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Fakten und Hintergründe zum Film "Short Cut to Hollywood "

Kino.de Redaktion |

Short Cut to Hollywood Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Director´s Statement

Die Welt sucht den Superstar. Immer wieder! Wer hatte nicht wenigstens einmal im Leben den Traum von Erfolg und Berühmtheit. Der Traum von einem anderen Leben: Mit Ruhm und schreienden Fans, mit Geld und Auftritten und dem Gefühl, etwas Besonderes zu sein und dafür geliebt zu werden. Die Tatsache, dass man aber tatsächlich etwas Besonderes können sollte, bevor man sich auf den Weg zum Ruhm macht, hat immer selektiv gewirkt.

Superstar kann heute jeder sein, auf den die Medien aufmerksam werden. Wer wollte bis vor Kurzem schon einem Sänger zuhören, der gar nicht singen kann? Oder wer wollte bis vor nicht allzu langer Zeit Menschen auf einem roten Teppich fotografieren, von denen man nicht wirklich sagen konnte, was sie in ihrem alltäglichen Leben machen?

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Und wenn sich wieder ein unbekannter Fernsehunterhalter in ein Terrarium voller Spinnen legt, dann wird der Typ nicht ausgelacht, weil er ein Idiot ist, sondern seine Platte verkauft sich doppelt so gut und die BILD-Zeitung macht eine Homestory. Die Form hat den Inhalt besiegt. Keiner fragt mehr nach dem „Warum“. Alle spielen mit, weil sie daran verdienen….

Wenn es aber stimmt, dass man mit dem Überschreiten von Grenzen Erfolg haben kann, dann ist es auch nicht mehr weit zu unserem Helden.

Jede Welt macht sich die Helden, die sie braucht!

John F. Salinger will unsterblich werden und er weiß: Würde er nicht jung sterben, hätte er all das, was das Publikum in seinem ersten und letzten Film über ihn gesehen hat, nie erleben können. Und jeder Zuschauer wird sehen, ob einverstanden oder nicht, dass John F. Salinger mit seiner Interpretation der Welt Recht hat. Denn es gibt eine Formel: Je größer der Tabubruch – desto größer wird der Erfolg.

John Salinger ist die logische und endgültige Konsequenz unserer Realität. Nach ihm wird es jeder „Dschungelstar“ schwer haben. Nach dem Reinpfeifen der nächsten Portion Maden vor der Kamera wird er einsam zum Kotzen gehen müssen – denn zugucken wird ihm keiner mehr!

Bereits am Anfang steht der Wahnsinn. Ein gescheiterter Fernmeldetechniker namens John Salinger tauscht sein Leben als Nobody gegen die Unsterblichkeit. Die Angst mit 75 Jahren vor dem laufenden Fernseher in eine Chipsschüssel zu kippen ohne jemals wirklich gelebt zu haben, ohne kompromisslos glücklich gewesen zu sein oder mit seinen besten Freunden die Träume des Lebens tatsächlich wahr gemacht zu haben – diese Angst ist für John Salinger zu groß geworden. Und dieses „Sich nicht abfinden wollen“, diese Suche nach dem Sinn des Lebens, die macht ihn sympathisch.

Die Konsequenz jedoch, mit der der Protagonist die Abkürzung nach Hollywood nimmt, um am Ende dieser Reise zur Legende zu werden, ist brutal und erschreckend, aber zugleich auch bildhaft für die Logik der westlichen Unterhaltungswelt.

Die Befürchtung des Zuschauers, dass es wirklich funktionieren könnte, dass John Salinger durch seinen Tod weltweite Berühmtheit erlangt, ist so groß, dass er mit einer Mischung aus Furcht, Ekel und Mitleid gebannt auf seinen letzten Tag wartet. Dass wir den sympathischen Loser zu diesem Moment schon längst ins Herz geschlossen haben, steigert die Tragik weiter. Die Hoffnung schwingt, dass Salinger umkehrt. Der Zuschauer ahnt jedoch, dass Salinger, wenn wir ihn in seinem letzten Film sehen – in allen Kinos dieser Welt – für diesen Erfolg längst hat bezahlen müssen. Selbst wenn John Salinger das letzte, große Tabu dieser Gesellschaft bricht, so bleibt er doch sympathischer als alle „Stars“: Denn John F. Salinger ist erfunden.

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