Silence

  1. Ø 3.3
   2016

Silence: Drama um Missionare im Japan des 17. Jahrhunderts.

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Filmhandlung und Hintergrund

Silence: Drama um Missionare im Japan des 17. Jahrhunderts.

1638, Portugal: Die Jesuiten-Priester Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garupe (Adam Driver) bekommen einen heiklen Auftrag. Ihr ehemaliger Mentor Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) ist als Missionar nach Japan ausgewandert und soll Gerüchten nach vom Glauben abgefallen sein. Die jungen Priester reisen ihm nach, ohne die geringste Ahnung von seinem Aufenthaltsort im fremden Land zu haben. Zu allem Überfluss wird Japan von Unruhen erschüttert. Nachdem die bekehrte Christen gegen die feudale Regierung rebellierten, werden sie erbarmungslos verfolgt. Die meisten können ihre Religion nur heimlich praktizieren, andere werden gefoltert und sterben als Märtyrer. Schon bald wird es auch für Sebastião und Francisco brenzlig. Während sich die politische Lage immer mehr verschärft, wird ihr Glauben auf eine harte Probe gestellt.

Silence – Hintergründe

Der neueste Streich von Regielegende Martin Scorsese („The Wolf of Wall Street„, „Shutter Island„) basiert auf dem Roman „Chinmoku“ (1966) des japanischen Autoren Endō Shūsaku. Dieser hat sich bei den Figuren von Sebastiao und Christovao von historischen Persönlichkeiten inspirieren lassen. Das Buch wurde bereits 1971 von Masahiro Shinoda verfilmt, jedoch nur in seiner japanischen Heimat gezeigt. Scorsese war schon in den 1990er Jahren von dem Stoff fasziniert, gab aber anderen Projekten immer wieder den Vortritt. Erst 2009 nahm die Planung langsam wieder Gestalt an. Dabei war Andrew Garfield von Anfang an im Gespräch, während Ken Wantanabe („Inception„, „Godzilla„) vor dem Dreh ausstieg. Seinen Platz nimmt Tadanobu Asano („Thor„, „47 Ronin„) ein, der als japanischer Dolmetscher zu sehen ist. Das historische Drama feierte im Vatikanstaat Premiere, wozu Scorsese 300 Mitglieder des Jesuitenordens einlud.

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    Japan, 1638. Die Jesuitenpriester Rodrigues und Garpe reisen aus Portugal an, um einen Mann zu suchen: den "abtrünnigen" Pater Ferreira. Er soll seinem Glauben abgeschworen haben, soll sich dem Druck der japanischen Inquisitoren gebeugt haben, die das Christentum aus dem Land verbannen wollen. Doch Rodrigues und Garpe glauben fest an Ferreira und trauen den Gerüchten nicht. Tatsächlich finden sie in Japan gläubige Christen, die sich im Untergrund versteckt halten, um nicht eingesperrt, gefoltert und getötet zu werden. Dennoch sind sie nicht bereit, ihren Glauben zu verraten. Doch genau das ist das Ziel der Inquisitoren - die bald auch Rodrigues und Garpe dazu zwingen wollen, ihrem Gott abzuschwören. Seit den späten 1980er Jahren hat Martin Scorsese an einem Drehbuch für SILENCE gearbeitet. Und man spürt in jeder der atmosphärisch dichten Szenen des Films, der auf dem gleichnamigen Erfolgsroman des japanischen Autors Endo basiert, wie sehr sich Scorsese mit dem Thema des Films nicht nur beschäftigt, sondern in seiner Komplexität und Ambivalenz auch identifiziert. In 161 Minuten wird der Zuschauer Zeuge eines quälenden Gewissenskampfes, den die Priester ausfechten müssen. Hin- und hergerissen zwischen ihrer "von Gott gesendeten" Aufgabe und der puren existenziellen Angst - um das Leben der Gläubigen und die eigene Sicherheit. Glaubhaft wird dies von den Darstellern verkörpert. Liam Neeson als "Abtrünniger", durch dessen Augen wir gleich zu Beginn Zeuge der Unterdrückung werden; Adam Driver als bis zuletzt aufopfernder Priester; und Andrew Garfield als Rodrigues, der von den Japanern gezwungen wird, alle Foltermaßnahmen mitzuerleben. Authentisch verkörpert Garfield die Qualen des Priesters, der sich von seinem Gott mehr und mehr allein gelassen fühlt und sich selbst die Frage stellen muss: Was wiegt schwerer? Der Verrat des Glaubens oder die Akzeptanz des Todes vieler Unschuldiger? Scorsese verzichtet auf einen Score. Doch das Gemisch aus Naturklängen, den rhythmischen Gebeten und den flehenden Lauten der Menschen ergibt ein unglaublich dichtes Soundgefüge und erzeugt eine Dramatik, die keine Musik braucht. Die mit Präzision komponierten Bilder sind erfüllt vom Nebel, der sich nicht lichten will und lassen so eine akute Bedrohung erahnen, die den Zuschauer packt. Zwar erzählt Scorsese mit SILENCE die wahre Geschichte der verfolgten Jesuiten in Japan. Doch er erzählt darüber hinaus über den Anspruch jeder Religion, die einzig Richtige sein zu wollen. Über die Entscheidung, den Glauben über den Menschen zu stellen. Und den Kampf jedes einzelnen Menschen mit sich selbst. Mit SILENCE ist Martin Scorsese ein Film gelungen, dessen filmischem Sog man sich nicht entziehen kann. Anspruchsvolles und komplexes Kino, das zu Diskussionen anregt.

    Jurybegründung:

    Basierend auf historischen Ereignissen erzählt SILENCE in monumentalen Bildern von der Kraft des Glaubens und dem spirituellen Überlebenskampf eines jungen Priesters im Japan des 17. Jahrhundert.
    1637 brechen die jungen Jesuitenpater Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield) und Francisco Garpe (Adam Driver) von Portugal in das völlig von der westlichen Welt abgeschottete Japan auf, um der Wahrheit hinter den undenkbaren Gerüchten nachzugehen, dass ihr berühmter Lehrer Cristóvão Ferreira (Liam Neeson) dem christlichen Glauben abgeschworen habe. Heimlich in Japan angekommen tauchen die beiden Jesuitenpater ein in eine Welt, in der Christen von den japanischen Feudalherren brutal verfolgt und durch grausamste Folter zum Glaubensabfall gezwungen werden. Als Pater Rodrigues selbst gefangen wird, begegnen ihm die Machthaber zweischneidig. Sie sind höflich und versuchen ihn mit rationalen Argumenten dazu zu bringen, seinen Glauben zu verleugnen. Gleichzeitig erlebt er die Todesqualen der christlichen Mitgefangenen, die auch ihm drohen. Rodrigues verzweifelt an der Frage, wie Gott zu all diesem Leiden schweigen kann. Ist es Gottes Wille, dass er an seinem Glauben festhält, auch wenn dadurch viele Menschen grausam zu Tode kommen?

    Das Drehbuch von Martin Scorsese und Jay Cocks basiert auf dem Roman "Schweigen" von Endo Shusaka. Eine eindrucksvolle Kamera und ein überzeugendes Spiel von Licht und Schatten führen in die Welt der "verborgenen Christen" ein. Die grandiose Filmkulisse ist unterlegt mit einem natürlichen Klangteppich aus Geräuschen, Tönen und Originalmusik, auf eingespielte Filmmusik wird komplett verzichtet. Die Schauspielerleistung ist überzeugend bis in die kleinste Nebenrolle.

    Auch wenn SILENCE im 17. Jahrhundert spielt, so ist der Diskurs über den Konflikt der verschiedenen Religionen, der Anspruch auf universelle Wahrheit und das persönliche Glaubensempfinden hochaktuell. Der Film hat eine Länge von fast drei Stunden, wirkt aber dennoch nicht zu lang. Die Dauer erlaubt die Einstimmung in eine fremde Welt und die Teilnahme an den Prüfungen, denen die Hauptfigur standhalten muss. Der Jury ist bewusst, dass der Stoff nicht einfach ist, doch wer sich darauf einlässt, erlebt einen großartigen Film, der noch lange nachwirkt. Er verdient das Prädikat besonders wertvoll.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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