Filmhandlung und Hintergrund

Erste Folge einer neuen ARD-Degeto-Reihe mit Jutta Speidel als Lebenskünstlerin, die viel Geld und einen behinderten Bruder erbt.

Die Münchenerin Fanny Steininger hält es selten lange in einem Job aus. Als ihr wieder mal gekündigt wird, steht sie vor der endgültigen Pleite. Da kommt ein Geldsegen aus heiterem Himmel gerade recht: Ein Verstorbener hat sie als Alleinerbin eingesetzt. Sie hat von dem Mann, der angeblich ihr leiblicher Vater war, noch nie gehört, aber sein Anwesen am Ammersee nimmt sie gern. Die Sache hat allerdings einen Haken: Teil des Erbes ist auch ein behinderter Halbbruder.

Alle Bilder und Videos zu Fanny und die geheimen Väter

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 3,6
(7)
5
 
4 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
2 Stimmen
1
 
1 Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Fanny und die geheimen Väter: Erste Folge einer neuen ARD-Degeto-Reihe mit Jutta Speidel als Lebenskünstlerin, die viel Geld und einen behinderten Bruder erbt.

    Lebenskünstler sind meist Männer, jedenfalls im Fernsehfilm: Gelassen nehmen sie die Dinge, wie sie kommen, und fallen immer wieder auf die Füße. Schon allein deshalb ist eine Figur wie Fanny Steininger erfrischend.

    Das alte Mädchen hält es selten länger als ein paar Wochen an einer Arbeitsstelle aus und ist über beide Ohren verschuldet, lässt sich den Spaß am Leben aber nicht verderben. Damit ist die Originalität der Geschichte von Thomas Oliver Walendy allerdings schon erschöpft, und auch Regisseur Mark Monheim, der im letzten Jahr mit dem Kinofilm „About a Girl“ debütierte, hilft der Handlung seiner ersten Fernseharbeit nicht sonderlich auf die Sprünge. Tempo und Intensität der Inszenierung erinnern eher an längst vergangene Zeiten, als sich die Freitagsfilme der ARD-Tochter Degeto an einer ältlichen Zielgruppe orientierten.

    Umso erfrischender ist Jutta Speidel, auch wenn man die Hauptfigur mit Fug und Recht als Paraderolle bezeichnen kann: Fanny mag Falten haben, aber im Herzen ist sie jung geblieben, und das dokumentiert sie auch durch eine betont bunte Kleidung. Außerdem ist sie immer für Überraschungen gut, weshalb sie als Fahrkartenkontrolleurin einem Grabscher auch mal ein paar Finger bricht. Als sie daraufhin ihren Job verliert und wieder mal vor der Privatinsolvenz steht, ereilt sie aus heiterem Himmel eine frohe Botschaft: Ein Verstorbener, von dem sie noch nie gehört hat, setzt sie als Alleinerbin ein. Das Erbe beläuft sich nicht nur auf stattliche 180.000 Euro, es schließt auch ein traumhaft gelegenes Anwesen am Ammersee mit ein. Die Sache hat allerdings einen Haken: Haus und Geld bekommt sie nur, wenn sie sich um ihren geistig behinderten Halbbruder (Dennis Mojen) kümmert.

    Seltsamerweise verliert der Film den jungen Mann anschließend komplett aus den Augen. Stattdessen schicken Walendy und Monheim ihre Heldin in eine Kanzlei, wo sich der Film umgehend dem Niveau einer durchschnittlichen Vorabendserie annähert. Der für Fanny zuständige Anwalt mit dem wohlklingenden Namen Tristan Hackenbusch ist ein Schlacks, den Johann David Talinski spielt, als wolle er Joko Winterscheidt kopieren. Der ins Souterrain abgeschobene Tristan hat gehörigen Respekt vor seiner ehrgeizigen Kollegin Rita (Jennifer Ulrich), auf die sein Vater Wotan (Stefan Merki) wiederum große Stücke hält. Weil sich Fanny gern von den eigenen Problemen ablenkt, indem sie sich in die Angelegenheiten anderer Leute mischt, ergreift sie Partei in einem weiteren Erbschaftsstreit: Ein wohlhabender Brauereibesitzer (André Jung) will noch rasch seine Pfründe unter seinen ehelichen Kindern verteilen, damit er seiner unehelichen Tochter Lydia (Julia Jendroßek) möglichst wenig abgeben muss; und natürlich vertritt Rita den Unternehmer. Dabei will Lydia gar kein Geld, sondern vor allem einen Vater. Von der Sorte hatte Fanny sogar zwei, aber leider sind nun beide tot. Trotzdem führt sie regelmäßige Zwiegespräche mit dem Mann, denn sie sechzig Jahre lang auch als Erzeuger betrachtet hat, denn Otto Steininger (Max Schmidt) schaut immer wieder mal aus dem Jenseits vorbei, um ihr gute Ratschläge zu geben. Potenzial bietet die Handlung also eigentlich genug, zumal Fanny noch mit zwei Schwestern (Isolde Barth, Lena Stolze) gesegnet ist, die es ihr auch nicht immer leicht machen. Am Ende wird sie neue Empfangsdame in der Kanzlei Hackenbusch. Es gibt zwar ungleich besser qualifizierte Bewerberinnen, doch Fanny macht den besten Kaffee; so funktioniert dieser Film. tpg.

Kommentare