen Simon spielt, nimmt sich der Rolle vollends an und vermittelt gekonnt all die verschiedenen Emotionen, die in ihm brodeln. Die Wut, die Verwirrung, die Sehnsucht danach, zu sich selbst zu finden und die Neugierde, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Dies überrascht vielleicht wenig, wurde Skarsgard die schauspielerische Begabung doch schon fast in die Wiege gelegt. Seinen Vater Stellan kennt man aus Hollywood-Blockbustern wie "Thor" und "Angels & Demons" und der große Bruder Alexander spielt nicht nur regelmäßig den Vampir Eric in der Serie "True Blood", sondern war jüngst auch in "Battleship" zu sehen. Dass den Skarsgards nicht nur Talent im Blut liegt, sondern die Jungs auch noch außerordentlich nett anzusehen sind, sei einfach mal dahingestellt.

    Neben den Darstellern der Titelfigur gebührt auch Jan Josef Liefers ordentlich Respekt. Der hat für seine Rolle nämlich auch gleich noch Schwedisch gelernt und wurde nicht zu Unrecht mit dem schwedischen Filmpreis entlohnt. Nach und nach wird Ruben zu Simons Mentor, teilweise sogar zum Vaterersatz, wenn es zwischen Simon und Erik mal wieder kracht. Dennoch wird nie ein Keil zwischen die Kernfamilie getrieben. Viel mehr vergrößert sich diese und Ruben und Isak werden wie weitere Mitglieder aufgenommen. Jeder der fünf bringt seine eigenen Probleme mit, aber ineinander finden sie immer wieder Halt und Trost.

    Ohlins Adaption nimmt fast schon epische Ausmaße an. Ohne langweilig zu werden, wirkt der Film doch länger als 122 Minuten, weil er einfach so viel umfasst und so facettenreich ist. Simon ist ein Film über die Auswirkungen des Krieges, ohne jemals wirkliche Kriegsszenen zu zeigen. Vor allem ist es aber ein Film über Familie und darüber, zu sich selbst zu finden. Hierbei profitiert Ohlin nicht nur von ihrer perfekt gewählten Besetzung, sondern auch von der ruhigen Kameraführung und der einmaligen Schönheit der schwedischen Landschaft.

    Trotz schwieriger Thematik wirkt "Simon" niemals unbeholfen oder klischeebeladen. Stattdessen werden Emotionen hier mit gebührender Authentizität vermittelt und stets respektvoll angegangen. "Simon" berührt, nimmt manchmal mit und regt zum Nachdenken an. Wer bewegendes Familienkino mag, ist hier mehr als gut bedient.

    Fazit: Der kleine schwedischen Film "Simon" ist berührend, authentisch und bildgewaltig. Man kann Regisseurin Ohlin nur Wünschen, dass er in dem Dschungel der Hollywood-Blockbuster nicht untergeht. Denn hier findet sich ein wahrer Geheimtipp, der nicht einfach ignoriert werden sollte.
  • Episches Familiendrama nach dem Bestseller von Marianne Fredriksson um Kindheit, Adoleszenz und die Suche nach den eigenen Wurzeln eines jüdischen Adoptivkindes.

    In erster Linie ist die schwedische Prestigeproduktion, an der auch deutsche Gelder und Schauspieler Anteil haben, ein Coming-of-Age zweier Jungs während des Zweiten Weltkrieges. Brisanz erhält das Zeitgeschichtsdrama, weil es von dem jüdischen Isak erzählt und von Hauptfigur Simon, der lange nichts von seinen jüdischen Wurzeln ahnt. Die Adaption des 1985 erschienenen Weltbestsellers der bereits verstorbenen Marianne Fredriksson spannt ihren Bogen vom letzten Friedenssommer 1939 bis zum Nachkriegsjahr 1952 und rafft damit alle emotional entscheidenden Stationen eines Heranwachsenden, aber auch des heiklen Familiengefüges zu einem zweistündigen Gefühlswechselbad.

    Von klein an will der verträumte Simon Larsson (Bill Skarsgård aus “Im Weltraum gibt es keine Gefühle”), der am liebsten in einer alten Eiche am Schärenufer sitzt, nicht so recht in die rückständige Bauernwelt seiner Eltern passen, die nahe Göteborg auf dem Land leben. Entgegen dem Willen des derben Vaters (Stefan Gödicke) ermöglicht ihm die liebevolle Mutter (Helen Sjöholm) eine teure Schulausbildung in der Stadt, wo Simon sich mit Isak anfreundet, dem Sohn des betuchten jüdischen Buchhändlers Ruben (Jan Josef Liefers). Mit dem Einmarsch der Wehrmacht schlägt die Stunde der Antisemiten und Isak kommt bei den Larssons unter, wo er sich als gelehriger Handwerker erweist, während Simon durch Rubens die Welt des klassischen Musik kennen lernt.

    Die schwelende Gemengelage von Neid, Eifersucht, Arm und Reich, die dennoch von der Freundschaft dieser Schicksalsgemeinschaft zusammengehalten wird, durchläuft alle Generationen und Konstellationen. Der Fokus bleibt nie auf Simons Ahnung seiner Abstammung, sondern streift durch Traumata, den Holocaust und zahlreiche biografische Abschnitte, was zur Folge hat, dass man nicht mehr weiß, was Regisseurin Lisa Ohlin eigentlich erzählen will. Nebenfiguren wie die Auschwitz-Überlebende Iza (eindrucksvoll: Katharina Schüttler) tauchen auf und verschwinden wieder, die Handlung verliert sich in Nebensächlichkeiten.

    Dennoch gelingt der von Hollywood-Kameramann Dan Laustsen (“Silent Hill”) fabelhaft fotografierten Chronik allenthalben starke emotionale Regungen, die von den differenziert gezeichneten Charakteren der sehr soliden Darstellerriege getragen werden. Für eine stringentere – und bewegendere – Suche nach dem deutschen Vater und den verschwiegenen Wunden der Vergangenheit hätte das Drehbuch von Marnie Blok wohl noch konsequenter verkürzt werden müssen. Mit seiner sensibel-akzentuierte Filmmusik und erst recht der emotional überbordenden Klassik zieht das mit schwedischen Stars besetzte Familienepos aber allemal in seinen Bann. tk.

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