Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie über eine 18-jährige, die in der Nähe der Baustelle des neuen Berliner Flughafens wohnt.

Die 18jährige Cindy hat es nicht leicht, die besten Freundinnen hänseln sie wegen ihrem XXL-Körper, Jungs wollen nichts von ihr wissen und im spießigen Daheim langweilt sie sich. Sie lebt in Schönefeld nahe dem im Bau befindlichen Großflughafen BER und beginnt, mit Ingenieuren aus aller Herren Länder zu schlafen, die dort arbeiten und streift nachts über das unwirtliche Gelände. Aus dem Pummelchen wird eine junge Frau, die am Ende im knallroten, engen Kleid zu ihren fülligen Reizen steht.

Eine etwas pummelige 18-Jährige begegnet ihrer Unsicherheit , indem sie mit Ingenieuren vom Großflughafen BER schläft. In Sylke Enders Selbstfindungsdramödie beeindruckt die natürliche Newcomerin Julia Jendroßek.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Schönefeld Boulevard: Tragikomödie über eine 18-jährige, die in der Nähe der Baustelle des neuen Berliner Flughafens wohnt.

    Tragikomische Geschichte einer 18Jährigen, die am Rande des Skandal-behafteten Großflughafens BER von einem anderen Leben träumt.

    Keinen glamourösen Boulevard, sondern nur öde Brache und Unfertiges schildert Sylke Enders‘ Film, in dessen Zentrum – wie bei ihrem mit einer Silbernen Lola ausgezeichneten Film „Kroko“ – eine junge Außenseiterin steht, die lernt, sich durchzusetzen, gegen wohlmeinende Eltern, so genannte Freundinnen und den besten Freund Danny, ein Zeitsoldat. Cindy glänzt nicht durch eine Model-Figur, sondern hat ausladende Hüften. Jungs machen einen Bogen um sie. Pummelig, unsicher und gehänselt fühlt sie sich als Underdog und sehnt sich nach nur einem Stückchen Zuneigung und Anerkennung. Sie lebt in der tristen Gegend um den im Bau befindlichen Großflughafen BER und beginnt, nachts neugierig über das unwirtliche Gelände zu streifen. Als sie sich in einen finnischen Ingenieur verguckt, ist das der Startschuss für einen Wandel, auch wenn der verheiratete Mann nicht in die mit Rosenblättern geschmückte Motel-Badewanne will und die Romanze bald endet. Mit gewonnenem Selbstbewusstsein lässt sie sich von niemandem mehr unterbuttern. Wenn sie mit einem Koreaner von der Baustelle an der Seite im knallrotem engen Kleid den Abi-Ball aufmischt, weiß jeder, diese 18Jährige hat den Opfermodus überwunden.

    Julia Jendroßek spielt trotz am Anfang irritierender Betroffenheitsideologie locker und unbeschwert die junge Frau, die am Ende dieser charmanten Coming of Age-Geschichte zu ihren fülligen Reizen steht und lähmende Lethargie durch temperamentvolle Aufbruchsstimmung ersetzt. Einfach umwerfend, wie sie englisch radebrecht, das Wort „Danke“ in koreanisch sagen möchte oder etwas ungelenk wildfremde Männer anbaggert. Die etwas abrupt gezeichnete Persönlichkeitsentwicklung fängt sich im Verlauf der unaufgeregten Handlung, wird verständlich. Der Stillstand auf dem BER ist eine Metapher auf den Stillstand in ihrem Leben, nur dass sie abhebt, sich die Welt für sie für neue Möglichkeiten öffnet. Enders umgeht in ihrem glaubwürdigen Plädoyer für eine starke Jugend mit Lebenswillen Sentimentalitäts- und Kitschfallen, überrascht mit nicht vorhersehbaren Wendungen und steht fest zu ihrer Protagonistin, stimmig in Szene gesetzt von Benedict Neuenfels Bildern. Schade, dass das Drama um Afghanistanheimkehrer Danny, der sich in der deutschen Wirklichkeit verliert, die feine Melodie der vielschichtigen Tragikomödie stört. mk.

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