Filmhandlung und Hintergrund

Das ruhige Leben einer pakistanischen Mutter gerät ins Wanken, als ihr Sohn sich moslemischen Fundamentalisten anschließt.

Frau Ayesha (Kiron Kher) aus dem kleinen pakistanischen Grenzweiler Charki hat’s nicht immer leicht als allein erziehende Witwe. Immerhin reichen die Erlöse aus den Koranstunden für die Mädchen der Umgebung, um sich selbst und ihrem verträumt-idealistischen Sohn Saleem (Aarmir Malik) eine solide Lebensgrundlage zu schaffen. Um so entsetzter ist Ayesha, als sich Saleem einer Gruppe islamischer Fundamentalisten anschließt und Terrorpläne schmiedet.

Das mit dem Goldenen Leoparden von Venedig ausgezeichnete Kinodebüt der unabhängigen pakistanischen Filmemacherin Sabiha Sumar erzählt vom unruhigen Dasein im indisch-pakistanischen Grenzgebiet und den Leiden der dortigen Zivilbevölkerung.

1979 zur Zeit der Militärdiktatur im pakistanischen Dorf Charki. Ayesha ist eine gut situierte, verwitwete Frau, deren Leben sich um ihren verträumten 18-jährigen Sohn Saleem dreh, und die die Familie mit Koranstunden für junge Mädchen über Wasser hält. Als sich Saleem einer Gruppe islamischer Fundamentalisten an, gerät damit auch Ayeshas Leben und das seiner Freundin Zubeida aus den Fugen.

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Darsteller und Crew

  • Kirron Kher
    Kirron Kher
  • Aarmir Malik
    Aarmir Malik
  • Arshad Mahmud
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  • Salman Shahid
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  • Shilpa Shukla
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  • Sarfaraz Ansari
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  • Shazim Ashraf
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  • Navtej Johar
    Navtej Johar
  • Fariha Jabeen
    Fariha Jabeen
  • Adnan Shah
    Adnan Shah
  • Deepti Naval
    Deepti Naval
  • Sabiha Sumar
    Sabiha Sumar
  • Paromita Vohra
    Paromita Vohra
  • Helge Albers
    Helge Albers
  • Philippe Avril
    Philippe Avril
  • Roshanak Behesht Nedjad
    Roshanak Behesht Nedjad
  • Konstantin Kröning
    Konstantin Kröning
  • Ralph Netzer
    Ralph Netzer
  • Bettina Böhler
    Bettina Böhler

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Silent Waters: Das ruhige Leben einer pakistanischen Mutter gerät ins Wanken, als ihr Sohn sich moslemischen Fundamentalisten anschließt.

    Sie ist die erste Spielfilm-Regisseurin Pakistans: Sabiha Sumar widmet sich nach ihrem Studium in den USA und mehreren Fernseh- und Dokumentarfilmen in „Khamosh Pani - Silent Waters“ einem ganz speziellen Aspekt pakistanischer Geschichte, dem Schicksal von Muslimen verschleppten Frauen und zeigt in einem bewegenden Drama auf, dass die Gegenwart nicht von der Vergangenheit zu trennen ist. Der Film wurde 2003 in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet.

    Die Handlung beginnt in einem kleinen Dorf nahe der indischen Grenze im pakistanischen Punjab: Eine Witwe bessert durch Koranstunden für junge Mädchen ihre Rente auf und kümmert sich liebevoll um ihren 17jährigen arbeitslosen Sohn, der in jugendlicher Verliebtheit nur noch an seine Angebetene denkt und sie auf Schritt und Tritt verfolgt. 1979 wird der Ausnahmezustand verhängt, General Zia ul-Haq will das Land in einen islamistischen Staat verwandeln, der Junge gerät unter den Einfluss radikaler Fundamentalisten, die im Dorf Anhänger suchen. Als indische Sikh-Pilger ins Dorf kommen und einer von ihnen nach seiner 1947 von Moslems verschleppten Schwester fragt, bricht der schwelende religiöse Konflikt wieder auf, kommt es zur persönlichen Tragödie.

    Sabiha Sumar zeichnet eindringlich die Entwicklung von Hass und Intoleranz durch religiösen Fanatismus, erzählt aus dem Blickwinkel der Frau. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten bei der Teilung des indischen Subkontinents in Indien und Pakistan mit über einer Million Toten und 14 Millionen Vertriebenen und zigtausenden von Frauen, die vom Feind „entehrt“ wurden, das heißt im negativen Fall vergewaltigt, im positiven von einem Moslem oder Sikh geheiratet wurden und sich dann der Not folgend mit dem neuen Zuhause arrangierten. Frauen werden auf beiden Seiten als Zeichen männlichen Stolzes und Macht benutzt, bleiben doch nur Opfer. Gerade in Zeiten islamistischer Militanz ein politisch wichtiger und emotional ergreifender Beitrag, der das scheinbar ewigen Misstrauen zwischen den Ethnien und Religionen thematisiert, auch die irrationalen Beweggründe aufzeigt. Durch die Erinnerungen der Hauptfigur in ausgebleichten Rückblenden verbindet der Film die Zeit der pakistanischen Staatsgründung mit der Militärdiktatur Ende der 70er Jahre und schlägt die Brücke zum heutigen Fanatismus. Ein deprimierendes Fazit: Geschichte wiederholt sich, Menschen ändern sich nicht. mk.

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