Schwartz & Schwartz: Mein erster Mord

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   2018
Schwartz & Schwartz: Mein erster Mord Poster

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Kritikerrezensionen

  • Der Auftakt der neuen ZDF-Krimireihe mit Devid Striesow und Golo Euler als ungleiches Brüderpaar macht Lust auf mehr.

    Grimme-Preisträger Alexander Adolph hat für den Samstagskrimi im ZDF so unterschiedliche Reihen wie „Unter Verdacht“ und „München Mord“ entworfen. Der Auftakt zu „Schwartz & Schwartz“ verspricht eine weitere hochinteressante Farbe. Die Titelfiguren sind zwei Brüder, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Der jüngere, Mads (Golo Euler), Polizist beim Kriminaldauerdienst in Berlin, führt ein überschaubares Leben mit Ehefrau (Cornelia Gröschel) und zwei kleinen Kindern. Andi, der ältere, ist das komplette Gegenteil und schon deshalb schwer zu charakterisieren, weil er permanent in neue Rollen schlüpft. Für einen Schauspieler ist das natürlich ein Traum, den Devid Striesow mit Genuss auskostet: mal umschmeichelnd, mal knallhart; mal guter Kumpel und liebevoller Bruder, mal kaltblütig und skrupellos auf den Eigennutz fixiert. Kein Wunder, dass die beiden Männer nicht viel gemeinsam und noch weniger mit einander zu tun haben. Das ändert sich, als Mads zu einer Leiche gerufen und anschließend zur Mordkommission versetzt wird: Die Frau des stadtbekannten Arztes und Wohltäters Robert Jasper (Ulrich Noethen) ist ausgerechnet bei ihrer Geburtstagsparty an einem anaphylaktischen Schock gestorben. Mads lässt sich durch Jaspers Trauer nicht täuschen, hat aber keine Ahnung, warum der Doktor seine schöne Frau ermordet haben sollte. Diese Antwort weiß ausgerechnet Andi, und er kennt auch das abscheuliche Geheimnis des Arztes; die Vorgeschichte wird nach und nach in Form geschickt integrierter Rückblenden nachgereicht. Dieser Handlungskern würde als Krimistoff bereits genügen, aber Adolph und Koautorin Eva Wehrum ergänzen die Geschichte nicht nur um die reizvolle Brüderebene, sondern auch um eine polizeiinterne Intrige: Mads‘ vermeintliche Gönnerin (Lisa Martinek) beim LKA lässt ihren Schützling eiskalt ins Messer laufen, weshalb Jaspers Anwalt leichtes Spiel hat, die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten zu zerstreuen. Hilfe bekommt der junge Kommissar ausgerechnet von einer Kollegin (Brigitte Hobmeier), die ihn bislang ziemlich kühl abgefertigt hat, weil der Tod von Giulia Jasper eigentlich ihr Fall war. Als auf dem Computer von Mads eine Software entdeckt wird, mit deren Hilfe das LKA ausspioniert werden kann, ist er auch noch seinen Job los, dabei stammt die Spy-Software von Andi, der auf diese Weise immer auf dem Laufenden über die Ermittlungen war. Auf dem Mobiltelefon seines Bruders hat er ebenfalls einen Chip implantiert, sodass er permanent alles mithören kann, was sich in Mads‘ Umgebung ereignet. Das Drehbuch hat eine ganze Reihe solcher Nebenwege zu bieten, und die meisten führen zu Andi. Der Bruder ist einerseits ein charmanter Hochstapler, der sich für seine Liebe sogar böse verprügeln lässt, andererseits aber auch ein offenkundig sehr einsamer Mensch, der in einer Garage lebt. Striesow verkörpert die Rolle, als leide Andi unter einer bipolaren Persönlichkeitsstörung; trotzdem kann der suspendierte Mads den Fall nur mit Hilfe seines Bruders lösen. Allerdings scheinen die beiden in Jasper ihren Meister zu finden, denn der prominente Doktor entpuppt sich als ein Mann, den man nicht zum Feind haben will; Noethen ist geradezu gruselig gut, wenn Jasper den Menschenfreund markiert. Die Inszenierung besorgte mit Rainer Kaufmann einer der besten seines Fachs, die hervorragende Bildgestaltung sein bevorzugter Kameramann Klaus Eichhammer. tpg.

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