Filmhandlung und Hintergrund

Komödie.

Sein marokkanischer Vater ist stolz auf Nordip (Mounir Valentyn): Er denkt, dass er in einer Bücherei jobbt und bald Medizin studiert. Von wegen! Der attraktive Filius schuftet lieber in der Küche des Hotels „Zum Blauen Geier“. Dort geht es zu wie in der Hölle. Holländer, Marokkaner, Serben, Türken - alles schräge Vögel wie Amimoun (Mimoun Oaissa) - werden vom feisten Chef wie Sklaven angetrieben. Dazu verliebt sich Nordip in sexy Agnes (Bracha van Doesburgh), Nichte der zugeknöpften Hoteldirektorin Meerman (Linda van Dyck).

Nach Art von „Shouf Shouf Habibi!“ aufgetischte romantische Multikulti-Komödie, die mit temporeicher, frischer, skurriler und ungemein witziger Kost begeistert und absolut liebenswert verkorkstes Personal aufweist. Ein aberwitziger und satirischer Spaß.

Wenn es nach dem Willen seines Vaters ginge, würde Nordip Medizin studieren. Doch der junge Mann jobbt lieber heimlich in der Schmuddelküche des Hotels „Zum Blauen Geier“. Hier kämpfen Holländer, Marokkaner, Serben und Türken mit widerspenstigen Schnitzeln, schmutzigen Pfannen und ihrem feisten Chef, einem fiesen Sklaventreiber. Gute Gefühle beschert Nordip hingegen die schnuckelige Agnes, die Nichte der Hoteldirektorin.

Nur Loser arbeiten im Hotel „Blauer Geier“, auch genannt „Schnitzelparadies“. Und so fällt der neue Tellerwäsche Nordip auch ziemlich auf. Er hat sein Abi mit Note eins bestanden und sein Vater erwartet, dass er Medizin studiert, doch Nordip weiß noch nicht, was er machen will. Die Hackordnung in der Multi-Kulti-Küche erträgt er nur, weil er ein Auge auf eine hübsche Kollegin geworfen hat. Die ist jedoch die Nichte der Chefin, und ein marokkanischer Niederländer ist keine gute Partie. Doch Nordip ist hartnäckig.

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Darsteller und Crew

  • Bracha van Doesburgh
    Bracha van Doesburgh
    Infos zum Star
  • Mounir Valentyn
    Mounir Valentyn
  • Mimoun Oaïssa
    Mimoun Oaïssa
  • Yahya Gaier
    Yahya Gaier
  • Tygo Gernandt
    Tygo Gernandt
  • Mohammed Chaara
    Mohammed Chaara
  • Micha Hulshof
    Micha Hulshof
  • Gürkan Kücüksentürk
    Gürkan Kücüksentürk
  • Frank Lammers
    Frank Lammers
  • Linda van Dyck
    Linda van Dyck
  • Porgy Franssen
    Porgy Franssen
  • Sanne Vogel
    Sanne Vogel
  • Martin Koolhoven
    Martin Koolhoven
  • Marco van Geffen
    Marco van Geffen
  • Joost de Vries
    Joost de Vries
  • Leontine Petit
    Leontine Petit
  • Guido van Gennep
    Guido van Gennep
  • Job ter Burg
    Job ter Burg
  • Melcher Meirmans
    Melcher Meirmans
  • Merlijn Snitker
    Merlijn Snitker
  • Chrisnanne Wiegel
    Chrisnanne Wiegel

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „Schnitzelparadies“ war 2005 Hollands Kassenschlager. Der Film von Regisseur Martin Koolhoven ist weniger Culture Clash, als Culture-Comedy, denn das konfliktreiche multikulturelle Zusammenleben in Holland wird leicht und versöhnlich präsentiert. Die Provokationen in der Charakterdarstellung fokussieren auch weniger die kulturellen Eigenheiten, sondern zielen auf gesellschaftliche Typen. Die Hotelmanagerin ist die lustgeile reife Frau, der Küchenchef ein langhaariger Säufer.

      In der Küche schuften, rauchen, kleckern und meckern lauter junge Leute, die meisten von ihnen illegal beschäftigt. Nordip, der die Erwartungen seines Vaters irgendwie sabotieren will, macht hier einen wahren Masotrip mit. Der holländische Koch Sander droht ihm gleich, dass er hier nur Befehlsempfänger ist. Da sind auch noch der aggressive Punk aus Serbien, der Schweinehälften zerteilt, der schüchterne Türke Ali und die beiden marokkanischen Großmäuler, die Nordip mit Insidertipps versorgen. Und da ist vor allem die sonnige Agnes, bei allen beliebt, aber leider auch die Nichte der Hotelchefin!


      Im marokkanischen Elternhaus schwärmt der Vater stets von seinem wohlgeratenen Sohn, der angeblich in der Bibliothek arbeitet, während der missratene Macho-Bruder nur auf eine Gelegenheit wartet, ihn vom Sockel zu stoßen. Hier werden bei geschlürften Mahlzeiten alle erdenklichen Ethnoklischees aufgefahren, wobei aber die Balance locker flockig gelingt. Weder driftet der Stil in anbiedernden Kitsch, noch greift er kulturelle Rituale ernsthaft an.

      Der Unterhaltungswert dieses netten kleinen Spaßfilms liegt buchstäblich daran, dass die Party in der Küche stattfindet. Hier lässt sich hemmungslos mit Requisiten wie den Bergen ungespülter Teller auftrumpfen, hier ergibt sich der Wechsel von einem schrägen Typ zum anderen durch die wuselnde Situationskomik wie von selbst.

      Gut, dass die Restaurantgäste nicht mitkriegen, wie ihre Bestellungen zubereitet werden. Den Genuss von Kinopopcorn schmälert das dick aufgetragene Brutzelchaos jedoch keineswegs. Denn Nordip schafft es, sich und die strampelnde Schiffsmannschaft durch aufgewühlte Gewässer zu lotsen, ohne dabei zum unsympathischen Superhelden zu mutieren. Leichtigkeit und Spielfreude übertragen sich auf die Zuschauer, bis im Abspann bei der Parade der Drehpannen auch gezeigt wird, wie viel die Schauspieler bei der Arbeit zu lachen hatten.

      Fazit: Lockere Multikulti-Komödie aus Holland über eine chaotische Küchenmannschaft.
    2. Schnitzelparadies: Komödie.

      Culture Clash in der Küche. Der Niederländer Martin Koolhoven serviert eine vergnügliche Ethno-Komödie, „Romeo und Julia“-Plot inklusive.

      Dem arabischen Einwanderersohn Nordip steht die Welt offen. Ein Bilderbuchzeugnis hat er dem stolzen Papa, Metzger und Lebensmittelhändler in einer niederländischen Kleinstadt, nach Hause gebracht. Keine Frage, Nordip, den alle zu dessen Ärger Nordil nennen, wird Arzt. Eine Perle unter Kieseln. Gelobt sei Allah! Dumm nur, dass der Junior andere Pläne verfolgt, beim Hotel-Restaurant „Der blaue Geier“ eine Stelle als Spüler angenommen hat, um sich selbst zu finden. Mit einer Diashow beginnt Regisseur Martin Koolhoven seine liebenswert-schräge Komödie, skizziert kurz den Ort der Handlung, macht mit arabischem HipHop Tempo und stellt dann seine Figuren vor: Nordips unterbelichteten Checker-Bruder, die Hoteldirektorin Meerman, die sich durchaus vorstellen könnte, ihren Neo-Angestellten zu vernaschen, den ewig angetrunkenen Chefkoch, den serbischen Schlachter Goran, den intriganten Schnitzelbrater Sander und natürlich Agnes, diesen kurvenreichen Engel, Frau Chefins Nichte und Traumfrau der gesamten Belegschaft.

      Doch bevor Nordip seine Angebetete endgültig in die Arme schließen darf, gilt es altbekanntes „Romeo und Julia“-Terrain zu durchmessen, herkunftsbedingte Vorurteile abzubauen und vor allem die Schlachten an der Küchenfront zu gewinnen. Denn, das wissen wir spätestens seit Herrn Kerners ZDF-Show, Kochen ist Krieg. Also muss erst einmal die alte Hackordnung auf den Kopf gestellt, müssen neue Allianzen geschlossen werden. „Schnitzelparadies“ nach Khalid Boudous Roman und dem Drehbuch Marco van Geffens war 2005 der umsatzstärkste holländische Film. Nicht überraschend, stehen hier doch alle Zeichen auf Spaß, auf flotte, leichte und leicht verdauliche Unterhaltung. Die manifestiert sich in handfestem Slapstick wie auch kruden Einzeilern und pointiertem Dialogwitz. Da wird in die Pommes gespuckt oder vor der Ausländerpolizei aufs Dach geflüchtet, während das odd couple „Mokros“, die ebenso großmäuligen wie arbeitsscheuen Marokkaner Amimoen und Mo, eine dicke Lippe riskiert - wofür es auch mal eine aufs Maul gibt. Was wieder den Türken Ali auf den Plan ruft, der allen stets Frieden wünscht. Den Rest erledigen die frischen, unverbrauchten Darsteller, die mit vollem (Körper-)Einsatz bei der Sache sind - allen voran Mounir Valentyn als Nordip und Bracha van Doesburgh als Agnes. Da gönnt man den beiden doch, entsprechend dem Schlusssong, ihre „Road to own paradise“. geh.

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