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Fakten und Hintergründe zum Film "Shopping-Center King"

Kino.de Redaktion |

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Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Üner die Produktion

Ronnie Barnhardt ist ständig im Einsatz. Er muss sein Revier von kriminellen Elementen säubern. Wer ihn austrickst, wer sich daneben benimmt, wer ihn auch nur schief ansieht, hat verspielt.

Vor Ronnie ist niemand sicher.

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Als Ordnungshüter aus Leidenschaft hat er sich inzwischen im System einrichtet: Seine winzige Machtbefugnis ist ihm total zu Kopf gestiegen. Er ist ein kleiner Fisch in einem kleinen Teich, lässt aber seinem Größenwahn freien Lauf: Wenn er in seinem Bezirk patrouilliert, gebärdet er sich wie ein Hai im Ozean. Die mickrige Amtsgewalt erweist sich in Ronnies Händen als lebensgefährlich.

Als ehrgeiziger, von übersteigerter Selbsteinschätzung verblendeter, selbst ernannter Supercop mit Realitätsverlust hat er nur ein Ziel: Er will eine Waffe tragen – und sie einsetzen. Doch Ronnie ist der Letzte, dem man die Lizenz zu töten anvertrauen sollte. Dennoch verteidigt er in seinem Reich erbittert den schmalen Grat zwischen Ordnung und Anarchie – als Freund und Helfer in Uniform.

Leider besteht Ronnies Aufgabe aber nur darin, aufzupassen und Meldung zu machen.

Aufpassen und Meldung machen – das Motto aller amerikanischen Wachleute. Sie haben den Auftrag, Hab und Gut ihrer Auftraggeber zu schützen – aber die behördliche Genehmigung dazu bleibt ihnen verwehrt.

Dieser Widerspruch nagt an Ronnie Barnhardt und seinem Sicherheitsdienstteam. Ausgerüstet sind sie nur mit Taschenlampe, Elektroschocker und umgebauten Golfwagen. Und damit will sich Ronnie aufgrund seiner gestörten Realitätswahrnehmung nicht abfinden.

„Ronnie nimmt seinen Beruf viel zu ernst“, sagt Hauptdarsteller Seth Rogen über die von ihm gespielte Figur. „Für ihn ist sein Einkaufszentrum die ganze Welt – man merkt, dass er nicht oft rauskommt.“

Als ein Flitzer in Ronnies Reich eindringt, nimmt der Wachmann das nicht nur als Verstoß wahr, sondern vor allem als Chance, sich zu profilieren – seine inneren Dämonen flüstern ihm ein, er könne jetzt endlich beweisen, welche noch nie gewürdigten Talente eines Musterknaben der Ordnungskräfte unter seiner Uniformjacke schlummern.

Drehbuchautor/Regisseur Jody Hill hat ein feines Gespür für komödiantisches Potenzial in alltäglichen Situationen – ihm liegen vor allem Figuren, die unsere Welt durch eine verzerrte Brille wahrnehmen, Leute, die sich maßlos überschätzen und ihre Träume nie erfüllen konnten, weil sie scheinbar unerreichbar sind.

„Ein Perverser treibt im Einkaufszentrum sein Unwesen und entblößt sich vor ein paar Frauen“, berichtet Hill. „Ronnie begreift das in seiner Wahnvorstellung als Ruf zu den Waffen, als Bewährungsprobe und Chance für unsterblichen Ruhm. Seine Mission ist es, den Perversen zu schnappen, bevor die Polizei den Fall löst. Tatsächlich erlebt er den Detective als Erzrivalen – zwischen Ronnie und der Polizei kommt es zu einer handfesten Auseinandersetzung.“

„Ronnie ist sehr aggressiv“, bestätigt Rogen. „Er kann seine Wut offenbar nicht in den Griff bekommen. Das schaukelt sich hoch. Der Film zeigt einen entscheidenden Moment seines Lebens – da muss er manchmal einfach zuschlagen.“

„Mir gefällt die Situation dieser Figuren, die zwar Machtbefugnisse haben, aber nicht damit umgehen können“, fährt Hill fort. An einer geradlinigen, fröhlichen Komödie war er aber nicht interessiert. „Mir liegen eher gefährliche Filme, die Widerspruch provozieren, selbst wenn ich damit manchen Zuschauern auf die Zehen trete.“

„Jody will in gewisser Weise Genre-Grenzen überschreiten“, kommentiert Produzent Donald De Line, der Hill ansprach, nachdem er in Sundance dessen Regieerstling „The Foot Fist Way“ (The Foot Fist Way) gesehen hatte. „Ich schätze an ihm seine fantastische Originalität. Und mit ,Observe and Report‘ (Shopping-Center King – Hier gilt mein Gesetz) will er Neuland betreten, Stereotypen überwinden. Mit dieser schwarzen Komödie ist ihm das gelungen.“

Tatsächlich gestaltete Hill laut De Line die Komödie eher dramatisch – er hält überhaupt nichts davon, dass die Helden augenzwinkerndes Einvernehmen mit dem Zuschauer suchen. „Er ging den Stoff ganz ernsthaft an. Erst durch die Situationen, durch die Übertreibungen wird er komisch“, sagt der Produzent. „Es gibt heftige Kampfszenen, nackte Männer, Drogen, Sex. Das geht also weit über das hinaus, was man normalerweise unter einer Hollywood-Komödie versteht. Ganz bewusst handelt es sich um eine schwarze Komödie: Die Story nimmt sich sehr ernst, und die Figuren erst recht. Sie sind sich der Komik nicht bewusst – es gibt keine parodistischen Elemente.“

Hill verrät, was ihn inspiriert hat – nämlich ein Film, den niemand mit einer Komödie verwechseln kann: „Mir ist schon klar, dass dies wohl die einzige Komödie bleiben wird, die ,Taxi Driver‘ (Taxi Driver) als Vorbild hat. Er zählt zu meinen Lieblingsfilmen, und Scorsese ist einer meiner Lieblingsregisseure. Also versuchte ich eine Figur zu entwerfen, die einige Gemeinsamkeiten hat, obwohl wir eine Komödie drehen. Ronnie Barnhardt ist beispielsweise einsam, er fühlt sich isoliert, will die Welt verändern, weiß aber nicht wie.“

Executive Producer Andrew Haas fügt hinzu: „Ronnie ist im Grunde ein Underdog, sieht sich selbst aber nicht so. Er will kein Mitgefühl. Er ist durchaus stolz auf sich.“

Seth Rogen übernahm die Rolle des Ronnie Barnhardt, ohne auch nur eine Seite des Drehbuchs gelesen zu haben: „Jody schrieb damals noch am Skript, aber die Idee war sehr lustig: ein selbst ernannter Sheriff in seinem kleinen Universum. Mir gefiel das sofort, und ich habe zugesagt.“

„Ich bin schon seit der Serie ,Freaks and Geeks‘ (Voll daneben, voll im Leben) Seths Fan“, berichtet Hill. „Der Ronnie ist ihm auf den Leib geschrieben.“

Als das Drehbuch fertig war, fand Rogen es „irre komisch – ich las es als echte Charakterstudie. Ronnie dreht irgendwie durch, er ist ein selbsternannter Vollstrecker, der meint, er müsse in der Welt aufräumen.“

Produktion: Special Elite Task Force

Ronnies Leben bekommt endlich einen Sinn, als sein Alltag zwischen vorlauten Skateboardern und harmlosen Ladendieben von einem Vorfall unterbrochen wird, der es in die Nachrichten schafft: Ein Perverser macht das Einkaufszentrum unsicher – und Ronnie muss ihn fassen. Doch weil der Mall-Manager meint, dass die Berichte in den Fernsehnachrichten schlecht fürs Geschäft sein könnten, ruft er die Kavallerie zu Hilfe.

„Ronnie hat sich in den Kopf gesetzt, den Perversen zu schnappen. Als die Cops die Ermittlungen an sich reißen wollen, fühlt er sich bedroht in dem Sinne, dass er sich jetzt noch intensiver um die Lösung bemühen muss“, berichtet Hill. „Also stellt er eine Special Elite Task Force zusammen – sie besteht aus seinen Kollegen vom Wachdienst und einem Knaben, der im Restaurant Captain O’Landers arbeitet.“

Trotz dieser bunt zusammengewürfelten Crew meint es Ronnie todernst – manchmal ist er sogar bewaffnet und gefährlich.

„Es gibt jede Menge Kampfszenen im Film – Ronnie hechtet durch die Gegend, ballert um sich, prügelt sich. Fast immer ist Seth dabei höchstpersönlich im Einsatz“, erzählt der Regisseur. „Vielleicht ist das bisher noch nicht aufgefallen, aber Seth ist sehr körperbetont, bewegt sich sehr elegant, ist äußerst sportlich. Mir war das nicht bekannt. Echt cool, ihm dabei zuzuschauen.“

Rogen legt Wert auf die Feststellung, dass Ronnie zwar überhaupt nichts gegen Gewaltanwendung einzuwenden hat, aber „er bricht nicht jeden Streit im Film vom Zaun – nur die meisten.“

Auch wenn Hill Rogen den Ronnie auf den Leib geschrieben hat, meint De Line dennoch, dass der Schauspieler mit dieser Rolle durchaus Neuland betritt, denn er hat bisher etliche spätpubertäre Helden gespielt: „In gewisser Weise wirkt Ronnie reifer – eine sehr komplexe Figur.“

Der Regisseur stimmt ihm zu: „Ronnie ist das Gegenteil von Seth – so haben wir Seth Rogen noch nie gesehen. Mich hat seine Spitzenleistung echt verblüfft.“

Rogen stellt andere Vergleiche an: „Ronnie nimmt seinen Beruf äußerst ernst, während ich meine Recherchen darauf beschränkte, neun Minuten lang mit einem echten Wachmann zu reden“, lacht er.

Doch es gelang dem Schauspieler mühelos, das Wesen der von ihm gespielten Figur zu erfassen: „In der Mall ist Ronnie der King: Was er sagt, ist Gesetz – bis tatsächlich etwas Gesetzwidriges passiert und die echte Polizei aufkreuzt – dann fühlt er sich sofort total bedroht. In diesem Moment kommt es zur Konkurrenzsituation zwischen ihm und den Cops.“

Als er den Flitzer jagt, gerät Ronnie erstmals mit einem bestimmten Detective aneinander, bald darauf wieder, als in einem der Mall-Läden eingebrochen wird, und ein drittes Mal, als Ronnie hospitiert und sich um Aufnahme in die Police Academy bemüht.

Auftritt des erfahrenen Schauspielers Ray Liotta als Detective Harrison.

„Uns lag daran, als Gegner von Seth Rogen eine besonders beeindruckende Persönlichkeit vorzustellen“, berichtet De Line. „Denn Seth ist selbst schon sehr imposant.“ Der Produzent grinst: „Schon beim Gedanken an die Paarung Ray Liotta gegen Seth Rogen mussten alle lachen.“

„Ich habe mich bei diesem Film prächtig amüsiert“, sagt Liotta. Schurkenrollen sind ihm durchaus vertraut – mit großem Vergnügen stürzte er sich auf die Rolle des Detectives, der alles an sich reißt. „Harrison übernimmt die Ermittlungen und flirtet sogar mit Brandi, in die Ronnie heimlich verliebt ist. Den ganzen Film über ist Harrison total von Ronnie genervt. Immer wenn er Leute befragt, wird er von Ronnie unterbrochen, was zu Frust und Wutausbrüchen führt.“

Hill freute sich außerordentlich, als Liotta Interesse an der Rolle bekundete. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Film mit Ray Liotta drehen würde“, bemerkt der Regisseur. „Er zeigt hier eine erstaunliche Leistung – ebenso spontan wie ausgeflippt. Ihm gelingt es, uns immer im Unklaren zu lassen, ob Harrison gleich loslacht oder Ronnie ein Messer zwischen die Rippen stößt.“

Liotta war nur einer von Hills überraschenden Besetzungswünschen. Dazu der Regisseur: „Ich will Seth mit einem Ensemble dramatischer Schauspieler umgeben. Alle sollen ganz ernsthaft spielen. Meine Methode besteht darin, ganz seriöse Schauspieler alberne Sprüche klopfen zu lassen.“

Michael Peña ist für seine dramatischen Rollen bestens bekannt – umso mehr freuten sich die Filmemacher über seine Mitwirkung. Als der Schauspieler für die Rolle von Ronnies Stellvertreter Dennis vorsprach, „schaute ich einem wahnsinnigen Genie zu“, erinnert sich Hill. Er war derart von Peñas Auftrittt begeistert, dass er die Rolle für ihn umschrieb: „Als ich ihn erlebte, beschloss ich, die Rolle erheblich zu erweitern.“

Peña beschreibt seine Rolle: „Er hat ,American Pimp‘ (American Pimp) eindeutig zu oft gesehen. Er arbeitet mit Ronnie zusammen, gehört zur Special Elite Task Force, jenem Team, das Ronnie zusammengestellt hat, um den Perversen zu schnappen. Im Grunde ist er Ronnies rechte Hand, er geht mit ihm durch dick und dünn. Dennis würde für Ronnie sterben, ohne mit der Wimper zu zucken.“

Ronnie ist aber nicht nur von seinem Job besessen, sondern auch von der sexy Blondine Brandi, die in der Kosmetikabteilung des Kaufhauses arbeitet.

Als Objekt von Ronnies deplatzierter Begierde besetzten die Filmemacher Anna Faris, die sich ihre Sporen in einer Reihe von Hitkomödien verdient hat. „Ich war von Anfang an ihr Fan – als Brandi hat Anna mich einfach umgehauen“, sagt der Regisseur.

Über ihre Rolle berichtet Faris: „Brandi trinkt und geht mit seltsamen Typen ins Bett. Man braucht sie nur zu bitten, und schon zieht sie ihre Bluse aus – darin unterscheidet sie sich ein wenig von mir“, grinst die Schauspielerin.

Als der Perverse sich vor Brandi entblößt, ist Ronnie besonders entrüstet – und umso entschlossener, dem Schurken das Handwerk zu legen. Doch sein Engagement stößt nicht auf Gegenliebe, immer wieder blitzt er ab – Brandi lässt keinen Zweifel daran, dass sie ihn lästig findet.

„Anna sagt, Brandi sei die fieseste Rolle, die sie je gespielt hat“, lacht De Line. „Für uns liegt sie damit genau richtig.“

Faris ist aber nicht die einzige Blondine, die in diesem Film aus dem Vollen schöpfen kann: Die erfahrene Bühnen- und Filmschauspielerin Celia Weston spielt Ronnies ständig betrunkene Mutter, bei der Ronnie nach wie vor wohnt. Zur Besetzung zählen außerdem Jesse Plemons als Ronnies neuester Task-Force-Nachwuchs Charles; Colette Wolfe als zumindest zeitweilig behinderte Verkäuferin Nell; Comedian Patton Oswalt als Nells überheblicher Chef; Aziz Ansari als Kioskbesitzer und Ronnies Dauergegner Saddamn; und Dan Bakkedahl als Ronnies Boss, Mall-Manager Mark. In Ronnies Sicherheitsteam geben auch die Zwillinge John und Matt Yuan ihren Einstand – als Zwillinge John und Matt Yuen.

Hill verrät, dass er mit den Yuans schon vor Jahren in einer TV-Produktionsfirma zusammengearbeitet hat. „Sie haben mich immer fasziniert“, gibt der Regisseur zu. „Sie sind hervorragende Schützen. Während ich das Drehbuch schrieb, sollte sich Ronnie in einer Szene über Waffen informieren, und ich überlegte: ,Wer wäre in der Lage, Fakten über Waffen herunterzurattern?‘“

„Jody sagte: ,Erzählt mir was über Waffen‘ und die Yuans redeten stundenlang – das kann doch wohl nur heißen, dass sie ziemlich gefährliche Typen sind“, sagt Rogen, ohne eine Miene zu verziehen.

Dazu De Line: „Jody hat bei der Besetzung ein untrügliches Auge – tatsächlich haben die Yuans einst in den Südstaaten als Wachleute in einer Fabrik Nachtschichten geschoben – sie spielten ihre Rollen ganz realistisch.“

Über die Besetzung des Flitzers berichtet De Line: „Jody und ich befanden uns bei einem Casting-Termin, als es schließlich um die Rolle des Perversen ging. Jody sagte: ,Keine Bange, mein Freund Randy Gambill von der Filmschule hat sich dazu bereit erklärt.‘ Ich fragte: ,Was heißt, er hat sich bereit erklärt?‘“

Gambill hatte als Produktionsdesigner an Hills „The Foot Fist Way“ (The Foot Fist Way) mitgearbeitet. Dazu Hill: „Ich kenne Randy seit 13 Jahren. Er wollte den Perversen spielen, doch dann wies ich ihn darauf hin, dass er völlig nackt auftreten müsste. Er nahm sich ein paar Tage Bedenkzeit und erklärte sich dann einverstanden.“

Als Nicht-Profi ergatterte Gambill in seinem Spielfilmdebüt eine recht bedeutende Rolle.

De Line war entsprechend beeindruckt: „Randy hat sich bravurös geschlagen. Eine schwierige Aufgabe, die er gut gelöst hat.“

Produktion: Herrscher des Reviers

„Nach der Lektüre des Drehbuchs fragte ich als Erstes: ,Drehen wir nach Ladenschluss in einem tatsächlichen Einkaufszentrum? Oder bauen wir unsere eigene Mall?‘“, berichtet Produktionsdesigner Chris Spellman. Nach einem ersten Gespräch mit Donald De Line machte sich Spellman „praktisch sofort auf die Suche nach einer Mall“. Die kaum noch genutzte Winrock Mall in Albuquerque/New Mexico war genau das, was sie suchten.

Zwar hatten eine Hand voll der Geschäfte noch geöffnet, aber der größte Teil des Komplexes stand für die Dreharbeiten zur Verfügung, und man konnte dort sogar auch das Produktionsbüro, den Schnittraum sowie die Kostüm- und Ausstattungsabteilungen unterbringen. Das erwies sich als äußerst praktisch. Auch die Bauwerkstatt und die Malerabteilung befanden sich im selben Gebäude, und man konnte Wartezonen für Hunderte von Statisten einrichten. In weiteren ungenutzten Bereichen richtete man die Sets mit Ronnies extra großem Wohnwagen und die Räume des Wachdienstes ein.

„Offenbar verändert sich der Baustil für Einkaufszentren“, berichtet Spellman. „Heute gibt es mehr Malls unter freiem Himmel. Weil Winrock überdacht und leicht kontrollierbar ist, können wir Ronnies Figur in diesem Ambiente sehr gut definieren.“

In Zusammenarbeit mit Hill und Kameramann Tim Orr schuf Spellman eine typisch amerikanische Atmosphäre: „Malls sind ein sehr amerikanisches Phänomen – die Leute kommen mit der ganzen Familie.“

Gemeinsam gestalteten Orr und Spellman die Ausleuchtung und die Sets, um diesem Konzept auch farblich gerecht zu werden.

„Wir wollen die Zuschauer zwar nicht allzu aufdringlich darauf hinweisen“, sagt Spellman. „Aber wir orientieren uns an den Nationalfarben Rot, Weiß und Blau.“

Spellman blieben nur vier Wochen zur Vorbereitung – also verdoppelte er sein übliches Team, und mit Extraschichten verwandelten sie die verrammelte Ladenpassage in ein Filmset. „Als wir dort eintrafen, war sie völlig leer – nichts im Restaurantbereich, teilweise Räume ohne Decken, keine Teppiche, keine Beleuchtung.“

„Dass die Mall so echt aussieht, haben wir nur Chris Spellman und seinem Stab zu verdanken“, berichtet Executive Producer Andrew Haas. „Bei der ersten Besichtigung sah sie noch wie eine Geisterstadt aus.“

„Ich wünsche mir, dass die Zuschauer sagen: ,Ach, die haben das ja in einer echten Mall gedreht.‘ So soll es sein“, sagt Spellman. „Das ist unsere Aufgabe.“

Regisseur Hill war mit dem Resultat mehr als zufrieden: „Die Mall sieht besser aus als die meisten Einkaufszentren“, stellt er fest. „Einfach verblüffend.“

Als Ergebnis der harten Teamarbeit erwachte das Einkaufszentrum zu neuem Leben und verwandelte sich aus leeren Hallen in Ronnies geliebte Forest Ridge Mall. Um das Ganze noch realistischer zu gestalten, peppten Hill und sein Casting-Team die Szenen mit Passanten auf, die dort hingehören und alle amüsieren, die je in einer Mall eingekauft haben: Alte Paare hangeln sich am Geländer entlang und absolvieren so ihr tägliches Fitness-Pensum, halbwüchsige Mädchen schnattern endlos auf ihren Einkaufsexkursionen; lässige Ladendiebe stopfen wahllos Waren in riesige Taschen; freche Skateboarder nutzen jede freie Fläche des Parkplatzes und verursachen für Ronnie und seine Kollegen chaotische Situationen.

Produktion: Ladenschluss

Donald De Line gesteht, dass sich sein Blick auf Malls und Wachmannschaften nachhaltig verändert hat: „Ich hielt diese Leute bisher für Cops ohne Waffen. Aufgrund unseres Films bin ich jetzt wirklich überzeugt, dass sie besser nur aufpassen und Meldung machen sollten“, grinst der Produzent.

Für Jody Hill war das Drehbuch und die Inszenierung einer schwarzen Komödie über Wachleute in einem Einkaufszentrum mehr als ein Zufall – vielleicht sogar Schicksal: „Mein Vater besaß einst einige Kaffeegeschäfte in Einkaufszentren“, berichtet er. „Er lieferte Kaffee für die Läden und parkte immer in der Ladezone – und zwar nur so lange, wie er für das Abladen brauchte. Ständig bekam er von den Wachleuten Strafzettel. Mehr als einmal ist er aus der Haut gefahren.“ Dabei gesteht der Regisseur: „Ich fand das damals schon sehr komisch.“

Seth Rogen freute sich auf das Erlebnis, einen Mann darzustellen, der als Freund und Helfer sein Revier beherrscht – in diesem Fall das Einkaufszentrum Forest Ridge: „Im Grunde bietet die Story die voll durchkonstruierte Entwicklung der Hauptfigur. Natürlich gibt es ein paar provokante Szenen im Film, aber in Komödien kommt es auf die Reaktionen des Publikums an, wir wollen ihnen etwas Unvergessliches bieten – es muss also etwas sein, was sie noch nie gesehen haben. Solche Komödien gefallen mir, und offenbar ist das die Messlatte für Filme, an die man sich erinnert und die den Zuschauern wirklich gefallen. Genau darum haben wir uns bemüht.“

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