Short Order - Das Leben ist ein Buffet

Kinostart: 25.10.2012
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Filmhandlung und Hintergrund

Irischer Ensemblefilm über eine Reihe von Einzelschicksalen, die sich in nächtlichen Lokalitäten miteinander verweben.

Die Gastronomie ist eine Welt für sich. Darin befindet sich z.B. die junge Fiona alias „Fiffi“, die in einem Nachtimbiss arbeitet und mit ihrem Essen ihre Gäste regelrecht verzaubert. Oder der Restaurantbesitzer Paulo, der bereits für Frank Sinatra gekocht hat und nun damit beschäftigt ist, einem frechen Zechpreller das Handwerk zu legen. Und nicht zu vergessen Catherine, die eine mysteriöse Begegnung mit einer unbekannten Frau hatte, die sie mit dem Thema Unsterblichkeit in Berührung bringt.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Im Gegensatz zu unseren französischen Nachbarn gelangen viele deutsche Co-Produktionen letztlich kaum über Festivaleinsätze hinaus, was häufig bedauerlich ist. Schon verständlicher erscheint dieser Umstand bei Anthony Byrnes teils in Hamburg gedrehtem Debüt "Short Order - Das Leben ist ein Buffet" von 2005, das erst jetzt in untertitelter Originalfassung unsere Kinos erreicht. Auf dem Papier mag der tragikomische Ensemblefilm um kulinarische Genüsse, amouröse Verwirrungen und weitreichende Entscheidungen vielversprechend gewirkt haben, doch das fertige Ergebnis erscheint dramaturgisch holprig und zu episodenhaft. Neben zwei weiteren, ebenfalls wenig bekannten Spielfilmen arbeitete Byrne ("Rückkehr ins Haus am Eaton Place") danach vornehmlich fürs Fernsehen, was gleichfalls für seine einst gefragte Hauptdarstellerin Emma de Caunes ("Mister Bean macht Ferien", "Schmetterling und Taucherglocke") zutrifft.

      Schon vom ersten Moment an zeigt sich die Kamera verliebt in die reizende Köchin mit dem struppigen blonden Haar und den rehbraunen Augen, die in ihrer Imagination durch die schäbigen Straßen eines Dubliner Viertels wirbelt. Zwei Tanznummern im Stil von "Singing in the Rain" rahmen die schräge Geschichte ein, die sich innerhalb einer Nacht abspielt. Im Stil klassischer MGM-Musicals verlieh Byrne dem Dekor einen künstlichen Anstrich, was die Szenerie surreal erscheinen lässt. Emma de Caunes bunte Bluse und ihr gelber Rock korrespondieren etwa mit den gleichfarbigen Plakaten auf der Bretterwand hinter dem Schnellimbiss. Allerdings kontrastieren derbe Dialoge das überhöhte Setting, bei denen in jedem zweiten Satz ein "Four-Letter-Word" fällt. Zahlreiche Monologe und Diskussionen drehen sich recht pubertär auch um die Themenkombination Speisen, Spezialitäten und Sperma.

      Auf der einen Seite stehen die selbstreferenziellen Gespräche in Tarantino-Manier, in denen die Figuren aus ihrer Rolle fallen und über Kino oder Literatur sinnieren. Anfangs redet Fiffi in Brechtscher Verfremdungsmanier gar den Zuschauer direkt an. Auf der anderen Seite erinnert die ungewöhnliche Kombination aus Essen und Tod an Peter Greenaway, was in eine makaberen, aber wenig einleuchtende Wendung mündet. Dazu fallen in den Unterhaltungen nicht immer kluge Weisheiten wie der deutsche Untertitel "Das Leben ist ein Buffet" oder "Jeder ist ein Kritiker". Trotz amüsanten Pointen und flotter Popsongs verhindert dies auf Dauer, dass Mitgefühl für das Schicksal der Charaktere entsteht.

      Immerhin liefert die internationale Besetzung manches darstellerische Kabinettstück, wenn sie nicht gerade mit der englischen Sprache zu kämpfen hat. So glänzen etwa Vanessa Redgrave als einsame Barbesucherin und John Hurt als aufdringlicher, bezopfter, italo-irischer Verehrer, was der sprunghaften Handlung streckenweise Tiefgang verleiht. Auf Dauer fehlt "Short Order - Das Leben ist ein Buffet" aber schlicht ein fesselnder Plot, der das Interesse am artifiziellen Konzept auf Spielfilmlänge sichert.

      Fazit: Trotz talentierter Besetzung und knallbuntem Dekor erreicht "Short Order -Das Leben ist ein Buffet" nicht den angestrebten magischen Realismus und verhebt sich an seiner Stilmixtur.
    2. Short Order - Das Leben ist ein Buffet: Irischer Ensemblefilm über eine Reihe von Einzelschicksalen, die sich in nächtlichen Lokalitäten miteinander verweben.

      Der im wahrsten Sinne verzaubernde Film von Anthony Byrne erinnert atmosphärisch ein wenig an „Die fabelhafte Welt der Amélie“, während er stilistisch die multi character form im Sinne von „Short Cuts“ aufweist. Nachdem der Film bei seinem ersten Erscheinen 2005 nur wenig erfolgreich war, ist er nun gefragter denn je und wird nun, sieben Jahre später, wieder als Kinofilm aufgelegt. Poetisch, atmosphärisch und sinnlich. Am Ende steht die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist. Ein kleines Meisterstück.

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